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Finesse Rigs — Carolina, Texas und Co.!

Finesse Rigs — Carolina‑, Texas Rig und Co.

Die Namen lesen sich für man­che wie ein Buch mit sie­ben Sie­geln: Caro­li­na Rig, Texas-Rig, Wacky‑, Splitshot-Rig und so wei­ter. Die meis­ten sind dabei simp­le und fän­gi­ge Mon­ta­gen. Sind Drop-Shot und Fines­se Rigs eine kurz­wei­li­ge Mode­er­schei­nung, die von der Angel­in­dus­trie ‘gehy­ped’ wird oder eine neue fän­gi­gie Angel­tech­nik mit Sub­stanz? Wir sind der Mei­nung, dass sowohl das Drop-Shot Rig als auch Fines­se Rigs eine Berei­che­rung für jeden (Raub­fisch-) Ang­ler sind und somit ins Reper­toire eines Spinn­fi­schers gehö­ren. DAF wünscht viel Spaß und Erfolg beim Tes­ten! Hier fol­gen nun alle Rigs und Mon­ta­gen aus der Rei­he der Fines­se Rigs. 

Carolina Rig — Erklärung und Tipps zum C‑Rig

Bassfishing
Ein Traum wur­de wahr!

Auch eine span­nen­de Geschich­te für das Angeln auf Platt­fisch vom Boot! Das Caro­li­na Rig aus den USA wur­de ursprüng­lich für das Schwarz­barsch­an­geln ent­wi­ckelt, aber auch unse­re hei­mi­schen Bar­sche und auch Schol­le und Co. lie­ben das Caro­li­na Rig! Bass-Fishing ist in den USA eine der belieb­tes­ten Angel­sport­ar­ten wenn nicht die popu­lärs­te. Es wer­den rie­si­ge Cham­pi­ons­hips mit Preis­gel­dern und Spon­so­ren­ver­trä­gen aus­ge­tra­gen von denen wir in Deutsch­land nur träu­men dür­fen. Doch einen Vor­teil hat dies auch für uns: Denn bei einer der­art pro­fes­sio­nel­len Ange­lei will jeder gewin­nen und somit wer­den stän­dig neue Tech­ni­ken und Metho­den ent­wi­ckelt und die, die sich durch­set­zen, gelan­gen dann auch in die alte Welt. Neben dem Texas-Rig (T‑Rig) und der Drop-Shot Ange­lei haben sich eini­ge Metho­den durch­ge­setzt, das Coro­li­na Rig (C‑Rig) ist eine davon. Das Caro­li­na Rig spielt sei­ne Vor­tei­le am bes­ten in ste­hen­den und lang­sam flie­ßen­den Gewäs­sern aus. Vor allem bei hän­ger­träch­ti­gen Gewäs­ser­struk­tu­ren mit ver­sun­ke­nen Bäu­men etc. kann man die­ses Rig (Mon­ta­ge) qua­si ver­lust­frei fischen. Vor allem bei der Ange­lei auf Barsch ist die­se Metho­de sehr erfolgs­ver­spre­chend, aber auch alle ande­ren Raub­fi­sche die am Grund der Seen und Flüs­se jagen wie der Zan­der las­sen sich so über­lis­ten. In Hecht­ge­wäs­sern soll­te man das Vorfach anpas­sen, vor allem geschmei­di­ge Titan­vor­fä­cher machen hier Sinn, da die­se das Köder­spiel nicht so stark beein­flus­sen.

Montage und Führung des Rigs

Das Caro­li­na Rig ist eine Mon­ta­ge, die aus einem Bul­let­weight und einer Glas­per­le, die auf die Haupt­schnur gezo­gen wird, besteht. Um das Vorfach anzu­bin­den, ver­wen­det man einen recht klei­nen und leich­ten Tönn­chen­wir­bel. An den Wir­bel wird das Fluo­ro­car­bon­vorfach mon­tiert an wel­ches dann der Offsetha­ken (ein spe­zi­el­ler Haken für das “C‑Rig”)  gekno­tet wird. Die Vorfach­län­ge soll­te nach fol­gen­den Kri­te­ri­en gewählt wer­den: Des akti­ver die Fische und wär­mer das Was­ser, des­to kür­zer das Vorfach (teils nur 5cm)! Bei trä­gen Fischen im kal­ten Was­ser im Win­ter sind dage­gen lan­ge Vor­fä­cher (bis zu einem Meter) erfolgs­ver­spre­chend. Hier­bei ist jedoch zu beach­ten, dass die Bis­ser­ken­nung mit der Län­ge des Vorfachs abnimmt, da der Köder­kon­takt hin und wie­der ver­lo­ren geht. Das Caro­li­na-Rig wird mit klei­nen Zup­fern, ähn­lich wie beim Drop-Shot Angeln, über den Gewäs­ser­grund geführt. Spe­zi­ell bei Gewäs­sern mit hän­ger­träch­ti­ger Grund­struk­tur ist die­se Mon­ta­ge sehr emp­feh­lens­wert, da Hän­ger sehr sel­ten vor­kom­men (Haken­spit­ze ist bei­spiels­wei­se im Köder). Als Köder sind spe­zi­el­le Soft­baits im Ange­bot, Wur­mi­mi­ta­te und der Fin‑S Fish von Lun­ker­ci­ty sind mei­ne per­sön­li­chen Favo­ri­ten. Der Haken wird so auf­ge­zo­gen, dass die Spit­ze im Köder steckt, dies mini­miert die Hän­ger­ge­fahr. Ist die Gefahr von Hän­gern zu ver­nach­läs­si­gen, kann die Haken­spit­ze auch leicht aus dem Köder her­aus­schau­en.

T-Rig und C-Rig
Ähn­li­che — aber anders: Das Caro­li­na- und das Texas-Rig

Texas Rig — Erklärung, Aufbau und benötigte Ausrüstung

Steffen mit T-Rig Barsch
Stef­fen mit T‑Rig Barsch

Das Texas Rig ist neben dem Caro­li­na Rig wohl das bekann­tes­te der Fines­se Rigs. Vie­le Barsch­ang­ler schwö­ren auf die­se Mon­ta­ge, wenn es auf Barsch in hän­ger­träch­ti­gen Gewäs­sern geht. Seit Jah­ren fischen die Ame­ri­ka­ner die­ses Rig erfolg­reich auf Schwarz­barsch. Auch in Deutsch­land erfreut es sich immer grö­ße­rer Beliebt­heit – mit guten Grund, denn auch unse­re hei­mi­schen Bar­sche und ande­re Raub­fi­sche kön­nen die­ser Mon­ta­ge kaum wider­ste­hen. Das Texas Rig ist eine Mon­ta­ge, die aus einem Bul­let­weight und einer Glas­per­le, wel­che auf die Vorfach­schnur gezo­gen wer­den, besteht. Um das Vorfach anzu­bin­den, ver­wen­det man einen recht klei­nen und leich­ten Tönn­chen­wir­bel. An den Wir­bel wird das Fluo­car­bon­vorfach mon­tiert an wel­ches dann Per­le und Blei frei­lau­fend sowie der Offsetha­ken (ein spe­zi­el­ler Haken für das “Texas Rig”)  gekno­tet wer­den. Spe­zi­ell bei Gewäs­sern mit hän­ger­träch­ti­ger Grund­struk­tur ist die­se Mon­ta­ge sehr emp­feh­lens­wert, da Hän­ger sehr sel­ten vor­kom­men (Haken­spit­ze ist bei­spiels­wei­se im Köder). Der ein­zi­ge Unter­scheid zum C‑Rig ist also, dass die Glas­per­le nicht auf die Haupt­schnur, son­dern auf das Vorfach aus Fluo­ro­car­bon gezo­gen wird. Auch die Köder­füh­rung ist die­sel­be, eben­so wie die Bis­ser­ken­nung. Die Bis­ser­ken­nung ähnelt der, die beim Dropshot-Angeln bekannt ist.

Wacky-Rig — einfach und effektiv

Barsch
halb­star­ker Ham­bur­ger Barsch auf Jig

Das Wacky Rig ist eine Prä­sen­ta­ti­ons­art spe­zi­ell für Gum­mi­wür­mer und Stick­baits wie den Sen­ko von Gary Yama­mo­to, einer der popu­lärs­ten und bes­ten Soft­baits in der Schwarz­barsch­sze­ne. Der Name stammt aus dem Eng­li­schen: „wacky“ bedeu­tet ver­rückt. Und genau so spielt ein Gum­mi­wurm an die­sem „Rig“. Dabei wird der Wurm ein­fach mit­tig auf einen Ein­zel­ha­ken oder Jig­kopf auf­ge­sto­chen und durch schüt­teln und anjig­gen ani­miert. Das Gan­ze funk­tio­niert nicht nur bei Wür­mern, son­dern natür­lich auch bei schlan­ken No Action Shads schlan­ken Crea­tu­re Baits. Der Köder wird mit­tig auf den Haken gefischt. Durch Ver­än­de­rung der Haken­po­si­ti­on ver­än­dert sich das Köder­spiel.

Florida-Rig — wie Texas nur fix…

Neu­er Name für nur eine klei­ne aber bedeu­ten­de Ände­rung an der Mon­ta­ge. Das Flo­ri­da-Rig ähnelt im Auf­bau dem Texas-Rig. Das Flo­ri­da-Rig wur­de für extrem ver­krau­te­te Gewäs­ser und Gewäs­ser mit star­kem Was­ser­pflan­zen­be­wuchs ent­wi­ckelt. Wert wur­de dar­auf gelegt, dass Kraut und Co. kei­ne Chan­ce haben, sich in der Mon­ta­ge zu ver­fan­gen. Der Offsetha­ken wird am Soft­bait befes­tigt. Nun wird das Fluo­ro­car­bon-Vorfach an den Haken gekno­tet und ein Bul­let­weight mit Spi­ra­le (alter­na­tiv Zahn­sto­cher oder Ähn­li­ches) genau vor dem Köder fixiert. Durch die­se Ankö­de­rung hat der Köder noch eine sehr gute Akti­on, den­noch haben Kraut und ande­re Was­ser­pflan­zen kaum noch eine Chan­ce, sich im Rig zu ver­fan­gen. Die Spe­zi­el­len Bleie mit Spi­ra­le sind in Deutsch­land teil­wei­se imm­re noch schwer zu krie­gen.  Alter­na­tiv kann ein Bul­let­weight mit Zahn­sto­cher oder Schnur­stop­per fixiert wer­den.



Splitshot Rig

Das Splitshot-Rig ist eine unfass­bar simp­le Mon­ta­ge: Auf das Vorfach (Fluo­ro­car­bon) wird ein Off­set-Haken gekno­tet. Kurz vor dem Köder wird ein klei­nes Blei­schrot als Beschwe­rung geklemmt. Die­ses Rig sinkt extrem lang­sam ab. Das Rig wird nun mit klei­nen Zup­fern über dem Gewäs­ser­grund geführt, die Fische bei­ßen häu­fig (wie bei vie­len Angel­me­tho­den) in der Absink­pha­se, hier ist also erhöh­te Auf­merk­sam­keit gefor­dert. Gera­de in ste­hen­den Gewäs­sern mit hän­ger­träch­ti­ger Grund­struk­tur ist die­se Mon­ta­ge sehr emp­feh­lens­wert, da Hän­ger sehr sel­ten vor­kom­men (die Haken­spit­ze ist im Köder). Auch beim Forel­len­an­geln kann die­se Metho­de sehr erfolg­reich sein. Wie auch bei den ande­ren hier vor­ge­stell­ten Mon­ta­gen  sind fast alle Drop-Shot- und Ver­ti­kal­kö­der zu emp­feh­len. Der Haken wird so auf­ge­zo­gen, dass die Spit­ze des Hakens im Köder steckt, dies mini­miert die Hän­ger­ge­fahr. Ist die Gefahr von Hän­gern zu ver­nach­läs­si­gen, kann die Haken­spit­ze auch leicht aus dem Köder her­aus­schau­en.

Double-Zulu-Rig — auch Double-Jerk-Rig genannt

Beim Namen des Rigs könn­te man mei­nen, dass die­ses Rig bzw. die­se Mon­ta­ge aus Afri­ka stammt. Ist aber nicht so: Wer hät­te es gedacht, das Dou­ble Jerk Rig oder auch Dou­ble Zulu Rig ver­dan­ken wir wie­der der Inno­va­ti­ons­schmie­de in Sachen Angeln, den USA. Das Rig hat sich beim Barsch­an­geln in Deutsch­land jedoch auch schon mehr­fach bewährt, so dass wir es Euch gern vor­stel­len möch­ten. Das Dou­ble-Zulu-Rig ist ist ein­fach zu mon­tie­ren: An das Ende der Haupt­schnur wird ein Tönn­chen­wir­bel lose auf die Haupt­schnur gefä­delt, dann wird an das Schnuren­de ein gleich gro­ßer Tönn­chen­wir­bel gekno­tet. Der Kno­ten kann gern mit einer Gum­mi­per­le geschützt wer­den. An den fes­ten Wir­bel wird ein ca. 60cm lan­ges Fluo­ro­car­bon­vorfach ange­kno­tet, an wel­chem dann Haken und Köder mon­tiert wer­den. An dem losen auf der Haupt­schnur lau­fen­den Wir­bel wird ein ca. 10–20cm kür­ze­res Vorfach befes­tigt, an dem dann wie­der­um Köder und Haken mon­tiert wer­den. Das Rig imi­tiert so zwei klei­ne Fische, die schein­bar ein­an­der jagen oder Jagd auf ande­re Tier­chen machen. Das Rig wird dann im Mit­tel­was­ser oder ober­flä­chen­nah mit klei­ne­ren bis stär­ke­ren Schlä­gen geführt, gera­de bei Bar­schen kann so recht häu­fig eine Dou­blet­te ergat­tert wer­den.

Was tun, wenn alle Rigs nicht helfen?

Soll­ten alle hier genann­ten Mon­ta­gen nicht hel­fen, Hän­ger­frei zum Fisch zu kom­men, hilft nur noch das ein­fachs­te „Rig“ über­haupt: Ein unbe­schwer­ter Soft­bait am Offsetha­ken. Am bes­ten eig­nen sich wurm­ar­ti­ge Köder wie die Kei­tech Sexy Impac­ts oder Yama­mo­to Sen­kos, die mit ver­senk­ter Haken­spit­ze ohne Bul­lett, Jig, Bel­ly­weight oder Sons­ti­ges ins Hin­der­nis gefeu­ert wer­den. Die­se set­zen sich, kor­rek­te Mon­ta­ge vorraus­ge­setzt, nicht fest und las­sen sich bei leich­tem Wider­stand mit behut­sa­men Bewe­gun­gen der Rute frei­zup­peln. Trotz allem soll­te bei der Fische­rei im Geäst beach­tet wer­den, dass man nie genau weiß, wer anbeißt und die Rute, Schnur und Rol­le auch stark genug sein soll­ten, um auch dicke Räu­ber sicher aus sei­nem Unter­stand zu zie­hen, selbst wenn die­ser sich stark wehrt.

Für alle Rigs gilt: Schnel­le Ruten und klei­ne Sta­tio­när- oder Baitcas­ter-Rol­len sind Pflicht! Eine gefloch­te­ne Haupt­schnur und ein Fluo­ro­car­bon­vorfach und bei Hecht “Gefahr” ein Titan-Vorfach!

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Redaktion

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