2018Zander

Zickige Zander an der Weser

Zickige Zander 2017 — ein schwieriges Jahr an der Weser

Das Jahr 2017 war für uns Zan­derang­ler an der Weser rund um Bre­men ein wirk­lich anstren­gen­des Jahr. Wo man auch hin­hör­te, die Fän­ge hiel­ten sich im Gegen­satz zu den Vor­jah­ren in Gren­zen – und das obwohl wir mit der Tiden­we­ser ab dem Hemelin­ger Wehr und der Ober­we­ser-Stre­cke bis zum Int­sche­der Wehr sicher nach Elbe und Rhein eines der bes­ten Zan­der-Revie­re in Deutsch­land haben.

Zanderamngeln Oberweser
Die Ober­we­ser — eigent­lich ein gutes Gewäs­ser für Zan­der

Ende der Raubfischschonzeit in Bremen

16.05.2017 — Ich sit­ze den gan­zen Tag total hib­be­lig auf der Arbeit und kann es kaum abwar­ten, end­lich ans Was­ser zu fah­ren. Die Schon­zeit an der Unter­we­ser in Bre­men ist end­lich zu Ende. 17 Uhr — peng! Ich hab extra ne Stun­de frü­her ange­fan­gen zu arbei­ten, um schnel­ler am Was­ser zu sein. Der ers­te Spot ist ange­fah­ren und ich ste­he end­lich strah­lend bis über bei­de Ohren am Was­ser und mach­te den ers­ten Wurf. Nach den ers­ten zwei Kur­bel­um­dre­hun­gen knall­te der Gum­mi­fisch natür­lich irgend­wo zwi­schen die Stei­ne. Hän­ger, Abriss, das Übli­che an der Unter­we­ser. Ich hat­te auf­lau­fen­des Was­ser, natür­lich pas­sen Tide und Arbeits­zeit nie so wirk­lich zusam­men. Naja egal, die lan­gen Stein­pa­ckun­gen wer­den mich heu­te noch genug ärgern. Also neu kno­ten und wei­ter geht‘s. Nach 4 Stun­den erfolg­lo­ser Ange­lei gab ich mich dann dem Hoch­was­ser geschla­gen und fuhr leicht frus­triert nach Hau­se. Die nächs­ten 4 Ses­si­ons blie­ben für mei­ne unter­schied­li­chen Beglei­ter und mich lei­der auch erfolg­los.

Wo sind Zander in der Weser?
Einer der vie­len erfolg­lo­sen Tage an der Weser (Foto: Den­nis Rit­ter)

01.06.2017 — 05:30 Uhr, der Wecker klin­gelt. Heu­te knallt‘s! Die Schon­zeit an der Ober­we­ser im Bereich der Pacht­ge­mein­schaft Weser IV rund um Achim ist auch end­lich zu Ende und die zicki­ge Unter­we­ser kann mich mal kreuz­wei­se. End­lich wie­der vor der Haus­tür angeln, ohne Tide, ohne die elen­dig lan­gen Stein­pa­ckun­gen. Ich kom­me um 6 Uhr am Spot an und woll­te unbe­dingt vor der Arbeit ein paar Wür­fe machen. Die Idee hat­te ich nicht allei­ne: Am Ufer stan­den schon 4 ande­re Ang­ler und ein Alu­boot mit zwei Ang­lern war auch schon am Spot. Die Gum­mis flo­gen durch die Luft, aber nir­gends war ein Zan­der zu sehen. Um kurz nach 8 Uhr bin ich dann auf­ge­bro­chen und ins Büro gefah­ren. Nach der Arbeit ging’s natür­lich vol­ley wie­der ans Was­ser: Alle Sor­ten an Gum­mis wur­den getes­tet, jig­gen, fau­len­zen, Drop-Shot — nichts zu machen. Als es lang­sam dun­kel wur­de, rech­ne­ten wir uns die nächs­ten Chan­cen aus: Zan­der­an­geln mit Hard­baits im Dun­keln, gleich geht‘s los. Die Son­ne ging unter und wir war­fen unse­re Wob­bler ins Was­ser. Das klapp­te die letz­ten Jah­re ganz gut. So lang­sam zeig­ten sich auch die ers­ten stei­gen­den Fische an der Was­ser­ober­flä­che und es kam Leben in die Sze­ne­rie. Doch wie an so vie­len Aben­den und Tagen in die­sem Jahr pas­siert ein­fach nicht.

An der Weser Zander mit Wobbler fangen
Mit Hard­baits in den Abend­stun­den die Buh­nen befi­schen ist eigent­lich ein guter Plan. Eigent­lich.

Was ist nur los mit den Zandern in der Weser?

In den nächs­ten Wochen und Mona­ten hör­te ich aus allen Ecken, dass die Zan­der momen­tan nicht gut lau­fen. Sowohl auf Natur- als auch auf Kunst­kö­der. Wir fan­den uns damit ab, dass es momen­tan ein­fach nichts geht. „Kommt noch. Wird bes­ser. In ein paar Wochen läuft es wie­der wie immer“. So zog es uns dann vie­le Male ans Was­ser bis im Juli die ers­ten Sta­chel­rit­ter ver­haf­tet wer­den konn­ten. Freun­de an der Unter­we­ser in Bre­men fin­gen etwas bes­ser, aber trotz­dem noch sehr schlep­pend. Ein paar erfolg­lo­se Ansit­ze und unzäh­li­ge Spinn­tou­ren mit 1–2 ver­ein­zel­ten, klei­nen Frit­ten spä­ter, zog es uns dann mal wie­der nach Bre­men und sie­he da, unter­halb vom Hei­me­li­ger Wehr konn­ten tat­säch­lich eini­ge Zan­der an den Hafen­ein­fahr­ten ver­haf­tet wer­den. Im August lief es dann auch an der Ober­we­ser lang­sam etwas bes­ser und wir konn­ten auch im Dun­keln end­lich die ers­ten Fische auf Wob­bler fan­gen. Trotz­dem blieb irgend­wie ein fader Bei­geschmack und so rich­tig rund lief es bei nie­man­den. Im Okto­ber fin­gen wir dann lang­sam an uns damit abzu­fin­den und leg­ten den Fokus eher auf Hech­te in den Neben­ge­wäs­sern der Weser. Wenigs­tens das funk­tio­nier­te recht zufrie­den­stel­lend. Zum Jah­res­ab­schluss ging das drit­te und längs­te Hoch­was­ser etwas zurück, sodass wir an Sil­ves­ter noch ein­mal bei Sturm und Regen unse­re Dropshot Rigs durchs Was­ser schlei­fen und zwei Fische in 5 Stun­den fan­gen konn­ten.

Hochwasser Weser Zander
Klei­ner Weser­zan­der bei Hoch­was­ser

Was war der Grund für die schlechten Zanderfänge 2017?

Vie­le Ang­ler an der Ober- und Unter­we­ser sind der Mei­nung, dass die Unmen­gen an Grun­deln in der Weser dafür sor­gen, dass die Zan­der weni­ger aggres­siv und ver­hal­te­ner bis­sen. War­um sol­len die Zan­der unse­re Gum­mis jagen, wenn sie sich ein­fach an eine Strö­mungs­kan­te stel­len kön­nen, das Maul auf­ma­chen und sich zwei, drei Grun­deln in den Mund flie­gen las­sen kön­nen? Im Okto­ber habe ich einen 69er Zan­der für die Küche mit­ge­nom­men, bei dem ich ins­ge­samt 10 Fische im Magen gefun­den habe. Einen klei­nen Zan­der, einen Kaul­barsch, einen Fluss­barsch und 7 Grun­deln. Dass die Grun­deln auf der Spei­se­kar­te der Zet­tis ganz oben ste­hen, dürf­te jedem klar sein. Im Nord-Ost­see-Kanal haben die Grun­deln dafür gesorgt, dass die Zan­der­po­pu­la­ti­on explo­diert ist und dadurch die Fän­ge wesent­lich bes­ser wur­den. Hof­fen wir mal, dass es 2018 in der Weser auch so läuft.

Der nächs­te Punkt auf der Lis­te sind sicher die 3 frü­hen Hoch­was­ser im Herbst und Win­ter. Ich konn­te zwar auch bei Hoch­was­ser noch 1–2 Zan­der ver­haf­ten, aber gera­de an der Ober­we­ser konn­ten wir über Wochen nicht mehr die übli­chen Spots befi­schen. Die Buh­nen waren nicht mehr begeh­bar und der Strö­mungs­druck war an den meis­ten Stel­len zu hart, um noch eine anstän­di­ge Köder­kon­trol­le zu gewähr­leis­ten. Ich per­sön­lich den­ke auch, dass das selt­sa­me Wet­ter in die­sem Jahr die Fang­er­fol­ge maß­geb­lich nega­tiv beein­flusst hat. Son­ne, Regen, Wind fast in stünd­lich wech­seln­dem Rhyth­mus und der Luft­druck tanz­te die gan­ze Zeit im Takt dazu mit.

Egal wen man am Was­ser getrof­fen hat, alle haben sich eher beklagt, als von den übli­chen, gro­ßen Fän­gen zu berich­ten. Selbst Freun­de von mir, die auch ger­ne mal fast im drei­stel­li­gen Bereich in einer Sai­son abräu­men, haben eher wenig gefan­gen. Wir haben die Fische über­all gesucht, in den Buh­nen, in den tie­fen Löchern, an Strö­mungs­kan­ten, in Häfen im Kanal, in den Seen mit Zugang zur Weser. Nir­gends waren die Zicken ein­fach ans Band zu bekom­men.

War­ten wir mal ab, was die Sai­son 2018 mit sich bringt. Viel­leicht bringt der Besatz der Aal­quap­pen im Bereich der Pacht­ge­mein­schaft Weser IV ja etwas, von denen unter ande­rem im März 2017 20 kg an der Eyter­mün­dung besetzt wur­den. Die zum Zeit­punkt des Besat­zes 15–20 cm gro­ßen Fische wur­den von den Ver­ei­nen extra als Ver­such zur Redu­zie­rung der Grun­deln bestellt.

Wie war euer Zan­der­jahr an der Weser 2017? Hat­tet ihr auch zu kämp­fen oder habt ihr gut abge­räumt?

Chris­toph

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Christoph

Kaum Zeit zum angeln aber trotzdem zu viel am Wasser. Ich komme aus der Nähe von Bremen und bin hauptsächlich mit der Spinnrute unterwegs auf Raubfische und an der Ostsee auf der Suche nach Meerforellen.

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2 Kommentare

  1. Guter,ausführlicher Bericht. Am Schwe­ri­ner See war es bei mir auch nicht bes­ser.
    Was macht eigent­lich der Stint. Ob die­ses Jahr was kommt? Ihr hat­tet letz­tes Jahr eine tol­le Sei­te dafür. Petri

    1. Mal gucken, ob wir die­ses Jahr wie­der etwas zum Stint machen. Viel ging ja auch letz­tes Jahr schon nicht mehr. Vor eini­gen Wochen hör­ten wir von Stint­fän­gen im HH-Hafen beim Butt­an­geln (auf Watt­wurm). Durch die aktu­el­le Käl­te kom­men sie sicher­lich nicht in “Balz­stim­mung” 😉

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