EcholoteTechnik, Tackle, Köder

Echolote mobil machen – sicher und mit neuester Technik

Teil1: Komponenten für mobile Echolote

Echo­lo­te, Plot­ter und Kom­bi­ge­rä­te, die bei­des beinhal­ten, waren ursprüng­lich Kom­po­nen­ten, die nur für den Ein­bau in die vor­han­de­ne Boots­elek­tro­nik vor­ge­se­hen waren. Dar­an hat sich bis heu­te, wenig geän­dert. Natür­lich gibt es eini­ge weni­ge Mobil­lö­sun­gen im unte­ren Preis­be­reich, letzt­lich ist aber für die Her­stel­ler das mobi­le Echo­lot eher ein Nischen­pro­dukt geblie­ben. Ent­spre­chend groß ist die Band­brei­te an indi­vi­du­el­len Lösun­gen, die hier und da am Was­ser zu bestau­nen sind. Das reicht von „fal­schirm­ab­sprung­ge­eig­ne­ten“ Alu­mi­ni­um­kon­struk­tio­nen mit hohem Eigen­ge­wicht bis zu gefähr­li­chen Iso­lier­band­pro­vi­so­ri­en, die kaum brauch­bar sind, auch nur ein Mini­mum an elek­tri­scher Sicher­heit am Was­ser zu gewähr­leis­ten. Was Pro­vi­so­ri­en ange­hen, grei­fen die Pro­fis der Bran­che auch schon mal dane­ben, wie bei einem gro­ßen Mari­ne­aus­rüs­ter zu sehen war, der bei einer Gerä­teneu­vor­stel­lung auf dem rasen­den Fischer­boot das Echo­lot nur mit zwei klei­nen Kro­ko­dil­klem­men an der Bat­te­rie ange­schlos­sen hat­te. Es wird immer wie­der unter­schätzt, wel­che Strom­stär­ken bei einer 12V Bat­te­rie flie­ßen kön­nen. Selbst leis­tungs­schwä­che­re 12V Akkus, wie wir sie bei Echo­lo­ten ver­wen­den, sind kein Spiel­zeug und alles ande­re als harm­los, wenn es zu einem Kurz­schluss kommt. Ange­hen­den KFZ Mecha­ni­kern wird  in der Berufs­schu­le ger­ne ein­mal gezeigt, was pas­siert, wenn ein „her­un­ter­ge­fal­le­ner“ Gabel­schlüs­sel eine Auto­bat­te­rie kurz­schließt. Ein in kur­zer Zeit glü­hen­der Schlüs­sel und eine bren­nen­de oder explo­die­ren­de Bat­te­rie blei­ben jedem Azu­bi lan­ge in Erin­ne­rung.

Nun gut, das Objekt der Begier­de aus dem gro­ßen Ange­bot an tech­nisch hoch­wer­ti­gen Echo­lo­ten oder Kom­bi­ge­rä­ten ist gefun­den.

Think Big  links, Garmin echo portable rechts
Think Big links, Gar­min Echo por­ta­ble rechts

Echolottasche von Thing Big und Garmin

Das ers­te, was her muss, ist ein Behält­nis, in dem das Gerät in auf­ge­bau­tem und funk­ti­ons­fä­hi­gem Zustand unter­ge­bracht und trans­por­tiert wer­den kann. Für die aller­meis­ten unter uns wird das eine Echo­lott­asche sein, die die­sen Ansprü­chen gerecht wird. Die bekann­tes­te hört auf den Namen „Think Big“. Sie besteht aus einer mit Fut­ter ver­steif­ten Stoff­au­ßen­hül­le und einem Plas­tik­kof­fer (neu­er­dings auch Hart­schaum­bo­den) innen, auf dem das Echo­lot mon­tiert wird und der in sei­nem Inne­ren die Bat­te­rie und die not­wen­di­ge Ver­ka­be­lung auf­nimmt. Ein ver­gleich­ba­res Modell „in grün“ wird von Aska­ri oder Stol­len­werk ver­trie­ben. Aller­dings fehlt hier der Mon­ta­ge­kof­fer, der extra beschafft wer­den muss. Als drit­ter im Bun­de winkt ein Kom­plett­an­ge­bot von Gar­min, das neben der Tasche alle ande­ren not­wen­di­gen Kom­po­nen­ten beinhal­tet. Die­se Lösung ist vor­be­rei­tet für die Gar­min Echo Serie, lässt sich mit ein paar Ände­run­gen aber grund­sätz­lich auch für Gerä­te ande­rer Her­stel­ler nut­zen. Das Beson­de­re an der Gar­min Lösung ist das sta­bi­le Innen­ske­let der Tasche, das die gesam­te Mobil­tech­nik auf­nimmt. In lau­fen­den Betrieb sorgt die­ses Gerüst auch dafür, dass die Echo­lott­asche ihre Form behält und somit immer ein unge­hin­der­ter Blick auf den Echo­bild­schirm bewahrt. Bei den ande­ren Model­len funk­tio­niert das nicht ganz so gut, die Tasche in Form zu hal­ten. Letzt­lich hängt die Taschen­wahl aber von dem Echo­lot­mo­dell ab, die Think Big ist uni­ver­sel­ler ver­wend­bar als das kom­pak­te Gar­min Modell.



Geeignete Stromversorgung

Wesent­li­cher als die Wahl der Tasche ist die Fest­le­gung auf eine geeig­ne­te Strom­ver­sor­gung. Übli­cher­wei­se ist das eine 12V Blei­bat­te­rie (AGM) mit 7–10AH Leis­tung in einem Stan­dard­ge­häu­se von 151x98x68mm. Blei­bat­te­ri­en sind preis­wert in der Anschaf­fung (20  Euro) und durch den Gel­tech­nik oder Vlie­s­einsät­ze auch sicher genug, um sie in prak­tisch jeder Lage mon­tiert wer­den kön­nen. Den Vor­tei­len ste­hen aber teils gra­vie­ren­de Nach­tei­le gegen­über. Blei­bat­te­ri­en sind begrenzt in der Lebens­dau­er (Anzahl der Lade­zy­klen), haben  ver­gleichs­wei­se schlech­te Kapa­zi­tä­ten, mess­ba­re Ent­la­de­strö­me und brin­gen ein hohes Gewicht mit. Etwa 2,3 – 2,8 kg wiegt eine sol­che Bat­te­rie, viel zu viel, um sie bei knap­pem Gepäck auch auf Flug­rei­sen mit­neh­men zu kön­nen.

Vision LiFePo4 Akku mit dem passenden MASCOT Ladegerät
Visi­on LiFePo4 Akku mit dem pas­sen­den MASCOT Lade­ge­rät

Lithium Akku Technik

Auf der Suche nach einer pas­sen­den Alter­na­ti­ve oder wie es so schön heißt nach einem „Repla­ce­ment“ stößt man im Netz sehr schnell auf die Lithi­um Akku Tech­nik, die seit eini­ger Zeit im Modell­flug­be­trieb Ein­zug gehal­ten hat. Gewicht­re­du­zie­rung ist in die­sem Hob­by­bereich ein ste­ti­ges The­ma und tat­säch­lich sind Ein­spa­run­gen von 2/3 des Blei­ak­ku­ge­wichts mög­lich. Lei­der sind Lithi­um Akkus eine zeit lang ins Gere­de gekom­men, als  u.a. in You­tube Vide­os von explo­die­ren Lithi­um Zel­len auf­tauch­ten. Tat­säch­lich war die Tech­nik anfäng­lich vor sol­chen Gefah­ren nicht gefeit, da schon fal­sches Laden, Sauer­stoff im Akku frei­set­zen konn­te, der sol­che Reak­tio­nen begüns­tigt hat. In der Zwi­schen­zeit ist die Tech­nik aber wei­ter fort­ge­schrit­ten. Das Stich­wort heißt jetzt Lithi­um Eisen Phos­phat oder abge­kürzt LiFePO4. Es kenn­zeich­net eine Wei­ter­ent­wick­lung des Lithium-Ionen-Akkus(liLon). Die Kenn­wer­te die­ses Akku­typs kön­nen sich sehen las­sen. Er ist extrem hoch­strom­fest (hohe Ent­la­de­strö­me mög­lich), hat eine deut­lich höhe­re Leis­tungs­dich­te als Blei­zel­len, kaum Ent­la­dung, ist schnell­a­de­fä­hig und wird mit Lade­zy­klen von 1000 — 5000 oder einer Lebens­dau­er von 20  Jah­ren so eini­ge Blei­ver­wand­te über­le­ben kön­nen. Hin­zu kommt die Eigen­si­cher­heit des Akkus. Eisen­phos­phat schließt alle Risi­ken, wie die beschrie­ben, sicher aus, das gilt ins­be­son­de­re für eine ther­mi­sche Über­las­tung. Emp­find­lich sind die LifePo4 Zel­len nur gegen Über­la­dung und Tiefen­ent­la­dung, so dass ent­we­der ent­spre­chen­de Schutz­schal­tun­gen vor­han­den oder das Lade­ge­rät spe­zi­ell ange­passt sein soll­te. Letzt­lich sind alle Akkus ein Akku­pack, das sich aus einer bestimm­ten Anzahl von Zel­len zusam­men­setzt. Bei Blei­ak­kus und 12V sind das sechs Stück (2V pro Zel­le), bei den LiFePo4 kom­men wir auf  vier Zel­len, da die­se Tech­nik mit 3,2–3,3V pro Zel­le arbei­tet (LiLon 4,2V, d.h. 3 Zel­len für 12V ). Je nach ver­wen­de­tem Zel­len­typ (z.B. A123) hat der Eisen­phos­phat Akku dann 12,8V (4x3,2V) oder 13,2V (4X3,3V) Nenn­span­nung. Dem Echo­lot ist das egal, da sol­che Gerä­te min­des­tens eine Input­brei­te von 10–16 Volt ver­kraf­ten kön­nen.

Ladeverfahren nach der CCCV Kennlinie
Lade­ver­fah­ren nach der CCCV Kenn­li­nie

Ladegerät für LiFePo4 Akku und Lebensdauer

Wer mit einem LiFePo4 Akku für sein Echo­lot lieb­äu­gelt, das wer­den in der Zukunft immer mehr Petri­jün­ger sein, muss auf das Lade­ge­rät einen beson­de­ren Augen­merk legen. Für LiFePo4 Zel­len wer­den IU Lade­ver­fah­ren ver­wen­det, die der CCCV Kenn­li­nie (con­stant cur­rent, con­stant vol­ta­ge) fol­gen. Der Akku wird zunächst mit kon­stan­tem Lade­strom (max. 50% der Akku­n­enn­ka­pa­zi­tät, bei 4,5Ah sind das max. 2,25A) solan­ge gela­den, bis die Lade­schluss­span­nung (3,65V bzw. 3,8 V) der ein­zel­nen Zel­len erreicht ist.  Das ist unge­fähr bei einem Lade­zu­stand von 80% der Fall. Dann wird mit kon­stan­ter Span­nung (4x3, 65V = 14,6V) wei­ter­ge­la­den bis 100% erreicht sind. Der Lade­strom fällt in die­ser Zeit auto­ma­tisch ab, umso mehr, je näher man der Voll­la­dung kommt. Ein Über­la­den der Akku­zel­len wird so sicher ver­hin­dert. Ein Erhal­tungs­la­den, wie bei Blei­ak­kus üblich, fin­det nicht statt, der Lade­vor­gang wird abge­bro­chen, wenn der Lade­strom unter 100mA sinkt. In der Pra­xis heißt dass, Blei­la­de­ge­rä­te sind für LiFePo4 Akkus in der Regel nicht geeig­net, es sei denn, sie wür­den das beschrie­be­ne IU Lade­ver­fah­ren anwen­den und die vor­ge­ge­be­nen Wer­te exakt ein­hal­ten, was bei den teu­re­ren Lade­ge­rä­ten, die häu­fig uni­ver­sell ein­stell­bar sind, der Fall sein kann. Die Lebens­dau­er der Life­Po Zel­len hängt nicht unwe­sent­lich von der mög­lichst genau­en Ein­hal­tung der Lade­schluss­span­nung ab. Schon des­halb macht es Sinn, immer ein für den Akku­typ pas­sen­des Lade­ge­rät ein­zu­set­zen. Lei­der ist alles, was mit die­ser neu­en Akku­tech­nik zu tun hat, im Fach­han­del noch nicht flä­chen­de­ckend ver­tre­ten. Das zeigt sich auch dar­in, dass auch das Fach­per­so­nal im Han­del nicht immer alle Infor­ma­tio­nen parat hat. Selbst Ver­käu­fer, die LIFePo4 Akkus in ihrem Sor­ti­ment haben, kön­nen auf Anfra­ge z.B. zum pas­sen­den Lade­ge­rät, nur auf das Pro­dukt­blatt des Her­stel­lers ver­wei­sen, das genau die­se Info nicht ent­hält. Sicher ist, dass nicht nur das Ange­bot, son­dern auch das Wis­sen um den Pro­dukt­stan­dard im Fach­han­del sich sehr schnell wei­ter­ent­wi­ckeln wer­den, zu über­zeu­gend sind die vie­len Vor­tei­le die­ses Sys­tems. Das wird sich auch auf die Markt­prei­se aus­wir­ken. Ein 12,8V LiFe­Po Akku (z.B. Visi­on V‑LFP 12–4.5) kos­tet augen­blick­lich noch um die 80 Euro, etwa vier­mal so viel wie ein ver­gleich­ba­rer Blei­ver­tre­ter. Hin­zu kommt, dass auch ein ange­pass­tes Lade­ge­rät (z.B. Mas­cot 2240LiFe, oder 2541LiFe ) mit ca. 50 Euro nicht zu den Bil­lig­la­dern gehört. Wich­tig zu wis­sen: Bei einem LiFePO4 Akku reicht es völ­lig aus, einen 12V/5AH Typen als Ersatz für einen Blei­ak­ku 12V/7,2AH zu wäh­len, da die neue Tech­nik durch die höhe­re Leis­tungs­dich­te auf eine ver­gleich­ba­re Betriebs­zeit kommt.

Fas­sen und rech­nen wir ein­mal zusam­men z.B. für ein Kom­bi­ge­rät Gar­min 50s (Plotter+Echolot). Für ver­gleich­ba­re Gerä­te von Lowran­ce oder Ray­mari­ne wür­den sich evtl. ande­re Echo­lott­aschen erge­ben.

Komponente, Hersteller und Entscheidungsbegründung
Kom­po­nen­te, Her­stel­ler und Ent­schei­dungs­be­grün­dung
Gesamtausgaben
Gesamt­aus­ga­ben

Anmer­kung: Der hier auf­ge­führ­te liFePo4 Akku Visi­on LFP 12–4,5 kann auf­grund der ein­ge­bau­ten Schutz­schal­tun­gen laut Her­stel­ler auch mit han­dels­üb­li­chen Blei­la­dern (z.B. 12v/2AH) gela­den wer­den. Inwie­weit das für die Lade­ka­pa­zi­tät und Lebens­dau­er des Akkus zuträg­lich ist, will ich nicht beur­tei­len. Bei einer eher gerin­gen Ein­spa­rung zum Blei­la­der soll­te man aber lie­ber einen ange­pass­ten Lader kau­fen. Die errech­ne­te Gewichts­ein­spa­rung bei Ver­zicht auf den Blei­ak­ku und das Blei­la­de­ge­rät beträgt rund  2kg, das ist schon erheb­lich und wür­de das Echo Set wie beschrie­ben auch für Flug­rei­sen geeig­net machen.

Viel Spaß auf dem Wasser
Viel Spaß auf dem Was­ser

Wie man die mobi­le Ein­heit nach sei­nen Wün­schen aus­stat­tet und erwei­tert und elek­trisch sicher und feuch­tig­keits­ge­schützt ver­drah­tet, zeigt der zwei­te Teil, den Ihr unter fol­gen­dem Link fin­det: Echo­lo­te z.B. von Gar­min und Thing Big umrüs­ten

Buch­tipp: Hole alles aus dei­nem Fish­fin­der raus!  Der gro­ße Echo­lot Rat­ge­ber

Hier fin­det Ihr wei­te­re schö­ne Arti­kel von Gerd zum The­ma:

Wie fin­de ich das rich­ti­ge Echo­lot für mich? (mit Infos über den Autor)

Gar­min Stri­ker 7sv und 5dv im Pra­xis-Test

Top Gerät für Ang­ler: Sim­rad Echo­lot GO7 XSE

All­ge­mei­ner Arti­kel: Fish­fin­der und Echo­lot – Tipps für Ang­ler

Soll­tet Ihr Fra­gen oder Hin­wei­se haben, dann pos­tet sie ein­fach in die Kom­men­ta­re. 

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Gerd

Erster Angeleinsatz : Holland 1962 mit einer Fertigangel Bambus dreiteilig 3 m, Fangergebnis 36 Aale an einem Regentag im August. Danach Süßwasserangelei vorwiegend an der Mosel und den Mittelgebirgstalsperren (Sauerland) mit kurzer Visite in einem Angelverein (der mir mit seiner Vereinsmeierei schnell gezeigt hat, dass er für mich keine Heimat sein und schon gar keine Herausforderung bieten konnte). Nach der Schule im rheinischen Raum (Bonn und Umgebung) vorwiegend an großen nicht bewirtschafteten Kiesgruben auf Karpfen und Forellen, Flussangelei an der Mosel, Kyll(Saarland). Erste Erfahrungen mit der Salzwasserfischerei (Nordsee,Ostsee) ab den 70er Jahren. Regelmäßige Angelreisen ab 1982 nach Irland (Hecht, Browntrout), Kanada(Königslachs, Sockey). In den letzten 15 Jahren min 1x/Jahr Irland, Norwegen (nur Salzwasser), Süßwasser nur noch Talsperre, gelegentlich noch Flußangelei Lippe,Sieg (Raum Unna).

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