BarschFangberichte SüßwasserSteven

Raubfischangeln in Berlin

7 Tage Angeln in Berlin – Auf Entdeckungstour in der Hauptstadt

In den letz­ten Jah­ren beschäf­tig­te ich mich vor allem mit den Nie­der­moor­bä­chen mei­ner Hei­mat, Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Trotz der immer wie­der span­nen­den Ent­wick­lung und Ver­än­de­rung der Auen fin­de ich es wich­tig, einen gewis­sen Kon­trast in den Angel­all­tag zu brin­gen und neue Rei­ze zu set­zen. Aus die­sem Grund und weil es sich prak­ti­scher Wei­se auch pri­vat gera­de anbot, hieß mei­ne Her­aus­for­de­rung die als sehr schwie­rig gel­ten­den Gewäs­ser der Haupt­stadt zu kna­cken.

Fisch Graffiti
Angel­f­lair in der Haupt­stadt

Tag 1 in Berlin – Raubfischangeln im Teltowkanal in Neukölln

8 Uhr zeig­te der Wecker. Ich schlich, noch im Halb­schlaf, an den Früh­stücks­tisch. Nach ein paar Bis­sen und einer Kat­zen­wä­sche ging es los – die Stadt ruft!
Als Neu­ling, ohne gro­ße Vor­be­rei­tung und Pla­nung, mach­te ich mich auf den Weg an mein ers­tes Ziel, dem Tel­tow­ka­nal mit­ten in der Ber­li­ner City. Da ich dort schon eini­ge Male spa­zie­ren war, wuss­te ich unge­fähr was mich zu erwar­ten hat­te — viel Men­schen­ver­kehr an der Pro­me­na­de, Müll im Was­ser und im Ufer­be­reich, vie­le dicke Enten und ande­res Vogel­ge­tier und viel­leicht auch der ein oder ande­re kapi­ta­le Räu­ber?
Nach­dem ich mein Angel­zeug aus­ge­packt und mein Bel­ly Boat auf­ge­bla­sen hat­te, plumps­te ich mehr oder weni­ger sanft von der Ufer­kan­te in die recht fla­che und trü­be städ­ti­sche Brü­he. OK, was jetzt? Wel­che Köder? Brau­che ich Stahl? Was gibt es hier über­haupt für Fische? Die letz­te Fra­ge hat­te ich natür­lich vor­her recher­chiert, was sich als äußerst schwie­rig dar­stell­te, da man nur wenig und fast nichts aktu­el­les über die Angel­stel­len mit­ten in der Stadt im Inter­net fin­den kann. Was ich aber her­aus­fin­den konn­te war, dass es dort vor allem klei­ne Bar­sche geben soll, aber auch ver­ein­zelt gute Zan­der gefan­gen wer­den. Zu den gestreif­ten Räu­bern gesel­len sich außer­dem rau­ben­de „Fried­fi­sche“ wie Rap­fen und Alan­de. Da mir gesagt wur­de, dass es in den Ber­li­ner Kanä­len eher schlecht um den Hecht­be­stand bestellt ist, ent­schloss ich mich bei grö­ße­ren Ködern nur ein etwas dicke­res Fluo­ro­car­bon­vorfach zu fischen und bei Fines­se-Ködern ganz auf einen Schutz zu ver­zich­ten. Von Freun­den und bekann­ten hör­te ich, dass es sehr schwer sein soll in Ber­lin einen gro­ßen Barsch zu fan­gen, das pack­te Ehr­geiz! Für mich gibt es beim Raub­fisch­an­geln und auch sonst im Leben nichts span­nen­de­res als sich immer wie­der neue Her­aus­for­de­run­gen zu suchen und sie zu meis­tern. Dar­um hieß es für mich: „Her­aus­for­de­rung ange­nom­men!“
Da nun klar war, auf wel­che Fische ich es an die­sem Tag abge­se­hen hat­te, rich­te­te ich mein Tack­le dahin­ge­gen aus und bestück­te mei­ne leich­te Com­bo als ers­tes mir einem klei­nen Crank, um die Bar­sche im fla­chen Kanal zu orten. Nach dem die ers­ten Wür­fe nicht den erhoff­ten Erfolg brach­ten, wech­sel­te ich auf ande­re Cranks und Far­ben und dann auf einen sil­ber­nen Spin­ner, mit dem man eben­falls in fla­chen Gewäs­sern sehr gut Fische suchen kann. Schon nach dem zwei­ten Wurf gab es einen hef­ti­gen Ein­schlag in der Rute und ich konn­te einen gro­ßen Aland am Ende der Schnur aus­ma­chen, der sich aber nach kur­zer Gegen­wehr abschüt­teln konn­te. Mit neu­em Elan ging es danach wei­ter, doch außer ein paar klei­ne­ren Bar­schen, die in Ber­lin über­all gegen­wär­tig zu sein schei­nen, war nichts mehr zu holen.

Berlin-Hecht
Halb­star­ker Ber­li­ner Hecht

Angeln in Berlin Tag 2 – Spree-Kanal & Rummelsburger See

Neu­er Tag, neu­es Glück?! Am zwei­ten Tag beim Angeln in Ber­lin woll­te ich mir als ers­tes den Rum­mels­bur­ger See anschau­en, denn dort sol­len noch vor 10 Jah­ren wah­re Mons­ter-Bar­sche gefan­gen wor­den sein. Damals flos­sen noch diver­se Abwäs­ser aus den umlie­gen­den Indus­trie­an­la­gen in das Gewäs­ser. Dies hat sich mitt­ler­wei­le geän­dert und es wur­den umfang­rei­che Sanie­rungs­ar­bei­ten vor­ge­nom­men. Ob sich was geän­dert hat?

Am See ange­kom­men konn­te ich gute Park­mög­lich­kei­ten vor­fin­den und durch die vie­len klei­nen Boots­ste­ge war es auch kein Pro­blem einen Platz zum ein­set­zen mei­nes Bel­ly Boa­tes zu fin­den. Die weni­gen nicht bebau­ten Ufer­flä­chen sind fast kom­plett mit Schilf umschlos­sen und die Schilf­gür­tel sind wie­der­um mit Buh­nen ein­ge­fasst, dort roch es gera­de zu nach Fisch! Die ers­ten Wür­fe brach­te auch gleich ein paar Strei­fen­trä­ger an die Lei­ne, doch die Grö­ße lies auch hier wie­der zu wün­schen übrig. Ich arbei­te­te mich nun nach und nach am Ufer ent­lang, doch das Bild änder­te sich kaum, wes­halb ich nach der Hälf­te des Sees ins Frei­was­ser wech­sel­te. Dort war kaum Fisch­ak­ti­vi­tät zu ver­zeich­nen, nur Rap­fen bra­chen ab und an aus der Was­ser­de­cke. Schon auf dem Rück­weg unter­hielt ich mich mit einem Karpfen­ang­ler, der gera­de erst auf­ge­baut hat­te. Er berich­te­te mir von einem Warm­was­ser­ein­fluss, an dem sich ab und an Zan­der auf­hal­ten soll­ten. Doch auch dort hat­te ich nicht das Glück des Tüch­ti­gen. Ein älte­rer Herr riet mir im Herbst wie­der zu kom­men und das wer­de ich auch machen!
Der Tag war noch jung und so zog es mich an ein wei­te­res Gewäs­ser, dem Spree-Kanal. Anders als der Tel­tow­ka­nal soll­te es dort zumin­dest ein wenig Struk­tur geben. Die ers­ten Wür­fe pas­sier­ten vom Land aus, um den Unter­grund in Ruhe abzu­tas­ten und dann wei­ter zu ent­schei­den. Kaum war der Köder im Was­ser zehr­te auch schon etwas dar­an. Ein mit­tel­gro­ßer Hecht hat­te sich mei­nen Chat­ter­bait geschnappt. Eigent­lich sind Hech­te in der Grö­ße für einen Meck­len­bur­ger nichts beson­de­res, aber da der Herr Esox in Ber­lin nicht so häu­fig ist, freu­te ich mich sehr über den Fang und war beson­ders moti­viert. Nun soll­te es mit dem Bel­ly wei­ter­ge­hen, doch da hat­te jemand etwas dage­gen. Die Was­ser­schutz­po­li­zei hob den Fin­ger und erklär­te mir, dass der Kanal für Boo­te gesperrt sei. Ich woll­te kei­ne gro­ße Dis­kus­si­on über den Unter­schied zwi­schen Boo­ten und Bel­ly Boa­ten (Schwimm­hil­fen) füh­ren und räum­te nach einem freund­li­chen Gespräch das Was­ser. Für mich war damit auch das Ende des Angel­ta­ges ein­ge­läu­tet.

Fischfang Rummelsburger See
Rum­mels­bur­ger See
Tag 3 in Berlin — Havel Spandau und Spree Treptow-Köpenick

Bau­stel­le über Bau­stel­le – mein ers­ter Ein­druck von Span­dau. Der zwei­te Ein­druck ent­wi­ckel­te sich lang­sam über den Tag. Ange­fan­gen hat­te alles mit der Suche nach einer geeig­ne­ten Slip­pe oder zumin­dest einem fla­chen Ufer­be­reich. Da ich mich in Ber­lin und gera­de auch in Span­dau so gar nicht aus­kann­te, bat ich einen älte­ren Her­ren um Hil­fe. Ich hat­te Glück, er war der Ver­eins­prä­si­dent des ansäs­si­gen Ruder­clubs und lots­te mich zu ihrem alten Ver­eins­ge­län­de, von dem aus ich ohne wei­te­res an das Was­ser kam. Über den Grim­nitz­see konn­te ich nun direkt auf die Havel pad­deln. Nach ein paar Metern ent­lang einer Spund­wand begeg­ne­te mir schon der ers­te Ang­ler, der es auf Bar­sche abge­se­hen hat­te. Wie die meis­ten „Ber­li­ner“ kam auch er nicht ursprüng­lich aus der Haupt­stadt, son­dern aus einer ande­ren gro­ßen „Kanal-Stadt“, Ham­burg. Nach einer inter­es­san­ten Unter­hal­tung zog es mich wei­ter strom­auf in Rich­tung Alte Havel, dort gab es dann auch die ers­ten Sta­chel­trä­ger. Die Leu­te schau­ten und zeig­ten mit dem Fin­ger auf mich und mein „komi­sches“ Was­ser­fahr­zeug, was mich meis­tens aber belus­tig­te. Zudem war es so leicht mit Leu­ten in´s Gespräch zu kom­men und einen klei­nen Ein­blick in ihre Welt und die Stadt zu bekom­men – oft sehr span­nend! Man bekommt in Ber­lin den Ein­druck, dass jedes Vier­tel anders ist und die Leu­te dort ein wenig für sich blei­ben. Für mich ist das eine ganz neue Welt. Da ich aber nicht nur zum Quat­schen am Was­ser war, ging es wei­ter. Ent­lang des Süd­ha­fens bis hin zum Unte­ren Hafen, konn­te ich eine gro­ße Anzahl von Bar­schen über­lis­ten, doch die erhoff­ten Hech­te und Zan­der waren nicht zu fin­den. Die hei­ßen Tage der letz­ten Wochen hat­ten den Fischen so ziem­lich das Maul zuge­na­gelt, daher war die bes­te Opti­on der frü­he Mor­gen oder der spä­te Abend und die Nacht. Zum Abend hin mach­te ich mich auf den Weg zu einem Abschnitt der Spree im Bezirk Trep­tow-Köpe­nick. Wie­der waren vie­le klei­ne Bar­sche und auch der ein oder ande­re win­zi­ge Rap­fen unter­wegs. Vom Ufer aus konn­te ich dann doch noch einen guten Fisch lan­den, ein dicker Aland trös­te mich über einen durch­schnitt­li­chen Tag hin­weg.

Angeln vom Belly Boat in Berlin
Ber­li­ner Barsch vom Bel­ly
Angeln in Berlin Tag 4 – Spree, Müggelspree, Dahme

Der vier­te Tag führ­te mich nach Köpe­nick und von dort direkt in einen Angel­la­den, um mir die Gewäs­ser­kar­ten zu holen. Zum Glück war es dort mög­lich gleich eine Wochen­kar­te für die Müg­gel­ge­wäs­ser zu kau­fen, denn vie­le Angel­ge­schäf­te in Ber­lin bie­ten weder Tages- noch Wochen­kar­ten an, weil dies sich wohl nicht ren­tiert. Nach einem aus­gie­bi­gem Früh­stück und einem Pott Kaf­fee such­te ich mir den ers­ten Spot des Tages bzw. erst mal einen Ein­stieg für das Bel­ly Boat. Der Ment­zel­park erschien mir dafür am geeig­nets­ten. Zwar muss man dort eine klei­ne Spund­wand hin­un­ter, doch ist die­se nicht all­zu hoch und auch das Was­ser ist so flach, dass man dort ohne wei­te­res ste­hen kann. Die ers­ten Wür­fe gin­gen ent­lang die­ser Spund­wand, die zum größ­ten Teil stark von Efeu und Sträu­chern über­wach­sen ist und Bäu­me über das Ufer ragen – ein per­fek­ter Schutz für die Fisch­brut, aber auch für gefrä­ßi­ge Räu­ber!

Ein Barsch nach dem ande­ren schnapp­te sich mei­nen Köder, doch auch hier muss­te ich mich durch die klei­nen Fische durch­an­geln. Von der Spree aus fisch­te ich mich nun in Rich­tung Lan­ge Brü­cke (Dah­me) durch. Ich beweg­te mich vor allem ent­lang des Ufers fort, da tags­über ein­fach zu vie­le Boo­te im Frei­was­ser unter­wegs sind. Ich vari­ier­te nach belie­ben mit zwei Ruten, um mög­lichst ein gro­ßes Köder­spek­trum anbie­ten zu kön­nen, denn in die­sem Gewäs­ser­sys­tem muss man auf alles gefasst sein! In Köpe­nick wer­den in den frü­hen Mor­gen­stun­den ver­mehrt gro­ße Wel­se beim rau­ben beob­ach­tet und auch der Hecht­be­stand wird immer bes­ser. Ich woll­te aber wei­ter­hin „den einen“ Barsch fan­gen. Mein wei­te­rer Weg führ­te mich ent­lang von klei­nen Gär­ten, von denen aus Brom­beer- und Him­beer­bü­sche in das Was­ser wucher­ten, dort erhoff­te ich mir einen Aland. Aber dar­aus wur­de lei­der nichts. Dafür loka­li­sier­te ich einen offe­nen Boots­schup­pen in dem kei­ne Boo­te lagen – oft ein Hot­spot für dicke Bar­sche! Wie erwar­tet zap­pel­te direkt beim ers­ten Wurf ein Barsch an mei­ner Rute und auch der zwei­ter und drit­te lies nicht auf sich war­ten. Der Durch­schnitt war dies­mal schon deut­lich bes­ser als in den letz­ten Tagen. Eini­ge Tie­re kamen zumin­dest schon mal an die 30er Mar­ke her­an, was in Ber­lin schon „gut“ ist. An der „Lan­gen Brü­cke“ ange­kom­men traf ich zwei Ang­ler die es mit Köder­fi­schen auf Zan­der abge­se­hen hat­ten. Sie erzähl­ten mir von gro­ßen Fischen, die sie in der Woche zuvor fan­gen konn­ten, aber auch das es mit Kunst­kö­dern zu die­ser Jah­res­zeit sehr schwie­rig sein soll­te. Mich moti­vier­te das aber eher noch mehr.

Wurf um Wurf zog ich mei­ne Gum­mi­fi­sche durch das Was­ser und ab und an zuck­te auch etwas am Ende, doch die Zan­der schie­nen sehr vor­sich­tig zu sein. Da es lang­sam dun­kel wur­de und damit zu gefähr­lich mit dem unbe­leuch­te­ten Bel­ly Boat direkt in der Fahr­rin­ne, mach­te ich mich auf den Rück­weg, aber fisch­te natür­lich neben­bei. Auf hal­ber Stre­cke gab es einen schö­nen „Tock“ auf einen klei­nen Gum­mi­fisch und ein, für Haupt­stadt­ver­hält­nis­se, präch­ti­ger Barsch zeig­te sich mir. Mit sei­nen 36 cm war er kein Rie­se, aber der bes­te Barsch mei­ner bis­he­ri­gen Tou­ren. Als ich wie­der an mei­nem Lan­de­platz ankam, ver­such­te ich mein Glück vom Ufer aus, denn ent­lang des Parks ste­hen meh­re­re hel­le Later­nen, die im fla­chen Was­ser Nachts Klein­fisch­schwär­me und auch Zan­der anlo­cken. Doch außer einem Biss, der aber ein­deu­tig von einem Zan­der war, tat sich nichts. Ob dies an den vie­len Men­schen lag die dort jeden Abend sit­zen, am Wet­ter, mei­ner Unwis­sen­heit über das Gewäs­ser oder weiß der Fuchs. Ich kann es nicht sagen, aber ich wer­de es bei ande­ren Tou­ren noch her­aus­fin­den!

Weißfische Berlin
Räu­be­ri­scher Aland
Angeln in Berlin Tag 5 – Teltowkanal Neukölln & Kleinmachnow

Da der Wet­ter­be­richt schon am Vor­mit­tag bis zu 30°C ankün­dig­te und das Baro­me­ter am Nach­mit­tag sogar bis auf 40°C stei­gen soll­te, ent­schloss ich mich den heu­ti­gen Angel­tag schon früh zu begin­nen und am Nach­mit­tag zu pau­sie­ren. Ich schob das Bel­ly in die Flu­ten und ließ mich lang­sam an der Stein­pa­ckung vor­bei­trei­be. Neben­bei nasch­te ich von den über­hän­gen­den Brom­beer­sträu­chern, aber da war ich nicht der Ein­zi­ge. Dicke Alan­de stan­den ver­ein­zelt unter den Büschen und lie­ßen es sich nicht groß bit­ten, als sie mei­nen Köder vor­bei­zie­hen sahen. Das Angeln auf die zu gro­ßen gera­te­nen „Plöt­zen“ war für mich aber nur ein Bonus, eigent­lich hat­te ich es ja auf Barsch abge­se­hen. Nach­dem die Bis­se aus­blie­ben ging es in die ver­dien­te Pau­se. Gegen 17 Uhr fuhr ich, in Beglei­tung mei­ner Freun­din, in Rich­tung Klein­mach­now, an den Tel­tow­ka­nal. Dort ange­kom­men begrüß­ten mich schon die ers­ten Ang­ler, die aber nicht viel posi­ti­ves berich­ten konn­te. Den­noch ließ ich mich nicht ent­mu­ti­gen und ver­such­te mein Glück von einem Steg, nahe der denk­mal­ge­schütz­ten Schleu­se, die 1906 noch vom deut­schen Kai­ser Wil­helm Vik­tor Albert von Preu­ßen (Wil­helm II) ein­ge­weiht wur­de.

Tipps zum Angeln in Berlin
Aland mit der Spinn­ru­te

Es dau­er­te nicht lang da konn­te ich mich, wie in Ber­lin schon gewohnt, mit den ers­ten klei­nen Bar­schen ent­schnei­dern. Doch dann tat sich an die­ser Stel­le nichts wei­ter und wir lie­fen etwa 100 m strom­ab. Dort fließt bzw. spru­delt ein zum größ­ten Teil ver­rohr­ter Bach aus einem Aus­lauf in den Kanal — ein wah­rer Sam­mel­punkt poten­ti­el­ler Nah­rung für gie­ri­ge Räu­ber.
Auf Grund der kaum vor­han­de­nen Struk­tur in Kanä­len, ist es wich­tig sol­che Spots beson­ders gründ­lich zu befi­schen, denn da oder zumin­dest im nähe­ren Umfeld steht ganz sicher ein bes­ser Fisch! Gera­de noch dar­an gedacht, schon schoss ein gewal­ti­ger Rap­fen durch einen Schwarm Uke­l­eis. Mei­nen Köder schau­te er sich aber eher bedäch­tig und vor­sich­tig an. Die Fol­gen­den Wür­fe brach­te neben klei­nen Bar­schen auch ein paar jun­ge Alan­de. In der Däm­me­rung erhoff­te ich mir noch einen Zan­der nahe der Stein­pa­ckung zu bekom­men. Da aber der gan­ze Kanal mit Stei­nen ein­ge­fasst ist, hieß es Stre­cke machen. Zum Glück erleich­tert der „Kanalau­en­weg“ das Unter­fan­gen unge­mein. Der Weg führt von der Schleu­se Klein­mach­now bis hin zum Cam­ping­platz Ber­lin-Wann­see, in des­sen Umfeld beim Zan­der­an­geln auch mal mit kapi­ta­len Fischen zu rech­nen ist. Doch auch heu­te ließ sich kei­ner mehr über­re­den, dafür ver­süß­te uns der traum­haf­te Son­nen­un­ter­gang den Resta­bend.

Natur in Berlin
Ber­li­ner Frücht­chen
Angeln in Berlin Tag 6 – Kleiner und Großer Müggelsee

Als Fluss­ang­ler bin ich eher sel­ten auf Stand­ge­wäs­sern zu fin­den, den­noch woll­te ich es mir nicht neh­men las­sen einen der bekann­tes­ten Seen in Ber­lin genau unter die Lupe zu neh­men. Da man erst mal klein anfan­gen soll, woll­te ich an die­sem Tag wört­lich neh­men. Mei­ne Tour begann also am klei­ne­ren der bei­den Müg­gel­se­en.
Her­vor­ra­gen­de Park­mög­lich­kei­ten fand ich an der „Odern­hei­mer­stra­ße“ auf süd­öst­li­chen Zip­fel des Sees vor. Von dort aus war es nur noch ein Kat­zen­sprung bis zum Was­ser. Ich stapf­te mit Sack und Pack auf einem idyl­li­schen Wald­weg direkt bist an die Ufer­kan­te. Dort ange­kom­men ver­schaff­te ich mir einen Über­blick über den See und über­le­ge mir mei­ne Tak­tik für den Tag. Da ich es wei­ter­hin vor allem auf Barsch abge­se­hen hat­te, woll­te ich den See zuerst nach inter­es­san­ten Struk­tu­ren mit dem Echo­lot absu­chen und die­se dann mit Cranks und Spin­nern nach Bar­schen absu­chen. Kaum auf dem Was­ser stand ich schon mit­ten in einer Bar­sch­het­ze. Aber so schnell wie sie gekom­men waren, waren die Bar­sche auch wie­der weg. Doch für die Moti­va­ti­on gab konn­te es nichts bes­se­res geben. Wenn man den See an die­sem Tag über­blick­te, konn­te man kaum einen Platz fin­den an dem man unge­stört angeln konn­te. Das Was­ser war über­deckt mit Sport­boo­ten und Bade­gäs­ten. Ich pad­del­te Ent­lang des Ufer­be­rei­ches, fisch­te See­ro­sen­fel­der ab und warf Unter umge­stürz­te Bäu­me, doch lan­ge tat sich nichts. Auf hal­ber Stre­cke konn­te ich in einem sehr fla­chen Bereich dann doch die ers­ten Bar­sche und einen klei­nen Hech­te lan­den. Auch hier wur­de ich wie­der ver­dutzt beim Fischen beob­ach­tet und vie­le Fra­gen gestellt. Nach­dem mir eine Rap­fen­at­tack­te kurz vor mei­nen Füßen fast einen Herz­in­farkt gebracht, ent­schloss ich mich über die Müg­gel­spree auf den Gro­ßen Müg­gel­see zu fah­ren. Dort ange­kom­men begrüß­ten mich die Bar­sche direkt mit einem atem­be­rau­ben­den Schau­spiel. Die Brut­fi­sche schos­sen aus dem Was­ser, wie ich es sel­ten gese­hen hat­te! Ein Barsch nach dem ande­ren fand sich an mei­nem Köder wie­der, doch der größ­te Fisch des Tages wur­de ein schlei­mi­ger Bras­sen…
Auf dem Rück­weg ver­folg­ten mich zwei jun­ge Minks, die sich auch von mei­ner Kame­ra nicht abschre­cken lie­ßen. Nach­dem bei­de von mir einen Fisch bekom­men hat­ten, war auch die­ser Angel­tag pas­sé.

Mit der Freundin in Berlin angeln gehen
Roman­ti­scher (Angel)Abend in Ber­lin
Angel in Berlin Tag 7 – Kupfergraben und Teltowkanal Neukölln

Am letz­ten Angel­tag woll­te ich mein Bel­ly Boat im Auto las­sen und mich dem Flair Ber­lins vom Ufer aus hin­ge­ben. Auf­fal­lend war, dass man beim Street-Fishing viel weni­ger ange­spro­chen als beim Angeln mit dem Bel­ly Boat. Als Indi­vi­du­um geht man in der Stadt der Kul­tu­ren ein­fach in den Men­schen­mas­sen unter, denn irgend­wie ist hier jeder ein „Freak“ und somit nichts beson­de­res. Den­noch gab es ein paar Ungläu­bi­ge, die mir nicht abkau­fen woll­ten, dass es in dem fla­chen und ver­müll­ten Kanal Fische geben soll, bis ich dann einen Barsch unter der Schloss­brü­cke her­vor­zau­ber­te. Etwas wei­ter ober­halb konn­te ich einen gro­ßen Trupp von Alan­den beob­ach­ten, die eben­so auf der Suche nach einem schat­ti­gen Platz waren wie ich. Die Tem­pe­ra­tu­ren waren an die­sem Tag mal wie­der uner­träg­lich. Aber wie heißt es so schön, nicht jeder Tag ist ein Fang­tag, aber jeder Tag ist ein Angel­tag! Frei nach die­sem Mot­te ging es wei­ter, doch bei die­ser Hit­ze war zumin­dest auf die­ser Stre­cke nichts mehr zu holen, außer einen Son­nen­brand.
Ehr­gei­zig wie ich bin, konn­te ich die Nacht kaum schla­fen und mach­te mich noch mal für ein paar Stun­den auf den Weg an den Tel­tow­ka­nal. Doch was dann pas­sier­te, hät­te ich nicht mehr für mög­lich gehal­ten. Kaum war mein Gum­mi ein paar mal im Was­ser gewe­sen, nahm ein gro­ßer Fisch den Köder und auch ordent­lich Schnur. Nach zwei star­ken Fluch­ten hat­te ich ihn in der Hand. End­lich – mein ers­ter 40+ Haupt­stadt­barsch!!! Eine gan­ze Woche muss­te ich dar­auf war­ten, doch die Geduld hat sich aus­ge­zahlt!

Nun war also die Woche vor­bei und ich kann ein Resü­mee zie­hen: Alles in allem kann man beim Angeln in Ber­lin wirk­lich viel Spaß haben, inter­es­san­te Gesprä­che füh­ren, an kurio­sen Plät­zen fischen und auch sonst eini­ge Über­ra­schun­gen erle­ben. Ich konn­te z.B. an mei­nem Tag Doku­men­te aus dem Was­ser zie­hen, die in einem mit Stei­nen gefüll­tem Sack im Kanal ver­senkt wur­den. Die­se habe ich natür­lich direkt der Poli­zei über­ge­ben. Span­nend war das Angeln auf jeden Fall, aber auch sehr schwer, wenn man sich so gar nicht aus­kennt! Es gibt Unmen­gen von Bar­schen, von denen vie­le etwas für die Pfan­ne gewe­sen wären, doch lässt der vie­le Müll der Stadt eher kei­nen Appe­tit auf­kom­men. Die gro­ßen Bar­sche zu fin­den ist um eini­ges schwe­rer als in allen Gewäs­sern die ich bis­her befi­schen konn­te, aber wenn man sie erst mal gefun­den hat, ist es irgend­wie doch kein Hexen­werk. Bei der nächs­ten Haupt­stadt­tour ste­hen die Zan­der ganz oben auf der Lis­te! Ich kom­me wie­der!

TL,
Ste­ven

Habt Ihr eige­ne Erfah­run­gen zum Angeln in Ber­lin, dann pos­tet sie ger­ne in die Kom­men­ta­re. Hier fin­det Ihr wei­te­re Arti­kel von Ste­ven.

Hat dir dieser Beitrag gefallen? Dann teile ihn jetzt mit deinen Freunden und Bekannten!
Tags

Das könnte Dich auch interessieren

6 Kommentare

  1. Guten Tag Ste­ve,
    wir pla­nen einen Bei­trag übers Angeln in Ber­lin. Kannst du mir bit­te mal eine Tele­fon­num­mer mai­len, damit wir dich mal anru­fen kön­nen? Wir sind die Redak­ti­on “SUPER.MARKT”.
    Dan­ke Clau­dia
    claudia.schoen@rbb-online.de
    (RBB Fern­se­hen)

  2. Also wer in Ber­lin nichts fängt ist sel­ber Schuld, ja die Hecht bestän­de in den Kanä­len ist Mau aber alles ande­re vor­han­den. Die Ber­li­ner Spree im DAV Bereich bie­tet für jeden Ang­ler etwas ein­zi­ge Maue Fisch ist der Kaul­barsch. Noch bes­ser mit Fisch gehts im Ber­li­ner Spree Bereich der Fischer­so­zi­tät.

    in dem Sin­ne Petri

  3. Schö­ner Bei­trag und bestä­tigt aber auch lei­der den Fisch­be­stand in Ber­lin. Müg­gel­see und Spree ist mitt­ler­wei­le fast tot. Gibt eine men­ge Bleie, Rot­fe­dern und Bar­sche wobei letz­te­re auch schon sel­ten gewor­den sind. Edel­fi­sche sind so gut wie kei­ne mehr vor­han­den.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Back to top button
Close
Close