Ausrüstung / TackleDorschPlattfisch

Ausrüstung für das Brandungsangeln

Tipps zum Brandungsangeln an der Ostsee und Nordsee

Das Bran­dungs­an­geln ist schon eine Wis­sen­schaft für sich! Ange­fan­gen bei selbst­ge­knüpf­ten Vor­fä­chern bis hin zum Ruten­ei­gen­bau. Trotz­dem möch­te ich euch die grund­le­gen­den Ele­men­te des Bran­dungs­an­gelns ein­mal kurz vor­stel­len.

Die pas­sen­de Aus­rüs­tung für das Bran­dungs­an­geln, könnt Ihr hier bestel­len.

Die Brandungsrute

Was die Aus­wahl der Rute betrifft, sind die füh­ren­den Ruten für das Bran­dungs­an­geln von Dai­wa, Shi­ma­no, Dega und Cormo­ran! Die­se Ruten soll­ten ein sta­bi­les Rück­grat besit­zen um somit Wurf­ge­wicht bis ca. 250g voll durch­ge­zo­gen auf ihre Rei­se ins Was­ser zu beför­dern und Wurf­wei­ten jen­seits der 100m Mar­ke zu erzie­len. Für das Fischen in der Ost­see rei­chen Ruten bis 180g Wurf­ge­wicht voll­kom­men aus! Die Län­ge der Bran­dungs­ru­te ist je nach Geschmack zwi­schen 3,60m – 4,50m! Man kann jedoch sagen, je län­ger die Rute des­to schwe­rer der Aus­wurf.

Erfolg in der Brandung: Schöner Plattfisch
Erfolg in der Bran­dung: Schö­ner Platt­fisch

Die Montage: Vorfach zum Brandungsangeln

Die Wahl des rich­ti­gen Vorfa­ches ist meist ent­schei­dend für den Erfolg in der Bran­dung, je nach Wit­te­rungs­ver­hält­nis­sen und Ziel­fisch sind unter­schied­li­che Mon­ta­gen zu wäh­len. Grund­sätz­lich kann man aber sagen, dass es zwei wesent­li­che Mon­ta­gen gibt. Zum einen die Nach­läu­fer­mon­ta­gen und zum ande­ren die star­ren Mon­ta­gen. Die Nach­läu­fer­mon­ta­gen sind so kon­stru­iert, dass Sie beim Biss dem Fisch erlau­ben Wie­der­stand­frei mit der „Beu­te“ abzu­zie­hen, bis sie sich dann letzt­lich selbst haken. Die star­ren Mon­ta­gen haben direk­ten Kon­takt zum Blei.

Eine Möglichkeit für ein Brandungsvorfach
Eine Mög­lich­keit für ein Bran­dungs­vorfach

Erfah­rungs­ge­mäß haben sich bei mir die Nach­läu­fer­mon­ta­gen für das Angeln auf Plat­te bewährt, die star­ren Mon­ta­gen für das Fischen auf Dorsch. Des Wei­te­ren ist die Wahl der (Leucht-)Perlen eine wich­ti­ge Kom­po­nen­te für den Fang­er­folg. Eini­ge Bran­dungs­ang­ler schwö­ren auf eine regel­rech­te (Leucht-)Perlensammlung an ihrer Mon­ta­ge, so dass die­se regel­recht wie ein Tan­nen­baum aus­sieht, bei ande­ren zählt das Cre­do „weni­ger ist mehr“! Hier gibt es natür­lich kein Patent­re­zept, was bes­ser ist. Pro­biert ein­fach selbst aus, was euch mehr liegt. Man kann jedoch sagen, für das Angeln auf Platt­fisch sind eher klei­ne Per­len zu wäh­len und für die Jagd auf Dorsch kön­nen auch gern die gro­ßen
„Brum­mer“ ver­wen­det wer­den. Zudem ist zu erwäh­nen, je kla­rer das Was­ser des­to weni­ger Per­len soll­ten ver­wen­det wer­den. Pro­biert auch mal aus ohne Per­len zu fischen, das hat uns das eine oder ande­re Mal den Fang­er­folg gebracht. Gene­rell gese­hen muss man beim Bran­dungs­an­geln ste­tig unter­schied­lichs­te Mon­ta­gen aus­pro­bie­ren, also fischt nie den gan­zen Abend die­sel­be Mon­ta­ge! Pro­bie­ren geht über Stu­die­ren. Was den Bau der Mon­ta­ge angeht, hat Felix hier eine sehr detail­liert Anlei­tung gepos­tet. Die­se Mon­ta­ge muss nur zusätz­lich mit „Weit­wurf­clips“ ver­se­hen wer­den. Weit­wurf­clips sind klei­ne haken die Am Baum der Mon­ta­ge ein­ge­ar­bei­tet wer­den. Vor dem Aus­wurf wird der bestück­te Haken in die­se Clips ein­ge­hängt, das hat den Vor­teil, dass der Köder beim kraft­vol­len Aus­wurf nicht vom Haken fliegt!

Die Brandungsschnur

Je nach Vor­lie­be kön­nen sowohl mono­fi­le als auch gefloch­te­ne Schnü­re ver­wen­det wer­den. Wer eine Mono­schnur ver­wen­den möch­te, soll­te eine 0,30 mm Haupt­schnur wäh­len. Da jedoch gera­de beim wucht­vol­len Aus­wer­fen enor­me Kräf­te auf die Schnur wir­ken ist in jedem Fall eine Schlag­schnur von Nöten. Eine Schlag­schnur ist etwa 10–15m lang und ver­jüngt sich von Anfang bis Ende, des­halb wird sie auch oft „Keu­len­schnur“ genannt! Für die Bran­dungs­fischrei ist eine Ver­jün­gung von 50 – 60mm auf 30mm zu emp­feh­len. Wer lie­ber gefloch­te­ne Schnur ver­wen­den moch­te, soll­te zu einer 0,15 – 0,18 mm Haupt­schnur grei­fen. Als Schlag­schnur rei­chen 15m durch­gän­gi­ge 0,30 mm gefloch­te­ne Schnur. Ich per­sön­lich fische am liebs­ten eine gefloch­te­ne Schnur, da mit Die­ser höhe­re Wei­ten erzielt wer­den kön­nen.

Brandungsrollen

Eine Bran­dungs­rol­le soll­te ein gro­ßes Schnur­fas­sungs­ver­mö­gen von min. 250m 0,35mm besit­zen. Die­se Rol­len besit­zen regel­rech­te Weit­wurf­spu­len, die sich dadurch aus­zeich­nen, dass der Spu­len­kopf einen sehr gro­ßen Durch­mes­ser auf­weist und die Tie­fe des Spu­len­kop­fes rela­tiv gering ist. Dies ermög­licht dem Ang­ler Wurf­wei­ten jen­seits der 100m Mar­ke, die an eini­gen Tagen auch erreicht wer­den müs­sen um fän­gig zu sein! Was die Über­set­zung angeht, soll­te die­se auch sehr groß sein, um somit pro­blem­los Hin­der­nis­se zu über­kur­beln aber auch zügig die Mon­ta­ge, idea­ler Wei­se mit Fisch am Haken, an Land zu kur­beln. Eini­ge Bran­dungs­rol­len, wie z.B. die Shi­ma­no Ulte­gra 10000 haben eine Über­set­zung von 1m pro Kur­bel­um­dre­hung, eine gute Über­set­zung, die es einem neben­bei ein­fach macht, die Fan­gent­fer­nung abzu­mes­sen. Was das Getrie­be angeht, soll­te man nicht an der fal­schen Stel­le spa­ren. Ein sta­bi­les Getrie­be ist bei den Belas­tun­gen schon unab­ding­bar, eben­so wie ein soge­nann­tes „Worms­haft­ge­trie­be“, wel­ches ein sau­be­res und wulst­frei­es Spu­len­bild der Schnur gewähr­leis­tet, um somit Wurf­wei­ten­ver­lus­te oder ggf. „Perü­cken“ zu ver­mei­den! Idea­ler­wei­se sind Bran­dungs­rol­len Salz­was­ser­fest, aller­dings treibt die­se doch sehr loh­nens­wer­te Opti­on den Preis der Rol­le mäch­tig in die Höhe. Wer nur ein paar Mal im Jahr in der Bran­dung steht, kann getrost auf die­se Opti­on ver­zich­ten, da die Rol­len eh stets nach dem Gebrauch mit lau­war­men Was­ser von Salz und Sand befreit wer­den soll­te. Für ein annehm­ba­re Bran­dungs­rol­le soll­te man schon ca. 70€ inves­tie­ren. Per­sön­lich fische ich die Ryo­bi Pros­ky­er Nose oder auch gern die Shi­ma­no Ulte­gra 10000. Bei­des wun­der­ba­re Rol­len mit denen es eine wah­re Freu­de ist Fisch an Land zu dril­len! Wobei die Shi­ma­no Rol­le die Nase vorn hat, was sich auch lei­der im Anschaf­fungs­preis abzeich­net.

Angelshirts von DaF
Angels­hirts & Co. von DaF

»> Shirts von DaF — nicht nur am Was­ser ein Hin­gu­cker

Weiteres Brandungsgeschirr

Ein sta­bi­les Bran­dungs­drei­bein – hier soll­te auf kei­nen Fall gespart wer­den. Bran­dungs­an­geln ist kein „Zucker­schle­cken“: Eine stei­fe Bri­se, schwe­res Geschirr und teils knall­har­te Bis­se ver­lan­gen „Stand­fes­tig­keit“ vom Bran­dungs­drei­bein ab. Bei­spiels­wei­se gibt es von Cormo­ran ein sehr gutes Bran­dungs­drei­bein für etwa 60€ zu haben. War­me Klei­dung: da sich die Bran­dungs­fi­sche­rei gera­de in den Herbst­ta­gen und vor allem von der Abend­däm­me­rung bis tief in die Nacht zieht ist war­me Klei­dung eine Not­we­nig­keit. Tem­pe­ra­tu­ren um die 0°C sind kei­ne Sel­ten­heit. Ther­moun­ter­wä­sche, Ther­mo­an­zug, Hand­schu­he, Müt­ze, war­me und was­ser­dich­te Schu­he soll­ten immer anbei sein. Trans­port­kar­re mit gro­ßen Rei­fen: Gera­de an aus­sichts­rei­chen Tagen ist der Weg vom Park­platz bis zum nächs­ten frei­en Angel­platz oft­mals meh­re­re hun­dert Meter ent­fernt. Wer dann nicht 2 oder 3 Mal gehen will, soll­te sich eine Trans­port­kar­re mit gro­ßen Rei­fen besor­gen.

Schöne Doublette
Schö­ne Dou­blet­te

Des Wei­te­ren soll­te man stets eine Spinn­ru­te mit Meer­fo­rel­len­blin­ker anbei haben, denn steht der Dorsch nach unter Land, ist es immer einen Ver­such wert den Dorsch mit der Spinn­ru­te nach­zu­stel­len. Ein Kapi­ta­ler Dorsch an der Spinn­ru­te ver­spricht einen Wahn­sinns­drill.

Fische­rei­u­ten­si­li­en die nicht feh­len dür­fen:

  • Eine lan­ge Wurm­na­del (min. 30 cm)
  • Ein Hand­tuch
  • Zan­ge zum Haken lösen
  • Knick­lich­ter
  • Tot­schlä­ger
  • Fili­tier­mes­ser
  • Maß­band
  • Kopf­lam­pe und wei­te­re Licht­quel­len
  • Gemüt­li­cher Stuhl
  • Schlag­schnur
  • Aus­rei­chend Vor­fä­cher, Bleie und Haken
  • Hei­ße Geträn­ke (oder wel­che die wär­men)
Auch diese Utensilien sollte man beim Brandungsangeln möglichst dabei haben
Auch die­se Uten­si­li­en soll­te man beim Bran­dungs­an­geln mög­lichst dabei haben

Köder zum Brandungsangeln

Beim Köder gibt es beim Bran­dungs­an­geln glück­li­cher Wei­se eine ein­heit­li­che Mei­nung: nix geht über den guten alten Watt­wurm. Da der Watt­wurm von sei­ner Kon­sis­tenz eher wab­be­lig ist, emp­fiehlt es sich zur Sta­bi­li­sie­rung der Köder­mon­ta­ge einen Seering­ler zum Schluss auf den Haken zu zie­hen. Immer die Köder­na­del­ver­wen­den, ist der Watt­wurm ein­mal in der Sei­te ange­sto­chen, läuft er aus wie ein alte Saft­tü­te.
Ide­al sind pro Haken 2–3 Watt­wür­mer und ein Seerin­gel­wurm, das kann aber auf die Dau­er recht teu­er wer­den! Wer nicht ganz so viel Geld für Wür­mer aus­ge­ben möch­te kann auch einen Watt­wurm und einen hal­ben Seering­ler ver­wen­den. Aller­dings soll­te man zu die­sem Zeit­punkt die träch­ti­gen Fang­stel­len loka­li­siert haben. Funk­tio­niert auch gut, setzt aber natür­lich nicht so eine gro­ße Duft­spur wie die ers­te Vari­an­te.

Bleie zum Fischen in der Brandung
Bleie zum Fischen in der Bran­dung

Tech­ni­ken: Zunächst ist eine gute Vor­be­rei­tung für das Bran­dungs­an­geln ein „Muss“. Wer erst am Was­ser sei­ne Vor­fä­cher knüp­fen will, weil er meint, dass er eh nur den größ­ten Teil des Abends auf sei­nem Stuhl sitzt, hat sich kräf­tig geschnit­ten, wenn der Fisch erst mal beißt ist das Bran­dungs­an­geln regel­rech­te „Arbeit“ mit weni­gen Pau­sen. Wer dann nicht alle Uten­si­li­en vor­be­rei­tet griff­be­reit hat, ver­liert schnell an Spaß und die Bran­dungs­an­ge­lei artet dann auch gern mal in Stress aus. Dem­nach soll­te man recht­zei­tig (im hel­len) sein Lager in Ruhe auf­bau­en. Und nun heißt es erst mal pro­bie­ren. Die bei­den wesent­lichs­ten Kom­po­nen­ten sind die Wurf­wei­te (wo steht der Fisch) und das Vorfach (wor­auf wird gebis­sen). Was die Wurf­wei­te angeht mache ich es wie folgt: Ein Rute vol­le Gra­na­te Raus­bal­lern und die ande­re Bran­dungs­ru­te auf die Hälf­te der Ent­fer­nung. Dann alle 5 – 10 min bei­de Bran­dungs­ru­ten 5–10m ran holen. „ Der Fisch will gefun­den wer­den“! Habt ihr den Fisch gefun­den, könnt ihr die Fang­stel­le gezielt befi­schen. Die träch­ti­ge Fang­wei­te kann man z.B. mit­tels eines „Eddings“ an der Schnur mar­kiert wer­den.

Vörfacher: selber binden oder kaufen
Vör­fa­cher: sel­ber bin­den oder kau­fen

Was das Vorfach angeht, heißt es wie­der „pro­bie­ren“. Gro­ße, klei­ne, vie­le oder weni­ge Per­len, lan­ge oder kur­ze Mund­schnur. Auch das Gewicht des Blei­es ist nicht zu ver­nach­läs­si­gen, da die­ses die Inter­ak­ti­on des Köders wesent­lich beein­flusst! Bir­nen­blei, Tel­ler­blei, Kral­len­blei alle haben Sie wesent­lich unter­schied­li­che Bewe­gungs­aus­wir­kung auf den Köder. Die rich­ti­ge Platz­wahl ist eben­falls ent­schei­den für erfolg­rei­ches Bran­dungs­an­geln. Man soll­te immer einen Platz mit auf­lan­di­gem Wind auf­su­chen. Der Name des Bran­dungs­an­geln kommt nicht von irgend­wo. Auf­ge­wühl­tes Was­ser und eine gute Bran­dung wir­beln Fut­ter umher und ver­an­las­sen die Fische unvor­sich­ti­ger zu bei­ßen. Wer gern wind­ge­schützt, z.B. hin­ter einer Steil­klip­pe mit Rücken­wind angelt, darf sich nicht über mäßi­gen Fang­er­folg beschwe­ren.

Die pas­sen­de Aus­rüs­tung für das Bran­dungs­an­geln, könnt Ihr hier bestel­len.

Hier fin­det Ihr wei­te­re Arti­kel zum Dorsch­an­geln und zum Angeln in der Ost­see. Auch span­nend und mal was ande­res: Stein­butt­an­geln in der Nord­see inkl. Spots, Mon­ta­gen und Köder

Viel Erfolg beim nächs­ten nächs­ten Ansitz!
Euer Ede


Hat dir dieser Beitrag gefallen? Dann teile ihn jetzt mit deinen Freunden und Bekannten!
Tags

Redaktion

Unter dem Namen Redaktion haben wir vornehmlich ältere Artikel abgelegt, bei denen eine Zuordnung des Autors schwierig ist oder es einmalige Beiträge waren.

Das könnte Dich auch interessieren

3 Kommentare

  1. Dan­ke für die detail­rei­che Auf­klä­rung! Hat mir gut gehol­fen, mich dies­mal bes­ser auf die Bran­dung vor­zu­be­rei­ten. Wei­ter so

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Auch spannend!

Close
Back to top button
Close
Close