BachforelleEric

Unvergesslicher Tag beim Bachforellenangeln

Forellenangeln im Fluss

In mei­nem letz­ten Blog­be­richt hier auf DAF habe ich ja zu Anfang etwas zu mei­nen ang­le­ri­schen Plä­nen für die­ses Jahr geschrie­ben. Eine Sache die mir beson­ders am Her­zen lag, war unbe­dingt mal wie­der auf Forel­len zu fischen. Auf rich­tig schö­ne, natür­lich gewach­se­ne Kraft­pa­ke­te in idyl­li­scher Fluss­land­schaft. Sören, Dirk und ich waren ja bereits ein­mal zusam­men auf Forel­len­jagd gewe­sen und konn­ten ers­te Erfol­ge ver­bu­chen und auch beim Flie­gen­fi­schen in einem Gewäs­ser in der Nähe mei­nes Wohn­or­tes fing ich bereits ein paar klei­ne Bach­fo­rel­len, aber das wirk­lich effi­zi­en­te Forel­len­an­geln mit star­ken Fischen in schnel­ler Strö­mung fehl­te mir noch.

Zum Glück bin ich in die­sem Jahr nicht allein mit dem Vor­ha­ben sich ein wenig Abwechs­lung zum Barsch­an­geln zu gön­nen: Angel­kum­pel und FB-Blog­ger (Pho­to­fish) Noel, der seit kur­zem sei­nen Füh­rer­schein besitzt, schlug einen Road­trip zum Forel­len­an­geln vor. Der Plan sah vor einen wei­te­ren Angel­kol­le­gen ein­zu­sa­cken und unse­ren gemein­sa­men Freund Robin zu besu­chen, der uns in Sachen Forel­len­an­geln eini­ges an Erfah­rung und Angel­zeit vor­aus hat. Robin fängt an ver­schie­de­nen Gewäs­sern regel­mä­ßig groß­ar­ti­ge Bach­fo­rel­len und sogar Äschen auf klei­ne Spoons (Japa­ni­sche Fines­se-Blin­ker), Gum­mi und Wob­bler. Gute Vor­aus­set­zun­gen also, um ein schö­nes Fischen genie­ßen zu kön­nen.

Bachforelle Einzelhaken
Ziel­fisch: Bach­fo­rel­le



Geplant war die gan­ze Akti­on für ein Wochen­en­de. Am Frei­tag­nach­mit­tag ging es los, mit einem Schlen­ker über Han­no­ver, wo wir Jonas abhol­ten, kamen wir nach eini­gen Stun­den Fahrt über die glück­li­cher­wei­se wei­test­ge­hend freie Auto­bahn im Süden Nie­der­sach­sens an. Ers­te Bli­cke auf die am nächs­ten Tag zu befi­schen­de Was­ser­flä­che lie­ßen die Vor­freu­de in uns auf­kom­men.

Der Spot — ein traumhafter Fluss

Ein natur­be­las­se­ner Forel­len­fluss mit klei­nen Was­ser­fäl­len, Rau­schen, Kur­ven und Gum­pen inmit­ten von Wie­sen und gesäumt von Bir­ken, Buchen und Erlen ist ein­fach eine Klas­se für sich, nicht ver­gleich­bar mit ver­bau­ten Was­ser­stra­ßen und Stadt­ka­nä­len oder viel befah­re­nen Seen. Umso wich­ti­ger ist es bei der­ar­ti­gen Bio­to­pen, die­se nicht all­zu sehr breit zu tre­ten, d.h. eine zu star­ke Befi­schung nicht zu for­cie­ren. Aus die­sem Grund wer­den an die­ser Stel­le auch kei­ne Anga­ben zum genau­en Ort und kei­ne Fotos des Gewäs­sers selbst erschei­nen. Gesun­de Sal­mo­ni­den­ge­wäs­ser wer­den in den meis­ten Tei­len der Repu­blik wie klei­ne Schät­ze gehü­tet, wer aber ein wenig sucht, wird sicher­lich auch in sei­ner Umge­bung eine Mög­lich­keit fin­den, ähn­lich schö­nes Angeln zu erle­ben.

Am nächs­ten Mor­gen hieß es dann früh auf­zu­ste­hen. Die benö­tig­ten Gewäs­ser­li­zen­zen wur­den zuvor schon von unse­rem Gast­ge­ber orga­ni­siert wor­den und so stand dem frü­hen Start am Was­ser eigent­lich nichts mehr im Wege! Zunächst steu­er­ten wir einen ein­zel­nen Spot an, an dem der befisch­te Fluss ein Gebäu­de unter­quert und dahin­ter extrem inter­es­san­te Strö­mungs­ver­wir­be­lun­gen erzeugt. Laut Robin war dies ein Spot, an dem durch­aus auch mal eine gute Äsche in der Strö­mung steht. Zunächst griff ich also zur 5er Flie­gen­ru­te und bot eine Gold­kopf­nym­phe an, die sich fast augen­blick­lich in den Stei­nen fest­setz­te und abriss. Ein gol­de­ner Start…

Beim Rest der Trup­pe lief es bes­ser: Jonas konn­te als Ers­ter eine Bach­fo­rel­le über­lis­ten und Robin über­rasch­te mich mit einem Barsch aus der Strö­mung. Den­noch war dies nur ein ein­zel­ner Spot, rich­tig inten­siv gefischt soll­te erst am Haupt­ge­wäs­ser des Tages wer­den. Lei­der merk­ten wir dort kurz vor der Ankunft noch im Auto, dass wir ver­ges­sen hat­ten, unse­re Tages­kar­ten ein­zu­ste­cken. So tra­fen wir schließ­lich nach einem Umweg zurück zu unse­ren Lizen­zen etwa eine Stun­de spä­ter, aber den­noch früh mor­gens am Gewäs­ser ein.

Bafo Niedersachsen
Ers­te gute Bach­fo­rel­le des Tages

Schon am Start­punkt unse­rer Tour an die­sem Gewäs­ser sah es ein­fach traum­haft aus! Unter­halb einer gro­ßen Rau­sche, an der das ober­halb ange­stau­te, ruhi­ge Was­ser sich in wild plät­schern­des und weiß rau­schen­des Nass ver­wan­del­te und an gro­ßen Stei­nen her­un­ter­stürzt und dar­über hin­weg floss, befand sich ein tie­fer Gum­pen, gesäumt von einer Stein­pa­ckung an bei­den Ufern, die direkt aus dem Wur­zel­werk der am Was­ser befind­li­chen Vege­ta­ti­on her­vor­zu­ge­hen schien. Direkt unter­halb der Ver­wir­be­lun­gen und Kehrströ­mun­gen folg­te eine Stre­cke von etwa zwan­zig Metern ruhig flie­ßen­den, gerad­li­ni­gen Flus­ses, direkt gefolgt von einer wei­te­ren Rau­sche unter­halb einer Brü­cke, auf die ein Zufluss folg­te, kurz bevor sich der Fluss­lauf hin­ter der nächs­ten Brü­cke in einer brei­ten Kur­ve auf­macht, zwei Wie­sen von ein­an­der abzu­tren­nen. Jeder Leser mit ein wenig Vor­stel­lungs­ver­mö­gen und Erfah­rung im Fluss­an­geln kann sich aus­ma­len, was für groß­ar­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen ein der­art viel­sei­ti­ger Ver­lauf des Gewäs­sers garan­tiert!

Erste Forelle auf Softbait

Im besag­ten Pool unter­halb der Rau­sche konn­te ich nach einem ers­ten Fisch­kon­takt in Form eines Fehl­bis­ses auf einen klei­nen japa­ni­schen Forel­len­wob­bler auch mei­ne ers­te Bach­fo­rel­le des Tages und somit mei­ne ers­te Forel­le auf Soft­bait über­haupt fan­gen. Ein wun­der­hübsch gepunk­te­ter klei­ner Fisch aus gold und rot, dem eini­ge wei­te­re Forel­len der ande­ren Jungs folg­ten. Ein Auf­takt nach Maß!

Hübsche Bachforelle
Mei­ne ers­te Bafo des Tages

Der ers­te gelan­de­te Fisch schien einen Bann gebro­chen zu haben, denn wäh­rend wir und fluss­auf­wärts beweg­ten, atta­ckier­ten alle paar Meter klei­ne­re Forel­len unse­re Köder und hin und wie­der ließ sich auch eine bes­se­re Forel­le zu einer aggres­si­ven Atta­cke auf unse­re Hard­baits ver­lei­ten. Jonas war der ers­te unse­rer inzwi­schen auf 5 Per­so­nen ange­wach­se­nen Grup­pe, der eine grö­ße­re Forel­le erfolg­reich lan­den konn­te und somit die 40er Mar­ke erreich­te. Ein tol­ler Fisch, der sich an sei­ner Baitcas­ter-Fines­se Com­bo ordent­lich ins Zeug leg­te!

Je wei­ter wir uns von unse­rem Start­punkt ent­fern­ten, des­to offe­ner wur­de die Land­schaft um das Gewäs­ser, die Kur­ven wur­den wei­ter, die Bäu­me am Ufer weni­ger und die Fließ­ge­schwin­dig­keit nahm ab. Eini­ge hüb­sche Forel­len konn­ten zwar noch über­lis­tet wer­den, aber im stär­ker struk­tu­rier­ten Bereich hat­ten wir doch deut­lich bes­ser gefan­gen. Wir ent­schie­den uns des­halb erst ein­mal zu unse­rem Aus­gangs­punkt zurück zu keh­ren, eine Mit­tags­pau­se ein­zu­le­gen, schließ­lich knurr­te uns vom Lau­fen und dem frü­hen Tages­start doch ein wenig der Magen, und spä­ter zurück zu keh­ren um dann den Fluss­ab­schnitt strom­ab­wärts unse­res Start­punk­tes zu bean­geln.



Frisch gestärkt und vol­ler Taten­drang kamen wir wie­der am Fluss an und arbei­te­ten uns recht zügig unse­re Gast­kar­ten­stre­cke hin­ab. Dabei muss­te man schon fast auf­pas­sen, wo man den Mund öff­ne­te um zu atmen. Zuge­ge­ben: Ich über­trei­be ein wenig. Aber jeder Insek­ten­fo­to­graf hät­te sich vor Freu­de gar nicht mehr ein­ge­kriegt! Am unte­ren Abschnitt des Flus­ses war man per­ma­nent von einer fast unwirk­lich anmu­ten­den Men­ge von blau-metal­lisch schim­mern­den Libel­len umge­ben, die bei jedem Schritt im hohen Gras in die Luft auf­stie­gen. Zusam­men mit den im Was­ser zahl­reich vor­han­de­nen Elrit­zen deut­li­che Indi­ka­to­ren für die Qua­li­tät des Gewäs­sers. Kein Wun­der dass sich die Sal­mo­ni­den dort wohl füh­len.

Lei­der hielt die Idyl­le nicht lan­ge an, wir wur­den von einem Gewit­ter über­rascht und muss­ten uns unter einer Brü­cke vor Blitz­schlag und Stark­re­gen ver­ste­cken. Ich befürch­te­te schon das frü­he Ende unse­res Angel­ta­ges! Und das noch bevor ich eine gute Forel­le hat­te fan­gen kön­nen. Zu unse­rem Glück zog das Unwet­ter jedoch auch so schnell wie­der ab, wie es über uns gekom­men war. Sämt­li­che Ufer­ve­ge­ta­ti­on war nun klatsch­nass, kei­ner von uns war wirk­lich wet­ter­ge­recht geklei­det. Aber wer fan­gen will, darf nun mal kei­ne Angst haben, sich nass zu machen, dach­ten wir uns. Also Augen zu und durch. Wer schon ein­mal durch hüft­ho­he Ufer­ve­ge­ta­ti­on gestie­felt ist, der weiß wovon ich rede; es kommt einem Sprung in den Fluss selbst gleich. Unse­re Klei­dung saug­te das Was­ser auf, kleb­te tie­risch und wir sahen all­ge­mein recht wit­zig aus. Das Gewit­ter hat­te aber nicht nur Näs­se mit sich gebracht, denn den Forel­len schien es gefal­len zu haben! Sie dreh­ten nun erst rich­tig auf und ein Fisch nach dem ande­ren atta­ckier­te unse­re Köder. Bjar­ne konn­te sogar mehr­fach aggres­si­ve Bis­se auf Tro­cken­flie­ge pro­vo­zie­ren. Als Pro­blem am unte­ren Bereich der Stre­cke stell­ten sich aller­dings die hohen Ufer her­aus. So ent­schied auch ich mich ein­mal dazu, mich für Robins Lan­de­hil­fe bei mei­nen bis dahin gefan­ge­nen Fischen zu revan­chie­ren und rutsch­te selbst mehr oder min­der kon­trol­liert das leh­mi­ge Ufer her­ab und konn­te ihm dort eine hüb­sche End­drei­ßi­ger Bach­fo­rel­le keschern.

Angelglück bei Robin
Schö­ner Fisch von Robin

Am spä­ten Nach­mit­tag hat­ten wir dann bereits ordent­lich Fisch gefan­gen, Jonas und Robin hat­ten auch schon gute Fische über­lis­ten kön­nen, Bjar­ne hat­te eben­falls gut gefan­gen, nur Noel und mir fehl­ten noch anstän­di­ge Fische. Noel war vom Pech ver­folgt und wur­de von einer über­durch­schnitt­lich hohen Aus­stei­ger­quo­te gequält; er ver­lor nahe­zu jeden gehak­ten Fisch. Ich hat­te zwar schon eini­ge Forel­len sicher lan­den, bzw. lan­den las­sen kön­nen, aber die ein­zi­gen bes­se­ren Forel­len ver­fehl­ten mei­ne Köder oder konn­ten sie direkt nach dem Biss abschüt­teln.

Nach Insekten steigende Forellen und dicke Fänge

Robin muss­te das Fischen frü­her been­den als wir, da er an sei­nem Arbeits­platz für die Spät­schicht erwar­tet wur­de, daher stan­den wir vor der Ent­schei­dung früh abzu­bre­chen oder auf eige­ne Faust und ohne Orts­kun­di­gen Mit­ang­ler wei­ter zu angeln. Natür­lich ent­schie­den wir uns für Opti­on Num­mer zwei. Robin wur­de in der Stadt abge­lie­fert, wir leg­ten eine Stär­kungs­pau­se ein und such­ten uns dann einen uns noch unbe­kann­ten Gewäs­ser­ab­schnitt am unters­ten Ende unse­rer Stre­cke aus, was sich als gold­rich­tig erwei­sen soll­te. Wo man auch hin­sah stie­gen Forel­len in der Abend­däm­me­rung nach Insek­ten und erwie­sen sich als dank­ba­re Abneh­mer unse­rer ange­bo­te­nen Kleinst­wob­bler. Noel konn­te end­lich sei­ne Pech­sträh­ne been­den und auch Jonas und ich fin­gen Fisch nach Fisch. Lei­der war der Groß­teil der Forel­len in die­sem Abschnitt aber zunächst sehr klein.

Jonas war der ers­te, der einen Kon­takt mit einer kapi­ta­len Forel­le ver­bu­chen konn­te. Unter­halb einer klei­nen Rau­sche folg­te eine dicke, fast schwarz gefärb­te Forel­le sei­nem Köder, dreh­te dann aber des­in­ter­es­siert ab und ver­schwand im Gum­pen. Jonas ver­such­te noch eine Wei­le, den Fisch zu einer Atta­cke zu pro­vo­zie­ren und warf sei­nen Köder über den ver­mu­te­ten Stand­ort, jedoch ohne Reak­ti­on.
Nun war ich an der Rei­he und pro­bier­te mein Glück. Ein klei­ner sin­ken­der Wob­bler war mein Mit­tel der Wahl. Mit der gro­ßen Forel­le rech­ne­te ich eigent­lich nicht, die hat­te uns ja bereits bemerkt, dach­te ich mir. Nach eini­gen Wür­fen ins wei­ße Was­ser unmit­tel­bar hin­ter eini­gen Stei­nen, die das Was­ser ver­wir­bel­ten, riss es mir plötz­lich die Rute her­um und ein star­ker Fisch schüt­tel­te sich hef­tig auf der Stel­le, schoss dann sofort rasant strom­ab­wärts, setz­te die Rol­len­brem­se in Gang, dreh­te wie­der um und schoss der­art schnell wie­der strom­auf­wärts, dass ich mit dem Auf­kur­beln der Schnur teils kaum hin­ter­her kam. Ich war völ­lig über­for­dert! Noel war schnell zur Stel­le und konn­te dank der von mir gelie­he­nen Wat­ho­se direkt ins Was­ser stei­gen und mei­nen Traum­fisch nach einem kur­zen, aber hef­ti­gen Drill keschern, als die­ser gera­de ver­such­te, an ihm vor­bei zu huschen.

Große Bachforelle
Dicke Trut­te

Dass Forel­len sich nicht immer beneh­men, bzw. sich nicht immer ruhig ver­hal­ten, wenn sie im Kescher ein­ge­sackt sind, war mir bekannt, dass Forel­len extrem emp­find­lich gegen­über Schleimhaut‑, Kie­men- und Flos­sen­ver­let­zun­gen sind eben­falls. Des­halb knie­te ich mich auf einen Stein direkt am Ufer und hob den Fisch für ein Erin­ne­rungs­fo­to mit nas­sen Hän­den vor­sich­tig über dem Was­ser(!) aus dem gum­mi­er­ten Netz. Noel, der sei­ne Kame­ra bereits im Anschlag hat­te, schoss genau ein Foto und noch bevor er ein wei­te­res hät­te machen kön­nen, sprang der immer noch sehr kräf­ti­ge und quir­li­ge Fisch mir aus den Hän­den, zurück in den Fluss. So kanns auch gehen…

Ich war über­glück­lich dar­über, dass die zwei Ein­zel­schon­ha­ken gehal­ten hat­ten, dass die Lan­dung geglückt und der Fisch gesund und mun­ter wie­der ent­kom­men war. Die nächs­ten Minu­ten über­ließ ich Jonas und Noel den Fluss kom­plett. Eine Pau­se nach die­sem wun­der­ba­ren Fisch tat gut! Mit knapp unter 50cm Län­ge war hat­te die­ser Fisch mei­nen bis­he­ri­gen Län­gen-PB nur um einen Zen­ti­me­ter über­trof­fen, aber in Sachen Kampf­kraft und Sta­tur alle Forel­len mei­ner letz­ten paar Angel­jah­re über­trumpft. Ein tol­les Erleb­nis!

Etwa eine hal­be Stun­de und vie­le klei­ne Forel­len spä­ter stan­den wir wie­der an einem sehr inter­es­san­ten Spot und war­fen wie­der klei­ne Wob­bler in die Strö­mung. Ich drück­te Noel einen tief­lau­fen­den, wei­ßen Wob­bler (Duo Tetra Works Toto), bestückt mit zwei Ein­zel­ha­ken, in die Hand und fisch­te selbst einen sin­ken­den klei­nen Twitch­bait (Duo Spear­head Ryu­ki 50S), eben­falls mit Schon­ha­ken. Jonas blieb den gesam­ten Angel­tag einem Köder, dem Ima­katsu Ripri­zer 60, mit Erfolg treu.

Bafo auf Wobbler
Noel von Pho­to­fish

Noel war der ers­te der eine schö­ne Forel­le zwi­schen 30 und 40 Zen­ti­me­tern Län­ge zum Anbiss über­re­den konn­te, die sich geschickt in die Strö­mung stell­te und den Fluss für sich nutz­te. So gelang es ihr auch, kurz bevor ich mit dem Kescher parat stand, den Haken abzu­schüt­teln. Zwei Wür­fe spä­ter stieg dann jedoch auf den sel­ben Köder erneut ein schö­ner Fisch ein und dies­mal ging alles gut, so hat­te auch Noel sei­ne schö­ne Forel­le bekom­men. Nun waren wir an einem Punkt ange­kom­men, an dem eigent­lich alle um die Wet­te strahl­ten, denn wir stan­den an einem wahn­sin­nig pro­duk­ti­ven Fluss, fin­gen etli­che Fische und jeder von uns hat­te eine hüb­sche, gute Forel­le ver­haf­ten kön­nen.

Inzwi­schen hat­te auch ich das ernst­haf­te Fischen wie­der auf­ge­nom­men und fisch­te kon­zen­triert eine inter­es­san­te Struk­tur, einen etwas tie­fe­ren Gum­pen, mit aggres­siv get­witch­tem Köder aus. Ich rech­ne­te nicht wirk­lich mit einem gro­ßen Fisch, der Spot sah zwar erfolg­ver­spre­chend aus, aber durch den vor­an­ge­gan­ge­nen Fang mei­ner gro­ßen Forel­le war ich eigent­lich gedank­lich schon woan­ders, als urplötz­lich ein Fisch vehe­ment ein­stieg und sofort die Spu­le mei­ner Sta­tio­när­rol­le (Shi­ma­no Rare­ni­um Ci4 2500FA) zum rotie­ren und die Brem­se zum Schrei­en brach­te! Ich wur­de ner­vös, sehr ner­vös sogar, denn was die­ser Fisch an Kampf­kraft auf­brach­te, hat­te ich bis­her nicht erlebt. Ein­fach unglaub­lich, Strom­auf­wärts, Strom­ab­wärts und von Ufer zu Ufer schoss der Fisch unauf­halt­sam hin und her und zum ers­ten mal kam mir eine leich­te Bar­sch­ru­te tat­säch­lich stark unter­di­men­sio­niert vor! Bis kurz vor der Lan­dung, wie­der rou­ti­niert durch Noel aus­ge­führt, beka­men wir den Fisch nicht zu sehen und die Grö­ße über­rasch­te mich doch ein wenig. Denn auf­grund des Zuges, den die­ser Fisch im Drill ent­wi­ckelt hat­te, hat­te ich eigent­lich ein wesent­lich grö­ße­res Tier erwar­tet. Von Ent­täu­schung war aller­dings kei­ne Spur zu ver­neh­men. Ich war über­glück­lich, eine zwei­te Pracht­fo­rel­le über 45cm in mei­nem Hän­den zu hal­ten!

Bafo Drill
Nach einem tol­len Drill der 45cm+ Forel­le

Nach die­sem Wahn­sinns-Angeln beschlos­sen wir den Tag zu been­den, zumin­dest zum Auto zurück zu keh­ren und nur noch ein paar Wür­fe mit der Tro­cken­flie­ge zu ris­kie­ren, um den Angel­tag ent­spannt aus­klin­gen zu las­sen, bevor wir uns auf den Weg machen woll­ten, um Robin von der Arbeit abzu­ho­len. Aber wie das so ist mit dem pro­phe­zei­ten letz­ten Wurf, haben wir die­sen Vor­satz natür­lich nicht ganz so strikt ein­ge­hal­ten. Jonas blieb sei­ner Baitcas­ter-Com­bo treu und wur­de für die­se Ent­schei­dung belohnt: Wäh­rend Noel und ich damit beschäf­tigt waren, die Flie­gen­com­bo zu mon­tie­ren, rief Jonas plötz­lich hek­tisch nach uns und stand mit krumm gezo­ge­ner Rute an der Kan­te des hohen Ufers. Wir zöger­ten kei­ne Sekun­de und eil­ten ihm zu Hil­fe, lei­der ein wenig zu lang­sam, denn kurz bevor wir ich mit Kescher und Kame­ra erreich­ten, schüt­tel­te der star­ke Milch­ner den Wob­bler ab. Jonas ärger­te sich sicht­lich ein wenig, blieb aber ruhig und plat­zier­te sei­nen Köder wie­der mit einem prä­zi­sen Wurf am gegen­über­lie­gen­den Ufer. Was dann geschah, war der abso­lu­te Wahn­sinn: Der­sel­be Fisch, der noch vor weni­gen Sekun­den schon ein­mal an besag­tem Köder hing und sich befrei­en konn­te, griff zum zwei­ten mal an und fraß den Köder die­ses mal regel­recht! Ein kräf­tig gebau­ter, gro­ßer Bach­fo­rel­len­milch­ner zog nun wütend strom­ab­wärts und die Brem­se der klei­nen Shi­ma­no Car­diff S‑DC muss­te immer mehr Schnur frei­ge­ben, Jonas ent­schied sich dazu, dem Fisch strom­ab­wärts zu fol­gen und Noel und ich taten es ihm gleich. Trotz ste­ti­gem, von Jonas auf den Fisch aus­ge­üb­ten Druck dau­er­te der Drill doch recht lan­ge und alle betei­lig­ten waren froh, als es Jonas beim vier­ten Lan­de­ver­such durch Noel end­lich gelang, den Fisch über das ret­ten­de Kescher­netz zu zie­hen. Der Wahn­sinn! Der fünf­te Fisch, der die 40cm Gren­ze knack­te, die­ses mal erneut deut­lich in Rich­tung 50cm ging und wie alle bis­he­ri­gen Forel­len ein­fach wahn­sin­nig toll aus­sah, lag vor uns.

Forellenangeln mit der Baitcaster
Jonas rich­tig star­ke Forel­le an der BC

Die­ser abschlie­ßen­de Erfolg und die Tat­sa­che, dass wir zu dem Zeit­punkt bereits Robins Fei­er­abend ver­passt hat­ten und ihn eigent­lich längst hät­ten abho­len sol­len, beweg­te uns dann dazu, den Tag über­glück­lich, aber auch tod­mü­de für been­det zu erklä­ren und uns auf den Rück­weg zu machen.

Aus die­sem Angel­tag habe ich eine Men­ge gelernt, zum Bei­spiel wer­de ich nie wie­der ohne Kescher beim Forel­len­fi­schen auf­tau­chen, denn unse­re Lan­de­hil­fe hat sich als enorm hilf­reich erwie­sen. Eine wei­te­re Erkennt­nis ist, dass ich in Zukunft mei­ne Forel­len wohl im Kescher foto­gra­fie­ren wer­de, denn zum einen sind die leb­haf­ten Fische ein­fach viel zu unbe­re­chen­bar im Ver­gleich zu Barsch, Zan­der und Co. und zum ande­ren sehen selbst rich­tig gute Forel­len bei mei­ner Kör­per­grö­ße ein­fach viel zu klein aus, wenn ich sie in der Hand hal­te. Ich den­ke den­noch, dass die meis­ten Leser mei­ne Eupho­rie für die­se Fische durch­aus nach­voll­zie­hen kön­nen, denn Forel­len sind der Wahn­sinn und in nächs­ter Zeit wer­de ich mich die­sen Tie­ren durch­aus öfter wid­men, als ich es bis­her getan habe!

Vie­len Dank noch ein­mal an Robin für die Unter­kunft, die Orga­ni­sa­ti­on und das tol­le Fischen und an Noel für die schö­nen Fotos, guckt doch bei Gele­gen­heit mal auf sei­ner Face­book­sei­te rum und lasst einen Dau­men da, es lohnt sich.

Hier noch ein Arti­kel zum The­ma: Wob­bler mit Ein­zel­ha­ken – Vor­tei­le, Nach­tei­le und ande­re Erkennt­nis­se


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3 Kommentare

  1. Moin Kri­ti­ker.
    Es sind ja nun auch Bil­der von Fischen im Kescher dabei, es ist also kei­ne rei­ne Vor­hal­te­rei. Natür­lich neh­me ich die Kri­tik zur Kennt­nis und möch­te eigent­lich sowie­so kei­ne Forel­len mehr in der Hal­tung foto­gra­fie­ren ( sie­he letz­ter Absatz). Trotz­dem soll eigent­lich der Fisch im Fokus ste­hen, nicht der Fän­ger, wes­halb wir nun­mal den Fisch näher an die Kame­ra her­an­füh­ren. Von den gefan­ge­nen Forel­len haben wir am beschrie­be­nen Tag meist nur ein Foto gemacht, dabei wur­de eher auf einen schnel­len, fisch­scho­nen­den Ablauf geach­tet, als auf foto­gra­fisch künst­le­ri­schen Anspruch…

    Ich kann aber gern für einen der nächs­ten Arti­kel mal einen Fisch am Kör­per hal­ten, sieht bei mei­ner Kör­per­grö­ße dann enorm schön aus *hust* *nicht*.

    Ich schlag Noel mal vor zum Foto­gra­fen­kurs zu gehen, mal sehen was der dazu sagt. 😉

    Schö­nen Gruß & wei­ter­hin viel Spaß beim Lesen.

  2. Hi, net­ter Bericht. Scha­de, dass ihr dem Fang­er­folg immer durch die­se ueber­trie­be­nen “los-halt-die-forelle-ganz-weit-am-langen-arm”-Bilder Nach­druck ver­lei­hen muesst. Macht doch mal einen Foto­gra­fier­kurs und dann anspre­chen­de­re Bil­der — ist schon ein wrnig affig und giel­leicht eurer man­geln­den Erfah­rung geschul­det. In die­sem Sin­ne hof­fe ich, dass Ihr die Kri­tik kon­struk­tiv auf­neh­men könnt.

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