EcholoteTests

Der Mythos vom Echolot Testsieger

Im Vergleich: Garmin GPSMAP 722xs, Lowrance Elite 7 Ti², Raymarine Element 7 HV

Wer heu­te nach dem bes­ten Echo­lot sucht, wird sich wohl umsonst bemüht haben, auch wenn in so man­cher Publi­ka­ti­on behaup­tet wird, den Test­sie­ger oder „das bes­te Echo­lot ever” gefun­den zu haben. Die­ser Bericht soll auf­zei­gen und letzt­lich mit dem Mythos auf­räu­men, war­um Test­be­rich­te und ihre Wer­tun­gen nur bedingt eine ent­schei­den­de Hil­fe­stel­lung beim Kauf eines Echo­lo­ts lie­fern. 

Testsieger: Lowrance Elite 7 Ti² , Garmin GPSMAP 722xs, Raymarine Elements 7 HV
Die drei Test­ge­rä­te für unse­ren Ver­gleich: Lowran­ce Eli­te 7 Ti² , Gar­min GPSMAP 722xs, Ray­mari­ne Ele­ments 7 HV (von links). Im Design gefällt uns das Gar­min Gerät am bes­ten, es ist zeit­los modern gestal­tet. Die bei­den ande­ren sehen dage­gen eher etwas haus­ba­cken aus. Für den jewei­li­gen Ein­satz­zweck spielt das natür­lich kei­ne Rol­le.
Gestestete Echolote
Auf dem Weg zum Test­ein­satz

Bei­trä­ge, die unter der Über­schrift „Echo­lo­t­test“ lau­fen, gibt es zu Hauf, ange­fan­gen von „Ein­zel­tests“ bis zu „Die bes­ten Sonar­ge­rä­ten 2019“. Vie­le von ihnen sind ver­zicht­bar, weil die Autoren augen­schein­lich die „Test­ob­jek­te“ noch nie in Benut­zung hat­ten. Trotz­dem sind sich die Schrei­ber teil­wei­se nicht zu scha­de, Wer­tun­gen abzu­ge­ben, ohne dafür erkenn­ba­re Grund­la­gen zu haben.

Die weni­gen brauch­ba­ren Arti­kel, die übrig blei­ben, kann man meist an einer Hand abzäh­len und auch die wei­sen häu­fig am Ende ein­deu­ti­ge Emp­feh­lun­gen auf oder küren gar einen Test­sie­ger. Im Grund­satz wären letz­te­re für eine Aus­wahl­ent­schei­dung durch­aus hilf­reich, wenn im Wer­tungs­ver­fah­ren auch die Angel­ge­wohn­hei­ten und Bedürf­nis­se des Inter­es­sen­ten berück­sich­tigt wür­den, was häu­fig nicht geschieht. Wir wol­len bei unse­rem Pra­xis Ver­gleichs­test von drei 7 Zoll Gerä­ten aus dem mitt­le­ren Preis­seg­ment um 1000 € ein­mal auf­zei­gen, wie aus einem Ver­gleich ein Test­sie­ger ent­ste­hen kann und wel­che Rol­le der Anwen­der dabei spie­len soll­te.

Von Ray­mari­ne kommt das Ele­ment 7 HV, das sich seit sei­ner Vor­stel­lung zum Jah­res­wech­sel 2018 wie war­me Sem­mel ver­kauft. Lowran­ce steu­ert einen wei­te­ren Ver­kaufs­hit mit dem Eli­te Ti2 bei. Von Gar­min geht mit dem GPSMAP 722xs(PLUS) ein preis­wer­tes Modell der Ober­klas­se ins Ren­nen. Die drei Test­kan­di­da­ten unter­schei­den sich in der Aus­stat­tung und der Ziel­grup­pe, so dass sich neben den tech­ni­schen Ver­glei­chen auch inter­es­san­te Aspek­te in den Anwen­der­be­zü­gen erge­ben soll­ten.

Garmin GPSMAP 722xs, Lowrance Elite 7 Ti² und Raymarine Element 7 HV Kurzbeschreibung

Alle drei Test­kan­di­da­ten brin­gen neben den Echo­lo­t­funk­tio­nen einen voll­wer­ti­gen Kar­ten­plot­ter für die Navi­ga­ti­on auf dem Was­ser mit. Sonar­tech­nisch sticht das Ray­mari­ne Ele­ment 7 sv her­vor, als es neben dem klas­si­schen 2‑D Ver­fah­ren Side- und Down­scan auch noch drei­di­men­sio­nal scan­nen kann. Das ist in die­ser Preis­klas­se ein­ma­lig, zumal alle vier Scan­tech­ni­ken in einem ein­zi­gen Geber inte­griert sind. Das Lowran­ce Eli­te 7 Ti2 kann außer 2‑D Chirp die bei­den Struc­tu­re Scan Ver­fah­ren Side-und Down­scan, ver­zich­tet aber auf 3‑D Optio­nen, die der HDS Serie vor­be­hal­ten sind. Das Gar­min GPSMAP 722xs setzt mit 2‑D und Down­scan ledig­lich auf zwei Echo­lo­t­ver­fah­ren, rea­li­siert bei­des aber in Chirp­t­ech­nik mit brei­ten Fre­quenz­bän­dern und einer 1KW Sen­de­leis­tung. Wer bei die­sem Gerät  Side­scan oder Echt­zeit Scans haben möch­te, kann Erwei­te­rungs­mo­du­le anschlie­ßen, muss aller­dings dafür tief in die Tasche grei­fen

Die Bildschirme der Echolote im Vergleich

Die Hel­lig­keits­re­ser­ven, die Blick­win­kel­sta­bi­li­tät, die Bild­schirm­schär­fe und Detail­auf­lö­sung sowie die Son­nen­licht­taug­lich­keit sind bei allen drei Test­kan­di­da­ten pra­xis­taug­lich. Kon­trast, Farb­dar­stel­lung und Schwarzwert bil­det das Ray­mari­ne Ele­ment am bes­ten ab, im direk­ten Ver­gleich wird man die Bil­der die­ses Gerä­tes bevor­zu­gen.

top Echolote im Test
Das Ray­mari­ne Ele­ments 7 HV im max. Bild­schirmsplit, der alle ver­füg­ba­ren Echo­lo­t­funk­tio­nen des Gerä­tes auf­zeigt. In der Hyper­vi­si­ons­dar­stel­lung (1200 Khz) sind selbst sol­che klei­nen Bild­aus­schnit­te aus­sa­ge­kräf­tig.

Platz 2 tei­len sich der Lowran­ce Eli­te Ti2 Bild­schirm mit dem TFT von Gar­min, das nicht nur sehr gute Hel­lig­keits­wer­te auf­weist. Lowran­ce rekla­miert beim Eli­te Ti2 zwar einen Solar­Max® Bild­schirm, eine Asso­zia­ti­on zu den wirk­lich aus­ge­zeich­ne­ten Solar­Max® HD Bild­schir­men der HDS Serie soll­te man aber eher nicht auf­bau­en.  

Die Bedienung vom Garmin GPSMAP 722xs, Lowrance Elite 7 Ti² und Raymarine Element 7 HV

Das Gar­min GPSMAP 7 xs und das Lowran­ce Eli­te Ti2 wer­den über Touch­screen bedient. Das Lowran­ce Eli­te hat par­al­lel dazu noch eini­ge „Tas­ten“ an Bord, über die gän­gi­ge Funk­tio­nen  abge­ru­fen wer­den kön­nen. Beim Gar­min GPS­Map gibt es ledig­lich einen Ein/Aus Schal­ter, alles wei­te­re muss über den Touch bedient wer­den. Dafür ist das Gar­min Dis­play funk­tio­nell etwas prä­zi­ser, als das Gegen­stück des Lowran­ce Eli­te Ti². Gefühlt läuft es auf der Ober­flä­che des Gar­min Dis­plays zudem etwas geschmei­di­ger. Die Vor­tei­le der Touch­screen Bedie­nung lie­gen auf der Hand, der gewich­tigs­te ist der Direkt­zu­griff auf Funk­tio­nen, die bei einer Tas­ta­tur­be­die­nung mit­un­ter umständ­li­che Wege durch die Menü­struk­tu­ren nach sich zie­hen.

3 Lowrance Elite Ti²
Gegen­über dem Vor­gän­ger Modell Eli­te TI ist die über­ar­bei­te­te TI² Ver­si­on im 2.D Chirp Bereich mit dem Acti­ve Ima­ging Geber sicht­bar ver­bes­sert, kommt aber in der Pra­xis noch nicht ganz an die Mög­lich­kei­ten der Gar­min Fami­lie her­an.

Genau das ist einer der Nach­tei­le, der Tas­ta­tur­be­die­nung des Ray­mari­ne Ele­ment. Letzt­lich sind die Bedie­nungs­ab­läu­fe aber Gewohn­heits­sa­che und schrän­ken den Kom­fort nur leicht ein, zumal es an der Tastaturqualität(präzise Füh­rung, deut­li­cher Druck­punkt) und dem kom­pak­ten Betriebs­sys­tem (Light­house Sport) des RAYMARINE Ele­ment 7 HV nichts zu mäkeln gibt.

Kartenplotter und GPS der Geräte in der Gegenüberstellung

Die Test­kan­di­da­ten tak­ten das GPS durch­gän­gig mit 10Hz, d.h. die aktu­el­le Posi­ti­ons­ab­fra­ge fin­det 10 Mal pro Sekun­de statt. Deut­li­che Unter­schie­de gibt es aber in der GPS Emp­find­lich­keit und Sta­bi­li­tät. Wäh­rend das Gar­min GPS­Map 722xs und das Lowran­ce Eli­te Ti2 auch schwie­ri­ge Emp­fangs­ver­hält­nis­se pro­blem­los meis­tern, ist das Ray­mari­ne Ele­ment 7HV in sol­chen Fäl­len schwach auf­ge­stellt. Es fand nur über lan­ge War­te­zei­ten genü­gend Satel­li­ten um einen GPS Fix her­zu­stel­len.

Echolot Screenshot
Bei glei­chen Emp­fangs­be­din­gun­gen gibt es deut­lich Unter­schie­de in der Navi­ga­ti­ons­be­reit­schaft. Wäh­rend das Gar­min GPSMAP 722xs start­klar ist, kann das Ray­mari­ne Ele­ments 7 HV kei­nen Fix Sta­tus nach­wei­sen.

Bei nor­ma­len Navi­ga­ti­ons­be­din­gun­gen stellt das kein Pro­blem dar. Wie es bei einem Kon­so­len­ein­bau in geschlos­se­ner Kabi­ne ohne exter­nen GPS Emp­fän­ger bei ein­ge­schränk­ten äuße­ren Emp­fangs­be­din­gun­gen aus­sieht, müss­te man ein­mal aus­pro­bie­ren.

Im See­kar­ten Hand­ling wer­den mit­un­ter grö­ße­re Daten­men­gen( Navio­nics Pla­ti­num+, Gar­min BLue­chart G3 Visi­on) bewegt, die eine leis­tungs­fä­hi­ge Hard­ware erfor­dern, wenn es nicht zu deut­li­chen War­te­zei­ten kom­men soll. Das Ray­mari­ne Ele­ment 7 hat zwar einen moder­nen Vier­kern Pro­zes­sor aber einen klei­nen Arbeits­spei­cher, so dass es weni­ge Vor­tei­le im Ver­gleich zum Lowran­ce Eli­te TI² aus­spie­len kann. Bei bei­den sind kur­ze War­te­zei­ten bei Kar­ten­auf­bau im Zoom-in/out oder bei spei­cher­in­ten­si­ven Lay­ou­t­über­la­ge­run­gen zu ver­mel­den. Beim Gar­min Gps­map 722 xs läuft es bes­ser. War­te­zei­ten tre­ten in den beschrie­be­nen Kon­stel­la­tio­nen zwar auch auf, sind aber weni­ger auf­fäl­lig.

Garmin GPSMAP 722xs
Die Navi­ga­ti­ons­mög­lich­kei­ten des GPSMAP 722xs und die Qua­li­tät der Gar­min Blue­chart G2/G3 See­kar­ten gehö­ren, auch in den für den Ang­ler wich­ti­gen bathy­me­tri­schen Dar­stel­lun­gen, zu den bes­ten auf dem Markt.

Im Navi­ga­ti­ons­be­trieb sind die drei Pro­ban­den ähn­lich struk­tu­riert. Es gibt Unter­schie­de in der Bedien­lo­gik und in der Aus­stat­tung, die auch den jeweils ein­ge­setz­ten See­kar­ten ent­stam­men, ansons­ten sind alle Grund­funk­tio­nen der See­na­vi­ga­ti­on umfäng­lich gesetzt. Mit jedem der drei Kar­ten­plot­ter ist eine ziel­ge­rich­te­te Navi­ga­ti­on mit guter Genau­ig­keit gege­ben. Wel­chen Plot­ter man letzt­lich bevor­zugt, ist dann eher Geschmacks­sa­che. Wer eige­ne See­kar­ten mit dem Gerät her­stel­len möch­te, soll­te sich Mög­lich­kei­ten, Hand­ha­bung und evtl. Zusatz­kos­ten genau anschau­en. Grund­sätz­lich ist jeder der vor­ge­stell­ten Kan­di­da­ten zur Eigen­kar­tie­rung fähig. Quick Draw Con­tours beim Gar­min Gps­map 722xs ist für vie­le Anwen­der die ers­te Wahl, weil leicht bedien­bar, unkom­pli­ziert zu hand­ha­ben und kos­ten­frei. Auch an der Auf­lö­sung mit Tie­fen­li­ni­en alle 30cm gibt es nichts zu bemän­geln. C‑Map Gene­sis beim Lowran­ce Eli­te Ti² lie­fert eben­falls sehr gute Ergeb­nis­se, ist aber umständ­li­cher in der Pra­xis, weil das End­pro­dukt erst nach Ein­sen­dung und Über­ar­bei­tung zur Ver­fü­gung steht und außer­halb des Grund­pa­ke­tes Kos­ten ent­ste­hen kön­nen. Mit Real Bathy ist Ray­mari­ne in die­sem Seg­ment ver­tre­ten. Wie sich die­ses Sys­tem in der Pra­xis bewährt, kön­nen wir augen­blick­lich nicht abschlie­ßend beur­tei­len. Es arbei­tet mit den Ray­mari­ne Light­house NC‑2 Kar­ten. Die­ses Kar­ten­for­mat wird vom Gerät auf einer aus­rei­chend gro­ßen SD Kar­te zuvor ange­legt. Die Ein­rich­tung der Kar­ten­auf­zeich­nung ist mit weni­gen Para­me­tern über das Ein­stell­me­nü des Kar­ten­mo­duls erle­digt. Die Akti­vie­rung geschieht mit dem Schal­ter Real­ba­thy™ im Menü>Tiefen.

Echolot Profikurs

Echolotfunktionen

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Die Mög­lich­kei­ten der ein­zel­nen Test­ob­jek­te haben wir oben schon kurz beschrie­ben. Nach unse­rer Ein­schät­zung stel­len sich die Erfah­run­gen mit den ein­zel­nen Sys­te­men kurz beschrie­ben, so dar:

Im kon­ven­tio­nel­len 2‑D Echo­lo­t­ver­fah­ren mit Chirp gefällt uns das Gar­min GPSMAP 722xs am bes­ten. Je nach ver­wen­de­tem Geber pulst das Gerät mit einer gro­ßen Band­brei­te von 80 ‑90 Ein­zel­fre­quen­zen, so dass die Vor­tei­le die­ser Tech­nik voll zum Tra­gen kom­men. Im Ergeb­nis erhält man erst­klas­si­ge Bil­der bis in tie­fe Regio­nen (z.B. norw. Fjor­de) hin­ein, die Maß­stä­be set­zen. Sie zeich­nen sich durch­gän­gig aus durch hohe Detail­treue, eine aus­ge­zeich­ne­te Objekt­tren­nung und eine schar­fe, kon­trast­rei­che Dar­stel­lung mit hoher Detail­auf­lö­sung.

2-D Chirp Sonar
Sonar­funk­ti­on 2‑D CHIRP im Ver­gleich: (von links) Gar­min GPSMAP 722xs,Raymarine Ele­ment 7 HV, Lowran­ce Eli­te 7 Ti². Die beschrie­be­nen Unter­schie­de bei der Objekt­tren­nung, der Her­aus­ar­bei­tung von Details und die Qua­li­fi­ka­ti­on einer sau­be­ren und scharf­zeich­nen­den Dar­stel­lung sind unter­scheid­bar zu sehen

Hier setzt sich das Gar­min Gerät von sei­nen bei­den Kon­kur­ren­ten durch­aus ab. Im Side- und Down­scan Ver­fah­ren sind das Lowran­ce Eli­te Ti2 und das Ray­mari­ne Ele­ment HV aller­dings bes­ser auf­ge­stellt. Im ange­bo­te­nen Fre­quenz­be­reich von 455Khz und 800Khz zeich­net das Eli­te Ti2 bes­ser als das Gegen­über von Gar­min( nur Down­scan). Hier spielt Lowran­ce sein Know How seit Ein­füh­rung die­ser Scan­ver­fah­ren aus.

Test Sidescan Lowrance raymarine
Side­scan Ver­glei­che: Links das Eli­te Ti² von Lowran­ce, rechts das Ray­mari­ne Ele­ment 7HV mit einem leich­ten Auf­lö­sungs- und Modu­la­ti­ons­plus. Die Aus­leuch­tung zum Rand hin, sieht beim Lowran­ce Gerät aller­dings bes­ser aus. Die Vor­tei­le der hohen Modu­la­ti­on (1200Khz) bei Ray­mari­ne im Ver­gleich zu den 800Khz bei Lowran­ce sind lan­ge nicht so gra­vie­rend wie gemein­hin pro­pa­giert wird.

Kna­ckig scharf und objekt­dif­fe­ren­ziert erhält man mit den Lowran­ce Bil­dern die best­mög­li­che Infor­ma­ti­ons­dich­te. Eigent­lich erstaun­lich, da Lowran­ce in die­sem Bereich im Gegen­satz zu den bei­den ande­ren kein Chirp ein­setzt. Das Ray­mari­ne Ele­ment 7HV kann im Struk­tur Scan Bereich mit dem Eli­te Ti2 durch­aus mit­hal­ten, weil es höhe­re Fre­quen­zen (Hyper­vi­si­on 1200Khz) im Down- und Side­scan ein­setzt, die einen Auf­lö­sungs­plus erar­bei­ten. Trotz­dem wür­den wir beim Side- und Down­scan, wegen der bes­se­ren seit­li­chen Aus­leuch­tung, das Eli­te Ti2 nicht hin­ten anstel­len. In der

3-D Scan Raymarine Beispiel

Gesamt­schau kommt das Ray­mari­ne Ele­ment 7 HV aller­dings deut­lich nach vorn. Die Mög­lich­keit des Gerä­tes, die Unter­was­ser­welt drei­di­men­sio­nal (3‑D Real) dar­zu­stel­len und damit exak­te Infor­ma­ti­on über den Fisch­stand­ort und alle Unter­was­ser­for­ma­tio­nen (z.B. Fels­vor­sprün­ge) zu lie­fern, ist groß­ar­tig. Die­ses Allein­stel­lungs­merk­mal ist umso inter­es­san­ter, als auch hier mit Hyper­vi­si­on gear­bei­tet wer­den kann, das zu erstaun­lich guten Bild­ergeb­nis­sen ver­hilft.

Geber

Wie gut oder wie schlecht Echo­lo­t­bil­der auf­ge­stellt sind hängt wesent­lich auch vom jeweils ein­ge­setz­ten Geber ab.  Gar­min offe­riert eine gan­ze Palet­te von ech­ten Chirp Gebern mit und ohne Down/Sidescan, die für die sehr gute kon­ven­tio­nel­le 2‑D Chirp Dar­stel­lung ver­ant­wort­lich sind. Für die tie­fe­ren Salz­was­ser­re­gio­nen bie­tet sich für das GPSMAP 722xs, das ohne Geber gelie­fert wird, der GT23M‑T (2D Chirp 80–160Khz, 290,455KHz Chirp Down­scan) an, der dem eben­falls erhält­li­chen Air­mar TM150 in der Dar­stel­lungs­qua­li­tät sehr nahe kommt. Für den fla­che­ren Süß­was­ser­be­reich wür­de man den High Chirp Geber GT22M‑T ( 2D 150–240Khz, 455,800 Khz Chirp Down­scan) bevor­zu­gen.

Echolot Geber Test
Die ange­spro­che­nen Geber (von links) :Ray­mari­ne HV100, Lowran­ce Acti­ve Ima­ging, Gar­min GT23M-TM. Metall­hal­te­run­gen, die druck­ver­stell­bar sind (Hin­der­nis) wer­den bei Gar­min und Lowran­ce ver­wen­det. Bei Ray­mari­ne fin­den wir aus­schließ­lich Kunst­stoff mit unbe­frie­di­gen­den Ver­stell Mög­lich­kei­ten.

Das Lowran­ce Eli­te Ti2 wird über­wie­gend mit dem neu­en Acti­ve Ima­ging Geber 3‑in‑1 geor­dert. Lowran­ce hat bei die­sem Geber die Ansteue­rungs­mög­lich­kei­ten opti­miert und setzt für den Down­scan­be­reich zwei (links und rechts) Kris­tal­le statt einem ein. Mit Erfolg! Die 2‑D Chirp Bil­der haben sich gegen­über dem Total Scan Geber ver­bes­sert und auch die Struk­tur Scan Bil­der, die schon beim Vor­gän­ger gelobt wur­den, konn­ten noch­mals zule­gen. Der Acti­ve Ima­ging Geber arbei­tet im HighChirp(200Khz) und Med Chirp Bereich(83Khz) und mit 455/800Khz in den Struk­tu­re Scan Ver­fah­ren. Lei­der lässt sich das kon­ven­tio­nel­le 2‑D Chirp mit die­sem ver­bes­ser­ten Geber immer noch nicht mit Down/Sidescan par­al­lel (Bild­schirm­tei­lung) ein­set­zen. Beim Bild­schirmsplit wird dann in 2‑D mit Ein­zel­fre­quenz gescannt.

High­light des Test­tri­os ist der Vier­fach Geber HV100 von Ray­mari­ne. Er ver­eint alle vier Scan­tech­ni­ken des Gerä­tes in einem ein­zi­gen Gehäu­se. Im 2‑D Bereich fin­den wir High Chirp, alle ande­ren Ver­fah­ren sind mit 380Khz (Tief­gang) und 1200Khz(Hochauflösung) ein­satz­be­reit. Die Ergeb­nis­se aus der Pra­xis decken auch hohe Erwar­tun­gen ab. In allen drei Scan­me­tho­den im Hyper­vi­si­on Bereich sind die Bil­der detail­reich, kon­trast­stark und scharf­zeich­nend. Im tra­di­tio­nel­len Im 2‑D High Chirp Echo­lo­t­ver­fah­ren wird stö­rungs­arm und objekt­dif­fe­ren­ziert gescannt, dabei sind die Bil­der sau­ber und klar in der Dar­stel­lung. Das erlaubt eine siche­re Iden­ti­fi­zie­rung von vor­han­de­nem Fisch und hilft auch bei der Inter­pre­ta­ti­on der Gelän­de­ver­laufs unter Was­ser. Bei der Geber­mon­ta­ge soll­te man aller­dings tun­lichst auf eine exak­te Jus­tie­rung ach­ten, da der Geber andern­falls etwas ner­vös reagie­ren kann. Bei kab­be­li­ger See und ent­spre­chen­der Boots­be­we­gung geht dann schon mal der Grund bei der 3‑D Dar­stel­lung weg.

Kommunikation und Netzwerk

Lowran­ce und Ray­mari­ne offe­rie­ren mit Wlan und Blue­tooth zwei Mög­lich­kei­ten mit der Außen­welt zu kom­mu­ni­zie­ren. Unter Wlan ver­bin­den sich bei­de Gerä­te direkt mit dem Inter­net um z.B. Updates durch­zu­füh­ren. Bei unse­rem Test funk­tio­nier­te das bei Lowran­ce noch nicht zu 100%, so dass auf ein SD Kar­ten Update zurück­ge­grif­fen wer­den muss­te. Bei Ray­mari­ne war noch kein Update ver­füg­bar. Mit dem Gar­min GPSMAP 722xs ist man etwas spar­sa­mer auf­ge­stellt. Es gibt nur Wlan und das auch nur über den Umweg der zu instal­lie­ren­den Acti­ve Cap­tain App auf dem Smart­pho­ne. Das heißt, das Smart­pho­ne kom­mu­ni­ziert mit dem Inter­net und von da kann man das Sonar bedie­nen. Das funk­tio­niert zwar pri­ma ist aber doch etwas umständ­lich. Dafür ist das Gar­min Gerät aber im Mari­ne Netz­werk zu Hau­se, d.h. alle Kom­po­nen­ten, die das Mari­ne Netz­werk anbie­tet, sind mit dem GPSMAP 722xs nutz­bar. Das kön­nen neben bereits instal­lier­ten Gebern, Radar‑, Funk, oder Kame­rage­rä­te sein. Außer­dem ste­hen dem Gerät Erwei­te­run­gen wie das Gar­min Live­scope als Echt­zei­techo­lo­t­sys­tem zur Ver­fü­gung. Mit sol­chen Mög­lich­kei­ten kön­nen die bei­den Kon­kur­ren­ten nicht auf­war­ten. Hier wer­den nur ein­ge­schränk­te Mög­lich­kei­ten wie z.B. die Motor­über­wa­chung über die vor­han­de­ne NMEA Schnitt­stel­le ange­bo­ten.

Livescope Infos Tipps Einstellung Vergleich

Ein wertendes Fazit zu den 3 Echolten

So weit, so gut. Wie geht es jetzt wei­ter? Nun, wir fas­sen erst ein­mal alle Ein­schät­zun­gen aus der Pra­xis in einer Tabel­le zusam­men. In den ein­zel­nen Dis­zi­pli­nen ver­ge­ben wir für den bes­ten Ein­druck im Ver­gleich immer 10 Punk­te, für die bei­den ande­ren ent­spre­chend der auf­ge­zeig­ten Gewich­tun­gen gleich viel oder weni­ger.

Testergebnisse der Echolote in Tabellenform:

Ergebnis des Echolottests

Plat­zie­run­gen auch. Aus­sa­ge­kräf­tig ist das so in der linea­ren Gewich­tung aber nicht, da die Bedürf­nis­se und Erwar­tun­gen des jewei­li­gen Anwen­ders völ­lig unter­schied­lich sein kön­nen. Unter wel­chen Vor­ga­ben sich für den ein­zel­nen ein pas­sen­der Test­sie­ger her­aus­kris­tal­li­siert, hängt von den Schwer­punk­ten ab, die man setzt. Machen wir ein­mal Fol­gen­des: Wir gewich­ten die ein­zel­nen Kri­te­ri­en nach unse­ren Vor­stel­lun­gen mit einem Mul­ti­pli­ka­tor: Unver­zicht­bar (3 x), Sehr wich­tig (2x), wichtig(1x), unwich­tig (0x). Die Mul­ti­pli­ka­to­ren set­zen wir in der Tabel­le ein und schau­en ein­mal, was wir erhal­ten.

Bei­spiel 1: Salz­was­serang­ler vor­wie­gend Nor­we­gen, sonst Ost­see, gele­gent­lich Süß­was­ser gro­ße Seen

besten echolote fürs salzwasser

Test­sie­ger mit der ent­spre­chen­den Gewich­tung für Salz­was­serang­ler: Gar­min Echomap 722xs, ins­be­son­de­re die Aus­wahl­mög­lich­kei­ten bei den pas­sen­den Gebern, sei­ne Mari­nenetz­werk­fä­hig­keit und die Qua­li­tät der 2‑D Chirp Bil­der haben hier den Aus­schlag gege­ben.

Bei­spiel 2 : Süß­was­ser­an­ge­lei alle Gewäs­ser­grö­ßen Tie­fen bis 60m, gele­gent­lich Flach­was­ser Salz

echolot fürs süsswasser test

Test­sie­ger für die­ses Bei­spiel : Ray­mari­ne Ele­ment 7HV

Ohne die 3D Opti­on (-20 Punk­te) wäre aller­dings das Lowran­ce Eli­te 7 TI² knapp vorn. Weit abge­schla­gen aller­dings in die­ser Kon­stel­la­ti­on das Gar­min Echomap 722xs, was bei den mit 3‑D Und Side­scan feh­len­den Echo­lo­t­funk­tio­nen nicht anders zu erwar­ten war.

Die Schwer­punkt­set­zung in den bei­den Bei­spie­len bringt per­sön­li­che Ansprü­che und Erwar­tun­gen an ein Sonar­ge­rät mit in die Wer­tung ein. Damit erhöht sich die Wahr­schein­lich­keit bei der Ent­schei­dung für ein bestimm­tes Modell pas­sen­de Argu­men­te zu haben. Nur so macht es Sinn, einen wer­ten­den Test­be­richt (der den Namen ver­dient) für eine indi­vi­du­el­le Kauf­ab­sicht effek­tiv zu nut­zen. Denn jetzt weiß der Test­sie­ger was der Nut­zer braucht. Natür­lich sind alle Ent­schei­dun­gen, wel­che Mul­ti­pli­ka­to­ren wo in der Tabel­le ein­ge­setzt wer­den, Indi­vi­du­al­fak­to­ren und müs­sen nicht als das ein­zig wah­re ange­se­hen wer­den. Da hilft es, wenn man ein­mal selbst zur Feder greift und sei­ne Vor­stel­lun­gen in der Tabel­le rea­li­siert. Oder bist Du nicht neu­gie­rig, wel­chen Test­sie­ger Du ermit­teln wür­dest?

Echolot Profikurs

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Wenn Euch die­ser Bei­trag grund­sätz­lich oder bei Kauf­ent­schei­dung wei­ter­ge­hol­fen hat, dann gebt uns ger­ne eine Rück­mel­dung in den Kom­men­ta­ren. Wer nun weiß, wel­ches der 3 Echo­lot das rich­ti­ge für ihn ist, kann sie sich bei Ama­zon genau­er anse­hen:

echolot tipp norwegen
Schon bei der Test­fahrt Nr.1 mit dem Gar­min GPSMAP 722xs brach­te der ers­te Halt umge­hend gute Dor­sche auf rund 50m. Die Fischer­ken­nung im 2‑D Chirp pass­te auf den Punkt genau.




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Gerd

Erster Angeleinsatz : Holland 1962 mit einer Fertigangel Bambus dreiteilig 3 m, Fangergebnis 36 Aale an einem Regentag im August. Danach Süßwasserangelei vorwiegend an der Mosel und den Mittelgebirgstalsperren (Sauerland) mit kurzer Visite in einem Angelverein (der mir mit seiner Vereinsmeierei schnell gezeigt hat, dass er für mich keine Heimat sein und schon gar keine Herausforderung bieten konnte). Nach der Schule im rheinischen Raum (Bonn und Umgebung) vorwiegend an großen nicht bewirtschafteten Kiesgruben auf Karpfen und Forellen, Flussangelei an der Mosel, Kyll(Saarland). Erste Erfahrungen mit der Salzwasserfischerei (Nordsee,Ostsee) ab den 70er Jahren. Regelmäßige Angelreisen ab 1982 nach Irland (Hecht, Browntrout), Kanada(Königslachs, Sockey). In den letzten 15 Jahren min 1x/Jahr Irland, Norwegen (nur Salzwasser), Süßwasser nur noch Talsperre, gelegentlich noch Flußangelei Lippe,Sieg (Raum Unna).

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4 Kommentare

    1. Hi Oschi,
      es ist lei­der so. Lowran­ce hat est erst­mals in der unte­ren Preis­re­gi­on beim neu­en HOOK REVEAL geschafft, das zu ändern. So jeden­falls die Aus­sa­gen der Tech­nik auf der dies­jäh­ri­gen BOOT in Düs­sel­dorf. Nach­prü­fen kann man das eh nicht. Aber wir wol­len das mal glau­ben, dass es so ist.
      Gruß
      Gerd

  1. Moin Jungs,

    tol­ler Bericht. Ich bin gera­de auf der Suche nach einem Echot­lot wel­ches ich auf mein Boot packen möch­te. Der Bericht ist super, auch fin­de ich die Ein­tei­lung für ver­schie­de­ne Gewäs­ser bzw. Nut­zungs­ty­pen sehr hilf­reich.

    Euch ein schö­nes Wochen­en­de.

    Grü­ße Micha

    1. Hal­lo Micha,
      vie­len Dank für dei­nen Kom­men­tar. Es freut mich, dass Dir der Bei­trag gefällt und Du
      Nut­zen dar­aus zie­hen konn­test. Wenn Du zum Echo­lo­t­kauf spe­zi­el­le Fra­gen haben soll­test,
      kann Du mich ger­ne über die Sei­te kon­tak­tie­ren.
      Grü­ße
      Gerd

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