BarschKöder / BaitsTechnik, Tackle, KöderZielfisch

Barschköder – Klein aber fein auf Räuberjagd!

Ködervielfalt beim Angeln auf Barsch

Vie­le Ang­ler hal­ten das Barsch­an­geln für unin­ter­es­sant. Ich den­ke dies liegt in den meis­ten Fäl­len an der gerin­gen Grö­ße des Bar­sches im Gegen­satz zu Hecht- oder Zan­der­an­geln. Man soll­te jedoch nicht ver­ges­sen, dass der Barsch von Natur aus schon wesent­lich klei­ner ist und auch lang­sa­mer wächst als z.B. Hecht oder Zan­der. Ich habe mal in einer Angel­zeit­schrift gele­sen, dass ein 50 cm Barsch mit einem Meter­hecht gleich­zu­stel­len ist, bedenkt man Wachs­tum und die Grö­ße im aus­ge­wach­se­nen Alter.

...ein schönder Barsch!
…ein schön­der Barsch!

Vie­le im Gegen­satz dazu schrei­ben, dass der Barsch ein per­fek­ter Anfän­ger­fisch sei, durch die gro­ße Anzahl der Fän­ge, die mög­lich ist. Dem kann ich aber auch lei­der nur bedingt Recht­ge­ben. Natür­lich ist es ein­fach im Som­mer ufer­nah mit Kleinst­kö­dern gro­ße Men­gen an Bar­schen zu fan­gen. Die Fra­ge die sich mir da stellt: Wo ist die Her­aus­for­de­rung? Ein statt­li­cher Barsch beginnt in mei­nem Sin­ne bei ca. 25 cm. Da macht es schon ordent­lich Spaß mit den gestreif­ten Räu­bern. Beim Barsch­an­geln reizt mich die gewis­se Fines­se. Habe ich so schon etli­che Hech­te und Zan­der durch das plum­pe ein­ho­len eines 3er Spin­ners gefan­gen, las­sen sich die grö­ße­ren Gestreif­ten nicht so ein­fach über­lis­ten. Beim Barsch­an­geln spielt vie­les eine Rol­le. So ist z.B. fin­de ich, bei fast kei­ner ande­ren Angel­art das per­fek­te Zusam­men­spiel von Köder und Gerät so wich­tig, wie im fei­nen Barsch­an­geln. Unter ande­rem ist dies auch wich­tig, um die klei­nen Köder auch auf die gewünsch­te Wurf­wei­te zu brin­gen.

Wobei man auch ehr­lich sagen muss, dass ein Drill eines klei­ne­ren Bar­sches an einer 40g Rute nicht wirk­lich Spaß bringt. Und das ist es doch, wor­um es uns allen geht, die Freu­de am Angeln. Das auf­re­gen­de Gefühl, wenn man das Zucken in der Rute Spürt, bis zum Zit­tern, bis zur siche­ren Lan­dung des Fisches. Zu Gerä­ten aber in einem ande­ren Bericht mehr.

Wie stel­len wir das nun an im unüber­schau­ba­ren Dschun­gel aus Ködern und Angel­ge­rä­ten? Begin­nen wir in die­sem Bericht mit den Ködern und den ver­schie­de­nen Vari­an­ten.

Ein Traum wurde war!
Ein Traum wur­de war!

Nun so schwer ist das gar nicht. Scheint man am Anfang noch etwas über­for­dert, fin­det man recht schnell den Durch­blick, wenn man erst mal weiß, was man möch­te und braucht. An Ködern emp­feh­le ich eine klei­ne Grund­aus­stat­tung aus ein paar klei­nen Relax Kopy­to in 3 und 5 cm. Farb­wah­len beschrän­ke ich meist auf 3 gedeck­te und 3 hel­le­ren Far­ben, evtl. noch ein oder zwei Schock­far­ben wie Fire­ti­ger oder Char­teu­se. Nicht in der Kis­te feh­len soll­te ein brau­ner und grü­ner Ton, je nach Was­ser­fär­bung. Wich­tig sind zu den Gum­mis die pas­sen­den Jig­köp­fe, deren Spit­ze ca. in der Hälf­te der Gum­mi­kö­der aus­tre­ten soll­te.

Ach­tung! Ver­schie­de­ne Far­ben bit­te nicht zusam­men Lagern, da die Köder sich evtl. unter­ein­an­der ver­fär­ben könn­ten. Nun ist der ers­te Schritt gemacht und wir haben schon mal eine klei­ne Aus­wahl an Gum­mi­kö­dern mit der sich aller­hand Bar­sche über­lis­ten las­sen. Zum Aus­gleich soll­ten auch ein paar Twis­ter in Weiß, Braun und Grün auch nicht feh­len. Für die Grö­ße gilt wie für die Gum­mi­fi­sche 3- 5 cm. Zum Win­ter hin kann es auch schon mal bis zu 10 cm sein, benut­ze ich aber eher sel­ten.

Gummifische
Gum­mi­kö­der

Unter den Gum­mi­kö­dern soll­te man auch das Drop-Shot Köder nicht außer acht las­sen. Hier beschrän­ke ich mich jedoch auch auf ein paar Köder. Zum einen habe ich Köder die Wür­mer imi­tie­ren und Klein­tie­ri­mi­ta­te wie Kreb­se und klei­ne Frö­sche. Man kann jedoch klei­ne­re No-Action­s­hads auch mal antes­ten, die­se sind immer einen Ver­such wert, auch am Jig­kopf geführt. Bei der Prä­sen­ta­ti­on der Gum­mi­kö­der ist Abwechs­lung der Schlüs­sel zum Erfolg. Zum einen kann der Köder wie gewohnt gejiggt wer­den aber auch das zügi­ge ein­kur­beln mit evtl. kur­zen Spinn­stopps haben mir schon Erfolg gebracht, als mit Jig­gen nichts mehr zu rei­ßen war. Man erreicht durch die­se Metho­de der Köder­füh­rung auch Fische, die im Mit­tel­was­ser jagen, und fischt an die­sen nicht wort­wört­lich vor­bei. Also, wenn beim Jig­gen nichts mehr geht…einfach mal expe­ri­men­tie­ren! Was in einer Box nie feh­len soll­te aber oft ver­ges­sen wird ist der gute alte Spin­ner (zum Bei­spiel Mepps). Ich habe die­se aus­schließ­lich in den Far­ben Rot und Sil­ber in den Grö­ßen 0 bis 3. Mit ande­ren Far­ben habe ich nicht die glei­che Anzahl an Fän­gen fest­ge­stellt. Dies kann jedoch auch gewäs­ser­ab­hän­gig sein und soll kei­ne Regel dar­stel­len, da ich nur aus per­sön­li­cher Erfah­rung berich­ten kann.

Ein gro­ßes und meist heiß dis­ku­tier­tes The­ma ist das Angeln mit Wob­bler. Um kurz anzu­mer­ken ist dies auch mei­ne Lei­den­schaft, was unter ande­rem an den vie­len Füh­rungs­mög­lich­kei­ten sowie auch an der fast schon unend­li­chen Aus­wahl liegt. Kann man etwa bei Gum­mi­fi­schen oder Spin­nern schon mal zu den Preis­güns­ti­ge­ren Vari­an­ten grei­fen, büßt man das bei Wob­blern meist mit der Qua­li­tät und dem Lauf­ver­hal­ten ein.

Crankbaits
Crank­baits

Ein guter Wob­bler lässt gleich meh­re­re Füh­rungs­me­tho­den zu, ohne sei­nen sau­be­ren Lauf zu ver­lie­ren. Vie­le gute Wob­bler las­sen sich sowohl kon­stant ein­kur­beln aber auch leicht Jer­ken oder Twit­chen. Am bes­ten geeig­net sind hier­zu Wob­bler mit einem Sus­pen­ding (schwe­ben­dem) Ver­hal­ten. Die­se blei­ben bei Spinn- oder Twitch­stopps in der Was­ser­tie­fe ste­hen und schwe­ben im Was­ser. Dies ist oft der letz­te Anreiz zum Anbiss. Zum Barsch­an­geln bevor­zu­ge ich sowohl schlan­ke als auch bau­chi­ge Wob­bler, wobei die bau­chi­gen einen meist sehr aggres­si­ven Lauf­stil haben und sich weni­ger zum Twit­chen eig­nen. Hier ist meist ein klei­ner Spinn­stopp, der den Erfolg bringt.

Schlan­ken Model­len gebe ich meist den letz­ten Reiz durch leich­te Twit­ches (locke­re Schlä­ge aus dem Hand­ge­lenk) in die locke­re Schnur. Es gibt kaum Räu­ber die einem schwe­ben­den get­witch­ten Wob­bler wider­ste­hen kön­nen. Aber Vor­sicht, nicht jeder Wob­bler ist für das Twit­chen geeig­net, inzwi­schen sind jedoch auch eini­ge Model­le als Twitch­bait gekenn­zeich­net. Die Bis­se sind hier meist knall­hart! Für das Angeln auf Bar­sche bewe­ge ich mich bei der Köder­grö­ße zwi­schen 3 und 7 cm. Hier ist man sehr Varia­bel und auch Zan­der und Hecht sagen meist nicht nein. Farb­va­ri­an­ten wäh­le ich ähn­lich wie bei den Gum­mi­fi­schen, jedoch sind auch Bar­sch­imi­ta­te meist der letz­te Kick. Kau­fe ich mir einen neu­en Wob­bler, so tes­te ich sein Lauf­ver­hal­ten meist im Ufer­be­reich, um mir ein genau­es Bild über die Per­fek­te Füh­rung zu machen. Ich pro­bie­re ver­schie­de­ne Geschwin­dig­kei­ten und ver­schie­den star­ke Twit­ches aus, um spä­ter kei­ne wert­vol­le Angel­zeit zu ver­lie­ren. Bei sehr leich­ten Wob­blern soll­ten sehr klei­ne und leich­te Ein­hän­ger oder opti­ma­ler­wei­se der Rapa­la-Kno­ten für die Ver­bin­dung zwi­schen Vorfach und Köder benutzt wer­den! Bei schwe­re­ren Mon­ta­gen wird ansons­ten das Lauf­ver­hal­ten der sehr leich­ten Baits beein­flusst.

Wobbler in der Herstellung
…der Köder kriegt sei­ne Far­be

Bei der Art und Grö­ße der Tauch­schau­fel soll­te man sich an sei­nem meist gefisch­ten Gewäs­ser ori­en­tie­ren. Hier wür­de ich abse­hen eine Pau­scha­le zu nen­nen, da jedes Gewäs­ser eine ande­re Strö­mung und Tie­fe hat. Da ich jedoch selbst an ver­schie­de­nen Gewäs­ser­zo­nen ange­le, lege ich mich jedoch nicht fest und set­ze auch hier auf eine gro­ße Viel­falt. Dies hat aber auch einen ande­ren Grund. Habe ich also ein Gewäs­ser mit 3 m Was­ser­tie­fe, ist es nicht effek­tiv sich nur Köder mit einer Tauch­tie­fe von 3 m zu kau­fen. Wer sagt uns denn, dass die Fische sich auch in die­ser Tie­fe auf­hal­ten?

Also muss man auch hier fle­xi­bel sein. Vie­le Fän­ge mache ich u.a. im Mit­tel­was­ser oder sogar knapp unter der Was­ser­ober­flä­che und zum Angeln am Grund bevor­zu­ge ich eher Gum­mi­fi­sche. Ihr wer­det also selbst mer­ken, dass gera­de beim Spinn­fi­schen das Sprich­wort „Pro­bie­ren geht über Stu­die­ren!“ beson­ders zutrifft. Der gan­ze Auf­wand wird aber schnell belohnt, wenn man einen schö­nen Angel­tag mit einem statt­li­chen Barsch krö­nen kann. Ein wei­te­res klei­nes Aben­teu­er ist das Barsch­an­geln mit Ober­flä­chen­kö­dern. Dies ist jedoch ein The­ma das ich ganz aus­führ­lich in einem ande­ren Bericht erklä­ren und dar­stel­len möch­te. Einen wei­te­ren inter­es­san­ten Arti­kel fin­det Ihr hier: Barsch­an­geln — Tech­ni­ken und Metho­den

So nun genug der Wor­te. Ich könn­te noch Sei­ten­wei­se über Bar­sch­kö­der Berich­ten… Der Grund­stein ist jedoch gelegt und nun heißt es ab ans Was­ser, ein paar schö­ne Bar­sche fan­gen! Ich hof­fe ich konn­te euch hel­fen einen klei­nen Über­blick zum The­ma Köder zu bekom­men. Ein­zel­ne Köder­ar­ten, sowie Gerät und opti­ma­les Zusam­men­spiel von Köder und Aus­rüs­tung fol­gen in wei­te­ren Berich­ten. Viel Spaß und Erfolg beim Tes­ten, Pro­bie­ren und Fan­gen!

Hier noch ein Video mit Tipps zu ver­schie­de­nen Bar­sch­kö­dern:

Hat dir dieser Beitrag gefallen? Dann teile ihn jetzt mit deinen Freunden und Bekannten!
Tags

Redaktion

Unter dem Namen Redaktion haben wir vornehmlich ältere Artikel abgelegt, bei denen eine Zuordnung des Autors schwierig ist oder es einmalige Beiträge waren.

Das könnte Dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Auch spannend!

Close
Back to top button
Close
Close