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Angeln in Südschweden: Zwischen Bohuslän, Dalsland und Vänern

Warum sich ein Angelurlaub in Südschweden lohnt

Süd­schwe­den bie­tet zwi­schen der West­küs­te von Bohus­län, den Seen Dals­lands und dem Vänern außer­ge­wöhn­lich viel­sei­ti­ge Angel­mög­lich­kei­ten. Inner­halb kur­zer Ent­fer­nun­gen kannst du auf Meer­fo­rel­le, Lachs, Hecht, Barsch und Zan­der angeln. Die­ser Gui­de zeigt dir die bes­ten Regio­nen, Fisch­ar­ten, Rei­se­zei­ten und Beson­der­hei­ten der ein­zel­nen Gewässer.

Mein per­sön­li­cher Grand Slam von Meer­fo­rel­le, Lachs, Ü‑40er Barsch und – um ein Pro­dukt des Wal­des hin­zu­zu­neh­men – einem Korb vol­ler Pfif­fer­lin­ge, alles inner­halb eines Tages, ist mir in den bald 9 Jah­ren als Ein­woh­ner der Regi­on zwar noch nicht geglückt. Wenn dies aber irgend­wo mög­lich erscheint, dann hier – in den extrem viel­sei­ti­gen Gewäs­sern zwi­schen der wild-idyl­li­schen Küs­te des Ska­ger­raks und den Ufern des See-Gigan­ten Vänern.

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Wer als eini­ger­ma­ßen ambi­tio­nier­ter Ang­ler an Schwe­den denkt, sieht mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit zuerst Hecht und Barsch vor sich – und dann mit gro­ßen Abstand, zumeist als Flie­gen­fi­scher, die Bewoh­ner der Fjäll­re­gio­nen, also ins­be­son­de­re Saib­ling, Forel­le und Äsche. Natür­lich ist den meis­ten klar, dass hier noch ande­res an inter­es­san­ten Raub­fi­schen und ins­be­son­de­re Sal­mo­ni­den schwimmt. Ordent­li­che Lach­s­an­ge­lei ver­or­tet man dann aber doch (noch) eher in Nor­we­gen, und für einen Meer­fo­rel­len Urlaub geht´s tra­di­tio­nell nach Dänemark.

Dass es einen klei­nen Fle­cken in Süd­schwe­den, genau­er loka­li­siert an der West­küs­te zwi­schen Göte­borg und der nor­we­gi­schen Gren­ze, gibt, der all das Genann­te par excel­lence ver­eint, ist – wenn kein wohl­ge­hü­te­tes Geheim­nis – zumin­dest ein blin­der Fleck auf dem inne­ren Radar der euro­päi­schen Anglerschaft.

Angeln in Südschweden
Will­kom­men in Bohus­län — dem etwas ande­ren Meerforellenrevier

In die­sem Arti­kel möch­te ich die Regi­on Fyr­bo­dal vor­stel­len, ein Ver­wal­tungs­di­strikt, der sich über ca. 90 km Luft­li­nie zwi­schen Vänern im Osten und dem Ska­ger­rak im Wes­ten erstreckt – und damit zwei Iko­nen der schwe­di­schen Land­schaf­ten, Dals­land und Bohus­län, abdeckt. Eine süd­schwe­di­sche Regi­on, die es durch und durch in sich hat, und an ang­le­ri­scher und land­schaft­li­cher Viel­falt in Euro­pa schwer zu über­bie­ten ist. Von tie­fen Wäl­dern mit hun­der­ten ein­sa­men Seen bis zu den schöns­ten Fjord- und Schä­ren­wel­ten am offe­nen Meer ist auf klei­nem Raum alles geboten.

Bevor wir nach­her im Detail von West, der offe­nen Küs­te, bis Ost, den Ufern des rie­si­gen Sees Vänern, die Gegend durch­strei­fen und detail­liert auf die ang­le­ri­schen Mög­lich­kei­ten ein­ge­hen, hier für die, die es beim Arti­kel­le­sen und viel­leicht auch im Urlaub sel­ber eilig haben, der Short­cut zu dem Ort, an den man rei­sen muss, um den genann­ten Grand Slam hinzulegen: 

Munkedal: Lachs, Meerforelle und Hecht und Barsch auf kleinem Raum

Mun­ke­dal am Ende des ein­zi­gen Schwel­len­fjor­des in Schwe­den, dem Gull­marns­fjord. Hier woh­ne ich und gui­de gele­gent­lich, und hier ist das mög­lich, was anders­wo nur sel­ten funk­tio­niert: 3 Minu­ten und man steht im Lachs­fluss, 10 Minu­ten und man schafft es direkt zu einer Aus­wahl an span­nen­den Gewäs­sern für Hecht, Zan­der und Barsch, 12 Minu­ten und man watet am Meer­fo­rel­len­strand. Und wenn man noch­mal 20 Minu­ten drauf­legt, eröff­nen sich noch­mal ganz neue Mög­lich­kei­ten (Makre­len, Forel­len, etc.).

Lachsangeln im Örekilälven

Wie das hier mög­lich ist? Direkt durch den Ort fließt der Öreki­läl­ven, ein klei­nes Flüss­chen, das gegen den all­ge­mei­nen nord­eu­ro­päi­schen Trend einen sehr sta­bi­len Auf­zug von Lach­sen hat – mit jedes Jahr vie­len gefan­ge­nen Groß­lach­sen. Grö­ßen­tech­nisch gehört das Gewäs­ser zu den klei­nen Lachs­flüs­sen, was ins­be­son­de­re für Anfän­ger des Lachs­flie­gen­fi­schens nicht von Nach­teil ist. Ins­be­son­de­re im Som­mer kann man pri­ma mit der Ein­hand, Klas­se 7 – also einer gewöhn­li­chen Mefo-Aus­rüs­tung – auf Lachs fischen. 

Spinn­kö­der sind in bestimm­ten Abschnit­ten und Pools eben­so erlaubt. Der Fluss erlebt dabei stei­gen­de Beliebt­heit – ins­be­son­de­re – und das ist augen­öff­nend – von Nor­we­gern. Und das nicht nur bei denen aus der nahe­ge­le­ge­nen Regi­on rund um Oslo, son­dern sogar von Ein­woh­nern der mit­tel­nor­we­gi­schen Lachs­re­gio­nen schlecht­hin. Die­ses Jahr sind mir zum Bei­spiel paar Jung­spun­de begeg­net, die inner­halb von weni­gen Wochen zwei­mal den wei­ten Weg von Åle­sund auf sich nah­men (9 Stun­den Fahrt quer durchs nor­we­gi­sche Hoch­ge­bir­ge!), nur um hier zu fischen. 

Lachsangeln im Örekil
Die bes­ten Bedin­gun­gen hat man am Öre­kil im Som­mer, wenn nach ordent­lich Regen viel Was­ser im Fluss ist.

Die gut fisch­ba­re Stre­cke ist ca. 6 Kilo­me­ter lang und mün­det dann ins Meer. 

Flie­gen­tipp gebraucht? Das Was­ser ist für die Regi­on typisch braun-röt­lich ein­ge­färbt – ent­spre­chend wird mit Flie­gen, die grob in die­ses Farb­ras­ter fal­len, gefischt. Rot, braun, oran­ge – aber auch gold und gelb sind Far­ben, die lie­fern. Um nur paar Mus­ter zu nen­nen: Wil­lie Gun, Cas­ca­de, Pat­ha­kor­va, Bana­na, Red Fran­cis und vie­le ande­re aus die­sem Spek­trum brin­gen alle Fisch.

Angel­kar­ten sowie alle wich­ti­gen Bestim­mun­gen gibt es auf elveguiden.no/en und der gleich­na­mi­gen App.

Meerforellenangeln am Gullmarnsfjord

Der Ort der Fluss­mün­dung in den Gull­marns­fjord ist der Platz, wo man den zwei­ten Fisch des Grand Slams fan­gen kann, die Meer­fo­rel­le. Die­ser impo­san­te Fjord ist Teil der mei­ner fes­ten Über­zeu­gung nach schöns­ten Meer­fo­rel­len­land­schaft der Welt. Die­se Nach­richt zu pro­kla­mie­ren und unter das angeln­de Volk zu brin­gen, ist ein biss­chen Teil mei­ner per­sön­li­chen Mis­si­on gewor­den. Mehr zu die­sem span­nen­den Feld aber spä­ter. Hier nur so viel: Der gan­ze Abschnitt, der sich in öst­li­che Rich­tung ab der Mün­dung des Öre­kils erstreckt, inkl. Yacht­ha­fen und dann am Strand Salt­käll­an ent­lang, behei­ma­tet rich­tig vie­le Fische.

Hecht, Barsch und Zander rund um Munkedal

Zu den Bar­schen, Hech­ten und Zan­dern, die es eben­falls direkt rund um Mun­ke­dal gibt: Direkt am Orts­rand lie­gen zwei sehr unter­schied­li­che Raub­fisch­re­vie­re – bei­de aber mit guten Bestän­den an Hecht, Zan­der und Barsch. Der Kärns­jön ist ein ca. 30 km lan­ger Stau­see mit ech­tem Groß­hecht­be­stand und vie­len guten Zan­dern. An der Trai­ler­stel­le sieht man mit­un­ter die Boo­te rich­tig ambi­tio­nier­ter Zan­der­ang­ler. Etwas über­sicht­li­cher und auch vom Ufer aus bean­gel­bar ist der Viks­sjön, der den ers­ten See einer weit ins Lan­des­in­ne­re gehen­den Seen­ket­te dar­stellt. Hier gibt es mas­sen­haft klas­si­scher Hecht­stel­len, und auch Zan­der sind ordent­lich vertreten.

Um die­sen Short­cut und dem Zoom in die Ort­schaft Mun­ke­dal legen wir nun eine Klam­mer, und betrach­ten die Regi­on in Süd­schwe­den gro­ben Zügen von West nach Ost.

Barschangeln in Südschweden
Ordent­li­cher Barsch aus dem See vor der Haus­tür des Autors. In Dals­land eigent­lich immer und über­all mög­lich — auch auf Fliege.

Meeresangeln an der Küste von Bohuslän: Schären, Fjorde & Meerforellen

Der Küs­ten­strei­fen in der Regi­on Bohus­län ist eine absurd schö­ne Mee­res­land­schaft, bestehend aus tau­sen­den mal mehr, und mal weni­ger blan­ken Inseln und Insel­chen, Buch­ten, Sun­den und der­glei­chen. Ein wil­der Wirr­warr an Gra­nit, das wie gespren­kelt den gesam­ten Küs­ten­strei­fen von Bohus­län prägt und vie­le hun­dert Kilo­me­ter fisch­ba­re Küs­ten­li­nie bil­det. Lan­ge galt die­se im Hin­ter­land recht unfrucht­ba­re Regi­on als abso­lu­tes Armen­haus Schwe­dens – mit – bedingt durch den gefähr­li­chen Fisch­fang zwi­schen den gan­zen Fel­sen – der höchs­ten Wit­wen- und Wai­sen­ra­te Schwe­dens. Ab Mit­te des 18. und noch­mal Ende des 19. Jahr­hun­derts kamen jedoch Jah­re mit phan­tas­ti­schen Herings­fän­gen und meh­re­re wirt­schaft­li­che Blü­te­pha­se ver­wöhn­ten die Regi­on. Heu­te noch in Form von zahl­rei­chen pit­to­res­ken Fisch­er­ört­chen erleb­bar,  die die Kulis­se für einen herr­li­chen schwe­di­schen Som­mer schaffen. 

Wer den Som­mer­ur­laub mit der Liebs­ten oder der Fami­lie ver­brin­gen will, wird hier mehr als auf sei­ne Kos­ten kom­men; denn im kur­zen Som­mer – mit star­ken Fokus auf den Juli – vibriert hier das Leben. Für den­je­ni­gen, der weni­ger Men­schen bevor­zugt, emp­feh­le ich die rest­li­chen 11 Mona­te des Jahres.

Schären in Südschweden
Eine Aus­sicht, dut­zen­de Spots — sowas gibt es in den Schä­ren tau­send­fach. Viel Raum sich auszutoben.

Die Ange­lei fokus­siert sich dabei haupt­säch­lich auf Meer­fo­rel­le, Makre­le, Dorsch, Pol­lack und ande­re Mee­res­fi­sche. Wäh­rend die bei­den erst­ge­nann­ten ziel­ge­rich­tet und mit gro­ßen Erfolgs­aus­sich­ten von Boot und Ufer bean­gelt wer­den kön­nen, sind die Bestän­de an ande­ren Fischen – vor­ne­weg des Dor­sches – in den letz­ten 20 Jah­ren lei­der mas­siv ein­ge­bro­chen. Muss es noch in den frü­hen 2000erm für jeder­mann schnell mög­lich gewe­sen sein, von einer Schä­re sei­nen Dorsch für´s Abend­brot zu fan­gen, machen dies gezielt heu­te zu meist nur noch Leu­te, die mit grö­ße­ren Boo­ten auch wei­ter vor die Küs­te fah­ren kön­nen. Dass es den­noch Mög­lich­kei­ten gibt, die­se klas­si­schen Mee­res­fi­sche auch vom Ufer zu fan­gen, bewei­sen ins­be­son­de­re jün­ge­re Ang­ler, die mit moder­nen Metho­den zum Bei­spiel im Hafen von Lys­e­kil die­se Fische über­ra­schend erfolg­reich bean­geln (Schutz­re­geln beachten!). 

Meerforellenangeln an der Schärenküste: Spots, Ausrüstung & Schonzeiten

Die Meer­fo­rel­len­an­ge­lei hin­ge­gen ist ein erfolg­ver­spre­chen­des – und ganz außer­ge­wöhn­lich herr­li­ches Unter­fan­gen. Durch die extre­me Vari­an­ten­brei­te der Küs­ten­li­nie fol­gen inter­es­san­te Spots häu­fig in extre­mer Fre­quenz auf­ein­an­der. San­di­ge Buch­ten, Block­stein­strän­de, stei­le Fels­par­tien, dazu Sun­de und Eng­stel­len bie­ten ein Revier, dass nie­mals Lan­ge­wei­le auf­kom­men lässt. Erscheint eine Stel­le irgend­wie tot, weil zum Bei­spiel kein Wind die Ober­flä­che bewegt, kann es nur 50 Meter wei­ter, ein­mal um die Land­spit­ze her­um­ge­gan­gen, bereits völ­lig anders aus­se­hen. Auch die Was­ser­tie­fe vari­iert per­ma­nent und braucht man im Hoch­som­mer mal küh­le­res Was­ser, gibt es unend­lich vie­le Stel­len, an denen es direkt unter der Ruten­spit­ze meh­re­re Meter tief ist und käl­te­res, sau­er­stoff­rei­che­res Was­ser die Fel­sen umströmt.

Meerforellenangeln in den Schären Südschwedens
Wer an der Küs­te an die schöns­ten Spots will, muss mit­un­ter biss­chen kraxeln.

Eine wei­te­re gro­ße Beson­der­heit in Bezug auf die Meer­fo­rel­len­an­ge­lei ist der Ein­fluss des nahen Atlan­tiks, der für kli­ma­tisch sowie Gezei­ten und Salz­ge­halt beding­te Unter­schie­de in Ver­gleich zu den klas­si­schen Meer­fo­rel­len­ge­bie­ten der Ost­see sorgt. Ins­ge­samt geht es deut­lich rup­pi­ger zu – mit dem schö­nen Effekt, dass es ganz ruhi­ge Seen­la­gen rela­tiv sel­ten gibt und man meis­tens eine Ecke fin­det, in der das Was­ser bewegt ist. Angst vor auf Grund von Stark­wind aus­fal­len­den Angel­ta­gen muss man aber nicht haben – man fin­det IMMER Stel­len, an denen man geschützt – auch mit der Flie­gen­ru­te – fischen kann. Zu beach­ten jedoch unbe­dingt: Die Sai­son ist kurz – nur zwi­schen dem 1. April und 30. Sep­tem­ber darf auf Meer­fo­rel­le gefischt wer­den, das Schon­maß liegt bei 45 cm. 

Für die Ange­lei braucht man im April, Mai, Juni und Sep­tem­ber nichts ande­res, als man auch zum Bei­spiel in der Ost­see fischen wür­de. Das gilt für Gerät inkl. Schnur als auch Köder / Flie­gen (her­vor­zu­he­ben ist aber die Bedeu­tung von Gar­ne­len­mus­tern – ich fische zu 75% mit einer sol­chen am Band). Der Juli und August berei­ten jedoch eine Beson­der­heit: Ab ca. 17/18 Grad Was­ser­tem­pe­ra­tur suchen sich die Fische ger­ne tie­fes, von Strö­mun­gen beweg­tes Was­ser. Sol­che Stel­len gibt es dank der struk­tur­rei­chen Fel­sen­küs­te tau­sen­de, aller­dings muss man hier tief und schnell fischen – und das geht als Flie­gen­fi­scher nur mit Sink­schnü­ren. Sink 5, 6 oder 7, dazu ein lang-schma­ler Strea­mer und dann ent­lang von Fel­sen gefischt: Ein zuver­läs­si­ger Weg für eine dicke Sommerforelle!

Makrele, Lippfisch & Plattfisch: Abwechslungsreiches Küstenangeln (Light Tackle)

Für die brei­te Bevöl­ke­rung hier oben eine deut­lich wich­ti­ge­re Bedeu­tung als die Meer­fo­rel­le hat aber die Makre­le. Das man im Som­mer die­sen Fisch bean­gelt, ist hier in den Küs­ten­ge­bie­ten abso­lu­ter Stan­dard bei den Bewoh­nern, und auch vie­le der Feri­en­gäs­te angeln von Boot und Land mit gro­ßer Begeis­te­rung auf Makre­le. Die Metho­de ist schnell erklärt: 
Ent­we­der nimmt man eine leich­te Spinn­ru­te und angelt dann mit leich­ten Pil­kern oder schwe­re­ren Meer­fo­rel­len­blin­kern, oder man nimmt ein etwas schwe­res Ruten­mo­dell, nimmt wie­der­um einen leich­ten Pil­ker, ergänzt die­sen aber um ein Pater­nos­ter. Mit die­sem Set-up kann man dann an Land­spit­zen vor tie­fen Was­ser per­fekt die Was­ser­säu­le durch­käm­men. Dau­men­re­gel: In Däm­me­rungs­pha­sen und bei Bewöl­kung eher Ober­flä­chen nah, tags­über bei pral­ler Son­ne eher zwei, drei Eta­gen tie­fer fischen.

Makrelenangeln im Fjord in Schweden
Das Ziel eines gelun­ge­nen Makre­len-Tages — ein paar gold­ge­räu­cher­te Makrelen

Eine Fisch­art, die sich beim Angeln in Süd­schwe­den wach­sen­der Belieb­heit als Ziel­fisch erfreut, sind Lipp­fi­sche. Sehr far­ben­froh, äußerst kampf­stark – und in gro­ßer Viel­zahl vor­kom­mend, kann man sie super mit moder­nen Grund nah geführ­ten Barsch­an­geln Metho­den an stei­len Klip­pen und in Tang­fel­dern befi­schen. Ein rich­ti­ger Spaß! Alter­na­tiv tut´s eine ein­fa­che Posen­mon­ta­ge mit einer fri­schen Gar­ne­le, die es hier in jedem Super­markt gibt. Direkt an der Feldswand anbie­ten, hier ste­hen die feis­ten Gesellen!

Eben­so ein The­ma, das mehr Lie­be ver­dient, ist das Platt­fisch­an­geln. Ich will da ehr­lich sein – per­sön­li­che Erfah­rung, außer unge­wohn­ten Bei­fang beim Meer­fo­rel­len­fi­schen, habe ich damit kei­ner­lei. Aber dass es hier vie­le leicht zugäng­li­che Mög­lich­kei­ten gibt, wur­de mir von vie­len Sei­ten bezeugt (zum Bei­spiel über­nahm ich beim Kauf unse­res Hau­ses u.a. die gesam­te Angel­aus­rüs­tung des Vor­be­sit­zers. Dut­zen­de Platt­fisch­sys­te­me sind kla­res Indiz, dass das hier ein loh­nen­des Unter­fan­gen sein muss). 

Wie bei der Mee­res­fi­sche­rei im All­ge­mei­nen gilt auch hier: Lan­ge Wür­fe sind nicht not­wen­dig, klas­si­sches Bran­dungs­an­gel­ge­rät defi­ni­tiv das fal­sche Werk­zeug. In vie­len san­di­gen Buch­ten oder auch an den zahl­rei­chen Hafen­mo­len kommt man gut mit kur­zen bis mit­tel­lan­gen Wür­fen klar. Da reicht leich­te­res Gerät, das man auch ein­fach aus ande­ren Berei­chen neh­men kann, locker aus. Platt­fi­sche sind dabei defi­ni­tiv nicht nur in den Schä­ren Rich­tung offe­nes Meer, son­dern auch wei­ter im Lan­des­in­ne­ren, in den Fjor­den zu finden.

Angeln in Südschweden: Fjorden von Bohuslän

Direkt an die Insel­wel­ten im äuße­ren Schä­ren­gar­ten schlie­ßen sich in eini­gen Berei­chen Bohus­läns tie­fe, umfang­rei­che Fjord­sys­te­me an. Die Beson­der­heit hier: Die Ufer sind meis­tens bewal­det und fal­len mit­un­ter steil ins Was­ser ab – dazu Inseln, Ein­buch­tun­gen, klei­ne Sun­de und mehr – eine ganz beson­de­re Mee­res­an­gel­ku­lis­se. Manch­mal erin­nernd an gro­ße Seen im Alpen­raum, manch­mal an die Mee­res­wel­ten rund um Van­cou­ver Island an der kana­di­schen Pazi­fik­küs­te. Wer auf google.maps mal gucken möch­te: nach Udde­val­la , Mun­ke­dal oder Ste­nungs­und suchen und sich dann biss­chen umsehen.

Meerforlellenspot im Gullmarnsfjord
Eine gute Meer­fo­rel­len­stel­le im Gull­marns­fjord in der Nähe von Munkedal.

Wenn auch die Fisch­ar­ten, die man hier fängt, ähn­lich sind wie in den Schä­ren, ist die Ange­lei doch eine ande­re. Bei­spiel Meer­fo­rel­le: Die Angel­stel­len sind häu­fig etwas gemüt­li­cher als in den Schä­ren, häu­fig nicht so schroff und daher mit­un­ter schwie­rig zu bean­geln, son­dern oft gedie­ge­ne, roman­tisch gele­ge­ne Sand- oder Stein­strän­de. Dafür sind sie, ins­be­son­de­re im Früh­ling und im Herbst, beson­ders ertrag­reich. Zu bei­den Zei­ten hal­ten sich die Fische häu­fig in der Nähe von Süß­was­ser­ein­läu­fen auf, und die fin­det man an den Fjor­den in gehäuf­ter Zahl. An sol­chen Stel­len ab Mit­te August oder im Sep­tem­ber gefischt, zum Bei­spiel eine klei­nen oran­ge­ne Reiz­flie­ge schnell ein­ge­strippt, sind gute Chan­cen auf Fisch fast garantiert!

Meerforellenangeln in Südschweden
Zwei Spät­som­mer­fi­sche um die 50 cm aus einem Fjord. Hin und wie­der kann man mal was für die Pfan­ne mit­neh­men, aber ger­ne in Grenzen

Auch die Makre­len­an­ge­lei wird hier sehr inten­siv betrie­ben. Bis weit ins Fjor­din­ne­re, qua­si direkt am Ende, fin­det man sie ab Juni/Juli – und dann bis in den Herbst hin­ein. Anders als im äuße­ren Schä­ren­gar­ten, wo man sehr häu­fig lang­sam schleppt und die Schwär­me aktiv sucht, wird hier meist vom ver­an­ker­ten Boot, Pose und Gar­ne­len als Köder, sta­tio­när gefischt. 

Schutzbestimmungen für Dorsch und Pollack in Südschweden

Zu beach­ten ist: In den meis­ten Fjor­den sind klas­si­sche Mee­res­fi­sche wie Dorsch und Pol­lack streng geschützt. Über­fi­schung, Rob­ben und Kor­mo­ra­ne haben die Bestän­de so stark dezi­miert, dass unter ande­rem die­se Fisch­ar­ten ganz­jäh­rig geschützt sind. Ein Bei­spiel ist der mäch­ti­ge Gull­marns­fjord, der bei Lys­e­kil ins Meer mün­det und sein Ende bei Mun­ke­dal hat. Die­ser Fjord ist der ein­zi­ge ech­te Schwel­len­fjord Schwe­dens und war noch in nicht all­zu fer­ner Ver­gan­gen­heit ein ech­tes Mee­res­an­gel Mek­ka. Mit­un­ter kamen Fischt­rol­ler in den Fjord, um ihren Teil des über­rei­chen Fisch­be­stan­des zu ergat­tern und für Frei­zeit­ang­ler war es ein Dorsch­pa­ra­dies. Alles Ver­gan­gen­heit – der Mensch hat erst über­trie­ben und dann Kon­se­quen­zen gezo­gen und schützt Dorsch und co. nun konsequent.

Blei­ben wir kurz beim For­mel­len: Angel­kar­ten braucht man für die Schä­ren- und Fjor­dan­ge­lei nicht – das Angeln ist frei.

Angeln in den Fjällgebieten Südschwedens

Kyn­nef­jäll, Her­restad­fjäll, Kop­pef­jäll – alles Land­schafts­ge­bie­te in Dals­land, die wie Inseln aus der ansons­ten tief­grü­nen Wald­land­schaft her­aus­ra­gen. Fjäll­ge­bie­te – also die­se typi­schen skan­di­na­vi­schen Gebirgs­land­schaf­ten im west­li­chen Süd­schwe­den?! Ja, tat­säch­lich! Auch wenn hier bei der Namens­ge­bung zuge­ge­be­ner Wei­se etwas dick auf­ge­tra­gen wur­de und man sich jetzt nicht zwi­schen Ren­tie­ren ober­halb der Baum­gren­ze auf­hält, sind gewis­se Ähn­lich­kei­ten nicht von der Hand zu wei­sen. Die Seen sind klar und nähr­stoff­arm, die Wäl­der sind eher licht, es gibt vie­le Kie­fern und Bir­ken und ziem­lich vie­le Flech­ten. Echt nord-skandinavisch! 

Kynnefjäll in Südschweden
Das Kyn­nef­jäll bie­tet wun­der­bar ver­wun­sche­ne Angel-Atmo­sphä­ren. Per­fekt geeig­net für boden­stän­di­ge Ufer­an­ge­lei auf Barsch und Hecht.

Für den pas­sio­nier­ten Groß­fisch­jä­ger sind die­se Gebie­te viel­leicht nicht die aller­ers­te Wahl. Wer es jedoch skan­di­na­visch rau und echt haben möch­te, ist an den Ufern der Seen rich­tig auf­ge­ho­ben. Haupt­ziel­fi­sche an den oft über­sicht­li­chen und auch gut vom Ufer zu bena­geln­den Seen sind Barsch und Hecht, es gibt auch ein­zel­ne Seen mit Forellenbestand. 

Das Schö­ne an der Ange­lei ist, dass sich alles irgend­wie echt anfühlt, redu­ziert auf das Wesent­li­che und sehr natür­lich. Eine mit­tel­schwe­re Spinn­ru­te, eine Köder­kis­te, ein Ruck­sack mit Sitz­un­ter­la­ge und Brot­zeit. Fer­tig. Und will­kom­men zu einem ech­ten Natur­er­leb­nis. Ohne tech­ni­sche Hilfs­mit­tel mal ganz sim­pel vom Ufer zu fischen und sich explo­ra­to­risch und krea­tiv ein Gewäs­ser zu erschlie­ßen ist extrem erfri­schend – auch, weil man jeder­zeit ein klei­nes Feu­er machen kann, um sich was zu essen zu berei­ten oder ein­fach nur einen Kaffee. 

Ein Tipp für die­se Ange­lei: Der Lil­la Hol­me­vat­ten im Kyn­nef­jäll. Hier kann man super par­ken, es gibt dicke Bar­sche und man braucht nicht mal einen Angel­schein. Sein Boot kann man hier aus­drück­lich auch mit­neh­men, aber die beschrie­be­ne Ufer­pirsch­an­ge­lei funk­tio­niert auch.

Hecht‑, Barsch- und Zanderangeln in Dalsland

Sind die genann­ten Fjäll­land­schaf­ten wie ein­zel­ne her­aus­ra­gen­de Gra­ni­tin­seln in der ansons­ten grü­nen Wald­land­schaft Dals­lands, ist der Groß­teil der dals­län­di­schen Land­schaft geprägt von Seen und Wäl­dern, im Süden auch teil­wei­se von Land­wirt­schaft. Auto­fahr­ten durch die­se Gegend sind für mich immer ein beson­de­rer Genuss. Gilt Dals­land auch als Schwe­den in Minia­tur, fin­det man hier ent­lang der klei­nen geschwun­ge­nen Land­stra­ßen all das, was Schwe­den vie­le Jah­re für mich aus­ge­macht hat: Tie­fe Wäl­der, glit­zern­de Seen, Elche, Hech­te – und viel, viel rus­ti­kal-roman­ti­sche Wald-Einsamkeit. 

Hecht- und Barschang­ler fin­den hier ein Para­dies: Man kann sowohl ver­su­chen, an mitt­ler­wei­le rich­tig bekann­ten Adres­sen wie dem wirk­lich rie­si­gen Vänern, dem Sto­ra Le oder dem Foxen (gehört nicht direkt zu Dals­land, aber die Gren­ze ver­läuft durch das Seen­ge­biet, das Dals­land von Värm­land trennt) das ganz gro­ße Hecht­ding zu dre­hen, oder man ver­sucht, an einem der unzäh­li­gen unbe­kann­te­ren Seen, sein eige­nes klei­nes Angel­pa­ra­dies zu fin­den (je nach dem, was man als See mit­zählt, sind es rund 2000 Gewässer). 

Hechtangeln in Dalsland
Sol­che lau­schi­gen Hecht-Ecken gibt es in Dals­land tau­sen­de. Häu­fig per­fekt zu errei­chen und zu befi­schen mit dem Belly-Boot.

Hechtangeln im Vänern: Die westlichen Schärengärten (z. B. Tösse bei Åmål)

Ten­dier ich immer schon zum eher klei­ne­ren Schuh, wenn es auf Hecht geht – ger­ne Ruder- oder Bel­ly­boot, ger­ne wenig Tech­nik, ger­ne ein eini­ger­ma­ßen über­sicht­li­cher und mög­lichst unbe­fisch­ter See – habe ich vor vie­len Jah­ren aber auch schon am Vänern gefischt. 

Trotz der enor­men Grö­ße soll­te man sich nicht abschre­cken las­sen — auch wenn man nicht die ganz gro­ße Hecht­an­gel­kla­via­tur beherrscht, also Hand­ling eines gro­ßen Boo­tes, Umgang mit Echo­lot, Angeln im Frei­was­ser auch bei rau­en Bedin­gun­gen, etc. In den vie­len Schä­ren­gär­ten kann man durch­aus auch mit Bel­ly­boot oder sogar watend rich­tig gut fan­gen (mein per­sön­li­cher Tipp: Der klei­ne Schä­ren­gar­ten vor Tös­se bei Åmål)! Auf­merk­sam wur­de ich auf den See sei­ner­zeit über einen Arti­kel von Uli Bey­er. Damals noch eine ziem­lich unbe­kann­te Adres­se in Hecht­ang­ler­krei­sen, wur­de der See ins­be­son­de­re in den ver­gan­ge­nen Jah­ren durch diver­se you­tube-For­ma­te rich­tig bekannt.

Hecht vom Ufer am Vänern
Kein so beson­de­rer Hecht — aber er zeigt, dass man auch am risi­gen Vänern vom Ufer fan­gen kann. Sogar am Abend in der Unterhose …

Der Vänern ist dabei trotz der enor­men Grö­ße ein gutes Bei­spiel für die Ange­lei hier oben – es herrscht extre­me Viel­sei­tig­keit. So wie die Schä­ren­gär­ten des Vänern, sind die Gewäs­ser häu­fig rich­ti­ge Bil­der­buch-Hecht­ge­wäs­ser: Struk­tur­reich mit Inseln, Buch­ten, Land­zun­gen, Frei­was­ser­be­rei­chen und krau­ti­gen Ufer­zo­nen und Untie­fen. Alles, was man sich so wünscht, ist bei vie­len Gewäs­sern Programm. 

Einen DaF Erfah­rungs­be­richt inkl, Video fin­dest du unter die­sem Link: Hecht­an­geln am Vänern.

Angeln: Mit Schlauchboot und Belly Boat an den Vänern
Auch so kann man am Vänern antre­ten. Schlauch­ka­nu und Bel­ly­boot — im Schä­ren­gar­ten von Tös­se kei­ne ganz abwe­gi­ge Option

Den­noch gibt es ein Unter­schei­dungs­merk­mal, dass die Seen Dals­lands grob in zwei Typen ein­teilt, und bei der Pla­nung unbe­dingt zu beach­ten ist: Der Gewäs­ser­typ, im Wesent­li­chen gekenn­zeich­net durch Tie­fe und den Grad der Gewässertrübung. 

Typ 1: Tiefe, glasklare Spaltenseen für die dicken Freiwasserhechte (Nord-Dalsland)

Ins­be­son­de­re im Nor­den gibt es sehr gro­ße, sehr tie­fe und sehr kla­re Spal­ten­seen. Dazu gehö­ren der Sto­ra Le, Lelång und Väs­tra Silen. In den Frei­was­ser­zo­nen gibt es gro­ße Marä­nen­schwär­me und in allen genann­ten Seen wird auch gezielt und erfolg­reich auf Bin­nen­lach­se und gro­ße See­fo­rel­len gefischt. Hier gibt es auch dank der fett­hal­ti­gen Beu­te rich­tig, rich­tig gro­ße Hech­te, das Angeln ist aber nicht immer ein­fach. Die wahr­schein­lich unkom­pli­zier­tes­te Vari­an­te als Gastang­ler eini­ger­ma­ßen zuver­läs­sig einen rich­ti­gen Brum­mer zu erwi­schen, ist, mit gro­ßen Schlepp­kö­der das Frei­was­ser zu bear­bei­ten, mit Echo­lot nach Fut­ter­fisch­schwär­men Aus­schau zu hal­ten und dort dann gezielt zu fischen. 

Mit klas­si­schem Spinn­fi­schen mit Gum­mi­fisch, Jerk­bait und co. kann man als Gastang­ler hin­ge­gen auch an augen­schein­li­chen Top-Spots leer aus­ge­hen und man muss sich mit­un­ter trick­reich anstel­len, um zu fan­gen. In ewi­ger Erin­ne­rung wird mir eine Woche direkt nach bestan­de­nem Abi im Jahr 2007 sein: Trotz umfang­rei­cher Vor­be­rei­tung, aller Bemü­hun­gen und vari­an­ten­rei­cher Ange­lei konn­ten wir nur weni­ge Fische erfolg­reich lan­den. Den größ­ten Hecht der beschei­de­nen Tour konn­te ich erst fan­gen, nach­dem ich meh­re­re Meter Mono­fil zwi­schen gefloch­te­ner Haupt­schnur und Stahl­vor­fach geschal­tet hat­te, einen sehr unschein­ba­ren, weiß-durch­sich­tig-glitt­ri­gen Gum­mi­fisch benutz­te und an einer rich­tig tie­fen Struk­tur jiggde. Seit­dem wur­de es wahr­schein­lich nicht ein­fa­cher, denn der Angel­druck hat zuge­nom­men und auch Gewöh­nungs- und Scheuch­ef­fek­te tra­gen dazu bei, dass es wahr­schein­lich eher noch schwie­ri­ger gewor­den ist.

Hechtangeln am Stora Le
Auch vor 20 Jah­ren spran­gen die Hech­te einem am Sto­ra Le noch nicht ent­ge­gen. Die­ser hier war im glas­kla­ren Was­ser rich­tig hart erarbeitet.

Typ 2: Flache, nährstoffreiche Waldseen für Frequenz beim Barsch- und Hechtangeln (Süd-Dalsland)

Für vie­le wird es ein­fa­cher sein, auf die Gewäs­ser des zwei­ten Typs zu setz­ten, die eher im Süden Dals­lands zu fin­den sind: Häu­fig deut­lich trü­be­re, fla­che­re und sehr nähr­stoff­rei­che Gewäs­ser – neben einem guten Hecht- und Barsch- oft auch mit sehr span­nen­dem Zanderbestand!

Für mich mit am Schöns­ten sind die Gewäs­ser, die sich irgend­wo zwi­schen sehr klar und sehr trüb bewe­gen, und noch nicht ganz so groß sind – obwohl das mit der Grö­ße in Ver­gleich zu Deutsch­land natür­lich rela­tiv ist und einem die meis­ten Gewäs­ser rich­tig ordent­lich vor­kom­men. Das Angeln macht durch die Sicht­bar­keit des Köders immer noch viel Spaß, aber die Fische sind nicht ganz so scheu und schwie­rig zu fan­gen wie an den kla­ren Spaltenseen. 

Bei­spie­le hier­für: Die Korn­s­jön­ket­te, der Ömmeln und der Bulla­ren (Bulla­ren liegt direkt auf der Gren­ze zur Küs­ten­pro­vinz Bohus­län – sie­he oben. Per­fekt, wenn man auch mal ans Meer möch­te!). Hier kann man wun­der­bar mit allem fischen, was die Köder­box so her­gibt. Wenn ich mal nicht mit der Flie­ge fische, kom­me ich ganz prag­ma­tisch immer wie­der auf einen Köder zurück, der ein­fach sehr ver­sa­til ist: Einen klas­si­schen Gum­mi­fisch wie Kopy­to und Shaker in 16 cm am 14 Gramm Blei­kopf. Die Kom­bi­na­ti­on ist extrem viel­sei­tig fisch­bar und bringt neben dem soli­den 70er auch ohne Pro­ble­me Meter­hech­te ans Band (Far­ben­tipp: Kla­re­res Was­ser und hei­te­res Wet­ter: Shaker in Baby Blue Shad, in der Däm­me­rung Chartreu­se Silk Ice, trü­be­res Was­ser Ato­mic Chicken).

Eisangeln in Südschweden

Und was hier auch wun­der­bar eini­ger­ma­ßen ver­läss­lich funk­tio­niert: Eis­an­geln im Win­ter, sowohl auf Barsch und Hecht! Dals­land liegt zwar nahe der West­küs­te und unter­liegt damit dem Ein­fluss des Golf­stroms, liegt aber ins­ge­samt etwas höher und wird im Win­ter häu­fig zum wirk­li­chen Win­ter­pa­ra­dies. Auch ein sol­cher Urlaub kann etwas ganz Beson­de­res sein – Eis und Schnee und mit biss­chen Glück ein dicker Barsch trifft gemüt­li­che Sau­na- und Kamin­stim­mung am Abend!

Eisangeln in Südschweden
So schön kann Eis­an­geln sein. In Dals­land gibt es oft rich­tig gute Bedingungen!

Angeln in Südschweden: Kapitale Forellen aus den Höljerudsforsarna

Sal­mo­ni­den sind nicht die Kern­kom­pe­tenz Dals­lands und sol­len hier nur kurz abge­han­delt wer­den– aber es gibt sie! Neben den schon erwähn­ten gro­ßen pela­gisch leben­den Fischen in den gro­ßen Spal­ten­seen und dem Vänern, auch im einen oder ande­ren Fließgewässer.

Ganz in der Nähe vom Ort Bil­lings­fors im Her­zen Dals­lands gibt es ein stark strö­men­des Ver­bin­dungs­stück zwi­schen den Seen Lax­jön und Beng­ts­b­roh­öl­jen. In die­sem Höl­je­ruds­for­sar­na genann­ten Abschnitt – ein sehr schö­nes Natur­re­ser­vat im Übri­gen – gibt es eine recht exklu­si­ve Fische­rei auf gro­ße, wil­de Forel­len. Fly only, Catch & Release und begrenz­te Anzahl an Tages­kar­ten sind zwar stren­ge Regeln, sor­gen aber dafür, dass man mit biss­chen Glück wirk­lich was erle­ben kann. 
Ins­be­son­de­re Inter­es­sant viel­leicht für Meer­fo­rel­len­ang­ler, die in ihrem Urlaub in Bohus­län doch auch mal die Wald­land­schaft Dalsland´s erle­ben möchten.

Bachforellenangeln in Südschweden
Nicht aus den Höl­je­ruds­for­sar­na, son­dern aus dem Flüss­chen Säveån in der Nähe von Göteborg.

 Fazit: Bohuslän und Dalsland sind absolute Angelparadiese

Wer ent­we­der die vol­le Viel­falt der Ange­lei sucht – oder jeweils für sich Schwe­den schöns­te Küs­ten­land­schaft oder eine extrem abwechs­lungs­rei­che Wald- und Seen­land­schaft erle­ben möch­te, kommt um die vor­ge­stell­te Regi­on in mei­nen Augen nicht herum.

Die Schwel­le, hier ein­mal für einen Angel­ur­laub auf­zu­schla­gen, ist durch rela­tiv kur­ze Anfahrts­we­ge aus Deutsch­land ziem­lich gering. Über Fäh­re, Flug­zeug und Auto­bahn erreicht man Göte­borg als Tor in die Regi­on sehr ein­fach und von dort geht’s dann ganz schnell ins geschil­der­te Angelparadies.

Inter­es­sant ist die Gegend dabei sowohl für sehr spe­zia­li­sier­te Ang­ler – als auch für die, die eher etwas brei­ter auf­ge­stellt sind und zum Bei­spiel mit der Flie­gen­ru­te von Mefo und Lachs, Hecht und Barsch alles ger­ne befischen. 

Fjällbacka Angeln auf Meerforelle
Abend­li­che Aus­sicht auf die Mefo-Welt vor Fjällbacka.
Regi­on Ziel­fi­sche Bes­te Zeit Beson­der­heit
Bohus­län Meer­fo­rel­le, Makre­le, Lippfisch April bis September Schä­ren und Fjorde
Dals­land Hecht, Barsch, Zander Mai bis November zahl­rei­che Waldseen
Öreki­läl­ven Lachs Som­mer klei­ner, gut zugäng­li­cher Lachsfluss
Vänern Hecht, Lachs, Seeforelle je nach Zielfisch rie­si­ges und viel­sei­ti­ges Gewässer

Her­aus­zu­he­ben ist aber auch die Attrak­ti­vi­tät für even­tu­ell nicht angeln­de Beglei­tung! Wir befin­den uns nicht irgend­wo im Hin­ter­land Schwe­dens, wo außer dem Gewäs­ser der Wahl sonst nicht so viel zu erle­ben ist: Die Küs­te Bohus­läns und auch Dals­land sind tou­ris­ti­sche High­lights, wo alle Natur- und Meer­in­ter­es­sier­ten Urlau­ber auf ihre Kos­ten kommen.

Bes­ten Rei­se­zeit­räu­me für das Angeln in Süd­schwe­den: Natür­lich ist das ziel­fisch­ab­hän­gig und auch davon, was man viel­leicht sonst noch so erle­ben möch­te. Grund­sätz­lich star­tet mei­ne Haupt­an­gel­zeit im April mit den Mefos und nimmt ihr vor­läu­fi­ges Ende Mit­te Novem­ber mit paar schö­nen Hecht­an­gel­ta­gen. Wet­ter­mä­ßig natür­lich oft nicht die bes­ten Rei­se­zeit­räu­me – aber wenn es rein ums Angeln geht, nimmt man dar­auf ja oft weni­ger Rück­sicht. Wenn es bezüg­lich des Wet­ters doch eini­ger­ma­ßen schön sein soll: Ende Mai bis Ende Mit­te Okto­ber ist der per­fek­te Zeit­raum für einen Auf­ent­halt im west­li­chen Südschweden.

Hier ein­mal die Mun­ke­da­ler Angel­sai­son (Win­ter aus­ge­nom­men) im Über­blick. Die Rei­hen­fol­ge der Fisch­ar­ten gibt für den jewei­li­gen Monat die Rele­vanz (und auch biss­chen mei­ne per­sön­li­che Prio­ri­sie­rung) für die hie­si­ge Ange­lei an.

  • April: Meer­fo­rel­le
  • Mai: Meer­fo­rel­le, Hecht, Lachs, Barsch
  • Juni: Meer­fo­rel­le, Lachs, Hecht, Barsch, Zan­der, Makrele
  • Juli: Lachs (wenn genü­gend Was­ser im Fluss!), Makre­le, Barsch, Meer­fo­rel­le, Hecht, Zander
  • August: Lachs (wenn Was­ser im Fluss!), Makre­le, Barsch, Meer­fo­rel­le, Hecht, Zander
  • Sep­tem­ber: Meer­fo­rel­le, Lachs, Hecht, Barsch, Zan­der, Makrele
  • Okto­ber: Hecht, Barsch, Zander
  • Novem­ber: Hecht

Angel­kar­ten und alle wich­ti­gen for­mel­len Infor­ma­tio­nen für das Angeln in Süd­schwe­den gibt es für die meis­ten Gewäs­ser auf iFis­ke und der gleich­na­mi­gen App.

Zum Autor:

Rapha­el Mar­zu­sch, seit 2019 mit sei­ner Fami­lie in Schwe­den lebend, bie­tet exklu­si­ves Gui­ding und mit dem Tre­e­li­ne Stu­dio das per­fek­te, sty­li­sche Base­camp für einen Angel­ur­laub in der Regi­on. Mehr zu ihm, dem was er so treibt und sei­nem Gäs­te­haus auf sei­nem insta­gram account graniteandgreen_fishing und der web­site www.graniteandgreen.com.
Bei Fra­gen aller Art zu Fische­rei und Regi­on hilft er sehr ger­ne wei­ter – ein­fach kontaktieren!

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Sören

Ich habe 2009 den DaF Blog bzw. 2014 den Shop gestartet und seit dem habe ich viel Zeit und Liebe in "mein Baby" gesteckt. Die Zeiten mit einer dreistelligen Anzahl an Angeltagen im Jahr sind vorbei, aber natürlich bin ich noch so häufig wie möglich am Wasser, um Süß- und Salzwasserräuber zu ärgern.

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