2013

Angeln auf Salmoniden in Süd-Dänemark

Lachs, Meerforelle, Barsch und Hecht in Dänemark

Unser Guide: Geid-Peter
Unser Gui­de: Geid-Peter

Ein befreun­de­ter Ang­ler lock­te uns kürz­lich mit der Aus­sicht auf tol­le Fische nach Däne­mark, um mit ihm gemein­sam den ver­schie­de­nen Fisch­ar­ten wie Meer­fo­rel­le, Lachs und Barsch nach­zu­stel­len. In sei­ner genau­en Aus­sa­ge kamen unter ande­rem 14 Kilo Lach­se und sogar das Wort “hecht­ver­seucht” vor. Wer an die­ser Stel­le nun einen seriö­sen Erleb­nis­be­richt vom Angeln in Däne­mark inklu­si­ve tol­len Fisch­fo­tos erwar­tet, ist völ­lig fehl am Plat­ze und ist auf den zwei­ten Teil die­ses Arti­kels ver­wie­sen.

Am Ende des zwei­ten Tages bezeich­ne­ten wir sein Unter­fan­gen uns an die besag­ten Fische zu füh­ren als „Baron Gui­ding“, ansäs­sig in Münch­hau­sen. Den Inha­ber von “Baron Gui­ding”, Geid-Peter (Name von der Redak­ti­on geän­dert) ken­nen wir per­sön­lich, er ist ein net­ter Kerl, der jah­re­lang sei­nen Traum Tea­mang­ler zu wer­den, fest vor Augen hat­te. Gui­de-Peter hat nach eige­nen Aus­sa­gen diver­se Meter­hech­te, gro­ße Sal­mo­ni­den und dicke Bar­sche in sei­nen Gewäs­sern gefan­gen. Natür­lich konn­te er auch bereits Äschen über­lis­ten.

Alter Falter
Vor­teil von Baron Gui­ding: Man hat auch Zeit für ande­re Din­ge

Auf Grund sei­ner Aus­sa­gen fuh­ren wir bis in die Haar­spit­zen moti­viert nach Däne­mark und fisch­ten inten­siv auf Sal­mo­ni­den. Wenn die auf­stei­gen­den Lach­se und Meer­fo­rel­len mal nicht in Beiß­lau­ne sind, kann man immer noch sehr gut auf Barsch und Esox angeln, hieß es. Vom Angeln ohne Stahl mit teu­ren Wob­blern riet uns der Gui­de ab, da das Gewäs­ser hecht­ver­seucht ist und man stän­dig Hech­te am Band hat. Man fängt sich bei ihm ein­fach “dumm und dus­se­lig”, was sicher­lich auch ein adäqua­ter Name für sein „Gui­ding Unter­neh­men“ wäre.

Nach­dem wir ein paar Stun­den ohne Biss mit Spin­ner und klei­nen Wob­blern auf Lachs und Meer­fo­rel­le gefischt haben, visier­ten wir gezielt die Hech­te an, um zwi­schen­durch etwas Spaß zu haben. Gean­gelt wur­de nun mit gro­ßen Hard­baits und Gum­mi­fi­schen, letzt­end­lich mit allem was die Boxen her­ga­ben. Der erfah­re­ne Geid-Peter fuhr uns an sei­ne angeb­lich hei­ßes­ten Ecken. Lei­der mit mäßi­gem Erfolg. Mei­ne größ­te Freu­de der Tage war es also Top­wa­ter Frö­sche durch Schilf und über See­ro­sen zu füh­ren, dies hat wirk­lich Spaß gemacht und daher möch­te ich an die­ser Stel­le auch noch­mal dan­ke sagen. Dan­ke dass du uns die­se auf­re­gen­de Ange­lei ermög­licht hast. Geid-Peter, du hast wirk­lich nicht zu viel ver­spro­chen!

immerhin waren die Spots geil
Immer­hin waren die Spots geil

Das Angeln in die­sem wun­der­schö­nen Gewäs­ser war wirk­lich ein Traum, man muss auch nicht immer Fische fan­gen — völ­lig über­be­wer­tet! Aus die­sem Grund ver­zich­te­ten Sascha und ich auch auf Sprü­che jeg­li­cher Art, die sein Kön­nen als Gui­de oder die Qua­li­tät des Gewäs­sers auch nur ansatz­wei­se in Fra­ge stell­ten. Auch wenn ich am Ende des Trips fast nicht mehr mit einem tol­lem Fang gerech­net hat­te, wur­de ich am letz­ten Angel­tag noch reich beschenkt. An einem Hot­spot für Lachs und Meer­fo­rel­le stieg auf mei­nen 4er Mepps ein dufter Aland ein (Plu­ral ist übri­gens Alan­de und nicht Alän­der).

In die­sem Sin­ne, lie­be Grü­ße und ein zünf­ti­ges Waid­mans­heil.

Wer mal kei­nen Gui­de zur Hand hat, auf den er sein Ver­sa­gen am Was­ser schie­ben kann, dem sei fol­gen­der Arti­kel emp­foh­len: Wenn man nichts fängt… dann ist nicht der Ang­ler Schuld

Fische gab es auch, hier die Fänge

Sören hat Euch ja die Tour in einer leicht iro­ni­schen Art ohne jeg­li­che Fisch­bil­der beschrie­ben. Natür­lich gab es aber auch ein paar Fän­ge und einen außer­ge­wöhn­li­chen Fang, mit einem Herz­in­farkt­drill und einer gran­dio­sen Lan­dung. Die ers­ten bei­den Tage fisch­ten wir von Rolfs Boot in einem grö­ße­ren Fluss auf Lach­se, Meer­fo­rel­len, Hech­te und Bar­sche. Das Fischen war extrem schwie­rig, da die Flüs­se und Bäche in der Süd­dä­ni­schen Regi­on rund einen Meter weni­ger Was­ser im Ver­gleich zum Nor­mal­stand führ­ten. Das kann man sich bei der Hoch­was­ser­la­ge in Deutsch­land fast nicht vor­stel­len, es war aber so, wie man an die­sem Bild gut erken­nen kann.

Das Wasser fehlte in den Bächen
Das Was­ser fehl­te in den Bächen

Den Sal­mo­ni­den pass­te der sin­ken­de Was­ser­stand gar nicht, ein paar Bar­sche bis Mit­te 30 und eini­ge klei­ne Hech­te konn­ten wir aber schon fan­gen. Komi­scher Wei­se war die fän­gigs­te Metho­de das Dropshot-Angeln, Hard­baits und Top­wa­ter Frö­sche wur­den gänz­lich igno­riert und auf Spin­ner gab es auch nur einen klei­nen Barsch.

Der beste Barsch des ersten Tages
Der bes­te Barsch des ers­ten Tages

Am drit­ten und vier­ten Tag stand „India­ner­an­geln“ an einem weit­ver­zweig­ten Sys­tem von klei­ne­ren Bächen an. Auch hier war der Was­ser­stand lei­der viel zu nied­rig, was den auf­stei­gen­den Lach­sen und Meer­fo­rel­len in der Regel gar nicht gefällt, aber wir ver­such­ten unser Glück trotz­dem. Rolf zeig­te uns vie­le wun­der­schö­ne Spots in einer tol­len Natur zwi­schen klei­nen Wäld­chen und wei­ten Wie­sen und Fel­dern. Eine traum­haf­te Fische­rei, die wir so noch nicht kann­ten. Allein der Gedan­ke, dass man even­tu­ell einen Lachs oder eine Meer­fo­rel­le in die­sen klei­nen Fließ­ge­wäs­sern fan­gen könn­te, ließ den Puls bei jedem Wurf aufs Neue stei­gen. Neben den Lach­sen und Meer­fo­rel­len, deren Bestand durch Besatz­maß­nah­men geför­dert wird, gibt es auch einen klei­nen wil­den Bestand an Bach­fo­rel­len und Äschen in den Ober­läu­fen der Bäche, die nicht besetzt wer­den.

Der Maifliegenschlupf war auch voll im Gange...
Der Maiflie­gen­schlupf war auch voll im Gan­ge…

Als wir am drit­ten Tag eini­ge Stel­len erfolg­los befisch­ten, zeig­te uns Rolf am frü­hen Nach­mit­tag einen wun­der­schö­nen Spot mit einem klei­nen Wehr in Mit­ten von Fel­dern gele­gen. Wir befisch­ten den Spot zu dritt, doch lei­der blie­ben die Bis­se aus. Kurz bevor wir den Spot wech­seln woll­ten, klet­ter­ten Sören und ich auf eine schma­le Mau­er die quer über das Wehr ver­lief, um uns den Spot noch mal genau­er von oben anzu­schau­en. Natür­lich muss­ten wir auch noch mal ein, zwei Wür­fe von da oben machen, was eigent­lich nicht zu emp­feh­len ist, da man so nie­mals von da oben einen Fisch hät­te lan­den kön­nen. Aber in die­sen Fall stand Rolf noch unter­halb des Weh­res mit einem Kescher für den Not­fall bereit und mit einem Biss hat eh kei­ner von uns gerech­net. Aber manch­mal pas­sie­ren halt klei­ne Wun­der beim Angeln.

Nach­dem ich zwei Wür­fe in die Rau­sche des Weh­res gemacht hat­te, ließ ich kurz ver­träumt mei­nen 4,8cm klei­nen Lucky Craft Poin­ter in der Strö­mung spie­len, bis auf ein­mal eine dicke Bach­fo­rel­le von unten ange­schos­sen kam und sich auf den Wob­bler stürz­te. Sören und ich konn­ten den Biss bei­de ganz genau sehen, der abso­lu­te Wahn­sinn mir blieb das Herz kurz ste­hen. Nun begann ein wil­der Tanz und mein Puls stieg wahr­schein­lich auf 200. Die Bach­fo­rel­le steu­er­te sofort einen aus dem Was­ser ragen­den Holz­pfahl an und ich muss­te ihr balan­cie­ren­der Wei­se auf einen nur ca. 30cm brei­ten Stück der Mau­er fol­gen, gut drei Meter über dem Was­ser. Nun kam was natür­lich pas­sie­ren muss­te, die Forel­le umwi­ckel­te die Schnur an dem Holz­pfahl und setz­te sich fest. Zum Glück hielt das STROFT Fluro­car­bon die­sem har­ten Belas­tungs­test stand!

Jetzt kam Rolfs gro­ßer Auf­tritt. Ohne zu zögern ging Rolf mit sei­nen Schu­hen und sei­ner lan­gen Hose, mit dem Kescher bewaff­net ins Was­ser, um die Forel­le noch irgend­wie zu lan­den. Kur­ze Zeit dach­ten wir, dass wir die Bach­fo­rel­le ver­lo­ren hät­ten, doch dann kam Rolf doch mit dem Kescher an sie ran und die Forel­le glitt in das Netz. Ich hab glaub ich noch nie so laut und inten­siv geschrien wie in die­sem Moment, da hät­te ich ger­ne mal mei­nen Gesichts­aus­druck gese­hen. Ein unglaub­li­cher Moment in dem vie­le glück­li­che Zufäl­le per­fekt zusam­men gepasst haben, ein­fach unfass­bar.

Der Chefrocker vom Wehr
Der Chef­ro­cker vom Wehr

Sören und ich sind dann direkt jubelnd zu Rolf gelau­fen, der den Fisch natür­lich erst mal ver­sorgt hat­te. Nun wur­de die tol­le Team­leis­tung gefei­ert und alle lagen sich in den Armen und klatsch­ten sich ab. So etwas haben wir alle drei noch nie beim Angeln erlebt, ein­zig­ar­tig! Hät­te uns jemand beob­ach­tet, der hät­te bestimmt gedacht, dass wir nicht ganz dicht sind. Ich glau­be, ich hab mich bestimmt zehn Mal in fünf Minu­ten bei Rolf für die­se unglaub­li­che Lan­dung bedankt und ihn umarmt. So etwas ver­misst man in der Angel­sze­ne, die doch teil­wei­se lei­der sehr vom nichts gön­nen und nör­geln bestimmt ist. Ein wun­der­schö­ner Moment, mit einer tol­len wil­den Forel­le, die für die­ses Gewäs­ser ein Aus­nah­me­fisch ist und einer mei­ner schöns­ten Fän­ge in mei­nen bis­he­ri­gen Leben. Es war auch erst das zwei­te Mal, dass ich in mei­nem Leben auf wil­de Sal­mo­ni­den in einem Bach gean­gelt habe und dann das, ein Traum!

Ein wundervolle Angelei auf wünderschöne Fische
Eine wun­der­vol­le Ange­lei auf wun­der­schö­ne Fische

Nach dem Foto­shoo­ting wech­sel­ten wir noch ein­mal den Spot, um einen ande­ren Bach zu befi­schen. Dort konn­te Rolf einen tol­len Barsch fan­gen, wei­te­re Bis­se blie­ben jedoch aus, was aber auch völ­lig egal war, da wir alle drei noch völ­lig geflasht von der Bach­fo­rel­le waren. Jetzt mach­ten wir Fei­er­abend und fuh­ren ein paar Zuta­ten kau­fen, denn Sören hat­te sich ange­bo­ten, die Forel­le lecker für uns zuzu­be­rei­ten. Als Vor­spei­se gab es einen bun­ten Salat mit Möh­ren, Toma­ten, Radi­schen, roten Zwie­beln, Salat­her­zen und einem Essi­g/­Öl-Dres­sing und als Haupt­gang die Forel­le mit neu­en Kar­tof­feln und Zitro­nen­but­ter, ein Hoch­ge­nuss. Danach lie­ßen wir den Tag und vor allem den Fang noch mal bei dem ein- oder ande­ren Bier­chen Revue pas­sie­ren. Vie­len Dank noch mal an Rolf für die­sen wun­der­vol­len Tag!

Rolf mit einem schönen Barsch
Rolf mit einem schö­nen Barsch

Am nächs­ten Tag ging es etwas ver­spä­tet, da die Bach­fo­rel­le doch ein wenig dol­ler gefei­ert wur­de, wie­der an die Bäche. Die ers­ten Stel­len brach­ten kei­ne Bis­se, doch dann bekam Sören einen star­ken Ein­schlag auf sei­nen Spin­ner. Die ver­meind­li­che Sal­mo­ni­de gab sich dann als ein gemei­ner Aland zu erken­nen. Lei­der nicht der Ziel­fisch, aber trotz­dem ein tol­ler Fang. Danach wur­de noch mal das Wehr vom Vor­tag ange­fah­ren, doch auch hier gab es dies­mal nichts zu holen und wir mach­ten Fei­er­abend, da es am nächs­ten Tag wie­der zurück in die Hei­mat ging.

Leider nicht der Zielfisch, aber trotzdem ein tollen Fang
Lei­der nicht der Ziel­fisch, aber trotz­dem ein tol­ler Fang

Ich möch­te mich noch mal für die­se tol­le Tour bei Rolf bedan­ken! Es hat unglaub­lich viel Spaß gemacht, obwohl wir eigent­lich nicht viel gefan­gen haben. Der Zusam­men­halt und die gemein­sa­me Freu­de am Angeln war ein­fach gran­di­os, da stimm­te ein­fach alles und man hat­te das Gefühl, dass wir uns schon eine Ewig­keit ken­nen! Ich freu mich schon auf die nächs­ten Tou­ren. Vie­len Dank das wir uns ken­nen­ge­lernt haben!

Gruß in die Run­de
Sören und Sascha

Was waren Eure schöns­ten Erleb­nis­se am Was­ser?

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Redaktion

Unter dem Namen Redaktion haben wir vornehmlich ältere Artikel abgelegt, bei denen eine Zuordnung des Autors schwierig ist oder es einmalige Beiträge waren.

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