Eric

Hamburger Dickbarsche beim Streetfishing

Doppelt Erfolgreich — starkes Dickbarschduo

Beim The­ma Angel­wet­ter schei­den sich ja bekannt­lich die Geis­ter. Vie­le Ang­ler schwö­ren auf bestimm­te Wet­ter­si­tua­tio­nen, Mond­pha­sen und Win­de und pla­nen ihre Fisch­zü­ge akri­bisch mit Hin­blick auf das Wet­ter. Eini­ge gehen sogar gar nicht erst los, wenn z.B. der Luft­druck nicht für gut befun­den wird. Sicher­lich hat die­se Pla­nung durch­aus eine Pri­se Sinn, aber mich hat das nie beson­ders inter­es­siert. Ich gehe Angeln wenn ich möch­te und nicht wenn mir das Wet­ter ein Zeit­fens­ter ein­räumt! Und auch wenn ich eigent­lich immer mei­ne Fische fan­ge, egal ob es son­nig und warm, stür­misch oder gewitt­rig ist, so gibt es doch auch Tage an denen ich auf­ste­he und schon beim Blick aus dem Fens­ter sicher bin, dass ich einen guten Tag zum Angeln auf Bar­sche vor mir habe. Vor kur­zem war es mal wie­der so weit: Der Him­mel grau, leich­ter, fei­ner Regen über­all und ange­neh­mer­wei­se kein Wind signa­li­sier­ten gute Chan­cen auf Dick­fisch! Der Nach­mit­tag war eigent­lich schon ver­plant, aber eine Stun­de Fischen am Mor­gen muss ein­fach manch­mal sein.

Kaum war ich am Was­ser ange­kom­men wur­de der Regen stär­ker und zwang mich, mich zum Mon­tie­ren unter eine Brü­cke zurück­zu­zie­hen. Die Köder­wahl fiel erst ein­mal auf einen klei­nen Hard­bait im Bar­sch­de­kor der, nach­dem der Regen all­mäh­lich nach­ließ, zum Suchen der Bar­sche unter Brü­cken und an Wän­den ent­lang get­witcht wur­de. Nach etli­chen Wür­fen an den ers­ten drei Spots des Tages hat­te ich ledig­lich eini­ge gelang­weilt wir­ken­de Nach­läu­fer von Bar­schen bis knapp unter 30cm zu ver­bu­chen. Eine Plan­än­de­rung muss­te her: Statt des Twitch­baits mon­tier­te ich nun einen klei­nen Padd­le­tail (Schau­fel­schwanz­shad) und beför­der­te ihn mit einem geziel­ten Unter­hand­wurf unter eine fla­che Brü­cke. Nach mehr­ma­li­gem Anjig­gen bis kurz vor mei­ne Füße war ich gera­de im Begriff, den Köder nach gerad­li­ni­gem Ein­ho­len auf dem letz­ten Meter aus dem Was­ser zu heben, als sich plötz­lich ein gro­ßer Barsch aus dem Schat­ten der Brü­cke lös­te und den Köder anvi­sier­te. Natür­lich schockt sowas enorm! Aller­dings habe ich oft recht gro­ße Nach­läu­fer, die jedoch eigent­lich immer des­in­ter­es­siert abdre­hen, sobald sie den Köder ein paar Meter beglei­tet haben und die­ser unter der Ruten­spit­ze zum Ste­hen kommt. Nicht jedoch die­ser Fisch: Er stopp­te unmit­tel­bar vor dem Köder und saug­te ihn mit einem schnel­len Öff­nen sei­nes gro­ßen Mauls blitz­schnell ein. Ich quit­tier­te die­sen traum­haf­ten Biss mit einem blitz­schnel­len Anhieb und sofort woll­te der Fisch wie­der zurück unter die Brü­cke. Im ers­ten Moment gelang es ihm, einen hal­ben Meter Schnur abzu­zie­hen, dann gewann ich die Ober­hand und beweg­te ihn zurück an die Ober­flä­che. Das Lan­den gestal­te­te sich nun nicht ein­fach, denn das Seil mei­nes klei­nen Spund­wand­ke­schers Mar­ke Eigen­bau hat­te sich ein wenig ver­hed­dert. Der Haken saß zu mei­nem Glück jedoch so fest im Bar­sch­maul, dass ich den Fisch schließ­lich sicher lan­den konn­te. Ein zufäl­lig gera­de neben mir par­ken­der Lie­fe­rant bot mir an, ein Foto zu schie­ßen und ich muss sagen, dass er das wirk­lich gut gemacht hat. Brauch­ba­re Fotos von Pas­san­ten zu krie­gen ist ja immer ein wenig schwie­rig, aber in die­sem Fall hat es glück­li­cher­wei­se geklappt. Nur muss­te ich lei­der fest­stel­len, dass ich mein Maß­band zuhau­se lie­gen gelas­sen hat­te. Also hielt ich den Fisch kurz an der Rute an und mar­kier­te die Stel­le, an der sein dicker Kopf ende­te und beschloss zum Mes­sen und als Abschluss des Angel­trips, der als kur­ze Tour geplant war, in die Gum­mi­tan­ke zu Tim zu fah­ren. Als ich dort ankam, war Tim zwar noch nicht ein­ge­trof­fen, aber bei Ver­mes­sen des Ruten­ab­schnitts in Fisch­län­ge staun­te ich nicht schlecht, denn erst jetzt erfuhr ich die Grö­ße des Dick­bar­sches. Mit 44cm mein Zweit­größ­ter Barsch in die­sem Jahr.


Der erste Ü40 des Tages!
Der ers­te Ü40 des Tages!

Als Tim ankam änder­te ich mei­ne Tages­pla­nung ein wenig und es soll­te nach dem Mit­tag­essen noch­mal gemein­sam ans Was­ser gehen. An den ers­ten Spots tat sich nichts, aber auch wirk­lich gar nichts. Weder die übli­chen Nach­läu­fer, noch irgend­wel­che Fische die an der Ober­flä­che zu sehen waren. Zwar kann dies durch­aus auch ein schlech­tes Zei­chen sein, aber manch­mal sind es genau die­se Tage, an denen die Dicken Bar­sche wirk­lich aggres­siv sind. So war es vor kur­zem, als ich mit Rapha­el aus Paris unter­wegs war, so war es an die­sem Mor­gen und auch an die­sem frü­hen Nach­mit­tag mit Tim. Ich hat­te wie­der den Erfolgs­kö­der vom Mor­gen mon­tiert und führ­te ihn ent­we­der gejiggt oder als Swim­bait unter Brü­cken, ent­lang der Wän­de und durchs Mit­tel­was­ser. An die­sem Tag hat­te ich haupt­säch­lich an Spots gefischt, die in letz­ter Zeit ver­nach­läs­sigt wur­den und auch den ers­ten und bis dahin ein­zi­gen Barsch des Tages hat­te ich an einer Stel­le über­lis­ten kön­nen, an der ich zuvor sel­ten gefischt habe. Tim und ich stan­den nun wie­der an einer eigent­lich stark über­fisch­ten Stel­le, der wir sel­ten beson­ders viel Auf­merk­sam­keit und Angel­zeit wid­men wür­den. Zunächst sah es auch so aus, als ob wir hier zu Recht so sel­ten Fischen, als ich jedoch mei­nen Köder vor mei­nen Füßen aus dem Was­ser heben woll­te wur­de die­ser mit einer blitz­schnel­len Atta­cke knall­hart von einem Dicken Barsch gestoppt, der sich durch den Biss selbst hak­te und prompt wütend die Ober­flä­che schau­mig schlug! Tim begann hek­tisch, den Spund­wand­ke­scher auf­zu­bau­en und kescher­te mir den zwei­ten Aus­nah­me­fisch des Tages sou­ve­rän. Inter­es­san­ter­wei­se sah die­ser Fisch farb­lich deut­lich anders aus, als der Fisch zuvor, obwohl sie bei­de aus dem­sel­ben Gewäs­ser stam­men und nur etwa ein paar hun­dert Meter ent­fernt gebis­sen haben. Ich war natür­lich über­glück­lich und mit 43cm stellt die­ser Fisch mei­nen Dritt­größ­ten Barsch die­ses Jah­res dar. Nach­dem ich nun zwei wirk­lich tol­le Bar­sche gefan­gen hat­te und abso­lut glück­lich war beschloss ich den Angel­tag an die­ser Stel­le zu been­den und trat die Heim­rei­se an.


Und der nächste - dickes Petri!
Und der nächs­te — dickes Petri!

An die­ser Stel­le noch ein­mal vie­len Dank an Tim fürs Lan­den und Foto­gra­fie­ren, nächs­tes mal kriegst du die Dicken!

Tight lines!

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