Daniela Misteli (CH)

Lachsfischen in Kola mit Russija Fishing und Baikal Reisen

Lachsangeln Kola — Russland

Nun ver­ste­he ich ihn end­lich, die­sen Mythos um den Atlan­ti­schen Lachs! Wie­so um die hal­be Welt Rei­sen nur wegen die­sem Fisch? Nun wo ich es selbst gemacht habe, weiss ich war­um. Es ist ein wun­der­ba­rer Fisch, schwie­rig zu fan­gen und echt sau­er wenn man ihn hakt, aber der Rei­he nach…
Wir haben bei Rus­si­ja Fishing/Baikal Rei­sen eine Woche Lachs­fi­schen am Strel­na und Chapo­ma gebucht und freu­ten uns eine gefühl­te Ewig­keit bis es los ging. Am 5. Juni war es dann end­lich soweit, bereits um 7 Uhr in der Früh durf­te jeder der Rei­se­teil­neh­mer ein klei­nes Geschenk ent­ge­gen neh­men: ein Rus­si­ja-Fishing Cap. Ich war mir zuerst nicht sicher ob ich die­ses pin­ke Ding, wel­ches nur für mich in die­ser Far­be gemacht wur­de, hübsch fin­de, doch jetzt gebe ich das nie wie­der her, denn es hat eine unglaub­lich schö­ne Rei­se mit mir erlebt.

Anreise nach Kola
ein biss­chen Gepäck, 411,8 Kilo­gramm Tack­le

Mit 411,8 Kilo­gramm Gepäck flog der Schwei­zer Teil der Grup­pe los Rich­tung St. Peters­burg, vol­ler Vor­freu­de und Hoff­nun­gen wur­de hef­tig über Flie­gen, Ruten, Rol­len, Schuss­köp­fe oder ähn­li­ches dis­ku­tiert, um die Zeit im Flie­ger tot­zu­schla­gen. In Russ­land wird man (oder Frau) ja nicht gera­de freund­lich in Emp­fang genom­men, aber dank der Orga­ni­sa­ti­on von Wla­di­mir hat alles mit den Visa geklappt und wir durf­ten Rus­si­schen Boden betre­ten.

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Um die War­te­rei auf unse­re Kol­le­gen aus Deutsch­land zu über­brü­cken tran­ken wir die ers­ten Bie­re und etwas spä­ter stand dann auch der Bus offe­riert von Rus­si­ja Fishing zur Stadt­rund­fahrt bereit. Die­ser brach­te uns durch den Stau in die Innen­stadt, um in einem Rus­si­schen Restau­rant etwas zu Essen und anschlie­ßend wie­der zurück an den Flug­ha­fen zum Wei­ter­flug nach Mur­mansk. Dort ange­kom­men wur­den wir sofort in zwei Bus­se gela­den und nach Umba gefah­ren, der Tank­stel­len Hot Dog war ein will­kom­me­nes Früh­stück, bevor wir end­lich vor dem beein­dru­cken­den MI‑8 Heli­ko­pter stan­den. Alle Kame­ras schnell­ten her­vor um das Unge­tüm auf Bild fest­zu­hal­ten, ich bin sicher, dass dies bis zum Schluss das meist foto­gra­fier­te Motiv blieb, wohl aber auch das beein­dru­ckends­te.

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In der knap­pen Stun­de Flug über die Kola Halb­in­sel war nicht viel Zivi­li­sa­ti­on zu ent­de­cken, nur noch Bäu­me, Seen, einen Adler, das weis­se Meer und dann end­lich unser Ziel, die Lodge am Chapo­ma. Hier tei­len wir uns in zwei Grup­pen und ver­ab­schie­de­ten uns vor­läu­fig von unse­ren Freun­den, denn wir durf­ten noch­mals ein paar Minu­ten län­ger mit­flie­gen um in der Strel­na Lodge unser Quar­tier zu bezie­hen. Hier war es eher wie in einem Hotel als in der Wild­nis Russ­lands, denn als ers­tes gab es was zu Essen. Dies blieb auch bis zum Schluss der Mit­tel­punkt hier, da die Köchin­nen uns mit Lecke­rei­en zudeck­ten – ich bin sicher alle von uns haben ein paar Kilo mehr mit nach Hau­se genom­men!

Gie­rig dar­auf die Flie­ge zu schwin­gen brach­te uns unser Gui­de Roger und sei­nem rus­si­schen Kol­le­ge Sascha zum Fluss und zeig­te uns die schlech­ten News, sechs Wochen ohne Regen und Tem­pe­ra­tu­ren bis über 25 Grad hat­ten dem Was­ser­stand schwer zuge­setzt was auch hieß, dass fast kei­ne fri­schen Fische hin­auf­zo­gen. Den schlech­ten Nach­rich­ten zu trotz fing Mau­ro kei­ne Stun­de spä­ter den ers­ten Fisch und zeig­te uns Ande­ren wie es geht. Beim Abend­essen mit fri­schem Lachs-Sashi­mi frön­ten wir der net­ten Rus­si­schen Tra­di­ti­on, dem Vod­ka. Die ers­ten Fla­schen wur­den von Roger spen­diert und damit flei­ßig der ers­te Erfolg gefei­ert. Die nächs­ten Tage führ­ten uns die bei­den Gui­des am Fluss ent­lang, was bei den hei­ßen Tem­pe­ra­tu­ren teil­wei­se ganz schön anstren­gend war. Wenn es Wind­still war, hät­ten wir die Son­ne ger­ne nur im T‑Shirt genos­sen, aber unse­re „Kol­le­gen“, die Mos­ki­tos, hat­ten etwas dage­gen.

Ich konn­te mei­nen ers­ten Lachs dann mit­ten in der Nacht über­lis­ten, direkt nach dem Biss wuss­te ich das muss einer sein. Immer wenn ich Roger frag­te woher ich weiß, wann ich einen Lachs am Haken habe, sag­te er mir, dass ich es schon mer­ken wer­de und er hat­te Recht. Trotz des ener­gi­schen Kamp­fes und den schnel­len Fluch­ten konn­te ich ihn kurz vor dem klei­nen Was­ser­fall stop­pen. Nach die­sen auf­re­gen­den Minu­ten konn­te ich end­lich den Lachs in den Hän­den hal­ten. Mei­nen ers­ten ech­ten Atlan­ti­schen Lachs, wow… ich war stolz wie sel­ten zuvor und mein Freu­den­schrei war weit zu hören!

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Fast die gan­ze Grup­pe war in die­ser Nacht unter­wegs und so stie­ßen wir mor­gens um 4 Uhr alle zusam­men mit einer Fla­sche Wod­ka auf die erfolg­rei­che Nacht an, denn ich war nicht die ein­zi­ge mit Erfolg. Ver­ein­zelt wur­den in den nächs­ten Tagen wei­te­re Lach­se gefan­gen und auch aus der ande­ren Grup­pe am Chapo­ma war posi­ti­ves zu hören. Zudem konn­ten wir wun­der­schö­ne Bach- und Meer­fo­rel­len fan­gen, wel­che wun­der­schön gezeich­net und in grös­se­rer Zahl vor­han­den waren. Ich war hin und weg von mei­ner Bach­fo­rel­le, es war defi­ni­tiv die schöns­te die ich je gefan­gen habe und ein außer­or­dent­lich gutes Trost­pflas­ter.

LKW Russland
wei­ter geht´s per LKW

Am drit­ten Tag wur­den wir mit einem ziem­lich alten Mili­tär Last­wa­gen abge­holt, um in die Lodge am Chapo­ma gebracht zu wer­den. Dies war eine aben­teu­er­li­che Fahrt ent­lang am Strand, durch Flüs­se, Büsche und tie­fe Löcher auf den „Stras­sen“. Der Fah­rer beein­druck­te mich, die­ses alte Fahr­zeug schien nicht wirk­lich auf ihn hören zu wol­len und er muss­te stän­dig an einem der etwa acht Hebeln zie­hen damit es wei­ter geht. Die Chapo­ma Lodge ist in per­fek­ter Lage, direkt am Weis­sen Meer vis à vis vom klei­nen Dorf Chapo­ma wo ca. 30 Leu­te das gan­ze Jahr woh­nen. Unse­re Köchin­nen kamen jeweils mit dem Boot zur Arbeit und hat­ten natür­lich auch hier bereits etwas vor­be­rei­tet, um uns nicht hung­rig ins Bett zu schi­cken. Trotz der nur 30 Kilo­me­ter Distanz zum Strel­na war es hier fast wie in einer ande­ren Welt, es gab weni­ger Stei­ne, mehr Grün­flä­chen und der Fluss hat­te ein ganz ande­res Gesicht. Ein hüb­sches Gesicht wür­de ich sagen! Ein Teil der Grup­pe wur­de mit dem lus­ti­gen Fahr­zeug an einen wei­te­ren Fluss gebracht, den Pja­li­za wel­cher auch vie­le Lach­se ent­hielt und auch wun­der­schön war.

Lodge Chapoma Kola
Die Log­de am Chapo­ma

An bei­den Flüs­sen konn­ten wir stän­dig Lach­se sprin­gen sehen, was es aber nicht ein­fa­cher mach­te sie zu fan­gen. Trotz­dem konn­ten eini­ge Fische gelan­det wer­den und ich ver­lor einen nach ein paar Minu­ten Drill knapp vor mei­nen Füs­sen. Auch die­se drei Tage ver­gin­gen viel zu schnell und am sieb­ten Tag kam uns der Heli­ko­pter wie­der abho­len, die ande­re Grup­pe war bereits an Bord und so flo­gen wir voll bepackt wie­der zurück in die Zivi­li­sa­ti­on. Obwohl Umba, unse­re ers­te Hal­te­stel­le nicht viel mit Zivi­li­sa­ti­on zu tun hat, doch es war schön wie­der auf geteer­ten Stras­sen her­um gefah­ren zu wer­den. Abends tra­fen wir im nörd­lichs­ten 4 Stern Hotel der Welt in Mur­mansk ein und genos­sen alle eine Dusche, ich ver­miss­te die Sau­na aus den bei­den Lod­ges trotz­dem bereits ein wenig.

am Chapoma
am Chapo­ma

Am nächs­ten Tag orga­ni­sier­te uns Wla­di­mir einen Tag fischen an der Kola und Ura, um die zwei Tage in Mur­mansk zu über­brü­cken, die­se wur­den ein­ge­plant falls der Heli nicht hät­te flie­gen kön­nen. Ich war in der Grup­pe wel­che die Ura befi­schen konn­te, lei­der hat­te ich sel­ber kei­nen Erfolg, doch in der Grup­pe an der Kola wur­de ein Meter-Fisch gefan­gen! Da es das ers­te Mal orga­ni­siert wur­de, klapp­te nicht alles rei­bungs­los, eben rus­sisch… aber Roger setz­te sich laut­stark für sei­ne Gäs­te ein.

In der Haus-Dis­co stieg noch unse­re Abschluss­par­ty mit vie­len Geträn­ken und guter Stim­mung, erstaun­lich wie hübsch das die geschon­ten weis­sen Hem­den auf der Rei­se geblie­ben sind. Die gan­ze Nacht wur­de durch­ge­fei­ert und ein paar hat­ten noch ver­schla­fe­ne Gesich­ter als wir auf unse­rer Rund­fahrt durch Mur­mansk noch den Eis­bre­cher Lenin und bekann­te Denk­ma­le besuch­ten.  Ein gelun­ge­ner Abschluss für eine sehr auf­re­gen­de, aben­teu­er­li­che und wun­der­schö­ne Rei­se!

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Unse­re lan­ge Heim­rei­se führ­te uns wie­der mit Bus, Flug­zeug und eini­ge Stun­den an Flug­hä­fen zurück nach Zürich wo wir uns von allen alt­be­kann­ten und neu­en Freun­den ver­ab­schie­den muss­ten. Schon ein komi­sches Gefühl wie­der unter allen die­sen Men­schen mit­ten in der Stadt zu sein, doch mit vie­len schö­nen Erin­ne­run­gen und müden Kno­chen schlief ich herr­lich gut im eige­nen Bett. Es war wirk­lich ein tol­les Aben­teu­er und sehr schö­ne Zeit! Obwohl es nicht ganz ein­fach war, als Frau mit 20 Män­ner in die Feri­en zu fah­ren, hier jedoch ein gro­ßes Kom­pli­ment an Roger von Rus­si­ja Fishing, er hat das super gema­na­ged und es war mir eine Ehre als ers­te Frau den Strel­na zu befi­schen.

Lie­be Grüs­se, Danie­la

P.S.: Hof­fent­lich schon bald habe ich die Unmen­gen an Video­ma­te­ri­al zu einem Film bear­bei­tet, wel­chen ich Euch dann ger­ne zei­ge! Wei­te­re Infor­ma­tio­nen unter www.russija-fishing & www.baikal-reise.de. Kon­takt per E‑Mail über Russija-Fishing@bluewin.ch und Ebert@Baikal-Reise.de

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