Eric

Hamburg: Endlich wieder am Wasser!

 Angeln auf Raubfisch in der Hamburger Hafencity

Nach­dem ich gefühlt schon eine Ewig­keit kei­ne Zeit mehr zum Angeln gefun­den hat­te, bot sich mir am Sams­tag end­lich mal wie­der ein Zeit­fens­ter, wel­ches sogar ganz­tä­gi­ges Fischen zuließ! Zusätz­lich zu die­ser erfreu­li­chen Fest­stel­lung bekam ich kurz zuvor auch noch Post via Face­book, Tor­ben Grösch aus Rich­tung Braun­schweig hat­te sich ange­kün­digt. Schnell hat­ten wir uns auf Treff­punkt, Start­zeit usw. geei­nigt und dem gelun­ge­nen Angel­tag stand im Prin­zip nichts mehr im Wege! Tor­ben reis­te mit sei­nem Auto an, was zuließ, mög­lichst viel Tack­le mit­zu­neh­men, um per­fekt auf alle Even­tua­li­tä­ten am Was­ser vor­be­rei­tet zu sein. Bei einem mei­ner übli­chen Tagestrips in die City, bei denen ich aus­schließ­lich mit Bus und Bahn unter­wegs bin, kommt immer nur eine Com­bo und mög­lichst wenig Tack­le mit. Heu­te konn­te mal mit, was mit soll­te und ich kam mir schon fast blöd vor, als ich den Wagen mit drei Ruten und ver­gleichs­wei­se viel Ködern, Jigs und Klein­tei­len belud.

Tack­le, Tack­le, Tack­le

Schon beim Früh­stück war ich nicht begeis­tert beim Aus­blick aus dem Fens­ter, der Him­mel sah immer­hin schon sehr grau aus. Die­ser Ein­druck wur­de wäh­rend der Fahrt nach Ham­burg nicht unbe­dingt bes­ser, es war grau, win­dig und kurz gesagt typisch nor­di­sches „Schmud­del­wet­ter“. Aber davon lässt man sich als Ham­bur­ger Ang­ler ja nicht wirk­lich scho­cken!

Zunächst befisch­ten wir einen etwas ruhi­ge­ren, fla­chen Kanal, indem ich in letz­ter Zeit immer recht gut gefan­gen hat­te. Mir lag etwas dar­an, dass sich Tor­ben schnell mit den Ham­bur­ger Bar­schen anfreun­den konn­te, was auch schnell gelang. Zwar war ich es, der sich zuerst ent­schnei­dern konn­te, aber Tor­ben zog recht schnell nach und prä­sen­tier­te eini­ge klei­ne Stach­ler, die wir auf klei­ne Soft­baits am Texas- und Dropshotrig fin­gen. Nur die von uns erhoff­te 30+ Klas­se ließ sich zunächst nicht bli­cken und war auf­grund der abso­lut ruhig und ent­spannt an der Ober­flä­che ver­wei­len­den Brut­fi­sche nicht anwe­send, bzw. nicht in Fress­lau­ne. Als dann der drit­te im Bun­de, David Peters aus Sta­de (Pas­sio­ne Pes­ca) end­lich ankam und sich auch schnell mit ein paar klei­nen Bar­schen ent­schnei­der­te, ent­schie­den wir uns dazu, das Gewäs­ser zu wech­seln.

Das Gewäs­ser der Wahl war ein Hafen­be­cken, in der Nähe der Spei­cher­stadt. Dum­mer­wei­se muss irgend­et­was, viel­leicht ein her­ein drü­cken­der Wind oder eine Strö­mung dazu geführt haben, dass das Was­ser hier vol­ler Schweb­teil­chen und total ein­ge­trübt war. Eigent­lich hat­ten wir es auf Rap­fen und Alan­de abge­se­hen, denen hat­te die Trü­bung nur lei­der stark den Appe­tit ver­dor­ben. Weder waren sie an der Ober­flä­che zu sehen, noch gab es Anfas­ser oder Bis­se. Also wur­de wie­der umdis­po­niert und das Gewäs­ser erneut gewech­selt. Dort herrsch­ten ähn­li­che Bedin­gun­gen im Hafen: Meh­re­re Meter tie­fes Was­ser, kei­ne Strö­mung und wenig natür­li­che Struk­tu­ren. Der Vor­teil hier: Das Was­ser war nicht ein­ge­trübt, son­dern hat­te sich im Ver­gleich zu sei­nem Zustand in den letz­ten Wochen, auf­ge­klart.


Ich ent­schied mich für ein Dropshotrig mit einem klei­nen Pin­tail der Fir­ma Kei­tech, der Shad Impact soll­te jedem bekannt sein. Fast ver­ti­kal prä­sen­tiert ruck­te es schon sehr schnell an der leich­ten Spinn­ru­te (Tail­walk Del Sol ‑7g) und ein klei­ner Zan­der von etwa 40cm Grö­ße lie­fer­te einen net­ten, aber sehr kur­zen Drill und wan­der­te sehr schnell zurück in den Brü­cken­schat­ten. Zwar war die­ser Fisch zu die­sem Zeit­punkt der Größ­te des Tages, aber ein unter­ma­ßi­ger Zan­der ist nicht wirk­lich das, was ich mir als bes­ten Fisch des Tages vor­stel­le. Glück­li­cher­wei­se ruck­te es schon beim nächs­ten Wurf in der ers­ten Absink­pha­se wie­der in der Rute. Nach dem Anhieb gab es nun jedoch deut­lich stär­ke­re Gegen­wehr. Zwei schnel­le, kräf­ti­ge Fluch­ten und wüten­des Schüt­teln kün­dig­ten zwei­fels­frei einen Barsch an und als er an die Ober­flä­che kam, stand Tor­ben mit dem Spund­wand­ke­scher bereit und lan­de­te ihn blitz­schnell und fach­ge­recht. Vie­len Dank dafür! Er war es auch, der den Barsch ver­maß und mir mit­tei­len muss­te, dass der Fisch die magi­sche 40er Mar­ke um gera­de ein­mal 5 Mil­li­me­ter ver­fehl­te. Egal, die Freu­de über den Fang war rie­sig!

Eric mit ner schö­nen Kir­sche

Nach die­sem Erfolgs­er­leb­nis ver­lor ich noch einen guten Zan­der und fing zwei Mit­tel­klas­se­bar­sche, aber bei David und Tor­ben lief es nicht so gut, wie ich es erhofft hat­te. Lei­der blieb es dabei und David mach­te sich gegen Abend auf den Weg nach Hau­se. Da er aber ja öfter bei uns in Ham­burg zu Gast ist, hat er ja noch vie­le Gele­gen­hei­ten, dicke Bar­sche zu ver­haf­ten! Und immer­hin war David an die­sem Tag, trotz har­ter Kon­kur­renz in Form von Tor­ben, der Fre­quenz­kö­nig.

Da es inzwi­schen dun­kel war, hieß es für Tor­ben und mich: Zurück in die Hafen­ci­ty, Zan­der fan­gen! Noch kurz ab in eine nah­ge­le­ge­ne Schan­zen­bä­cke­rei, auf­ge­wärmt und gestärkt und dann gings den Zan­dern an den Kra­gen. Dies sah zumin­dest unser Plan vor. Wir ent­schie­den uns dafür, ihnen mit Hard­baits nach­zu­stel­len und began­nen, die Spund­wän­de, aber auch offe­ne Was­ser­flä­chen sys­te­ma­tisch abzu­su­chen. Mei­ne Waf­fe der Wahl war zunächst ein Illex Squir­rel 67DD, bei Tor­ben soll­te es ein 100er Poin­ter von Lucky Craft rich­ten. Bei­des sind kei­ne Geheim­tipps, aber bewähr­te Köder. Wir führ­ten die Köder in einem Mix aus Twit­ching und gerad­li­ni­gem Ein­ho­lens. Tor­ben war sicht­lich beein­druckt von der Mas­se an Bras­sen­kon­tak­ten beim Ein­lei­ern. Trotz ihrer schier unend­li­chen Mas­se und der all­ge­gen­wär­ti­gen Anstup­sern und Remp­lern gegen den Köder blieb glück­li­cher­wei­se kein Schlei­mer kle­ben.

Als Tor­ben einen Köder­wech­sel beschloss, über­nahm ich den Poin­ter und begann, ihn durch­zu­lei­ern. Schon beim ers­ten Wurf gab es nach eini­gen Bras­sen­kon­tak­ten plötz­lich ein stär­ke­res Tock. „Das könn­te tat­säch­lich ein Zan­der gewe­sen sein!“ Und tat­säch­lich, zwei Kur­bel­um­dre­hun­gen spä­ter, wur­de der Köder deut­lich schwe­rer und begann sich zu schüt­teln, da hat­te sich still und heim­lich doch tat­säch­lich ein Zan­der ange­hängt! Gegen die Steez-Com­bo hat­te der Bur­sche nicht wirk­lich eine Chan­ce und nach kur­zer Zeit lag ein 50er Zan­der im Spund­wand­ke­scher!


Zan­der aus der Hafen­ci­ty

Dies war der letz­te Fisch des Tages und bil­de­te den Tages­ab­schluss. Tor­ben setz­te mich zuhau­se ab und trat den Heim­weg an, aber ich bin mir fast sicher, der kommt wie­der!

Abschlie­ßend war die­ser Tag ein sehr schö­ner Angel­tag und da ich lan­ge nicht mehr ans Was­ser gekom­men war, freu­te mich jeder Fisch dop­pelt und drei­fach. Das ich an die­sem Tag aus­ge­rech­net einen wirk­lich schö­nen Dick­barsch ver­haf­ten konn­te, wer­te­te ihn noch unge­mein auf. Das Schmud­del­wet­ter war mir dabei voll­kom­men egal. Was zählt ist die Zeit am Was­ser und die war end­lich mal wie­der vor­han­den. Aktu­ell bin ich sehr froh über jeden die­ser Momen­te! Bevor ichs ver­ges­se: Dan­ke David, dass du mir den Barsch geknipst hast!

Ich hof­fe alle Leser hat­ten Spaß an mei­nem Bericht und ich freue mich auf ein Feed­back! Tight lines!

Hat dir dieser Beitrag gefallen? Dann teile ihn jetzt mit deinen Freunden und Bekannten!
Tags

Das könnte Dich auch interessieren

5 Kommentare

  1. Nein wer­ter Herr, das war es durch­aus nicht, es soll wohl Fische geben, die auch heu­te um die­se doch sehr weih­nacht­li­che Jah­res­zeit noch in “Brut­grö­ße” vor­han­den sind…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Auch spannend!
Close
Back to top button
Close
Close