Ausrüstung für das Brandungsangeln

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie Ausrüstung / Tackle, Dorsch, Plattfisch
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Veröffentlicht am November 21, 2011 , derzeit 2 Kommentare

Tipps zum Brandungsangeln an der Ostsee und Nordsee

Das Brandungsangeln ist schon eine Wissenschaft für sich! Angefangen bei selbstgeknüpften Vorfächern bis hin zum Ruteneigenbau. Trotzdem möchte ich euch die grundlegenden Elemente des Brandungsangelns einmal kurz vorstellen.

Die Brandungsrute

Was die Auswahl der Rute betrifft, sind die führenden Ruten für das Brandungsangeln von Daiwa, Shimano, Dega und Cormoran! Diese Ruten sollten ein stabiles Rückgrat besitzen um somit Wurfgewicht bis ca. 250g voll durchgezogen auf ihre Reise ins Wasser zu befördern und Wurfweiten jenseits der 100m Marke zu erzielen. Für das Fischen in der Ostsee reichen Ruten bis 180g Wurfgewicht vollkommen aus! Die Länge der Brandungsrute ist je nach Geschmack zwischen 3,60m – 4,50m! Man kann jedoch sagen, je länger die Rute desto schwerer der Auswurf.

Erfolg in der Brandung: Schöner Plattfisch

Erfolg in der Brandung: Schöner Plattfisch

Die Montage: Vorfach zum Brandungsangeln

Die Wahl des richtigen Vorfaches ist meist entscheidend für den Erfolg in der Brandung, je nach Witterungsverhältnissen und Zielfisch sind unterschiedliche Montagen zu wählen. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass es zwei wesentliche Montagen gibt. Zum einen die Nachläufermontagen und zum anderen die starren Montagen. Die Nachläufermontagen sind so konstruiert, dass Sie beim Biss dem Fisch erlauben Wiederstandfrei mit der „Beute“ abzuziehen, bis sie sich dann letztlich selbst haken. Die starren Montagen haben direkten Kontakt zum Blei.

Eine Möglichkeit für ein Brandungsvorfach

Eine Möglichkeit für ein Brandungsvorfach

Erfahrungsgemäß haben sich bei mir die Nachläufermontagen für das Angeln auf Platte bewährt, die starren Montagen für das Fischen auf Dorsch. Des Weiteren ist die Wahl der (Leucht-)Perlen eine wichtige Komponente für den Fangerfolg. Einige Brandungsangler schwören auf eine regelrechte (Leucht-)Perlensammlung an ihrer Montage, so dass diese regelrecht wie ein Tannenbaum aussieht, bei anderen zählt das Credo „weniger ist mehr“! Hier gibt es natürlich kein Patentrezept, was besser ist. Probiert einfach selbst aus, was euch mehr liegt. Man kann jedoch sagen, für das Angeln auf Plattfisch sind eher kleine Perlen zu wählen und für die Jagd auf Dorsch können auch gern die großen
„Brummer“ verwendet werden. Zudem ist zu erwähnen, je klarer das Wasser desto weniger Perlen sollten verwendet werden. Probiert auch mal aus ohne Perlen zu fischen, das hat uns das eine oder andere Mal den Fangerfolg gebracht. Generell gesehen muss man beim Brandungsangeln stetig unterschiedlichste Montagen ausprobieren, also fischt nie den ganzen Abend dieselbe Montage! Probieren geht über Studieren. Was den Bau der Montage angeht, hat Felix hier eine sehr detailliert Anleitung gepostet. Diese Montage muss nur zusätzlich mit „Weitwurfclips“ versehen werden. Weitwurfclips sind kleine haken die Am Baum der Montage eingearbeitet werden. Vor dem Auswurf wird der bestückte Haken in diese Clips eingehängt, das hat den Vorteil, dass der Köder beim kraftvollen Auswurf nicht vom Haken fliegt!


Die Brandungsschnur

Je nach Vorliebe können sowohl monofile als auch geflochtene Schnüre verwendet werden. Wer eine Monoschnur verwenden möchte, sollte eine 0,30 mm Hauptschnur wählen. Da jedoch gerade beim wuchtvollen Auswerfen enorme Kräfte auf die Schnur wirken ist in jedem Fall eine Schlagschnur von Nöten. Eine Schlagschnur ist etwa 10-15m lang und verjüngt sich von Anfang bis Ende, deshalb wird sie auch oft „Keulenschnur“ genannt! Für die Brandungsfischrei ist eine Verjüngung von 50 – 60mm auf 30mm zu empfehlen. Wer lieber geflochtene Schnur verwenden mochte, sollte zu einer 0,15 – 0,18 mm Hauptschnur greifen. Als Schlagschnur reichen 15m durchgängige 0,30 mm geflochtene Schnur. Ich persönlich fische am liebsten eine geflochtene Schnur, da mit Dieser höhere Weiten erzielt werden können.

Brandungsrollen

Eine Brandungsrolle sollte ein großes Schnurfassungsvermögen von min. 250m 0,35mm besitzen. Diese Rollen besitzen regelrechte Weitwurfspulen, die sich dadurch auszeichnen, dass der Spulenkopf einen sehr großen Durchmesser aufweist und die Tiefe des Spulenkopfes relativ gering ist. Dies ermöglicht dem Angler Wurfweiten jenseits der 100m Marke, die an einigen Tagen auch erreicht werden müssen um fängig zu sein! Was die Übersetzung angeht, sollte diese auch sehr groß sein, um somit problemlos Hindernisse zu überkurbeln aber auch zügig die Montage, idealer Weise mit Fisch am Haken, an Land zu kurbeln. Einige Brandungsrollen, wie z.B. die Shimano Ultegra 10000 haben eine Übersetzung von 1m pro Kurbelumdrehung, eine gute Übersetzung, die es einem nebenbei einfach macht, die Fangentfernung abzumessen. Was das Getriebe angeht, sollte man nicht an der falschen Stelle sparen. Ein stabiles Getriebe ist bei den Belastungen schon unabdingbar, ebenso wie ein sogenanntes „Wormshaftgetriebe“, welches ein sauberes und wulstfreies Spulenbild der Schnur gewährleistet, um somit Wurfweitenverluste oder ggf. „Perücken“ zu vermeiden! Idealerweise sind Brandungsrollen Salzwasserfest, allerdings treibt diese doch sehr lohnenswerte Option den Preis der Rolle mächtig in die Höhe. Wer nur ein paar Mal im Jahr in der Brandung steht, kann getrost auf diese Option verzichten, da die Rollen eh stets nach dem Gebrauch mit lauwarmen Wasser von Salz und Sand befreit werden sollte. Für ein annehmbare Brandungsrolle sollte man schon ca. 70€ investieren. Persönlich fische ich die Ryobi Proskyer Nose oder auch gern die Shimano Ultegra 10000. Beides wunderbare Rollen mit denen es eine wahre Freude ist Fisch an Land zu drillen! Wobei die Shimano Rolle die Nase vorn hat, was sich auch leider im Anschaffungspreis abzeichnet.

Angelshirts von DaF

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Weiteres Brandungsgeschirr

Ein stabiles Brandungsdreibein – hier sollte auf keinen Fall gespart werden. Brandungsangeln ist kein „Zuckerschlecken“: Eine steife Brise, schweres Geschirr und teils knallharte Bisse verlangen „Standfestigkeit“ vom Brandungsdreibein ab. Beispielsweise gibt es von Cormoran ein sehr gutes Brandungsdreibein für etwa 60€ zu haben. Warme Kleidung: da sich die Brandungsfischerei gerade in den Herbsttagen und vor allem von der Abenddämmerung bis tief in die Nacht zieht ist warme Kleidung eine Notwenigkeit. Temperaturen um die 0°C sind keine Seltenheit. Thermounterwäsche, Thermoanzug, Handschuhe, Mütze, warme und wasserdichte Schuhe sollten immer anbei sein. Transportkarre mit großen Reifen: Gerade an aussichtsreichen Tagen ist der Weg vom Parkplatz bis zum nächsten freien Angelplatz oftmals mehrere hundert Meter entfernt. Wer dann nicht 2 oder 3 Mal gehen will, sollte sich eine Transportkarre mit großen Reifen besorgen.

Schöne Doublette

Schöne Doublette

Des Weiteren sollte man stets eine Spinnrute mit Meerforellenblinker anbei haben, denn steht der Dorsch nach unter Land, ist es immer einen Versuch wert den Dorsch mit der Spinnrute nachzustellen. Ein Kapitaler Dorsch an der Spinnrute verspricht einen Wahnsinnsdrill.

Fischereiutensilien die nicht fehlen dürfen:

  • Eine lange Wurmnadel (min. 30 cm)
  • Ein Handtuch
  • Zange zum Haken lösen
  • Knicklichter
  • Totschläger
  • Filitiermesser
  • Maßband
  • Kopflampe und weitere Lichtquellen
  • Gemütlicher Stuhl
  • Schlagschnur
  • Ausreichend Vorfächer, Bleie und Haken
  • Heiße Getränke (oder welche die wärmen)
Auch diese Utensilien sollte man beim Brandungsangeln möglichst dabei haben

Auch diese Utensilien sollte man beim Brandungsangeln möglichst dabei haben

Köder zum Brandungsangeln

Beim Köder gibt es beim Brandungsangeln glücklicher Weise eine einheitliche Meinung: nix geht über den guten alten Wattwurm. Da der Wattwurm von seiner Konsistenz eher wabbelig ist, empfiehlt es sich zur Stabilisierung der Ködermontage einen Seeringler zum Schluss auf den Haken zu ziehen. Immer die Ködernadelverwenden, ist der Wattwurm einmal in der Seite angestochen, läuft er aus wie ein alte Safttüte.
Ideal sind pro Haken 2-3 Wattwürmer und ein Seeringelwurm, das kann aber auf die Dauer recht teuer werden! Wer nicht ganz so viel Geld für Würmer ausgeben möchte kann auch einen Wattwurm und einen halben Seeringler verwenden. Allerdings sollte man zu diesem Zeitpunkt die trächtigen Fangstellen lokalisiert haben. Funktioniert auch gut, setzt aber natürlich nicht so eine große Duftspur wie die erste Variante.

Bleie zum Fischen in der Brandung

Bleie zum Fischen in der Brandung

Techniken: Zunächst ist eine gute Vorbereitung für das Brandungsangeln ein „Muss“. Wer erst am Wasser seine Vorfächer knüpfen will, weil er meint, dass er eh nur den größten Teil des Abends auf seinem Stuhl sitzt, hat sich kräftig geschnitten, wenn der Fisch erst mal beißt ist das Brandungsangeln regelrechte „Arbeit“ mit wenigen Pausen. Wer dann nicht alle Utensilien vorbereitet griffbereit hat, verliert schnell an Spaß und die Brandungsangelei artet dann auch gern mal in Stress aus. Demnach sollte man rechtzeitig (im hellen) sein Lager in Ruhe aufbauen. Und nun heißt es erst mal probieren. Die beiden wesentlichsten Komponenten sind die Wurfweite (wo steht der Fisch) und das Vorfach (worauf wird gebissen). Was die Wurfweite angeht mache ich es wie folgt: Ein Rute volle Granate Rausballern und die andere Brandungsrute auf die Hälfte der Entfernung. Dann alle 5 – 10 min beide Brandungsruten 5-10m ran holen. „ Der Fisch will gefunden werden“! Habt ihr den Fisch gefunden, könnt ihr die Fangstelle gezielt befischen. Die trächtige Fangweite kann man z.B. mittels eines „Eddings“ an der Schnur markiert werden.


Vörfacher: selber binden oder kaufen

Vörfacher: selber binden oder kaufen

Was das Vorfach angeht, heißt es wieder „probieren“. Große, kleine, viele oder wenige Perlen, lange oder kurze Mundschnur. Auch das Gewicht des Bleies ist nicht zu vernachlässigen, da dieses die Interaktion des Köders wesentlich beeinflusst! Birnenblei, Tellerblei, Krallenblei alle haben Sie wesentlich unterschiedliche Bewegungsauswirkung auf den Köder. Die richtige Platzwahl ist ebenfalls entscheiden für erfolgreiches Brandungsangeln. Man sollte immer einen Platz mit auflandigem Wind aufsuchen. Der Name des Brandungsangeln kommt nicht von irgendwo. Aufgewühltes Wasser und eine gute Brandung wirbeln Futter umher und veranlassen die Fische unvorsichtiger zu beißen. Wer gern windgeschützt, z.B. hinter einer Steilklippe mit Rückenwind angelt, darf sich nicht über mäßigen Fangerfolg beschweren.

Hier findet Ihr weitere Artikel zum Dorschangeln und zum Angeln in der Ostsee.

Viel Erfolg beim nächsten nächten Ansitz!
Euer Ede

2 Kommentare

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  1. Guut

  2. gute Info !

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