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Tipps zum Angeln mit der Baitcaster

Baitcaster 1x1 - Theorie

Fürs Spinnfischen bieten sowohl Stationär‑, als auch Multi‑, bzw. Baitcasterrollen eigene Vorteile.

Sta­tio­när­rol­len kennt jeder, jeder kann sie unkom­pli­ziert ohne Übung benut­zen und kommt ein­fach auf Wei­te.

Mul­ti­rol­len wer­den Welt­weit für ver­schie­de­ne Zwe­cke benutzt und z.B. in Japan und den USA sind sie für fast alle Köder­tech­ni­ken beim Spinn­fi­schen Stan­dart. So schwer kann es also nicht sein, ist es auch nicht. Für die rich­ti­ge Benut­zung von Baitcas­ter­rol­len ist nur ein biss­chen mehr Übung und Geschick gefor­dert, als bei der Sta­tio­när­rol­le. Wer nicht auf­passt, ris­kiert Schnur­sa­lat und wer ohne Vor­kennt­nis­se eine unpas­sen­de Rol­le kauft, setzt viel­leicht eine Men­ge Geld unnö­tig in den Sand. Die Vor­tei­le der Baitcas­ter wie­gen aller­dings Lern­stress und even­tu­el­len Schnur­ver­lust durch Perü­cken, sog. Back­lash, in vie­len Situa­tio­nen wie­der auf.

Baitcaster vs. Spintackle
Baitcas­ter vs. Spin­ta­ck­le

Vorteile von Baitcastern Rollen

Direk­ter Schnur­kon­takt
Durch die Spu­le unter dem Dau­men hat man einen direk­te­ren Draht zum Köder, der Fin­ger sitzt auf der Schnur, ohne Umschwei­fe über einen Schnur­bü­gel. Der Ang­ler spürt so direkt jeden Zup­fer, kein vor­sich­ti­ger Biss ent­geht ihm. Zusätz­lich kommt man noch unkom­pli­ziert auch mit dem Zei­ge­fin­ger vor der Rol­le an die Schnur.

Hal­tungs­no­te +1
Die Rol­le sitzt beson­ders ange­nehm in der Hand, die Rol­le kann per „Pal­ming“ gehal­ten wer­den, die Hand umschließt die Rol­le, die Fol­ge ist beim Ani­mie­ren des Köders eine ange­neh­me­re Hal­tung des Hand­ge­lenks. Spe­zi­ell beim Fischen von Top­wa­ter­baits, Jerk­baits und Twitch­baits ist die Hal­tung deut­lich ange­neh­mer gegen­über einer nor­ma­len Spinn­com­bo mit Sta­tio­när­rol­le.

DaF Hoody "Eddy" im Shop
DaF Hoo­dy “Eddy” im Shop

Vor­tei­le für Mono­fil­schnü­re 

Moder­ne Mono­fil- oder Fluo­ro­car­bon­haupt­schnü­re sind inter­na­tio­nal min­des­tens so ver­brei­tet wie das in Deutsch­land fast aus­schließ­lich genutz­te Geflecht, kein Wun­der, bie­te sie doch einen ange­neh­men Puf­fer im Drill oder für Köder mit star­ken Vibra­tio­nen. Fluo­ro­car­bon ist zudem sehr abrieb­fest und schnei­det nicht ein, wes­halb es beim Fischen im Cover, z.B. beim Schwarz­barsch­an­geln unver­zicht­bar ist. Aller­dings sprin­gen sowohl Monofil‑, als auch Fluo­ro­car­bon­schnü­re mate­ri­al­be­dingt durch ihre recht stei­fe Beschaf­fen­heit schnell unkon­trol­liert von der Spu­le, wenn man mit einer Sta­tio­när­rol­le fischt. Da beim Wer­fen mit der Baitcas­ter­rol­le der Köder nur so viel Schnur abzieht, wie beim Wurf gera­de gestreckt benö­tigt wird, ent­fällt die­ses Pro­blem.  Gera­de im Win­ter, wenn bei Minus­gra­den das Fischen mit Geflecht unmög­lich wird, ein unschätz­ba­rer Vor­teil!

Zeit­er­spar­nis
Die Angel­zeit wird effi­zi­en­ter genutzt, man schafft mehr Wür­fe pro Zeit. Das Umklap­pen des Bügels vor und nach dem Wurf ent­fällt. Beim Suchen von Fischen kann das einen Vor­teil bedeu­ten, eben­so beim anwer­fen bestimm­ter Struk­tu­ren vom fah­ren­den Boot.

Gera­de­aus ins Ziel
Gestreck­te Schnur ver­hin­dert Schnur­bö­gen durch Wind und sichert den Köder­kon­takt ab dem Moment des Auf­tref­fens auf der Was­ser­ober­flä­che. Die Schnur kann sich z.B. bei Wür­fen ent­lang der Ufer­li­nie nicht im Ufer­be­wuchs fest­set­zen und auch beim Wurf ins freie Was­ser kommt uns die gestreck­te Schnur zu Gute: Direkt nach dem Auf­tref­fen des Köders spürt man das Absin­ken des Köders, es kann z.B. beim geziel­ten Anwer­fen von Fischen direkt ange­schla­gen wer­den.

Ein­fa­che Tie­fen­kon­trol­le

Selbst wer nicht wirft, soll­te zur Baitcas­ter grei­fen. Ver­ti­kalang­ler fischen fast aus­schließ­lich mit klei­nen Mul­ti­rol­len, weil man mit der Baitcas­ter unkom­pli­ziert und schnell auf sich ändern­de Tie­fen­ver­hält­nis­se reagie­ren kann. Möch­te man sei­nen Köder in einem gleich­blei­ben­den Abstand zum Grund anbie­ten, fährt oder drif­tet aber gleich­zei­tig mit dem Boot über unebe­nem Gewäs­ser­grund, müss­te man bei der Ver­wen­dung einer Sta­tio­när­rol­le stän­dig den Bügel öff­nen, Schnur ablas­sen, den Bügel schlie­ßen, wie­der Span­nung auf­neh­men und den Köder auf die gewünsch­te Tie­fe jus­tie­ren. Mit BC Rol­len gelingt das kin­der­leicht mit nur einer Hand: Der Dau­men öff­net den Frei­lauf, bremst die Spu­le und lässt den Köder kon­trol­liert absin­ken, mit dem Mit­tel­fin­ger kann man über die Stern­brem­se oder direkt am Hand­le den Frei­lauf schlie­ßen und die Span­nung wie­der her­stel­len. Eini­ge Rol­len besit­zen sogar spe­zi­ell zu die­sem Zweck einen Knopf auf der Ober­sei­te der Rol­le, den soge­nann­ten „Twit­ching Bar“, der beim Betä­ti­gen den Frei­lauf schließt und eine bestimm­te Men­ge Schnur auf­nimmt.

Pre­cisi­on Shoo­ting
Der wich­tigs­te Grund für den Ein­satz von Baitcas­tern ist aber mit Sicher­heit die Zeilge­nau­ig­keit der Wür­fe, die durch die Geschwin­dig­keits­re­gu­lie­rung wäh­rend des Wurfs und die Mög­lich­keit des direk­ten Stop­pens erreicht wird.

Hier ein Vor­trag von Eric wäh­rend der boot Düs­sel­dorf zum Baitcas­ter 1×1:

Empfehlung für Anfänger mit der Baitcaster

Wer bil­lig kauft, kauft zwei­mal
Ein ein­fa­cher Leit­satz, der zum Teil zutrifft. Baitcas­ter­rol­len haben ver­schie­de­ne mecha­ni­sche Tei­le, die das Wurf­ver­hal­ten beein­flus­sen, sind die­se nicht prä­zi­se gear­bei­tet oder gar nicht per­fekt auf­ein­an­der abge­stimmt, schränkt eine BC Rol­le den Nut­zer eher ein, als ihn zu unter­stüt­zen. Dies betrifft zum Bei­spiel Spu­le, Ach­se, Kugel­la­ger, das Getrie­be und die Brems­sys­te­me, dazu spä­ter mehr.

Erst­mal an die drei gro­ßen Häu­ser hal­ten:

-Shi­ma­no (Sehr gut­mü­tig, stress­frei zu wer­fen, DC Sys­tem im höhe­ren Preis­seg­ment)
-Dai­wa (Per­fekt für Trick­wür­fe, SV Sys­tem super viel­sei­tig und leicht zu bedie­nen)
-Abu (Tra­di­ti­ons­schmie­de mit bezahl­ba­rer Qua­li­tät, über­all erhält­lich, guter Ser­vice)

Tipp: Hier fin­det Ihr eine Aus­wahl an Baitcas­ter Rol­len

Beim Rollenkauf auf das Einsatzgebiet achten

Baitcas­ter­rol­len sind je nach Bau­wei­se ent­we­der für leich­te, mitt­le­re, oder schwe­re Köder gemacht, ab gewis­sen Gewich­ten lohnt der Griff zur Round­pro­fi­le Mul­ti.

Gene­rell gilt:

Fines­se Rol­len nicht zu hoch belas­ten. Ach­se, Kugel­la­ger und Getrie­be kön­nen Scha­den neh­men und unter Umstän­den irrepa­ra­blen Scha­den neh­men, wenn zu schwe­re Köder gewor­fen wer­den. Da beson­ders die leich­ten Rol­len für klei­ne Köder sehr teu­er sind, soll­te man sich genau über­le­gen, was man sei­ner Rol­le zumu­tet.

Eine Groß­kö­der­rol­le kann kei­ne Bar­sch­kö­der feu­ern. Jeder gewor­fe­ne Köder muss genug Gewicht auf­brin­gen, um den Andreh­wi­der­stand der Spu­le zu über­win­den, dazu kommt noch der Wider­stand der Spu­len­brem­se. Ist der Köder zu leicht, kann er nicht oder nur auf sehr kur­ze Distan­zen gewor­fen wer­den.

Magnetbremse Daiwa Pixy und Fliehkraftbremse Shimano Chronarch Ci4
Magnet­brem­se Dai­wa Pixy und Flieh­kraft­brem­se Shi­ma­no Chron­arch Ci4

Bremssysteme einer Baitcaster

Baitcas­ter haben in der Regel drei ver­schie­de­ne Brems­sys­te­me.

Sternbremse/Stardrag
Alle Rol­len ver­fü­gen über den „Drag­star“, der stern­för­mi­ge Ein­stell­me­cha­nis­mus für die Drill­brem­se. Die­se Brem­se hat kei­nen Ein­fluss auf das Wurf­ver­hal­ten, sie regu­liert den Wider­stand, den ein Fisch über­win­den muss, um im Drill Schnur zu gewin­nen. Der Drag­star sitzt auf der Hand­le­ach­se ent­we­der auf, oder unter dem Hand­le, dahin­ter ver­ber­gen sich die Brems­schei­ben.  Die Stern­brem­se ist das direk­te Äqui­va­lent zur Front‑, bzw. Heck­brem­se bei Sta­tio­när­rol­len

Spu­len­brem­se
Die zwei­te Brem­se, eben­falls in allen BC Rol­len zu fin­den, sitzt eben­falls auf der Hand­le­si­de der Rol­le, ein klei­nes Stell­rad hin­ter der Hand­le­ach­se regu­liert den Druck auf die Spu­le beim Wer­fen. Die Spu­len­brem­se sorgt dafür, dass die Spu­le beim Wurf nicht über­dreht und soll­te auf das Köder­ge­wicht ein­ge­stellt wer­den. Der Leit­satz für Anfän­ger ist dabei, die Spu­le soweit zu schlie­ßen, dass der Köder beim betä­ti­gen des Frei­laufs lang­sam und kon­trol­liert zu Boden sinkt. Wenn man die Ein­stel­lung und das Wer­fen bes­ser beherrscht, kann man die Brem­se schritt­wei­se wei­ter öff­nen, um z.B. mehr Wurf­wei­te zu errei­chen.

Magnet/Zentrifugalbremse
Das drit­te Brems­sys­tem vari­iert zwi­schen ver­schie­de­nen Her­stel­lern und Pro­dukt­li­ni­en. Auf der Non Hand­le Side (Gegen­sei­te der Kur­bel) kann ent­we­der eine Magnet­brem­se, oder eine Flieh­kraft­brem­se ver­baut sein. Eine Magnet­brem­se wirkt ent­we­der direkt auf die Spu­le, oder auf einen beweg­li­chen Ring, der auf der Spu­len­ach­se sitzt und beim Wurf per Flieh­kraft in ein Magnet­feld gedrückt wird, die­ses Teil nennt man Induk­tor.
Eine Flieh­kraft­brem­se besteht aus Pins, die auf einer Quer­ach­se der Spu­len­ach­se sit­zen und beim Wurf nach Aus­sen an einen Schleif­ring gedrückt wer­den und so die Spu­le brem­sen.

Bei­de Brems­sys­te­me sor­gen für das Abbrem­sen der Spu­len­ro­ta­ti­on in der letz­ten Pha­se des Wurfs, wenn der Köder nicht mehr genug Zug auf­recht­erhal­ten kann, um die Spu­len­ge­schwin­dig­keit kon­stant zu hal­ten. Ohne die­se Brem­se wür­de die Spu­le sich schnel­ler dre­hen, als die Schnur sich abspu­len kann und dadurch einen Schnur­stau mit Über­schlä­gen und Kno­ten vor dem Line­gui­de ver­ur­sa­chen.

Dau­men­brem­se
An kei­ner Rol­le ver­baut, trotz­dem wich­tig. Per Dau­men­kon­takt zur Spu­le kann man die Spu­le brem­sen oder ganz stop­pen, erkennt Back­lash früh­zei­tig und kann ihn ver­hin­dern.

 BC Bauteile
Erklä­rung der BC Bau­tei­le

Baitcaster Aufbau:

1: Spu­len­brem­se
2: Sternbremse/Stardrag
3: Schnurverlegung/Lineguide
4: Stell­rad für Magnet­brem­se
5: Freilaufschalter/Clutch
6: Rol­len­fuß
7: Spu­le (hier mit Fluo­ro­car­bon­haupt­schnur)
8: Knob/Griff
9: Hand­le­nut
10: Hand­le
11: Gearplate/Sideplate/Getriebeabdeckung
12: Non­hand­le Side­pla­te, hier sitzt die Magnet- oder Flieh­kraft­brem­se

BC Kombo
Gut abge­stimm­te Com­bo

Das Werfen mit der Baitcaster

Wich­tig beim Baitcas­ter Wer­fen sind flüs­si­ge Auf­la­de­be­we­gun­gen, ein hek­ti­sches Peit­schen wie mit der Sta­tio­när­rol­le führt zum Über­schla­gen der Spu­le, Back­lash ent­steht.

Unter­hand­wür­fe
Ein­hän­di­ge Unter­hand­wür­fe las­sen sich mit der BC beson­ders ziel­ge­nau abset­zen. Ide­al für kur­ze Distan­zen und unauf­fäl­li­ges Ein­tref­fen des Köders.

Pitch­cast
Der Pitch­cast erfolgt mit dem Köder aus der Hand, die Rute schwingt aus einer 8 Uhr Hal­tung in die Elf Uhr Hal­tung und schleu­dert den Köder sehr flach über dem Was­ser nach vor­ne. Durch den Dau­men auf der Spu­le wird ent­spre­chend gebremst und der Köder wird extrem akku­rat abge­setzt.

Flip­ping
Flip­ping ist kein Wer­fen im eigent­li­chen Sinn, es lohnt sich nur auf sehr kur­ze Distan­zen, etwa um Kraut, Ste­ge oder Schilf direkt vor dem Boot oder nah am Ufer zu befi­schen. Dabei wird der Rol­len­frei­lauf nicht betä­tigt, son­dern mit der, auf ent­spre­chen­de Län­ge aus der Rol­le gezo­ge­nen Schnur, ein Pitch­cast aus­ge­führt. Der Vor­teil liegt in der Mög­lich­keit des ein­fa­chen Aus­fi­schens ver­schie­de­ner Kraut­lö­cher mit der Mög­lich­keit, sofort anzu­schla­gen.

Skip­ping
Skip­ping ist prin­zi­pi­ell nicht nur mit BC Rol­len mög­lich, man kann es auch wun­der­bar mit einer Spinn­ru­te skip­pen. Dabei wird der Köder mit einem schnel­len Wurf flach auf der Ober­flä­che abge­setzt und springt wie ein gewor­fe­ner Stein über die Ober­flä­che. Man gelangt so zwi­schen Boo­te, unter Ste­ge oder über­hän­gen­des Geäst, ohne Gefahr zu lau­fen, den Köder in den Struk­tu­ren über Was­ser fest­zu­set­zen und zu ver­lie­ren. Die BC bie­tet dabei den Vor­teil, den Köder beim Wurf abzu­brem­sen, um z.B. nicht zu tief unter Ste­ge zu schie­ßen, wo oft ver­häng­nis­vol­le Sei­le und ähn­li­che Hän­ger­fal­len lau­ern, außer­dem müs­sen wir beim Fischen tief in Struk­tu­ren Fische schnell her­aus­dril­len, um zu ver­hin­dern, dass sie sich fest­set­zen oder die Schnur z.B. am Kiel eines Segel­boots rei­ßen.  Wich­tig dabei: Das Skip­pen klappt nur mit Soft­baits (Gum­mi­kö­dern) oder Ködern mit wei­cher Ober­flä­che.

Abschließend noch eine persönliche Empfehlung:

Grund­sätz­lich gibt es auf dem Seg­ment der Baitcas­ter­rol­len stän­dig neue Inno­va­tio­nen: Neue Mate­ria­li­en für Getrie­be und Gehäu­se wer­den ent­deckt und ver­ar­bei­tet, die Bau­form wird immer ergo­no­mi­scher, leich­te­re Spu­len und bes­se­re Lager kom­men auf den Markt und man weiß gar nicht so recht, was man denn nun kau­fen soll, vor lau­ter Neu­ig­kei­ten. Zudem fehlt bei der Fre­quenz an neu erschei­nen­den Model­len oft die Zeit, her­aus­zu­fin­den, wel­che Rol­len­mo­del­le lang­fris­tig wirk­lich etwas tau­gen. Von daher soll­te man sich von der Infor­ma­ti­ons­flut aus Wer­bung und Hypes nicht ver­rückt machen las­sen.
Eini­ge Inno­va­tio­nen ste­chen aller­dings aus der Mas­se her­aus und ver­die­nen schon ein wenig Auf­merk­sam­keit, beson­ders Dai­wa ist aktu­ell ganz vor­ne dabei und bie­tet mit dem SV Sys­tem und dem neu­en T‑Wing Sys­tem, einer völ­lig neu­en Her­an­ge­hens­wei­se an die Bau­art der Schnur­ver­le­gung, groß­ar­ti­ge Inno­va­tio­nen, die über eine Wer­be­schlag­zei­le hin­aus gehen und dem Ang­ler das Nut­zen der Rol­len wirk­lich erleich­tern, wes­halb ich die­se bei­den Sys­te­me, mit denen ich bis­her aus­schließ­lich posi­ti­ve Erfah­run­gen gemacht habe, kurz vor­stel­len.

SV Rol­len: „Stress­free Ver­sa­ti­le“

Das SV Sys­tem, ver­baut in ver­schie­de­nen Modell­se­ri­en, steht für „Stress­free ver­sa­ti­le“ und besteht im Wesent­li­chen aus Spu­len und dar­auf abge­stimm­ten Brem­sen, die das Ein­satz­ge­biet übli­cher Baitcas­ter­rol­len aus dem Schwarz­barsch­be­reich stark erwei­tern. Die­se Model­le wer­fen sehr leich­te Köder, eben­so wie recht schwe­re Gewich­te und bie­ten so ein Spek­trum, das bis­her nur mit sehr weni­gen Rol­len zu rea­li­sie­ren war. 3,5g-80g mit einer Baitcas­ter­rol­le sind dadurch plötz­lich mög­lich, ohne Ein­bu­ßen bei der Wurf­wei­te hin­zu­neh­men, oder die Lebens­dau­er der Rol­le zu beschrän­ken. Zudem macht sich das „Stress­free Ver­sa­ti­le“ Sys­tem auch beim Wer­fen bemerk­bar, teils völ­lig ohne Dau­men­kon­trol­le auf der Spu­le kommt man ohne gro­ßen Kraft­auf­wand beim Wer­fen auf beacht­li­che Wei­ten, ähn­lich wie man sie mit Sta­tio­när­rol­len errei­chen wür­de. Prak­tisch dabei: Die ent­spre­chen­den Spu­len las­sen sich auch für bereits län­ger erhält­li­che Model­le, wie z.B. die T3 oder die Steez, einen wirk­li­chen Klas­si­ker, für ver­hält­nis­mä­ßig wenig Geld nach­rüs­ten.

In die­sem Video ein Dai­wa Pro­fi die Vor­tei­le des Sys­tems und demons­triert den Nut­zen der SV Spu­le am Bei­spiel der Dai­wa Steez SV:

Daiwa Tatula TWS
Dai­wa Tat­u­la TWS offen und geschlos­sen

TWS Sys­tem:

Ein Pro­blem beim Wer­fen mit Baitcas­ter­rol­len ist der Win­kel der Schnur zum Line­gui­de. Sitzt der Line­gui­de beim Wurf am Rand sei­ner Füh­rungs­schie­ne, muss die Schnur einen Win­kel über­win­den, um von der Spu­le ablau­fen zu kön­nen, da bei leich­ten Baitcas­tern die Schnur­füh­rung im Wurf nicht mit­läuft. Dadurch kann es zu Schnur­stau am Line­gui­de kom­men und even­tu­ell Back­lash ent­ste­hen. Die gro­ßen Her­stel­ler ver­su­chen die­ses Pro­blem auf ver­schie­de­ne Arten zu lösen, aktu­ell ist aber beson­ders ein inno­va­ti­ver Ansatz aus dem Hau­se Dai­wa sehr inter­es­sant. Schon bei der Markt­ein­füh­rung der T3 vor eini­gen Jah­ren ver­such­te man die­ses Pro­blem mit einem sich öff­nen­den Deckel zu lösen, der den obe­ren Teil eines ver­brei­ter­ten Line­gui­des frei­gab und so Schnur­stau vor­beug­te und enor­me Wurf­wei­ten ermög­lich­te. Ganz aus­ge­reift schien die­ser Ansatz nicht zu sein, denn bei die­ser Bau­wei­se klappt ein gro­ßer Teil der Rol­le auf, eini­ge Nut­zer erhiel­ten daher den Ein­druck einer etwas klapp­ri­gen Rol­le (was ich nicht bestä­ti­gen kann und möch­te). Eine ein­fa­che­re, aus­ge­reif­te­re, klei­ne­re Lösung muss­te her, die die Bau­wei­se der Rol­len ins­ge­samt weni­ger ein­schränk­te. Mit der Markt­ein­füh­rung der Tat­u­la Serie erschien dann das neue, über­ar­bei­te­te T‑Wing Sys­tem, ein Line­gui­de, der beim betä­ti­gen des Frei­lau­fes umklappt und eine gro­ße Öff­nung frei­gibt, aus der die Schnur mit annä­hernd kei­ner Rei­bung und viel Bewe­gungs­frei­raum ein­fach aus­tre­ten kann. Kur­belt man an, schließt sich die­ser Mecha­nis­mus wie­der, der Line­gui­de klappt um und ver­legt die Schnur sau­ber auf der Spu­le. So kön­nen Wurf­wei­ten­ver­lus­te und Schnur­stau in der Rol­le durch einen grö­ße­ren Aus­tritts­be­reich und redu­zier­te Rei­bung ver­hin­dert wer­den. Inzwi­schen ist die­ses Sys­tem auch in den neu­en Model­len der Zil­li­on-Serie ver­baut und wird wohl auch in den neu­en Steez Model­len Ver­wen­dung fin­den.

Tipp: Hier fin­det Ihr eine Aus­wahl an Baitcas­ter Rol­len

Soll­ten Shi­ma­no, Dai­wa oder ande­re Her­stel­ler in Zukunft ähn­lich gro­ße Neue­run­gen und Inno­va­tio­nen auf den Markt brin­gen, wer­de ich ver­su­chen, sie hier nach­zu­tra­gen und die­ses The­ma auf dem neu­es­ten Stand zu hal­ten.

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9 Kommentare

  1. Hal­lo

    Die­se Sei­te mit dem Blog fin­de ich sehr schön. Es macht immer wie­der spaß hier alles zu lesen.

    Der Arti­kel über die Baitcast Rol­len gefällt mir sehr gut, da ich schon vie­le rol­len weg­schmeis­sen muss­te, da sie nix taug­ten.

    Jetzt wer­de ich mir die Dai­wa holen Vie­len Dank für die­sen Tip und macht weie­ter so.

    Vie­le Grü­ße

  2. Hal­lo Grü­ße vom Nie­der­rhein

    Ich fin­de die Sei­te sehr gelun­gen!! Vom Design und auch von der Auf­ma­chung wirk­lich sehr über­sicht­lich und sor­tiert.

    Der Bei­trag zum Baitcas­ter war “super” die Infor­ma­tio­nen sind ast­rein und sehr ver­ständ­lich. Auch hier gut struk­tu­riert und for­mu­liert

    Dazu das You­tube Video wo man für´s Auge noch was hat

    Bes­ser geht es nicht

    Wei­ter so

    Gruß
    Den­nis

  3. Vie­len Dank für den Hin­weis auf Ihren Arti­bel zur Baitcars­ter Rollen(sehr hilf­reich)
    Vög­lers Angel­la­den hat­ten Sie mich kurz ange­spro­chen mfg rai­mond san­der
    p.s ich hat­te das Köder­ge­wicht ewas erhöht, schon kei­ne Perü­cken mehr.….

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