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Zanderangeln in Hamburg

Tipps zum Angeln auf Zander in Hamburg

Angeln in der Elbe bei Hamburg: Zander und mehr

Die Elbe in und um Ham­burg wird unum­stöß­lich vor allem mit einem Fisch asso­zi­iert: Dem Zan­der. Kein Wun­der, denn der Zan­der­be­stand der Elbe ist wohl einer der bes­ten in ganz Euro­pa. Die­ser Bestand ist jedoch rela­tiv jung, denn erst Anfang der Neun­zi­ger wur­de ver­stärkt in die Was­ser­qua­li­tät der Elbe inves­tiert und die Zan­der bedank­ten sich mit einer Ver­meh­rung, wel­che die Popu­la­ti­on wach­sen und Elb­ang­ler sehr glück­lich wer­den ließ. Die wohl belieb­tes­ten Ziel­fi­sche derer, die an der Elbe angeln, sind Zan­der, Barsch, Aal, Rap­fen, Wels, Bras­sen und Karp­fen. Hin­zu kom­men sai­so­na­le Fisch­ar­ten, allen vor­an ein klei­ner nach Gur­ken rie­chen­der lachs­ar­ti­ger Fisch: Der Stint. Er zieht im Früh­jahr in Schwär­men die Elbe hin­auf, um sein Laich­ge­schäft zu erle­di­gen. Doch in die­sem Arti­kel kon­zen­trie­ren wir uns vor allem auf den belieb­ten Sta­chel­rit­ter, wie der Zan­der auch genannt wird.

Die Elbe in Hamburg
Ham­burch!

Die im Fol­gen­den dar­ge­stell­ten Tipps zum Angeln auf Zan­der in der Ham­bur­ger Elbe beru­hen auf jah­re­lan­gen Erfah­run­gen, die wir im Kol­lek­tiv bei DAF machen konn­ten und nun ger­ne mit euch tei­len möch­ten. Eine älte­re Ver­si­on die­ses Arti­kels wur­de jüngst auf­ge­frischt, sodass Ihr euch sicher sein könnt hier von unse­rem aktu­el­len Wis­sens­stand zu pro­fi­tie­ren und in Ver­bin­dung mit evtl. schon selbst gemach­ten Erfah­run­gen zukünf­tig den ein oder ande­ren Zet­ti mehr auf die Schup­pen legen zu kön­nen. Im Detail wer­den wir uns die Elbe mit ihren Beson­der­hei­ten als Tiden­fluss anse­hen, aber auch die nöti­ge Aus­rüs­tung und erfolg­rei­che Tech­nik zum Fischen auf Zan­der beleuch­ten. Ein Groß­teil der fol­gen­den Tipps ist also auch auf ande­re gro­ße Fließ­ge­wäs­ser, wie z.B. den Rhein, anwend­bar.

Dafür ist Ham­burg bekannt: Gro­ße Zan­der

Die Elbe bei Hamburg

Die Elbe bei Ham­burg liegt im Tiden­be­reich der Nord­see und der Tiden­hub, den die Gezei­ten ver­ur­sa­chen, liegt bei bis zu 3,6 Metern. Mit den Gezei­ten ent­ste­hen kräf­ti­ge Strö­mun­gen, die das Fress­ver­hal­ten der Zan­der maß­geb­lich beein­flus­sen. Wäh­rend an ande­ren Gewäs­sern oft die Tages­zeit eine ent­schei­den­de Rol­le für die Erfolgs­aus­sich­ten bei der Jagd auf Zan­der spielt, rücken die­se im trü­ben Was­ser der Ham­bur­ger Elbe oft in den Hin­ter­grund und die Beiß­lau­ne der Sta­chel­rit­ter rich­tet sich viel­mehr nach den Gezei­ten. Unse­rer Erfah­rung nach und als gro­be Faust­re­gel hat man die bes­ten Chan­cen bei ablau­fen­dem Was­ser, wobei es natür­lich auch Spots gibt, die haupt­säch­lich bei auf­lau­fen­der Tide eine attrak­ti­ve Strö­mungs­kan­te bil­den und Fisch ver­spre­chen. Auf­fäl­lig ist, dass die Zan­der an unter­schied­li­chen Spots oft zu den jeweils sel­ben Gezei­ten in Lau­ne sind, sodass Erfah­rungs­wer­te wel­cher Spot bei wel­cher Tide läuft, oft Gold wert sind.

Die Ham­bur­ger Elbe von oben — Screen­shot von Goog­le Earth

Grund­le­gend kann man die typi­schen Spots zum Zan­der­an­geln in Ham­burg auf drei ver­schie­de­ne Typen fest­le­gen: Den unbe­bau­ten Haupt­strom, die Hafen­ci­ty mit ihren Becken und Kanä­len, sowie typi­sche Buh­nen­stre­cken. Da die­se schon äußer­lich stark unter­schied­li­chen Arten an Spots oft­mals auch unter­schied­lich befischt wer­den soll­ten, sehen wir uns die­se im Detail an.

Kapi­ta­ler Zan­der aus dem Haupt­strom der Elbe

Zanderangeln am Hauptstrom

Der unbe­bau­te Haupt­strom, also Fluss­ab­schnit­te die nicht maß­geb­lich bau­li­chen Ver­än­de­run­gen unter­lie­gen, wird von vie­len oft­mals unter­schätzt und des­we­gen häu­fig auch viel weni­ger befischt, als die typi­schen Hot­spots wie Hafen­be­cken und Buh­nen. Dies mag einer­seits dar­an lie­gen, dass die beson­ders hei­ßen Ecken schwie­ri­ger zu iden­ti­fi­zie­ren sind, ande­rer­seits aber auch an der oft unmit­tel­ba­ren Strö­mung der man am Haupt­strom aus­ge­setzt ist. Wer hier zum Erfolg kom­men will soll­te sich in ers­ter Linie an Stein­pa­ckun­gen in Außen­kur­ven des Flus­ses ori­en­tie­ren. Wenn dort der Strö­mungs­druck auf die Stein­pa­ckung trifft fin­det man oft eine tie­fe­re Rin­ne unmit­tel­bar vor der Packung, in der sich die Zan­der bevor­zugt auf­hal­ten. Ins­be­son­de­re in der war­men Jah­res­zeit, wenn weni­ger Sauer­stoff im Was­ser der Elbe ist, fin­den wir unse­ren Ziel­fisch in die­sen stark strö­men­den Berei­chen der Elbe. Die durch­schnitt­li­che Grö­ße der gefan­ge­nen Fische ist an sol­chen schwe­rer zu iden­ti­fi­zie­ren­den und nied­ri­ger fre­quen­tier­ten Spots übri­gens oft bes­ser, als an ande­ren Stel­len.

Zanderangeln in der Hafencity

Einen Hot­spot in der Hafen­ci­ty zu fin­den ist hin­ge­gen deut­lich ein­fa­cher, als sich dies noch am Haupt­strom dar­stellt. Nicht zuletzt des­halb ver­bin­den vie­le Zan­derang­ler Ham­burgs das Zan­der­an­geln auch haupt­säch­lich mit die­sem Bereich der Elbe. Wäh­rend ins­be­son­de­re im Win­ter die zahl­rei­chen Hafen­be­cken top Stel­len sind, da die Fische hier bei nied­ri­gem Stoff­wech­sel kei­ne unnö­ti­ge Ener­gie ver­schwen­den müs­sen, ist es in den wär­me­ren Mona­ten eher rat­sam sich an den Strö­mungs­kan­ten der zahl­rei­chen Kanä­le und Ein­gän­gen der Becken zu posi­tio­nie­ren. An die­sen Strö­mungs­kan­ten, wo flie­ßen­des auf ste­hen­des Was­ser trifft, lagern sich mit­ge­schwemm­te Nähr­stof­fe für Weiß­fi­sche ab, denen dann auch die Zan­der fol­gen.

Zander_Hafencity
City-Zet­ti

Zanderangeln an Buhnen

Typi­sche Buh­nen­stre­cken sind haupt­säch­lich in den Berei­chen außer­halb der Innen­stadt zu fin­den und erfreu­en sich eben­falls gro­ßer Beliebt­heit unter den Zan­derang­lern. Dies liegt zum einen dar­an, dass Buh­nen­stre­cken leicht auf­zu­fin­den sind und zum ande­ren an den oft guten Erfolgs­aus­sich­ten. Ähn­lich wie an vie­len Spots im Hafen bil­den sich an Buh­nen­köp­fen stets Strö­mungs­kan­ten, wo das strö­men­de Was­ser des Flus­ses auf das ste­hen­de Was­ser im soge­nann­ten Buh­nen­kes­sel trifft. Auch hier sind die­se Kan­ten wie­der die abso­lu­ten Hot­spots und soll­ten an Buh­nen haupt­säch­lich befischt wer­den. Bleibt der Erfolg an der Strö­mungs­kan­te aber aus, soll­te man den­noch immer auch einen Ver­such in der Buh­ne selbst wagen. Ins­be­son­de­re im Win­ter kann es näm­lich sein, dass sich die Zan­der nicht an der Kan­te, son­dern im ruhi­gen Was­ser der Buh­ne auf­hal­ten. Gene­rell soll­te man auch auf Buh­nen­stre­cken die Wahl der befisch­ten Buh­nen wie­der abhän­gig von der Jah­res­zeit machen. Im Som­mer ist es rat­sam Buh­nen mit hohem Strö­mungs­druck auf­zu­su­chen, wohin­ge­gen im Win­ter oft beson­ders strö­mungs­ar­me Buh­nen, die dann auch meist fla­cher sind, den gewünsch­ten Erfolg brin­gen kön­nen. Die weit ver­brei­te­te Mei­nung man soll­te Zan­dern im Win­ter beson­ders im tie­fen Was­ser nach­stel­len trifft, ins­be­son­de­re in einem Tiden­fluss, nicht zu, da es durch die per­ma­nen­te Was­ser­um­wäl­zung kei­ne Tem­pe­ra­tur­schich­tung gibt.

Buh­nen sind gute Spots zum Angeln auf Zan­der

Die Ausrüstung zum Zanderangeln in der Elbe

Bei den von uns fol­gen­den Tipps zur pas­sen­den Aus­rüs­tung für das Zan­der­an­geln in der Elbe möch­ten wir weni­ger ein­zel­ne Her­stel­ler und Pro­duk­te, als viel­mehr grund­sätz­li­che Emp­feh­lun­gen aus­spre­chen. Außer­dem bezie­hen sich die Emp­feh­lun­gen auf das Spinn­fi­schen, wel­ches wir haupt­säch­lich auf Zan­der betrei­ben. Selbst­ver­ständ­lich kann man aber auch beim Ansitz­an­geln mit dem Köder­fisch zum Erfolg kom­men. Mehr zu dem The­ma fin­det ihr hier.

Die passende Rute zum Zanderangeln

Bei der Wahl einer pas­sen­den Rute plä­die­ren wir ganz klar zu einer 2,70 Meter lan­gen Rute, mit einer schnel­len (extra fast oder fast) Akti­on. Dies gewähr­leis­tet einer­seits, dass wir eine mög­lichst gute Rück­mel­dung vom Köder bekom­men, also genau spü­ren, wann die­ser am Grund ankommt, ande­rer­seits kön­nen wir mit einer solch straf­fen Rute einen kräf­ti­gen Anhieb set­zen. Die­ser ist auch wirk­lich nötig, um den Haken in das har­te Maul der Sta­chel­rit­ter zu trei­ben und den Fisch anschlie­ßend sicher aus­dril­len zu kön­nen. Mit einer zu wei­chen und “wab­be­li­gen” Rute haben wir weder ein gutes Gefühl für den Köder, noch kön­nen wir sicher Anschla­gen. Die Län­ge von 2,70 Metern ist übri­gens eben­falls oft­mals wich­tig, da wir mit einer län­ge­ren Rute einen stei­le­ren Win­kel zum Köder haben und somit bes­ser über die an der Elbe weit ver­brei­te­te Stein­pa­ckung hin­weg fischen kön­nen. So ver­lie­ren wir merk­lich weni­ger Köder und auch im Drill eines gro­ßen Zan­ders mini­mie­ren wir das Risi­ko, die­sen durch Kon­takt der Schnur mit den Stei­nen zu ver­lie­ren. Wer sich mit sei­ner Ange­lei aus­schließ­lich auf bei­spiels­wei­se die Hafen­be­cken in der City beschrän­ken will, ist aber natür­lich auch mit einer Rute in der Län­ge von 2,40 Metern gut auf­ge­stellt.

Zander Catch and Release
Hier hat alles gepasst — Ein gro­ßer Zan­der auf dem Weg zurück in sein Ele­ment

Die passende Rolle Zanderangeln

Die Wahl einer pas­sen­den Rol­le zum Zan­der­an­geln ist mit deut­lich weni­ger Anfor­de­run­gen ver­bun­den, als dies noch bei der Rute der Fall war. Eine Sta­tio­när­rol­le der 3000er bis 4000er Grö­ße mit einer nor­ma­len Über­set­zung (ca. 5:1) bei einem Schnur­ein­zug von etwa 80 Zen­ti­me­tern ist opti­mal. Es emp­fiehlt sich ledig­lich noch dar­auf zu ach­ten, dass die Kom­bi­na­ti­on aus Rute und Rol­le halb­wegs aus­ba­lan­ciert ist, also weder an der Spit­ze noch am Hand­teil ein star­kes Über­ge­wicht hat.

Eine 3000er Rol­le bes­pult mit Geflecht — Opti­mal zum Zan­der­an­geln

Die passende Schnur zum Zanderangeln

Deut­lich wich­ti­ger als die Rol­le selbst ist die Schnur, wel­che man auf­spult. Hier gilt es ganz klar und ohne jeden Zwei­fel auf eine gefloch­te­ne Schnur zurück­zu­grei­fen. Eine mono­fi­le Schnur hat deut­lich zu viel Deh­nung, was den Kon­takt zum Köder stark ein­schränkt und das Set­zen eines kräf­ti­gen Anhiebs erschwert. Mit einer reel­len Trag­kraft von ca. 10 Kilo­gramm ist man bes­tens auf­ge­stellt. Ob man nun eine 4‑, oder 8‑fach gefloch­te­ne Schnur ver­wen­det und ob die­se eine gut sicht­ba­re Far­be hat ist Geschmack­sa­che. Eine auf­fäl­li­ge Fär­bung bie­tet jedoch inso­fern Vor­tei­le, dass die­se die opti­sche Bis­ser­ken­nung und das Erken­nen des Zusam­men­fal­lens der Schnur bei Grund­kon­takt des Köders ver­ein­facht. Da gefloch­te­ne Schnü­re aller­dings nicht sehr abrieb­fest und somit anfäl­lig für Beschä­di­gun­gen an bei­spiels­wei­se der Stein­pa­ckung sind, soll­te man immer ein mono­files Vorfach vor­schal­ten. Ein ca. 40 bis 70 Zen­ti­me­ter lan­ges Vorfach der Stär­ke 0,40 bis 0,50 Mil­li­me­ter, ent­we­der aus Poly­amid (Nylon), oder opti­ma­ler Wei­se ein soge­nann­tes Fluo­ro­car­bon (aus Poly­vi­nyli­den­fluo­rid) sind hier unum­gäng­lich. Für die Ver­bin­dung zwi­schen Mono und Geflecht emp­feh­len wir den FG‑, oder Mahin-Kno­ten. An das Ende des Vorfachs kno­ten wir dann noch einen sta­bi­len Ein­hän­ger, ohne Wir­bel.

Top Köder zum Zan­der­an­geln — Der Kei­tech Easy Shi­ner

Der passende Köder zum Zanderangeln

Kom­men wir nun zur Fra­ge des Köders. In den meis­ten Fäl­len kom­men Gum­mi­fi­sche am Jig (Blei­kopf) zum Ein­satz. Hier bei Dicht am Fisch gibt es ja bereits eini­ge Arti­kel, die sich mit der Wahl des “rich­ti­gen” Gum­mi­kö­ders aus­ein­an­der­set­zen und so soll es auch hier bei eini­gen grund­sätz­li­chen Tipps blei­ben: Geht es im Som­mer und Herbst in stär­ker strö­men­den Berei­chen auf die Sta­chel­rit­ter bevor­zu­gen wir schlan­ke Gum­mis, mit einem nicht zu gro­ßen Schau­fel­schwanz, um den Strö­mungs­wi­der­stand gering zu hal­ten. Die bes­ten Erfah­run­gen haben wir mit Köder­grö­ßen von 4 bis 5 Inch (10 bis 13 Zen­ti­me­ter) gemacht. Wenn sich die Zan­der dann mit sin­ken­den Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren bis in den tie­fen Win­ter hin­ein in immer weni­ger strö­men­des Was­ser zurück­zie­hen und eher grö­ße­re Beu­te anvi­sie­ren, gehen wir mit der Köder­grö­ße eben­falls etwas hoch und grei­fen auf 5 bis 7 Inch (13 bis 18 Zen­ti­me­ter) gro­ße Gum­mis zurück. Die­se dür­fen dann, ins­be­son­de­re im tiefs­ten Win­ter, wenn es in den ste­hen­den Berei­chen der Elbe los­geht, auch ein kräf­ti­ge­res Bewe­gungs­pro­fil auf­wei­sen.

Zander Elbe Gummifisch
Groß­zan­der! — Hier war ein schlan­ker Gum­mi­fisch der Weg zum Erfolg

Bei der Farb­wahl scheint die Qual der­sel­ben dann nahe­zu ins uner­mess­li­che zu stei­gen, wenn man die teils unglaub­lich rie­si­gen Farb­pa­let­ten vie­ler Köder­her­stel­ler betrach­tet. Vor­weg soviel: Wir sind uns bei DaF rela­tiv einig, dass die Wahl der Far­be oft nicht die abso­lut ent­schei­den­de Rol­le spielt. Grund­sätz­lich kann man fest­hal­ten, dass ins­be­son­de­re Grün- und Gelb­tö­ne beson­ders gut von unse­ren sta­che­li­gen Freun­den wahr­ge­nom­men wer­den kön­nen und so ori­en­tie­ren wir uns mit der Wahl der Köder­far­be oft auch dar­an. Wich­tig ist uns außer­dem, ins­be­son­de­re bei sehr trü­bem Was­ser, ein Kon­trast im Köder, zum Bei­spiel durch einen dunk­le­ren Rücken und hel­le­ren Bauch des Gum­mi­fi­sches. Auch die oft bewor­be­ne UV-Akti­vi­tät eines Köders kann durch­aus zum Fang­er­folg ver­hel­fen. Sinn­voll ist es, einen nicht UV-akti­ven Köder, einen kom­plett und einen halb UV-akti­ven Köder in der Box zu haben. So kann man sich der jewei­li­gen Lau­ne der Zan­der opti­mal anpas­sen und hat mit etwa 4 ver­schie­de­nen Far­ben in der Box eigent­lich immer was pas­sen­des am Start.

Qual der Wahl — Der “rich­ti­ge” Köder zum Zan­der­an­geln

Wie zu Beginn der K‑Frage bereits erwähnt, kom­men Gum­mi­fi­sche am Jig in den meis­ten Fäl­len zum Ein­satz. Es gibt aller­dings auch Aus­nah­men. So kann man selbst­ver­ständ­lich sei­nen Gum­mi­kö­der auch bei­spiels­wei­se am Drop Shot Rig, Texas‑, oder Caro­li­na Rig anbie­ten. Die­se Vari­an­ten haben sich bei uns in der Elbe aber alle­samt als nicht so erfolg­reich her­aus­ge­stellt, wes­halb wir davon abse­hen, dies hier genau­er zu beleuch­ten. Auch das Fischen mit Hard­baits (Wob­blern) hat defi­ni­tiv in bestimm­ten Situa­tio­nen sei­ne abso­lu­te Daseins­be­rech­ti­gung und kann wirk­lich extrem erfolg­reich sein. Ins­be­son­de­re bei, oder nach Anbruch der Dun­kel­heit kön­nen die Zet­tis einem lang­sam durch­ge­kur­bel­ten Wob­bler an der Stein­pa­ckung, oder im Buh­nen­kes­sel oft nicht wider­ste­hen. Wer genaue­res zur Hard­baitan­ge­lei auf Zan­der in Erfah­rung brin­gen will, soll­te unbe­dingt mal unse­ren Arti­kel dazu lesen, in dem die­se span­nen­de Ange­lei sehr detail­liert beschrie­ben ist. Eine Über­sicht unse­rer erfolg­reichs­ten Wob­bler gibt es auch, die­se fin­det ihr hier.

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Zan­der­an­geln — Auch mit Wob­blern kommt man zum Erfolg

Die verschiedenen Techniken zum Zanderangeln mit Gummifischen

Nach­dem wir nun wis­sen wo, mit wel­chem Gerät und wel­chen Ködern wir opti­ma­ler Wei­se fischen soll­ten schau­en wir uns noch an, wie wir den Köder am bes­ten ani­mie­ren. Grund­le­gend kann man drei klas­si­sche Arten der Köder­füh­rung zum Zan­der­an­geln unter­schei­den: Ein­lei­ern, Jig­gen und Fau­len­zen. Wäh­rend sich das ein­fa­che Ein­lei­ern eines Gum­mi­fi­sches wohl selbst erklärt und die am wenigs­ten erfolg­ver­spre­chen­de Metho­de in der Elbe dar­stellt, schau­en wir uns ins­be­son­de­re das Jig­gen und Fau­len­zen genau­er an. Ziel bei­der Metho­den ist es, den Gum­mi­kö­der in Sprün­gen über den Grund “hüp­fen” zu las­sen; ihn also vom Grund leicht anzu­he­ben und anschlie­ßend wie­der her­ab­tau­meln zu las­sen. Grad wäh­rend die­ser soge­nann­ten Absink­pha­sen kom­men dann in der Regel die Bis­se der Zan­der, die gern auch als “Tock” bezeich­net wer­den.

Typisch für das Fau­len­zen — Rute in 10 Uhr-Stel­lung

Jiggen  und Faulenzen auf Zander

Wäh­rend man beim Jig­gen das Anhe­ben des Köders vom Grund dadurch erreicht, dass man einen Ruck mit der Rute voll­führt, erfolgt dies beim Fau­len­zen aus­schließ­lich über die Rol­le. Das Fau­len­zen ist die auf das gan­ze Jahr gese­hen wohl erfolg­rei­che­re Metho­de. Hier­bei bleibt die Rute nach dem Aus­wurf in einer etwa 10 Uhr Stel­lung. Wenn der Köder den Grund erreicht hat, was wir opti­ma­ler Wei­se durch den Blank spü­ren, ansons­ten aber auch am Zusam­men­fal­len der Schnur erken­nen kön­nen, ani­mie­ren wir die­sen mit 1 bis 4 Kur­bel­um­dre­hun­gen unse­rer Rol­le und heben ihn so vom Grund ab. Anschlie­ßend las­sen wir den Köder bei unver­än­der­ter Ruten­stel­lung an stram­mer Schnur wie­der zum Grund her­ab­tau­meln. Wäh­ren wir im Som­mer noch pro­blem­los 3 bis 4 Kur­bel­um­dre­hun­gen machen kön­nen, um den Gum­mi­fisch anzu­he­ben, soll­ten wir dies bei pas­si­ve­ren Fischen im Win­ter eher auf 1 bis 2 Kur­bel­um­dre­hun­gen redu­zie­ren. Extrem wich­tig ist hier übri­gens die Wahl des rich­ti­gen Gewichts unse­res Jigs (Blei­kopfes). Die­ser soll­te so gewählt sein, dass wir mit der beschrie­be­nen Tech­nik eine Absink­pha­se von unge­fähr 2 bis 3 Sekun­den erlan­gen. Deut­lich län­ge­re, oder kür­ze­re Pha­sen in denen der Köder absinkt sind eher nicht so erfolg­ver­spre­chend. Gän­gi­ge Gewich­te in der Ham­bur­ger Elbe lie­gen bei 14 bis 24 Gramm, wobei in beson­ders ruhi­gen Abschnit­ten, wie zum Bei­spiel Hafen­be­cken, durch­aus auch nur 5 bis 10 Gramm zum Ein­satz kom­men kön­nen und in beson­ders stark strö­men­den Abschnit­ten auch bis zu 30 Gramm. Der wohl ent­schei­dends­te Punkt beim Zan­der­an­geln mit dem Gum­mi­fisch ist die Köder­kon­trol­le. Wir soll­ten zu jedem Zeit­punkt genau wis­sen, ob der Köder noch in der Absink­pha­se ist, oder den Grund bereits erreicht hat. Sobald der Köder nach den gemach­ten 1 bis 4 Kur­bel­um­dre­hun­gen an den Grund gelangt, muss er sofort wie­der durch erneu­tes ankur­beln gestar­tet wer­den. Ein Lie­gen­las­sen des Köders am Grund führt in der Regel im strö­men­den Gewäs­ser sehr schnell zu Hän­gern und schmä­lert dar­über hin­aus auch die Aus­sicht auf den heiß ersehn­ten Biss. Wenn die­ser dann in der Absink­pha­se erfolgt, spü­ren wir auch dies opti­ma­ler Wei­se über unse­re Rute, durch ein leich­tes bis kräf­ti­ges “Tock”.

Flot­ter 70er Zan­der

Jeder der ein­mal einen sol­chen Biss eines Zan­ders hat­te, wird direkt ver­ste­hen, war­um dies unter Zan­derang­lern als “Tock” bezeich­net wird. Bis­se beim Zan­der­an­geln sind dann unmit­tel­bar und so schnell wie mög­lich mit einem kräf­ti­gen Anhieb zu quit­tie­ren. Hier­zu ist es nötig, die Spu­len­brem­se der Rol­le geschlos­sen zu haben, um ein Ein­drin­gen des Hakens in das har­te Maul des Zan­ders sicher zu gewähr­leis­ten. Nach dem Anhieb kann die Brem­se dann natür­lich etwas gelo­ckert wer­den, vor allem, wenn wir einen schwe­ren Fisch am Ende der Schnur spü­ren. Da Zan­der aber natur­ge­mäß nicht zu den sehr drill­star­ken Fischen zäh­len, haben wir dazu pro­blem­los genug Zeit. Wer mit zu weit geöff­ne­ter Brem­se ver­sucht einen Anschlag zu set­zen, wird vie­le Fische nicht Haken, oder anschlie­ßend im Drill ver­lie­ren. Wer bereits geübt ist in der Anwe­dung der Fau­lenz­er­me­tho­de, der soll­te sich fol­gen­den Arti­kel mal anse­hen, in dem wir noch eine Misch­form aus Jig­gen und Fau­len­zen vor­stel­len; für man­che von uns die abso­lut favo­ri­sier­te Metho­de, um dem Gum­mi Leben ein­zu­hau­chen.

Eins sei noch gesagt: Hän­ger gehö­ren für Zan­derang­ler in Ham­burg zum Tages­ge­schäft. Daher soll­te man sich ordent­lich mit Ködern und Jig­köp­fen ein­de­cken, wenn es an die Elbe zum Zan­der­fang geht. Gera­de an neu­en Spots braucht es etwas Zeit, bis man die “fie­sen” und hän­ger­träch­ti­gen Stel­len kennt und umfi­schen kann. Aber lei­der ste­hen oft auch gera­de hier, an den Stein­pa­ckun­gen und Kan­ten die Zan­der. Nicht umsonst ist der Begriff “Zan­der­kant” ent­stan­den.

Zander aus der Elbe
Ent­nah­me­fens­ter sei Dank — Die­ser alte, kapi­ta­le Fisch darf zurück.

Das Hamburger Fischereigesetz — Regeln zum Zanderangeln in Hamburg

Zu guter Letzt möch­ten wir euch natür­lich noch auf das neue Ham­bur­ger Fische­rei­ge­setz im Bezug auf das Zan­der­an­geln auf­merk­sam machen, wel­ches seit dem 11.06.2019 in Kraft getre­ten ist. Für nicht-Ham­bur­ger, bzw alle, die kei­nen Ham­bur­ger Fische­rei­schein besit­zen, gilt es unbe­dingt zu beach­ten, dass nun eine Abga­be­mar­ke erwor­ben wer­den muss, um in Ham­burg fischen zu dür­fen. Die­se ist bei den meis­ten Fach­händ­lern zu erwer­ben und soll zukünf­tig auch online ver­füg­bar sein. Pro Tag und Ang­ler dür­fen nun nur noch 2 Zan­der ent­nom­men wer­den. Die­se müs­sen im soge­nann­ten Ent­nah­me­fens­ter lie­gen, also eine Grö­ße zwi­schen 45 und 75 Zen­ti­me­ter haben. Klei­ne­re, sowie grö­ße­re Zan­der sind unmit­tel­bar und so scho­nend wie mög­lich zurück­zu­set­zen. Dar­über hin­aus ist der Zan­der vom 01.02. bis 31.05. jeden Jah­res geschont und darf nicht bean­gelt wer­den. Wer an Spund­wän­den angelt, hat dar­über hin­aus auch einen (gum­mi­er­ten) Spund­wand mit sich zu füh­ren, um Fische auch ent­spre­chend sicher lan­den und zurück­set­zen zu kön­nen. Bit­te nutzt die­se Kescher nicht nur, um Fische zu lan­den, son­der auch um sie scho­nend zurück­zu­set­zen, statt sie teils meh­re­re Meter eine Spund­wand hin­ab zu “wer­fen”. Und da wir schon beim The­ma Umgang mit dem Lebe­we­sen sind: Zan­der gehö­ren zu den soge­nann­ten Phy­so­c­lis­ten, kön­nen also an Trom­mel­sucht lei­den und ster­ben. Die­se tritt auf, wenn man Zan­der in Tie­fen von mehr als ca. 8 Metern bean­gelt. Bemerk­bar macht sich die­se Trom­mel­sucht dann dar­an, dass die Zan­der her­aus­ste­hen­de Augen, sowie regel­rech­te Blut­ergüs­se im Bereich der Kie­men haben. Bit­te seht also davon ab, Zan­dern tie­fer als 8 Meter nach­zu­stel­len. Die­se ster­ben ansons­ten näm­lich oft qual­voll, auch wenn es zunächst scheint, als wür­de der Fisch wie­der pro­blem­los abtau­chen kön­nen.

Hilfe zum Zanderangeln — Tipps und Tricks live erleben

Wer die­sen Arti­kel bereits sehr inter­es­sant und infor­ma­tiv fand, dem möch­ten wir zudem noch unser mehr­mals im Jahr statt­fin­den­des Zan­der­se­mi­nar in Ham­burg ans Herz legen. Bei die­sen Semi­na­ren wer­den wir uns zunächst in gemüt­li­cher Atmo­sphä­re mit der Theo­rie des Angelns auf Zan­der beschäf­ti­gen, bevor wir anschlie­ßen zusam­men ans Was­ser gehen und das Gelern­te in die Pra­xis umset­zen. Aus­klin­gen las­sen wir den gemein­sa­men Tag dann bei einer Wurst und Bier. Genaue­res dazu fin­det ihr hier:

Erfolgreicher Zanderangeln — DaF Zanderseminar in Hamburg:

Zanderseminar
DaF Zan­der­se­mi­nar in Ham­burg: Die Tickets und Ter­mi­ne gibt es im DaF Shop

Für die­je­ni­gen, die Ham­burg nur kurz besu­chen und dem­entspre­chend nicht die benö­tig­te Zeit haben, um sich mit den hier im Arti­kel beschrie­be­nen Tipps aus­ein­an­der­zu­set­zen, oder falls Ihr ein­fach nur Bock dar­auf habt, bie­ten wir zudem auch die Mög­lich­keit ein Gui­ding bei uns zu buchen. Kon­tak­tiert uns bei Inter­es­se ein­fach per Email.

Euch hat die­ser Arti­kel gefal­len, oder ihr habt even­tu­ell ande­re Erfah­run­gen an der Elbe gemacht? Dann lasst uns dies gern in den Kom­men­ta­ren wis­sen. Ansons­ten bleibt uns nur noch, euch ein dickes Petri und vor allem, viel Spaß am Was­ser zu wün­schen. Geht raus und fangt den Fisch eures Lebens!

Wei­te­re Arti­kel zum The­ma Zan­der!

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Pascal

Seit dem 3. Lebensjahr leidenschaftlicher Angler und vom Stippen, über das Karpfenangeln, Raubfischangeln und Fliegenfischen im Süß- und Salzwasser schon viel Erfahrung sammeln können. Auch in der Produktentwicklung für den Angelsportbereich war ich schon tätig und bin jetzt seit 2018 bei DaF mit an Board...

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