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Buchvorstellung: Modernes Fische Finden — Der Hecht

Buch für Hechtangler — loht sich der Kauf?

Bei neu­en Büchern zum Hecht­an­geln bin ich wenig neu­gie­rig, wenn es um Metho­den und Ködern geht. Man wird es schnell über, glau­ben zu kön­nen, dass der Ver­fas­ser ein Non-Plus Ultra neu­es­ter Hecht­fang­me­tho­den gene­riert hat und auch neue Wun­der­kö­der mit­bringt, die für den Räu­ber unwi­der­steh­lich sind. Die Autoren sind nicht sel­ten Pro­fis der Angelbran­che, die nur Geld ver­die­nen, wenn sie schrei­ben und viel­leicht noch Wer­bung für den ein oder ande­ren Her­stel­ler ver­brei­ten. Natür­lich ist das all­zu ver­ständ­lich, aber letzt­lich kochen auch sol­che Autoren mit Was­ser. Was noch wich­ti­ger ist, Metho­den und Köder beim Angeln müs­sen zum jewei­li­gen Ang­ler pas­sen. Wer sol­che Sys­te­me nicht ver­in­ner­li­chen kann, weil ihm die Zeit fehlt oder er sich z.B. das für den Schrei­ber selbst­ver­ständ­li­che Über-Equip­ment nicht leis­ten kann, ist mit sol­chen Vor­schlä­gen rest­los über­for­dert.

Buch über das Hechtangeln

Anders­her­um wird jeder, auch mit beschei­de­nen Mit­teln, sei­ne ang­le­ri­schen Bemü­hun­gen dau­er­haft ver­bes­sern kön­nen, wenn er sich gesi­cher­tes Wis­sen  über das Ver­hal­ten und die Lebens­raum­be­din­gun­gen sei­nes Ziel­fi­sches Hecht aneig­nen kann. Wer weiß, wie der Hecht tickt und wo er sich auf­hält, wird erfolg­reich sein, unab­hän­gig von den Metho­den und den Ködern, die er ein­setzt.

Über unse­ren Süß­was­ser­räu­ber gibt es z.B. eine gro­ße Anzahl wis­sen­schaft­li­cher Unter­la­gen, die für uns Ang­ler wich­ti­ge Erkennt­nis­se lie­fern kön­nen. Lei­der sind sol­che Recher­chen immens zeit­in­ten­siv und erfor­dern außer­dem umfas­sen­de Sach­kennt­nis­se bei der Inter­pre­ta­ti­on der ang­le­risch rele­van­ten Bezü­ge.

Erfreu­li­cher­wei­se haben sich die Ver­fas­ser des hier vor­ge­stell­ten Hecht­bu­ches die­se Recher­chen­ar­beit gemacht. Aus einer Viel­zahl von wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en, vor­wie­gend aus dem skan­di­na­vi­schen Raum, ist es den Autoren gelun­gen, ein Kom­plett­pa­ket rund um den Ziel­fisch Hecht zu schnü­ren, das schon im Ansatz, weg vom Köder- und metho­den­las­ti­gen Vor­ge­hens- und Denk­wei­se, ein Allein­stel­lungs­merk­mal auf­weist. Sprach­lich ist das Buch leicht ver­ständ­lich gefasst. Es liest sich flüs­sig und eig­net sich in den Grund­la­gen sehr gut für Anfän­ger, aber in der Fül­le bis­her wenig berück­sich­tig­ter Fak­ten auch für den ver­sier­ten Raub­fisch­spe­zia­lis­ten.

Inhalt des Hechtbuches

Inhalt­lich ist das Buch umfas­send gepackt. Neben Infor­ma­tio­nen zur Bio­lo­gie des Räu­bers legt z.B. das Kapi­tel über Räu­ber und Beu­te das Bezie­hungs­ge­flecht zwi­schen den Fähig­kei­ten des Hech­tes und den Eigen­schaf­ten sei­ner Beu­te offen. Mit wich­ti­gen impi­ri­schen Fak­ten zu den Ver­hal­tens­ko­ef­fi­zi­en­ten der Beu­te und der bevor­zug­ten Grö­ßen kön­nen wir unse­re Angel­stra­te­gi­en u.U. neu bewer­ten. Vie­le Tipps, wie der Räu­ber zu fin­den ist und wel­che Stra­te­gi­en zum Erfolg füh­ren, lie­fert das Kapi­tel 5 “Lebens­räu­me”. Wel­che Bedin­gun­gen man durch die ver­schie­de­nen Jah­res­zei­ten vor­fin­det und auf wel­che Art  der Hecht sich anpasst, beschreibt das “Jahr des Hech­tes” inten­siv auf rund 100 Sei­ten. War­um gera­de gro­ße Exem­pla­re im Früh­jahr im Flach­was­ser­be­reich zu fin­den sind und wie man sie dort über­lis­tet, erfährt man eben­so wie die trick­rei­chen Vor­ge­hens­wei­sen im trü­ben Som­mer­was­ser bei schwin­den­der Sauer­stoff­sät­ti­gung. Die Autoren ver­säu­men es nicht, das Gesag­te durch Stu­di­en­ergeb­nis­se zu bele­gen und Schluss­fol­ge­run­gen für das Vor­ge­hen am Was­ser auf­zu­zei­gen. Beson­der­hei­ten in ste­hen­den Gewäs­sern sind selbst­ver­ständ­lich ein The­ma, für die Hecht­an­ge­lei im Fließ­was­ser gibt es ein eige­nes Kapi­tel. Natür­lich berück­sich­ti­gen die Autoren die Umwelt­fak­to­ren wie Was­ser­tem­pe­ra­tur, Sauer­stoff­sät­ti­gung, Wet­ter und Sicht­tie­fe des Was­sers. Auch die Eutro­phie­rung eines Gewäs­sers in Wech­sel­wir­kung mit dem Fischer­trag wer­den auf­ge­zeigt.

Fazit zum Hechtbuch

Ins­ge­samt bie­tet das Buch eine Fül­le an gesi­cher­ten Infor­ma­tio­nen, unse­re Hecht­an­ge­lei neu zu inter­pre­tie­ren. Wie, wann und was der Hecht frisst, wie er sein Revier sucht, wel­che Bedin­gun­gen er bevor­zugt und wel­che äuße­ren Ein­flüs­se sein Ver­hal­ten beein­flus­sen kön­nen, sind span­nen­de Fak­ten, die unse­re Vor­ge­hens­wei­sen des Jagd­ver­hal­tens nach­hal­tig beein­flus­sen wer­den.

Die­ses Buch ist für jeden enga­gier­ten Hecht­ang­ler, der sei­ne Vor­ge­hens­wei­sen und Stra­te­gi­en erfolg­reich ver­bes­sern möch­te, eine Pflicht­lek­tü­re, die sich aus­zahlt. Die Autoren haben gute Arbeit geleis­tet. Wenn man ihnen etwas nach­se­hen muss, dann ist es ihre Detail­ver­lieb­heit, die ab und an zu leich­ten Wie­der­ho­lun­gen neigt. In Anbe­tracht der Gesamt­leis­tung kann man das aber ver­nach­läs­si­gen.

Gerd

Das Buch bei Ama­zon:

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Gerd

Erster Angeleinsatz : Holland 1962 mit einer Fertigangel Bambus dreiteilig 3 m, Fangergebnis 36 Aale an einem Regentag im August. Danach Süßwasserangelei vorwiegend an der Mosel und den Mittelgebirgstalsperren (Sauerland) mit kurzer Visite in einem Angelverein (der mir mit seiner Vereinsmeierei schnell gezeigt hat, dass er für mich keine Heimat sein und schon gar keine Herausforderung bieten konnte). Nach der Schule im rheinischen Raum (Bonn und Umgebung) vorwiegend an großen nicht bewirtschafteten Kiesgruben auf Karpfen und Forellen, Flussangelei an der Mosel, Kyll(Saarland). Erste Erfahrungen mit der Salzwasserfischerei (Nordsee,Ostsee) ab den 70er Jahren. Regelmäßige Angelreisen ab 1982 nach Irland (Hecht, Browntrout), Kanada(Königslachs, Sockey). In den letzten 15 Jahren min 1x/Jahr Irland, Norwegen (nur Salzwasser), Süßwasser nur noch Talsperre, gelegentlich noch Flußangelei Lippe,Sieg (Raum Unna).

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