Interviews

Bertus Rozemeijer im Interview

Hecht- und Raubfisch-Angeln sind seine Leidenschaft: Bertus Rozemeijer

Ber­tus Roze­mei­jer

Ber­tus Roze­mei­jer ist einer der ers­ten in Euro­pa gewe­sen, der mit Kunst­kö­dern auf Raub­fi­sche angel­te, als die meis­ten damit noch gar nichts anfan­gen konn­ten. 1981 erschien sein ers­ten Buch über das Angeln, es folg­ten vie­le mehr. Bis heu­te ist er immer einer der Vor­rei­ter, wenn es um neue Tech­ni­ken, Metho­den und Köder­ar­ten geht. Wir konn­ten ihm ein paar Fra­gen stel­len. Viel Spaß beim Lesen des Inter­views mit Ber­tus Roze­mei­jer!

 

Dicht am Fisch: Hallo Bertus! Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit nimmst, uns und unseren Lesern ein paar Fragen zu beantworten.
Du scheinst ein reiner Raubfischangler zu sein, was ist Dein liebster Raubfisch und wieso?

Ber­tus Roze­mei­jer: Ich lie­be die Zan­der dafür, dass sie so dumm sind und mei­nen Köder teils 20 mal am Tag neh­men. Hech­te mag ich aber lie­ber. Für die­sen tol­len Fisch muss ich immer mein Bes­tes geben, um einen zu erwi­schen. Hech­te kann man qua­si über­all fan­gen und noch viel wich­ti­ger: Auf so vie­le unter­schied­li­che Metho­den!

Wun­der­schö­ner Hecht von Ber­tus Roze­mei­jer

Wie ist Deine Taktik an einem völlig neuen und unbekannten Gewässer? Wie gehst Du dann vor, um einen großen Raubfisch zu fangen?

Ber­tus Roze­mei­jer: An unbe­kann­ten, neu­en Gewäs­sern ver­schaf­fe ich mir zunächst einen Über­blick durch das Schlepp­an­geln. Mit die­ser Metho­de kann ich das Gewäs­ser recht schnell bes­ser ken­nen­ler­nen und die Hot­spots fin­den. Nach­dem ich die­se guten Stel­len gefun­den habe, wer­den die­se inten­si­ver beim Wurf­an­geln abge­fischt. Je nach Spot vari­ie­re ich dann die Angel­tech­ni­ken, Metho­den und Mon­ta­gen und gucke was zur jewei­li­gen Situa­ti­on am fän­gigs­ten ist.

Holland ist für Angler ein tolles Revier! Welche Auswirkungen hatte Deiner Meinung nach das Thema Catch & Release für die heute so guten Bestände an Barschen, Hechten und Zandern?

Zan­der von Ber­tus Roze­mei­jer

Ber­tus Roze­mei­jer: Ich bin mir sicher, dass es dem Hecht mit C&R gut ergeht. Sie brau­chen die­sen Schutz ein­fach und natür­lich ist es auch der bes­te Weg, vie­len Ang­lern gute Fän­ge zu ermög­li­chen. Es ver­ge­hen gut und ger­ne zehn Jah­re, bis ein Hecht eine Län­ge von einem Meter erreicht hat. Glei­cher­ma­ßen bedeu­tet dies auch, dass es zehn Jah­re braucht, bis solch ein Fisch wie­der ersetzt ist. Die Ent­nah­me von Hech­ten kann auch gan­ze Seen aus dem Gleich­ge­wicht brin­gen. Die Fried­fisch­po­pu­la­ti­on kann dann förm­lich explo­die­ren, das Ergeb­nis ist dann oft­mals ein grü­nes, algen­rei­ches Gewäs­ser, dass kaum eine Über­le­bens­chan­ce für die ver­blie­be­nen Hech­te bie­tet.

Außer­dem: Hech­te sind auch sehr wert­vol­le Fische in öko­no­mi­scher Hin­sicht. Ein Angel­ver­ein kann sei­nen Mit­glie­dern tol­le Erleb­nis­se besche­ren, wenn in den Gewäs­sern oft kapi­ta­le Hech­te gefan­gen wer­den. Und zu guter Letzt: In Hol­land schät­zen wir den Wert eines Meter-Hech­tes auf 700€. Das ist die durch­schnitt­li­che Men­ge an Geld, die ein Ang­ler aus­gibt, um einen sol­chen Fisch zu fan­gen. Hech­te sind also sowohl für die Ang­ler als auch für den Han­del ein wich­ti­ger Fisch, den es lohnt zu schüt­zen.

Du hast im Laufe der Jahre viele tolle Köder entwickelt! Wie gehst du bei der Köderentwicklung vor?

Ber­tus Roze­mei­jer: Es ver­geht unge­fähr ein Jahr, bis ein Köder kom­plett fer­tig ist. Zusam­men mit Sal­mo, mit ITT und Ulti­ma­te und nun auch Pure Fishing ist es mein Ziel, das best­mög­li­che Pro­dukt für Ang­ler her­zu­stel­len, so dass die Ang­ler einen ech­ten Wert erhal­ten.

Die Angelszene ist eine recht harte. Du bist schon lange dabei, hast auch Du negative Erfahrungen gemacht und Tipps für junge Angler, auf was sie achten sollten?

Ber­tus Roze­mei­jer: Ich den­ke es gibt ein paar wich­ti­ge Din­ge, die man im Hin­ter­kopf haben soll­te. Ich mache aus mei­nen Angel­stel­len bezie­hungs­wei­se Angel­spots nie ein Geheim­nis. Dadurch krie­ge ich auch vie­le Rück­in­for­ma­tio­nen und ich fand auf die­sem Weg ein paar wirk­lich gute Freun­de.

Ein wei­te­rer Punkt: lüge und betrü­ge nie­mals bei Dei­nen Fän­gen! Ich ken­ne ein paar (berühm­te) Ang­ler die, sagen wir es vor­sich­tig, bei der Anzahl der von ihnen gefan­ge­nen gro­ßen Fischen, leicht über­trei­ben. Am Ende kön­nen sich sol­che Men­schen nicht ein­mal rich­tig freu­en, wenn sie dann tat­säch­li­chen die­sen gro­ßen Fisch fan­gen, da sie den Fisch ja angeb­lich schon zig mal gefan­gen haben.

Drei schnelle Fragen und Antworten

Lieb­lings­kö­der

  • Strea­mer für Hecht

Ort, an dem Du noch ein­mal angeln möch­test?

  • Lough Cor­rib. Abso­lut fan­tas­tisch!

Dein schöns­tes Erleb­nis beim Angeln? 

  • Mei­ne Frau zu tref­fen, wäh­rend sie auf Zan­der jigg­te.

Vielen Dank! Hier ist noch Platz für abschliede Worte!

Ich bin sehr froh zu sehen, dass vie­le jun­ge deut­sche Ang­ler Catch & Release prak­ti­zie­ren! Bleibt am Ball und wir wer­den es nicht so übel neh­men, ein Fuß­ball­spiel zu ver­lie­ren…

 

Eure Mei­nung zu die­sem Inter­view und spe­zi­ell zu sei­ner Aus­sa­ge bezüg­lich der berühm­ten Ang­ler, die ihre Fän­ge über­trie­ben? Wir freu­en uns auf Eure Kom­men­ta­re!

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Redaktion

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