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2013

Meerforellenangeln in Boltenhagen — Mecklenburg Vorpommern

Sternstunden beim Mefofischen an der Ostsee

Hier ein Nach­trag vom Meer­fo­rel­len­an­geln an der schö­nen Ost­see­küs­te Meck­len­burg-Vor­pom­merns aus dem April.

Mein Onkel Gerd frag­te mich kurz­fris­tig, ob in nicht Lust hät­te mit ihm an die Küs­te zu fah­ren, um den Meer­fo­rel­len an der Ost­see nach­zu­stel­len. Bei sol­chen Anfra­gen las­se ich mich natür­lich nicht zwei­mal bit­ten. Kurz die Bedin­gun­gen wie Was­ser­tem­pe­ra­tur, Strö­mun­gen und Wind gecheckt und am nächs­ten Tag ging es dann um 4:15 Uhr Rich­tung Ost­see­küs­te, genau­er gesagt nach Bol­ten­ha­gen. Bis dato war ich in die­sem Jahr zwei­mal am besag­ten Spot, ohne jedoch groß­ar­ti­gen Erfolg zu haben. Die eine Tour blieb mir eher auf Grund des Mus­kel­ka­ters län­ger in Erin­ne­rung, da ich mit Angel­kol­le­ge Phil­ip am bezie­hungs­wei­se im Was­ser rich­tig Meter gen Wes­ten mach­te und allei­ne der Rück­weg in der Dun­kel­heit über eine Stun­de dauerte.

schöner Strand bei Boltenhagen
schö­ner Strand bei Boltenhagen

Am Park­platz ange­kom­men war ich wie­der­mal der ers­te, der umge­zo­gen war. Mein Onkel der mitt­ler­wei­le min­des­tens 60 Jah­re Angel­erfah­rung hat, brauch­te noch ein paar Minu­ten und jeder kennt sicher­lich die­se lan­gen Minu­ten des War­tens, wenn man eigent­lich schon anfan­gen könn­te zu fischen. So sag­te er, dass ich ruhig schon mal los­ge­hen könn­te. Im Nach­hin­ein betrach­tet woll­te der alte Fuchs even­tu­ell aber auch nur detail­lier­ter mit dem ein­hei­mi­schen Ang­ler spre­chen, der gera­de am Park­platz hielt. Mir war es wurscht, ich wuss­te wo ich hin woll­te und zog, das ers­te Riff im Hin­ter­kopf, los. Das Riff war jedoch schon besetzt, da ich lie­ber allei­ne fischen woll­te ging ich wei­ter, wohl­wis­send, das noch ein paar inter­es­san­te Ecken kommen.

Bereits beim ers­ten Schritt ins Was­ser ahn­te ich böses, die Bestä­ti­gung folg­te schnell: Wat­ho­se kaputt! Nicht nur ein leicht benetz­ter gro­ßer Zeh, nein, kom­plet­ter Was­ser­ein­bruch. Das gute Stück hat­te mir über Jah­re treue Diens­te erwie­sen aber nun hat­te sie ihren Zenit erreicht, äußerst ärger­lich. Aber egal, wei­ter­an­geln. Das Was­ser war schließ­lich mit fünf bis sechs Grad nicht all­zu kalt. Sobald ich aus dem Was­ser trat, sank der „inter­ne Was­ser­stand“ immer­hin auf das Ende der Gum­mi­stie­fel, was das Gan­ze nur begrenzt ver­ein­fach­te. Mitt­ler­wei­le hat­te ich schon ein paar Spots getes­tet, hat­te jedoch die gan­ze Zeit eine bestimm­te Bucht im Kopf, also wei­ter. Als ich schließ­lich beim anvi­sier­ten Spot ankam, war mei­ne Lau­ne auf­grund der kom­plett nas­sen Unter­be­klei­dung und des lan­gen Weges abso­lut im Kel­ler. Bei einem klei­nen Snack schau­te ich mir den Spot noch­mal genau­er an und beschloss hier nun zu ver­wei­len und die Stel­le kom­plett auszufischen.

die ers­te Meer­fo­rel­le des Tages

Bereits nach kur­zer Angel­zeit hat­ten sich die Mühen gelohnt, denn ich bekam einen knall­har­ten Biss auf einen mei­ner lieb­lings Meer­fo­rel­len­blin­ker, den Möre Sil­da in grün/weiss. Der Anhieb saß und der Tanz begann. Die kräf­ti­ge Meer­fo­rel­le mach­te diver­se Fluch­ten und Sprün­ge, ein Drill wie aus dem Bil­der­buch. Immer wie­der geil wie viel Adre­na­lin man in sol­chen Momen­ten im Kör­per hat. Die Lan­dung klapp­te und so konn­te ich die gut genähr­te Meer­fo­rel­le schnell am Ufer ver­sor­gen. An eine Pau­se ist in sol­chen Momen­ten natür­lich nicht zu den­ken, da die Trut­ten bekann­ter­ma­ßen ger­ne in Trupps unter­wegs sind. Der Beweis folg­te kei­ne drei Minu­ten spä­ter, als ich die nächs­te Forel­le am Band hat­te. Auch hier beweg­te ich mich im Drill wie­der etwas von den Stei­nen im Was­ser weg und konn­te den Fisch im nur leicht ange­trüb­ten Was­ser über dem Sand im Drill beob­ach­ten. Wie­der einer schö­ner Fisch, doch mit mit­te 40cm etwas zu klein und dürf­te daher wie­der schwim­men. Ich mach­te noch ein paar Wür­fe doch der Trupp war offen­sicht­lich wei­ter­ge­zo­gen. Daher ging es ans Ufer, um mich kurz auf­zu­wär­men und um den Moment zu genie­ßen. Mein Onkel, der deut­lich wei­ter vor­ne fisch­te, hat­te in der Zwi­schen­zeit ange­ru­fen. Auch er hat­te zwei Forel­len gelan­det, aller­dings sind ihm noch zwei 70+ Fische vor den Füßen im Sprung aus­ge­stie­gen und er hat­te noch wei­te­re Kon­tak­te. Nach so einer Infor­ma­ti­on bleibt man natür­lich nicht lan­ge sit­zen. Ich fisch­te in „mei­ner Bucht“ noch eine wei­te­re gute hal­be Stun­de, ohne einen wei­te­ren Kon­takt zu haben und mach­te mich schließ­lich auf den knapp 30 minü­ti­gen Rück­weg, nach­dem ich die Wat­ho­se kom­plett vom Was­ser entleerte.

die dürften mit - die beste Meerforelle beste mit 65cm
die durf­ten mit — die bes­te Meer­fo­rel­le hat­te 65cm

End­lich am neu­en Spot ankom­men, blieb kei­ne Zeit zum Ver­schnau­fen. Was in den nächs­ten Stun­den folg­te war die abso­lu­te Mup­pet­show. Bereits beim ers­ten Wurf hat­te ich den ers­ten Zup­fer. Zwei Wür­fe spä­ter stieg dann eine Meer­fo­rel­le so bra­chi­al ein, dass ich zunächst dach­te eine rich­tig gute am Band zu haben. Beim ers­ten Sprung zeig­te sich jedoch „nur“ ein sil­ber­nes Kör­per­kleid von mit­te 40cm, also wur­de der Fisch direkt im Was­ser ent­hakt. Kei­ne 5 Minu­ten konn­te ich die nächs­te Meer­fo­rel­le lan­den, nach­dem ich zwi­schen­durch noch einen Aus­stei­ger hat­te. So ging es eine gute Stun­de wei­ter, es war schlicht­weg unglaub­lich wie viel Fisch vor Ort war. Dies war wirk­lich Meer­fo­rel­len­an­geln wie man es sel­ten erlebt. Natür­lich fing nicht nur ich, auch Gerd war stän­dig am Dril­len. Zwei oder drei Mal gab es sogar Dop­pel­drills! Wir stan­den dicht bei­ein­an­der und konn­ten so fast durch­ge­hend im kla­ren Was­ser, über dem hel­len Sand­grund, Meer­fo­rel­len an uns vor­bei rasen oder vor uns Sprin­gen sehen. Es war ein­fach nur fan­tas­tisch! Als die Fre­quenz etwas weni­ger wur­de ging es ans Ufer. Mit dem wei­chen­den Adre­na­lin rea­li­sier­te ich eine leich­te Unter­küh­lung und bekam die ers­ten Waden­krämp­fe, daher leg­te ich eine län­ge­re Pau­se ein.

Zurück am Spot ging es fast so gut wei­ter wie vor der Pau­se. Wir hat­ten unzäh­li­ge Bis­se, eini­ge Aus­stei­ger und beka­men auch Mefos in den Kescher. Man­che klei­ne­ren Fische lös­ten sich vor den Füßen an der losen Schnur und die eine oder ande­re maßi­ge, wohl­ge­nähr­te Trut­te sprang auf wun­der­sa­me Wei­se wie­der aus dem Netz. Über den Nach­mit­tag ging die Biss­fre­quenz run­ter, was mir durch­aus gele­gen kam, denn ich muss­te auf Grund der Käl­te regel­mä­ßig für min­des­tens 20 Minu­ten aus dem Was­ser. Um cir­ka 17 Uhr been­de­ten wir eine län­ge­re Pau­se und wate­ten noch­mal ins Was­ser. Zunächst tat sich bei allen Ang­lern, mitt­ler­wei­le waren über ein hal­bes Dut­zend Meer­fo­rel­len­ang­ler in Wurf­wei­te ver­teilt, rein gar nichts. Um cir­ka 17.45 ging es dann wie­der los. Ein wei­te­res abso­lu­tes High­light des Tages war, das ich drei Trut­ten in fünf Wür­fen fan­gen konn­te, was die räum­li­che Distanz zu den ande­ren Ang­lern schnell schrump­fen ließ. Ich ent­nahm mei­ne drit­te Meer­fo­rel­le, genoss noch ein paar Minu­ten den Moment und mach­te mich dann lang­sam auf den Heimweg.

das nächste mal wieder mit lebendigen Fischen...
das nächs­te mal wie­der mit leben­di­gen Fischen…

Das ein­zi­ge Man­ko die­ses traum­haf­ten Tages ist, dass es kei­ne guten Fotos gibt, daher müsst Ihr Euch lei­der mit den obi­gen Han­dy­fo­tos begnügen.

Zur Aus­rüs­tung: Gefischt wur­de ganz sim­pel nur mit Blech ohne Sprin­ger­flie­ge, die bes­ten Köder des Tages waren Möre Sil­da, Snaps und Salty’s in Herings- und Kup­fer­far­ben, die nur mit einem Dai­wa Tour­na­ment D‑Snap am STROFT FC1 in 0,28mm gefolgt von STROFT GTP R Typ 3 hingen.

Dies ist sicher­lich einer der detail­lier­tes­ten Berich­te, die wir hier je ver­öf­fent­licht haben, was dar­an liegt, dass ich die­sen Tag wohl nie ver­ges­sen wer­de. Ich wür­de mich freu­en, wenn Ihr Euer Feed­back da lasst und viel­leicht von Eurem schöns­ten Angel­er­leb­nis in jüngs­ter Zeit in den Kom­men­ta­ren berichtet.

Dem­nächst kommt übri­gens ein neu­er Angel­füh­rer für die schö­nen Strän­de in Meck­len­burg-Vor­pom­mern von North-Gui­ding raus: zur Über­sicht. Nächs­te Woche folgt ein wei­te­rer detail­lier­ter Bericht vom Angeln am Ebro.

Tight lines und eine schö­ne Raub­fisch­sai­son wünscht,

Sören

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