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Fischsterben in der Ostsee 2017

Fischsterben in der Eckernförder Bucht, Flensburger und Kieler Förde

Letz­te Woche berich­te­ten bereits ver­schie­de­ne Medi­en vom Fisch­ster­ben in der Ost­see. Unzäh­li­ge tote Fische wur­den an ver­schie­de­nen Stel­len der west­li­chen Ost­see, zum Bei­spiel vor Kiel und Eckern­för­de, gesich­tet. Eric hat sich vor­ges­tern sel­ber ein aktu­el­les Bild der Lage in Kiel ver­schafft und ein paar Fotos gemacht.

Sauerstoffmangel in der Ostsee wohl Grund für das Fischsterben

Ange­fan­gen hat das Pro­blem wohl mit den Stür­men der letz­ten Woche, durch Umschich­tung der Was­ser­säu­le, sind statt der übli­chen Tie­fen- und Mit­tel­was­ser­be­rei­che der Ost­see auch Ufer- und Flach­was­ser­be­rei­che der Eckern­för­der Bucht und der Kie­ler För­de vom Sauer­stoff­man­gel betrof­fen. Der anhal­ten­de und teils star­ke Süd-West-Wind der ver­gan­ge­nen Wochen drückt das Was­ser auf die offe­ne Ost­see, aus der Tie­fe strömt dann sauer­stoff­ar­mes Was­ser nach. Der Sauer­stoff­ge­halt reich­te daher teil­wei­se an die 0 Pro­zent her­an­reich­te. Einen ent­spre­chen­den Bericht inklu­si­ve Video fin­det Ihr hier.

Fischsterben an der Ostsee
Tote Platt­fi­sche im Kie­ler Hafen

Fischsterben in Kiel — aktuelle Lage

Vor­ges­tern hat bei Face­book ja bereits ein Video die Run­de gemacht, das hun­der­te Dor­sche und eini­ge Platt­fi­sche zusam­men­ge­drängt an der Ober­flä­che nahe eines Süß­was­ser­ein­laufs zeig­te, von meh­re­ren Ang­lern wur­den auch Sich­tun­gen von gro­ßen Dorsch­schwär­men berich­tet, die, wohl auf der Suche nach sauer­stoff­rei­chem Was­ser, am hell­lich­ten Tag in der Kie­ler Innen­för­de an der Ober­flä­che schwam­men. Im Bereich des Hafens waren auch stel­len­wei­se schwa­che und des­ori­en­tie­re Meer­fo­rel­len und Flun­dern an der Ober­flä­che zu sehen.

Im Kie­ler Hafen selbst schei­nen beson­ders die Platt­fi­sche vom Sauer­stoff­man­gel betrof­fen zu sein, denn schon zu Beginn des Sauer­stoff­man­gels sind vie­le Flun­dern extrem geschwächt oder bereits tot in den fla­chen Zonen des Hafens zu sehen gewe­sen, wäh­rend die Dor­sche zwar sicht­lich geschwächt, aber meis­tens noch, den Umstän­den ent­spre­chend, rela­tiv fit zu sein schie­nen.

Tote Flundern und Butte an der Ostsee
Die Flun­dern, Butts & Co. scheint es am stärks­ten getrof­fen zu haben

Vor­ges­tern, am 17.09.2017, habe ich beschlos­sen, mir selbst ein Bild von der aktu­el­len Lage zu machen und bin mit Kame­ra in den Hafen in der Nähe des Haupt­bahn­hofs gegan­gen. Was momen­tan sofort auf­fällt, sobald man sich der För­de nähert, ist ein unan­ge­neh­mer, star­ker Geruch, der vom Was­ser aus­zu­ge­hen scheint. Wie ein abge­stan­de­ner Teich oder ein „umge­kipp­tes“ Aqua­ri­um riecht es über­all ent­lang der Hafen­be­rei­che. Das Was­ser ist fast Über­all deut­lich trü­ber als üblich.

Beim Betrach­ten der Flach­was­ser­zo­nen und Sand­bö­den in Ufer­nä­he fal­len sofort vie­le gro­ße, tote Platt­fi­sche in ver­schie­de­nen Ver­we­sungs­sta­di­en auf, die durch die nach oben gedreh­te, wei­ße Bauch­sei­te leicht zu fin­den sind. Sehr scha­de zu sehen ist, dass beson­ders gro­ße Fische betrof­fen zu sein schei­nen, die meis­ten toten Flun­dern sind über 40cm groß, eini­ge sind deut­lich grö­ßer. An eini­gen Stel­len lie­gen teils dut­zen­de tote Platt­fi­sche auf Flä­chen von weni­gen Qua­drat­me­tern. Bemer­kens­wert ist, dass kei­ner­lei Destru­en­ten sich an den toten Fischen zu schaf­fen machen, Kreb­se oder See­ster­ne feh­len völ­lig.

Grundeln im Kieler Hafen
Zumin­dest den Grun­del­ar­ten scheint es bes­ser zu gehen

Nun zur „guten“ Nach­richt: Zumin­dest im Kie­ler Hafen sind unter den toten Fischen kaum Dor­sche und Meer­fo­rel­len zu sehen. Im Schat­ten eines Segel­boots steht eine etwas geschwäch­te, aber sonst gesund aus­se­hen­de Meer­fo­rel­le, über­all ent­lang der Spund­wän­de sind gro­ße Schwär­me der vor etwa zwei Wochen geschlüpf­ten Brut ver­schie­de­ner Grun­del­ar­ten zu sehen, die sehr agil ent­lang der Muschel­ko­lo­ni­en nach Plank­ton jagen. Eine Grup­pe Bar­sche in vol­ler Far­ben­pracht zeigt sowohl Jagd­ver­hal­ten, als auch Flucht­re­ak­tio­nen beim Ver­such, sie zu foto­gra­fie­ren. Stich­lin­ge sind eben­falls ver­ein­zelt zu sehen und die Dor­sche schei­nen sich wie­der zum Grund ori­en­tiert zu haben, bis auf eini­ge, weni­ge toten Exem­pla­ren ist von ihnen nichts mehr zu sehen. Unter Umstän­den könn­te das Gröbs­te also durch sein.

Eric

Hier ein Video zum Fisch­ster­ben an der Ost­see:

Wenn Ihr aktu­el­le Infos oder Fotos von der Situa­ti­on an der Ost­see habt, dann lasst sie uns ger­ne via Email an info@dicht-am-fisch.de zukom­men.


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