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Top Gerät für Angler: Simrad Echolot GO7 XSE

Simrad GO7 XSE im Praxis-Test

Sim­rad, seit vie­len Jah­ren ein fes­ter Begriff bei Berufs­fi­schern und Mee­res­for­schern, eta­bliert sich unter der Mut­ter Navico und neben der Schwes­ter Lowran­ce auch im Kon­su­mer­be­reich mehr und mehr als fes­te Grö­ße auf dem Markt. Beson­ders inter­es­sant im mitt­le­ren Preis­seg­ment ist, neben den 5´und 9´ Vari­an­ten, das 7´Simrad GO7 XSE. Es ist tech­nisch weit­ge­hend bau­gleich mit dem Lowran­ce Eli­te 7 Ti, benutzt die glei­chen Geber und bedient in der Steue­rung, wie vie­le der Kon­kur­renz­pro­duk­te, die Touch Gewohn­hei­ten der Han­dy­ge­nera­ti­on.

Simrad GO7 XSE Echolot
Im zeit­ge­mä­ßen Look prä­sen­tiert sich der 7´Bestseller G7 xse aus dem Sim­rad Pro­gramm, hier „touch­fer­tig“ mit dem Start­bild­schirm im Haupt­me­nü

Simrad GO7 XSE — Was man für sein Geld bekommt

Im Echo­lot­be­reich stellt das Sim­rad GO7 XSE Chirp/Breitband Sonar mit den typi­schen 83/200Khz Leit­fre­quen­zen und ein hoch­fre­quen­tes Struk­tur­scan(455/800Khz) zur Ver­fü­gung. Nach Navico Les­art beinhal­tet letz­te­res Down- und Side­scan Optio­nen. Pas­send zum Gerät wird ein Total­scan Geber ange­bo­ten, der die genann­ten Echo­spiel­ar­ten in einem ein­zi­gen Gehäu­se ver­eint. Ein sepa­ra­ter Struk­tur­scan Sen­der ist hier nicht von­nö­ten. Die Echo­lot­tech­nik des Sim­rad GO7 XSE ergänzt ein voll­aus­ge­stat­te­ter Plot­ter. Der wie­der­um lässt sich mit Navio­nics , C‑Map oder NV Digil­tal See­kar­ten füt­tern und ver­daut, eben­so wie bei Lowran­ce, Insi­de Gene­sis Datei­en, die sich fer­tig, oder mit dem Gerät selbst erstellt, aus prak­tisch jedem Gewäs­ser gene­rie­ren las­sen. Das GO7 XSE ist netz­werk- (NMEA2000) und wlan­fä­hig, so dass z.B. Updateprü­fung und mit der Gofree App auch Smart­funk­tio­nen mit dem Handy/Tablet mög­lich sind.

Simrad GO7 XSE — Funktionen und Technik

Ein­mal auf­ge­baut, über­zeugt das Sim­rad GO7 XSE, anders als das tech­ni­sche Gegen­stück Lowran­ce Eli­te 7ti, durch sei­ne kla­re Form­spra­che. So zu sehen in der moder­nen Lini­en­füh­rung mit weni­gen sicht­ba­ren Gehäu­seele­men­ten im Fron­tal­blick und der sti­lis­tisch pas­sen­den Bügel­hal­te­rung, die auch unter ungüns­ti­gen Bedin­gun­gen aus­rei­chen­de Sta­bi­li­tät ver­spricht. Lei­der sind die Hal­te­rung selbst und die schlecht zen­trier­ten Rän­del­schrau­ben alles ande­re als hoch­wer­tig, erfül­len den ihnen zuge­dach­ten Zweck aber ordent­lich. Der Ein/Ausschalter des Sim­rad liegt berüh­rungs­emp­find­lich unter Glas, das Touch­screen selbst funk­tio­niert leicht und prak­tisch feh­ler­frei. Die Mul­ti­touch­mög­lich­kei­ten (z.B. Zoo­men) tun ein Übri­ges um auch hart­nä­cki­ge Ver­fech­ter der Tas­ten­be­die­nung zu über­zeu­gen, dass Schnel­lig­keit, Kom­fort und Bequem­lich­keit für die­se Art der Steue­rung eines Echo­lo­tes spre­chen, solan­ge star­ker Regen und Verschmutzungen(offenes Boot) oder kräf­ti­ger See­gang die Bedien­si­cher­heit nicht beein­träch­ti­gen kön­nen.

Der Ein­stieg in das Menü­sys­tem des Gerä­tes erfor­dert etwas Zeit, da die Ein­stel­lungs­op­tio­nen aus­ge­lo­tet und die Indi­vi­dua­li­sie­rungs­mög­lich­kei­ten viel­fäl­tig genutzt wer­den soll­ten. Wer die Hand­ha­bung eines Smart­pho­nes mit den sys­tem­ty­pi­schen Icons kennt, wird sich bei die­sem Gerät bedien­tech­nisch aber schnell zu Hau­se füh­len. Aus dem Haupt­me­nü ist man per Touch in den Funk­ti­ons­be­rei­chen und von dort genau­so schnell in den gewünsch­ten Ver­zwei­gun­gen. Dia­log­me­nüs holt man über den Men­übut­ton und schließt sie adäquat wie­der ab.

Simrad Go7 XSE Echolot Rückseite - Stecker
Das Sim­rad Go7 XSE von der Rück­sei­te. Unter der fle­xi­blen Gum­mi­ab­de­ckung befin­det sich der SD Kar­ten Schacht

Das ers­te Fra­ge­zei­chen taucht auf, wenn man eine Micro SD Kar­te nut­zen möch­te, um z.B. See­kar­ten zu laden, Screen­co­pies auf­zu­spie­len oder Gewäs­ser zu kar­to­gra­phie­ren. Was die Ent­wick­ler bei Sim­rad gerit­ten hat, den Kar­ten­schacht auf der Gerä­te­rück­sei­te zu ver­ban­nen, wür­de ich mir ger­ne ein­mal erklä­ren las­sen. Wie soll ein Kar­ten­wech­sel funk­tio­nie­ren, wenn das Gerät bün­dig ein­ge­baut oder nahe an einer Bord­wand auf der Hal­te­rung steht? In sol­chen Fäl­len wäre jeweils ein Ab- und Anbau des Gerä­tes erfor­der­lich nur um z.B. eben mal schnell die Charts gegen ein Spei­cher­me­di­um aus­zu­tau­schen.

Dass es auch anders geht, zeigt z.B. die Gar­min Pro­dukt­pa­let­te, wo der SD Kar­ten­wech­sel jeder­zeit pro­blem­los von vorn mög­lich ist. Screen­co­pies wer­den übri­gens beim GO7 XSE stan­dard­mä­ßig im inter­nen Gerä­te­spei­cher abge­legt. Wie sie auf eine SD Kar­te zu bekom­men sind, war mit dem Hand­buch (180 S.) lei­der nicht abschlie­ßend zu klä­ren, erst ein Soft­ware­up­date des Gerä­tes brach­te den ent­schei­den­den Hin­weis. Trotz die­ser klei­nen Stol­per­stei­ne macht es Freu­de mit dem Sim­rad Go7 zu arbei­ten.

Echolot mit go free App nutzen
Zwei Klicks auf die gofree App am Smart­pho­ne bringt umge­hend das Echo­lot­bild aufs Han­dy

Simrad GO7 XSE — Bildschirm

Der Bild­schirm über­zeugt. Best­wer­te bei Hel­lig­keit und Kon­trast erlau­ben, auch unter ungüns­ti­gen Bedin­gun­gen, den Bild­schirm ein­wand­frei abzu­le­sen. Bei einer Auf­lö­sung von 800x480 Pixel erhält man ein kon­tu­ren­schar­fes und farb­lich dif­fe­ren­zier­tes Bild, das es leicht macht, Details in Echo­lot­bil­dern sicher zu erken­nen oder loh­nen­de Angel­stel­len auf der See­kar­te zu fin­den. Der Zugang zum hei­mi­schen Netz­werk oder die erfolg­rei­che Kom­mu­ni­ka­ti­on über Wlan ist mit der übli­chen Pro­ze­dur schnell ein­ge­rich­tet. Mit der Gofree App auf dem Smart­pho­ne und instal­lier­tem Wlan Zugang(PW Inter­nes Wlan) zau­bert sich die Gerä­te­an­zei­ge dann auch aufs Han­dy oder Tablet.

Simrad GO7 XSE — Navigieren

Im Plot­ter­be­reich ist das Sim­rad Go7 XSE mit dem GPS Klas­sen­pri­mus Gar­min auf Augen­hö­he. Was die See­kar­ten­op­tio­nen angeht, sogar ein Stück weit in Front, da Gar­min neben den eige­nen Charts kei­ne Alter­na­ti­ve von Dritt­an­bie­tern zulässt. Hard­ware­seits wer­kelt im Test­kan­di­da­ten ein 10Hz GPS Modul, das die aktu­el­le Posi­ti­on 10 mal pro sec. abfragt und damit auch bei lang­sa­men Schiffs­be­we­gun­gen den genau­en Stand­ort auf der Kar­te kon­ti­nu­ier­lich nach­hält. Sehen las­sen kann sich auch die GPS Emp­find­lich­keit des Gerä­tes. Das hat­te ich von älte­ren Lowran­ce Gerä­te noch anders in Erin­ne­rung. Im Ver­gleich zu einem aktu­el­len Gar­min Echomap Gerät braucht das Sim­rad Go etwa die glei­che Zeit um Satel­li­ten mit aus­rei­chen­der Signal­stär­ke zu fin­den, ist aber zähl­bar schnel­ler navi­ga­ti­ons­be­reit. Das spricht schon ein­mal für sich.

C-Map Max-N+ Bathymetrische Karten
C‑Map Max‑N+ Bathy­me­tri­sche Kar­ten mit Reli­ef­schat­tie­rung (links) zei­gen auf einen Blick wie es unter Was­ser aus­sieht. Steil­hän­ge und Flach­stel­len sind sofort aus­zu­ma­chen, rechts zum Ver­gleich die Kar­te von Navionics+(2015)

Am Funk­ti­ons­um­fang des Kar­ten­plot­ters dürf­ten auch anspruchs­vol­le Nut­zer wenig zu mäkeln haben. Ein aus­ge­feil­tes Wege­punkt Manage­ment und die Pla­nungs­soft­ware Tri­pIn­tel, um nur zwei Eck­punk­te zu nen­nen, las­sen eine Viel­zahl indi­vi­du­el­ler Optio­nen zu und bie­ten alle Mög­lich­kei­ten sie den per­sön­li­chen Bedürf­nis­sen anzu­pas­sen. Lei­der wird oft ver­kannt, dass die Plotter­hard­ware ohne pas­sen­de See­kar­ten nicht ein­mal die Grund­be­dürf­nis­se einer effi­zi­en­ten Anwen­dung bedie­nen kann. Wir haben uns des­halb ein­mal eine aktu­el­le C‑Map MAX‑N+ Kar­ten­op­ti­on für das Gerät ange­schaut. Ins­be­son­de­re die hoch­auf­lö­sen­den Angelkarten(High-Resolution Fishing Charts) mit Tie­fen­li­ni­en, der Tie­fen­schat­tie­run­gen unter­legt wer­den können(Custom Shaded Depths) sind für den Ang­ler unge­mein wert­voll. Als Pla­nungs­grund­la­ge für die Hot­spot Tracks und die Iden­ti­fi­zie­rung von Brü­chen, Kan­ten, Pla­teaus oder Unter­was­ser­ber­gen gibt es kein bes­se­res Hilfs­mit­tel. Das Echo­lot mag ja bei der Fein­jus­tie­rung vor Ort nütz­lich sein, die See­kar­te macht aber erst eine groß­flä­chi­ge Hot­spot­su­che mög­lich. Wie gut die C‑Map Kar­te in die­ser Hin­sicht ist, gibt der Bild­ver­gleich von einer bekann­ten Top­stel­le in der Har­d­an­ger Regi­on wie­der. Die C‑Map Kar­te bie­tet zudem zahl­rei­che Over­lays in der Kar­ten­dar­stel­lung an. Eine 3‑D Dar­stel­lung ist auch im Ange­bot, eben­so das Auto­rou­ting, das zu einem vor­ge­ge­be­nen Ziel auto­ma­ti­sche eine pas­sen­de und siche­re Rou­te berech­net, nach der man navi­gie­ren kann.

Rund­her­um ein gelun­ge­nes Paket, das im Funk­ti­ons­um­fang und den Mög­lich­kei­ten dem Navio­nics Charts eben­bür­tig ist. Auf dem Was­ser konn­te ich Plot­ter und See­kar­ten in Teil­be­rei­chen aus­pro­bie­ren und hat­te in punc­to Leis­tungs­fä­hig­keit bei­der Kom­po­nen­ten kei­ne Ver­bes­se­rungs­wün­sche. Den Umgang mit dem Sys­tem fand ich sehr intui­tiv. Wer den Plot­ter nur gele­gent­lich nutzt, wird die­sen Umstand begrü­ßen, da bestimm­te Abfol­ge­de­tails schnell ver­in­ner­licht sind. Alle Navi­ga­ti­ons­ver­su­che klapp­ten rei­bungs­los, die erziel­ba­re Genau­ig­keit lag sehr gut im übli­chen Rah­men und die Ein­ge­wöh­nungs­zeit in die kom­for­ta­ble Bedie­nung war äußerst kurz.

Simrad Echolot Geber
Der Total­scan Geber des Sim­rad Go7 XSE, fast 30cm lang und über ein Kilo schwer

Simrad GO7 XSE — Praxis und Vergleich

Wer bis­her nur klei­ne 2‑Frequenz Geber in der Hand hat­te, wird von den Aus­ma­ßen und dem Gewicht des Total Scan Geber über­rascht sein. Bei rund 28cm Län­ge über alles und einem Gesamt­ge­wicht von 1,2kg(mit Kabel) soll­te man bil­li­ge Geber­stan­gen und Saug­näp­fe zur Mon­ta­ge am Boot ver­ges­sen. Hier sind nur sta­bi­le Lösun­gen aus der Eigen­pro­duk­ti­on oder ein Edel­stahl­mo­dell von Skru­bes ange­sagt, wenn man mobil unter­wegs ist. War­um sol­che Gehäu­se­di­men­sio­nen not­wen­dig sind, liegt an den ein­ge­setz­ten Kris­tal­len. Deren Form, Län­ge und Zusam­men­set­zung bestim­men die Außen­ma­ße. Lei­der wird die Geber Mon­ta­ge­hal­te­rung nicht mehr aus Metall son­dern nur noch aus Plas­tik gefer­tigt. Mit die­ser Ände­rung wur­de sinn­vol­ler­wei­se auch der Kabelaus­tritt aus Geber­ge­häu­se von vor­ne nach hin­ten gelegt, so dass die Lei­tung ohne Umwe­ge nahe am Boot hoch­ge­führt wer­den kann. Optisch sieht das Gan­ze mit der roten Ein­la­ge im schwar­zen Out­fit auch noch bes­ser aus. Bleibt die Fra­ge, wie sich eine Plas­tik­hal­te­rung bei einem schwe­ren Geber in der Pra­xis bewährt? Für unse­re Pra­xis­ver­su­che jeden­falls gab es weder bei der Mon­ta­ge am Boot noch im Betrieb auf dem Was­ser irgend­wel­che Auf­fäl­lig­kei­ten, so dass es kei­nen Grund zur Beun­ru­hi­gung geben soll­te. Die Ein­drü­cke auf dem Was­ser beschei­ni­gen der Struk­tur­scan Tech­nik von Lowrance/Simrad durch­aus eine Spit­zen­stel­lung im Klas­sen­feld. Der Total Scan Geber „leuch­tet“ die Berei­che unter und neben dem Boot sehr gut aus. In Schär­fe, Kon­trast und Detail­zeich­nung set­zen sich die Bil­der schon etwas ab und dass mit Fest­fre­quen­zen von 455Khz oder 800Khz, d.h. ohne Chirpun­ter­stüt­zung.

Go7 XSE Sidescan Screenshot
Go7 XSE Side­scan Screen­shot zeigt Fun­da­men­te eines vier­spu­ri­gen Auto­bahn­zu­brin­gers. Der Ver­gleich mit Unter­was­ser­auf­nah­men ist nicht all­zu weit her­ge­holt

Chirp gibt es bei die­sem Gerät neben den Fest­fre­quen­zen 83/200Khz nur im 2‑D Bereich und das auch nur, wenn man par­al­lel dazu auf Struk­tur­scan Mög­lich­kei­ten ver­zich­tet. Das ist ent­täu­schend, zumal Kon­kur­renz­pro­duk­te wie ein Gar­min Echomap 72sv mit dem GT52 Geber die Chirp Kla­via­tur im Par­al­lel­be­trieb beherr­schen.

Was letzt­lich zählt sind aber Ergeb­nis­se und die sind beim Sim­rad GO7 XSE durch­gän­gig gut, solan­ge man auf den Struk­tur­scan Bereich fokus­siert ist. Im tra­di­tio­nel­len Echo­lot­be­reich (2‑D), der z.B. für die Fischer­ken­nung von Bedeu­tung ist, kann man vom Total­scan Geber aller­dings kei­ne Wun­der erwar­ten.

Go7
Die 2‑D Auf­nah­me des Go7 zeigt vie­le Details. Was fehlt, ist die Fein­zeich­nung und die Objekt­dif­fe­ren­zie­rung, die einen zu gro­ßen Inter­pre­ta­ti­ons­spiel­raum lässt. Wo hier Fisch zu fin­den ist, lässt sich nur an den Farb­ein­la­gen fest­ma­chen.

Die ein­ge­setz­te Chirp­t­ech­nik stützt sich ver­mut­lich auf ein 83/200Khz Fest­fre­quenz­ge­ber­mo­dul, das elek­tro­nisch mit einem Spreiz­band ange­steu­ert wird. Bezieht man das ein­mal auf die mitt­le­re Fre­quenz von 83Khz und eben­so auf die hohe Fre­quenz von 200Khz wür­den sich dar­aus die ange­ge­be­ne Mid- und High Chirp Berei­che erklä­ren las­sen. In der Pra­xis sind die erziel­ba­ren 2‑D Resul­ta­te durch­aus ansehn­lich, schöp­fen aber die Mög­lich­kei­ten moder­ner Chirp­t­ech­nik nicht aus.

Dieses Beispiel zeigt, dass die Detailzeichnung und die Auflösung der 2-D Aufnahmen des Go7 hinter der des Garmin Gerätes zurückbleibt, vor allem wenn man das Downscan Bild als Vergleichsobjekt nimmt.
Die­ses Bei­spiel zeigt, dass die Detail­zeich­nung und die Auf­lö­sung der 2‑D Auf­nah­men des Go7 hin­ter der des Gar­min Gerä­tes zurück­bleibt, vor allem wenn man das Down­scan Bild als Ver­gleichs­ob­jekt nimmt.

Um dies ein wenig doku­men­tie­ren zu kön­nen, habe ich auf dem Was­ser par­al­lel zum Sim­rad Go 7 ein gera­de ver­füg­ba­res Gar­min Echomap 52dv mit einem mid chirp Geber Gt23 ange­schlos­sen, der nicht für das Flach­was­ser son­dern eher für die Tie­fen nor­we­gi­scher Fjor­de kon­stru­iert ist.

Simrad und Garmin im Vergleich
Down­scan Aufnahmen:links Sim­rad, rechts Gar­min. Nicht nur der räum­li­che Ein­druck auch die Fein­zeich­nung und die Auf­lö­sung spre­chen hier für das Go 7.

Im direk­ten Ver­gleich sind die Gar­min Bil­der für mich dif­fe­ren­zier­ter in der Dar­stel­lung, bes­ser in der Auf­lö­sung und kla­rer inter­pre­ta­ti­ons­fä­hig. Mit einem Blick auf das Down­scan in der zwei­ten Abbil­dung wird dar­aus ein ande­rer Schuh. Hier hat das Sim­rad die Nase vorn. In der Sum­me kann man mit der Echo­lot­leis­tung des GO7 XSE zufrie­den sein. Neben den über­durch­schnitt­li­chen Struk­tur Scan Fähig­keit, lie­fert auch der 2‑D Bereich alle not­wen­di­gen Infor­ma­tio­nen in sau­be­rer, schar­fer und stö­rungs­frei­er Dar­stel­lung. Ledig­lich die Deu­tung des­sen, was auf dem Schirm zu sehen ist, braucht etwas Übung und ein wenig Erfah­rung.

Simrad GO7 XSE — Erkenntnisse und Fazit

In Anbe­tracht des güns­ti­gen Prei­ses von rund 800€ incl. des Total­scan Gebers ist das Sim­rad GO7 XSE ein Preis-Leis­tungs­cham­pi­on, der durch eine üppi­ge Aus­stat­tung mit Struk­tur­scan und 2‑D Chirp Tech­nik, einem umfas­send aus­ge­rüs­te­ten Kar­ten­plot­ter, einem sehr guten Bild­schirm, sowie der wi-fi und Netz­werk­an­bin­dung über­zeu­gen kann. Im guten Gesamt­pa­ket kann man kom­pro­miss­be­reit die auf­ge­führ­ten Kri­tik­punk­te wie Bügel­hal­ter, schie­fe Rän­del­schrau­ben, Unge­reimt­hei­ten bei der Lage des Kar­ten­schach­tes und die Umset­zung der Chirp­t­ech­nik im tra­di­tio­nel­len Echo­lot­be­reich etwas hin­ten anstel­len. Wer das Glück hat­te, die C‑Map Pro­mo­ti­on zu nut­zen und im Gerä­te­preis kos­ten­los noch ein MAX‑N+ See­kar­ten­pa­ket des Her­stel­ler zu ergat­tern, darf sich über ein ech­tes Schnäpp­chen freu­en. Dar­über hin­aus ist die Anschaf­fung pas­sen­der See­kar­ten für den erfolg­rei­chen Salzwasserfischer(Nordsee, Ost­see) ers­te Ang­ler­pflicht und auch auf grö­ße­ren Bin­nen­ge­wäs­sern (Seen, Flüs­sen) soll­te man dar­auf nicht ver­zich­ten, es sei denn man möch­ten nicht mehr angeln, son­dern sei­ne Gewäs­ser alle­samt selbst kar­to­gra­phie­ren.

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Wie fin­de ich das rich­ti­ge Echo­lot für mich? (mit Infos über den Autor)

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Gerd

Erster Angeleinsatz : Holland 1962 mit einer Fertigangel Bambus dreiteilig 3 m, Fangergebnis 36 Aale an einem Regentag im August. Danach Süßwasserangelei vorwiegend an der Mosel und den Mittelgebirgstalsperren (Sauerland) mit kurzer Visite in einem Angelverein (der mir mit seiner Vereinsmeierei schnell gezeigt hat, dass er für mich keine Heimat sein und schon gar keine Herausforderung bieten konnte). Nach der Schule im rheinischen Raum (Bonn und Umgebung) vorwiegend an großen nicht bewirtschafteten Kiesgruben auf Karpfen und Forellen, Flussangelei an der Mosel, Kyll(Saarland). Erste Erfahrungen mit der Salzwasserfischerei (Nordsee,Ostsee) ab den 70er Jahren. Regelmäßige Angelreisen ab 1982 nach Irland (Hecht, Browntrout), Kanada(Königslachs, Sockey). In den letzten 15 Jahren min 1x/Jahr Irland, Norwegen (nur Salzwasser), Süßwasser nur noch Talsperre, gelegentlich noch Flußangelei Lippe,Sieg (Raum Unna).

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6 Kommentare

  1. Hal­lo Gerd,

    noch­mals dan­ke für die wei­te­ren Infor­ma­tio­nen. Mitt­ler­wei­le bin ich auch über das Axi­om recht gut auf­ge­klärt, natür­lich auch Dank dei­ner Aus­künf­te. Ich glau­be, ich könn­te mich mit die­sem Gerät anfreun­den und wer­de mal bei den Händ­lern danach Aus­schau hal­ten. Soll­te ich mich wirk­lich dafür ent­schei­den, kann ich ja zum gege­ben Zeit­punkt mal einen Erfah­rungs­be­richt wei­ter­lei­ten.

    Und JA, ich muss dir recht geben, das Mar­ke­ting rund ums Live Map­ping funk­tio­niert und der Hype ist da. Ich habe mich auch damit anste­cken las­sen, aber wie du schon sagst, i.d.R. wird vor Ort die Loca­ti­on gemacht und da sind natür­lich sol­che Fea­tures wie Side­scan und 3D-Scan sehr viel Wert, beson­ders im Fal­le einer sich wech­seln­den Unter­was­ser­welt, Pflan­zen oder auch Fluss­bet­ten.

    Ps. Die Pro­zes­sor­ge­schwin­dig­keit des Geräts scheint ja wirk­lich neue Maß­stä­be zu set­zen, wenn sich mal dazu die diver­sen Vide­os anschaut.

    Gruß,
    Patrick

  2. Habe ich ver­ges­sen zu erwäh­nen:
    Die selbst gemap­ten Kar­ten sind für mich in ihrer Funk­ti­on, d.h. im fer­ti­gen Gebrauchs­wert, etwas über­be­wer­tet. So ein wenig Hype ist hier davei.
    Wenn Du auf dei­nem Karpfen­ge­wäs­ser unter­wegs bist und einen Hot­spot gefun­den hast, kann Du ihn jeder­zeit in dei­nem Plot­ter mar­kie­ren und wie­der­fin­den. Echo­lot­bil­der kannst Du zudem auf­zeich­nen. Das ein­zi­ge, was Du nicht machen kannst ist eine Vor­abana­ly­se auf mög­li­che Hot­spots. Das wäre der ein­zi­ge Vor­teil die­ses Ver­fah­rens.

  3. Hal­lo Patrick,
    Soweit ich weiß gibt es live map­ping bei Ray­mari­ne nur in Ver­bin­dung mit Navio­nics Charts und dann auch nur wenn die Update Mög­lich­keit akti­viert ist.
    Man kann dort vor­han­de­ne Kar­ten aktu­ell nach­zeich­nen, d.h. auf die tat­säch­li­chen Gege­ben­hei­ten auf­bes­sern. Funk­tio­nen wie bei Gar­min Quick Draw oder Insi­de Gene­sis sehe ich bei Ray­mari­ne im Augen­blick nicht.
    Die Vor­tei­le beim Axiom(für mich) : super schnel­le Hard­ware (Vier­Kern­Pro­zes­sor),
    Sehr guter Bild­schirm, all-in-one Geber mit 3‑D Dar­stel­lung, Preis für ein Gerät mit 3‑D. Echo­lot­bil­der in allen Berei­chen über­durch­schnitt­lich
    Nach­tei­le: Geber­viel­falt wie bei Gar­min fehlt, Chirp Fre­quenz­spek­trum nicht bekannt
    Geber groß und schwer, Gerät selbst wiegt 1,5kg, also auch kein Leicht­ge­wicht.

    Die Fra­ge ist: Wie wich­tig ist dir das Live Map­ping? Wenn es unver­zicht­bar wäre, schei­det das Axi­om aus. Wenn nicht bekommst Du viel Hard­ware fürs Geld, aber es ist nicht so fle­xi­bel ein­setz­bar wie z.B. das Gar­min mit sei­ner Geber­pa­let­te oder das Sim­rad in Ver­bin­dung mit Air­mar.

  4. Hal­lo Gerd,

    dan­ke für Dei­ne Ant­wor­ten und den Hin­weis zum Ray­mari­ne Axi­om 7. Das hat­te ich tat­säch­lich noch nicht auf dem Schirm, habe das aber nach­ge­holt und mich dazu etwas infor­miert. Was mir noch nicht klar ist, wie es bei die­sem Gerät mit der Map­ping Funk­ti­on aus­sieht. Wenn ich es rich­tig ver­stan­den habe, dann kann ich mit dem Axi­om kei­ne Live­kar­te erstel­len, habe aber alter­na­tiv das 3D Struc­tu­re Scan mit an Bord. Das macht die Ent­schei­dungs­fin­dung nicht wirk­lich ein­fa­cher.

  5. Hal­lo Patrick,
    hät­te Du den Kom­men­tar ein wenig frü­her gesetzt, hät­ten wir uns auf der Boot tref­fen kön­nen, dann wärest Du mit dei­ner Ent­schei­dung sicher schon wei­ter.
    Ich habe das Gar­min echomap Plus 72sv mit dem GT52 Geber aktu­ell schon in der Pra­xis getes­tet, so dass ich einen guten Ver­gleich mit bei­den Gerä­ten habe.
    Das alte 72sv (ohne Plus) soll­test Du nicht mehr kau­fen, da das Plus 72sv in der Neu­fas­sung eine Touch­screen Bedie­nung hat und zusätz­lich eine Funk­ti­ons­tas­ta­tur mit vier Funk­ti­ons­tas­ten, wo Du kom­plet­te Ein­stel­lun­gen able­gen kannst.
    Für das Gar­min spricht: Das Hal­te­rungs­kon­zept, hast Du rich­tig erkannt, die Geber­aus­wahl bei Gar­min und das ech­te CHIRP auch par­al­lel in allen Echo­lot­tech­ni­ken. 2‑D Chirp ist bei Gar­min bes­ser, bei Side­scan und Down­scan wür­de ich eher das Sim­rad vor­ne sehen.
    Für das Sim­rad spricht : die Down-und Side­scan Bild­ergeb­nis­se, die gute Bild­schirm­dar­stel­lung und der Preis von rund 800€ zum Gar­min mit 1050€.

    Die Bedie­nung ist Gewöh­nungs­sa­che, wobei die Ein­stell­mög­lich­kei­ten bei Sim­rad grö­ßer sind. Pan­op­tix ist mit dem Gar­min mög­lich, aber da kos­tet ein Geber mehr als dass gan­ze Gerät mit dem Gt52, inso­fern wäre das für mich kei­ne Opti­on für ein Gerät in die­ser Preis­klas­se.

    Was die Kato­gra­phier­Werk­zeu­ge angeht, bin ich mit dem Gar­min Quick Draw Con­tour sehr zufrie­den. Es ist sehr ein­fach in der Anwen­dung und zeigt auch gute Ergeb­nis­se. Vor­han­de­ne Kar­ten kannst Du per wlan direkt auf das Plus 72sv auf­spie­len. Mehr braucht man eigent­lich nicht.

    Für dei­ne Anwen­dung sind bei­de Gerä­te gut geeig­net. Das Gar­min wür­de ich vor­zie­hen, wenn ich es auch ander­wei­tig , z.B. im Salz­was­ser­be­reich ein­set­zen wür­de. Da fin­dest Du bei Gar­min immer einen pas­sen­den Geber, z.B. für Nor­we­gen. Bei Sim­rad müss­test Du auf Air­mar TM150 zurück­grei­fen. Die sind zwar sehr gut aber auch teu­er und machen nur 2‑D Chirp.
    Wenn der Preis eine Rol­le spielt, machst Du mit dem Sim­rad Go7xse nichts ver­kehrt. Es kann alles und hat ins­ge­samt auch kei­ne Nach­tei­le gegen­über dem Gar­min.

    Hast Du Dir auf dem Mes­se auch das Ray­mari­ne Axi­om 7 3‑D ange­schaut? Das wäre noch eine Alter­na­ti­ve. Da hast Du vier Echo­lot­tech­ni­ken in einem Geber:
    2.D,Down‑,Sidescan und 3‑D. Kos­ten­punkt mit dem Geber ca 1350€ .
    Ohne 3‑D liegt der Preis bei rund 1050€.

  6. Hal­lo Gerd,

    vie­len Dank für den aus­führ­li­chen Ver­gleich.

    Ich ste­he aktu­ell vor der Fra­ge, ob ich mir für das haupt­säch­le Karpfen­an­geln lie­ber das Sim­rad GO7 XSE oder das Gar­min EchoMap PLUS 72sv anschaf­fe. Ich war heu­te auf der Boot 2018 und habe mir bei­de Gerä­te Live anschau­en kön­nen. Von der Bedin­gung hat mir Gar­min bes­ser gefal­len und auch bei dem Hal­te­rungs­kon­zept sehe ich Vor­teil bei dem EchoMap PLUS. Nach­tei­lig fin­de ich die Ein­schrän­kun­gen bei der Kar­to­gra­fie­rung mit dem Gar­min Gerät, da man sich “nur” inner­halb der Com­mu­ni­ty bewe­gen kann und nicht bspw. auf Reef­mas­ter zurück­grei­fen kann, wie­der­um habe ich sofort am Was­ser mei­ne Kar­te und muss nicht erst noch zu Hau­se etwas hoch­la­den und auf die Ver­ar­bei­tung war­ten.

    Laut der Bera­ter auf der Mes­se punk­tet Sim­rad bei der Anzei­ge der Boden­be­schaf­fen­heit, was wie­der­um sehr wich­tig zum Karpfen­an­geln ist. Gar­min macht das bes­se­re Bild bei der Sonar­dar­stel­lung von Fischen und ist in Punk­to “live view” mit dem Pan­op­tix Geber auch in Sachen des gele­gent­li­chen Raub­fisch­an­gelns sehr inter­es­sant.

    Eine wirk­lich schwie­ri­ge Ent­schei­dung … Was wür­dest Du emp­feh­len?

    Vie­len Dank und bes­te Grü­ße
    Patrick

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