Angeln vom Belly-Boat

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie Ausrüstung / Tackle, Technik / Methoden
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Veröffentlicht am Dezember 10, 2012 , derzeit 6 Kommentare

Belly-Boat Angeln im See, Fluß und Ostsee

Grundlagen, verschiedene Modelle, Sicherheit und Ausrüstung zum Raubfischangeln vom Bellyboot

Das Fischen vom Belly-Boat primär auf Raubfisch erfreut sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit an bzw. auf deutschen Gewässern. Kein Wunder, denn Belly-Boate gestalten die Wahl des Angelplatzes sehr flexibel, Hotspots wie zugewachsene Ufer, Schilfgürtel oder einfach Bereiche, die man vom Ufer oder mit der Wathose einfach nicht erreichen kann, können problemlos befischt werden. Zudem sind die ‚Bauch-Boote‘ im Vergleich zu Schlauch-, Holz-, GFK- und Aluboaten bedeutend billiger und benötigen keinen Anhänger. Auch kann auf Slipanlagen und all das verzichtet werden. Eine Luftpumpe reicht. Belly-Boate bringen auch einen hohen Spaßfaktor mit sich. Denn es bringt unheimlich Spaß mit dem Belly zu fischen und Fische zu drillen, natürlich vor allem Kapitale.

Verschiedene Belly-Boat Modelle und vor allem: Sicherheit an Bord

Ein Belly-Boat ist im Grunde kein richtiges Boot, sondern eine Schwimmhilfe. Heutzutage werden drei verschiedene Grundformen verwendet, die älteren Belly-Boate in der die U- und V-Form sowie die Ponton Belly-Boate wie zum Beispiel der Guideline Drifter. Die Ponton Boote, deren Aussehen an einen Katamaran in V- Form erinnert, haben mehrere große Vorteile. Zum einem liegt deren Schwerpunkt auf der Wasseroberfläche, wodurch der Fahrer nur mit den Oberschenkeln im Wasser hängt. Dadurch lässt sich das Ponton Belly-Boat im Vergleich zu den herkömmlichen Belly-Boaten viel leichter steuern und mit weniger Kraftaufwand fahren. Durch die V-Form ist es auch weniger anfällig für Wind und Wellen. Ein anderer großer Vorteil ist, dass die Ponton Boote bedeutend sicherer sind. Die beiden einzelnen Pontons verfügen über zwei separate Luftkammern mit eigenen Ventilen. Dadurch ist gewährleistet, dass bei einer Beschädigung der äußeren Kammer mit Luftverlust, das Belly-Boat durch die noch intakte Kammer auf dem Wasser gehalten wird und man sich ans Ufer retten kann. Des Weiteren sind die Sitzfläche und die Rückenlehne ebenfalls mit Luftkammern ausgestattet.

Sicherheit steht an erster Stelle – Automatikweste

Die Sicherheit beim Angeln vom Belly-Boat spielt eine große Rolle. Man sollte immer auf seine Vernunft hören, denn Leichtsinn kann bitterböse bestraft werden. Da wir aus dem Hamburger Raum kommen nutzen wir ab und zu Belly-Boate um damit auf verschiedenen Seen, der Dove Elbe, den Alsterkanälen und der Ostsee zu fischen. Gerade auf der Ostsee sollte man immer vorsichtig unterwegs sein. Ein Belly-Boat ist ziemlich anfällig für Wind, Strömung und Gezeiten (wenn vorhanden). Man sollte sich auf keinen Fall überschätzen und bei starken Winden, Nebel, Gewittern oder starken Strömungsverhältnissen mit dem Belly-Boat rausfahren. Es sollte auch die Regel beachtet werden, dass leichter auflandiger Wind immer sicherer als ablandiger Wind ist. Es besteht nämlich die Gefahr, dass die Beine irgendwann schlapp machen oder man einen Krampf bekommt. Bei auflandigem Wind wird man ans Ufer gedrückt, bei ablandigen aufs offene Meer. Es muss immer eine Schwimmweste getragen werden, am besten eignen sich da dünne Automatikwesten. Zudem empfiehlt es sich ein Handy (wasserfest verpackt), einen Kompass, eine laute Trillerpfeiffe und ein GPS-Gerät bei sich haben. Es empfiehlt sich zu zweit rauszufahren und niemals alleine, damit die zweite Person im Extremfall immer Hilfe holen kann. Wichtig ist es auch, dass man sich nicht zu weit vom Ufer entfernt. Nun haben wir vor allem die Gefahren auf der Ostsee beschrieben, aber auch auf Seen, Flüssen, Kanälen oder anderen Gewässer muss die Sicherheit beachtet werden. Flüsse mit starker Strömung und Tide wie zum Beispiel der Elbhauptstrom oder der Rhein sollten gemieden werden.

Bellyboat

mit dem Belly Boat auf den Kanälen Hamburgs

Belly-Boat Ausrüstung für das Süß- und Salzwasser

Zur allgemeinen Ausrüstung gehören auf jeden Fall als allererstes die Gegenstände, die wir in dem Abschnitt der Sicherheit genannt haben. Des Weiteren benötigt man eine Wathose, eine Watjacke, einen Watgürtel, wenn gewünscht einen Watkescher sowie Fischgalgen, Schwimmflossen, einen Anker und ein ausreichend langes Ankerseil. Ein Echolot kann sehr hilfreich beim Fischen vom Belly-Boat sein.

Belly-Boat Zander

Zander vom Belly-Boat

Die Ruten zum Angeln vom Belly-Boat sollten möglichst einen kurzen Griff (der Griff sollte max. bis zum Ellenbogen gehen) haben und im allgemeinen auch nicht zu lang sein. Für das Fischen auf den Alsterkanälen, der Dove Elbe und auf Seen können wir für das Angeln auf Barsch Ultralight-Ruten mit einer Länge bis ca. 2m und einem Wurfgewicht bis max. 15g empfehlen. Dazu passen perfekt 1000er oder max. 2500er Stationär-Rollen sowie kleine Baitcaster-Rollen. Als Schnüre verwendet man 0,06 bis 0,10mm starke geflochtene oder 0,18 bis 0,25mm starke monofile. Zum Angeln auf Zander und Hecht können die Ruten bis zu 2,40 Meter lang sein und ein Wurfgewicht bis ca. 50g haben, wenn es gezielt auf große Hechte geht, auch gerne mehr. Dazu passen 2500er oder max. 4000er Stationär-Rollen sowie mittlere Baitcaster-Rollen. Als Schnur kommt hier 0,10 bis 0,17mm starke geflochtene in Frage. Die Köder sollten natürlich je nach Fischart gewählt werden, hier habt Ihr dafür eine Übersicht an Ködern. Besondern reizvoll kann das vertikale Angeln direkt an den Kanten und Unterwasserbergen sein. Hier kann der Köder direkt an den Hotspots gefischt werden, die Dropshot-Montage ist hier mehr ans empfehlenswert.

Meerforellenblinker

Belly-Boat Angeln auf der Ostsee auf Plattfisch, Dorsch und Meerforelle

Für das Angeln auf der Ostsee vom Belly-Boat empfehlen sich verschiedene Methoden. Zum einem das leichte Angeln mit Naturködern auf Plattfische, einerseits mit speziellen Montagen an der toten Rute und/oder aktiv mit dem Buttlöffel. Hierzu sollten leichte 1,80m bis 2,40 lange Spinnruten mit einem Wurfgewicht bis ca. 40g verwendet werden. 2500ner Stationär-Rollen mit einer 0,10mm starken geflochtenen passen perfekt dazu. Für das leichte Spinnfischen auf Meerforellen und Hornhechte mit Blinkern, Wobblern und Fliegen am Sbirolino eignen sich am besten Ruten um die 2,40m mit einem Wurfgewicht bis 40g in Kombination mit einer 2500ner Stationär-Rolle mit einer 0,10 bis 0,15mm starken geflochtenen Schnur. Für das Fischen auf Dorsch mit Blinkern, Gummifischen und Pilkern bieten sich Ruten zwischen 2 und 2,40m mit einem Wurfgewicht von etwa 40 bis 80g kombiniert mit einer 2500er Stationär Rolle mit einer 0,10 bis 0,15mm starken geflochtenen Schnur an. Die Gummifische sollten für die Ostsee zum einem möglichst in rot, orange oder braun gewählt werden, da sie so optimal Krebse imitieren, oder in blau und grün als Heringsimitate. Die Jigkopfgewichte variieren zwischen ca. 18 bis ca. 50g je nach Tiefe und Strömung.

Hier noch ein kleines Video mit guten Tipps wie man ein Echolot richtig anbringt:

Seit Ihr auch mit Belly-Boat unterwegs? Was sind Eure bevorzugten Methoden? Fischt Ihr lieber im Süß- oder Salzwasser?

6 Kommentare

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  1. cool!!

  2. Absolut klimaneutrale Bootstour

  3. Mit dem Belly-Boat zu fischen habe ich Märtz 2012 und bin von Anfangan begeistert.
    Das du sparst dir das warten zwischen den Steinen und sitzt mitten im Fisch!
    Wir sehen uns auf deem Wasser!!!!!!!
    TL Ole

  4. Ja hoffentlich, eine sehr coole Methode Fisch zu fangen! Muss ich auch mal probieren

  5. 2013 wird auf jeden Fall häufiger vom Belly-Boat gefischt, dann gibts sicherlich auch mehr Erfahrungs- bzw. Angelberichte zu dem Thema

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