Finesse Rigs – Carolina, Texas und Co.!

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie Barsch, Hecht, Montagen / Rigs, Plattfisch, Zander
Tags / Schlagworte: : , , , , ,

Veröffentlicht am November 22, 2011 , derzeit Keine Kommentare

Finesse Rigs – Carolina-, Texas Rig und Co.

Die Namen lesen sich für manche wie ein Buch mit sieben Siegeln: Carolina Rig, Texas-Rig, Wacky-, Splitshot-Rig und so weiter. Die meisten sind dabei simple und fängige Montagen. Sind Drop-Shot und Finesse Rigs eine kurzweilige Modeerscheinung, die von der Angelindustrie ‘gehyped’ wird oder eine neue fängigie Angeltechnik mit Substanz? Wir sind der Meinung, dass sowohl das Drop-Shot Rig als auch Finesse Rigs eine Bereicherung für jeden (Raubfisch-) Angler sind und somit ins Repertoire eines Spinnfischers gehören. DAF wünscht viel Spaß und Erfolg beim Testen! Hier folgen nun alle Rigs und Montagen aus der Reihe der Finesse Rigs. 

Carolina Rig – Erklärung und Tipps zum C-Rig

Bassfishing

Ein Traum wurde wahr!

Auch eine spannende Geschichte für das Angeln auf Plattfisch vom Boot! Das Carolina Rig aus den USA wurde ursprünglich für das Schwarzbarschangeln entwickelt, aber auch unsere heimischen Barsche und auch Scholle und Co. lieben das Carolina Rig! Bass-Fishing ist in den USA eine der beliebtesten Angelsportarten wenn nicht die populärste. Es werden riesige Championships mit Preisgeldern und Sponsorenverträgen ausgetragen von denen wir in Deutschland nur träumen dürfen. Doch einen Vorteil hat dies auch für uns: Denn bei einer derart professionellen Angelei will jeder gewinnen und somit werden ständig neue Techniken und Methoden entwickelt und die, die sich durchsetzen, gelangen dann auch in die alte Welt. Neben dem Texas-Rig (T-Rig) und der Drop-Shot Angelei haben sich einige Methoden durchgesetzt, das Corolina Rig (C-Rig) ist eine davon. Das Carolina Rig spielt seine Vorteile am besten in stehenden und langsam fließenden Gewässern aus. Vor allem bei hängerträchtigen Gewässerstrukturen mit versunkenen Bäumen etc. kann man dieses Rig (Montage) quasi verlustfrei fischen. Vor allem bei der Angelei auf Barsch ist diese Methode sehr erfolgsversprechend, aber auch alle anderen Raubfische die am Grund der Seen und Flüsse jagen wie der Zander lassen sich so überlisten. In Hechtgewässern sollte man das Vorfach anpassen, vor allem geschmeidige Titanvorfächer machen hier Sinn, da diese das Köderspiel nicht so stark beeinflussen.


Montage und Führung des Rigs

Das Carolina Rig ist eine Montage, die aus einem Bulletweight und einer Glasperle, die auf die Hauptschnur gezogen wird, besteht. Um das Vorfach anzubinden, verwendet man einen recht kleinen und leichten Tönnchenwirbel. An den Wirbel wird das Fluorocarbonvorfach montiert an welches dann der Offsethaken (ein spezieller Haken für das “C-Rig”)  geknotet wird. Die Vorfachlänge sollte nach folgenden Kriterien gewählt werden: Des aktiver die Fische und wärmer das Wasser, desto kürzer das Vorfach (teils nur 5cm)! Bei trägen Fischen im kalten Wasser im Winter sind dagegen lange Vorfächer (bis zu einem Meter) erfolgsversprechend. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass die Bisserkennung mit der Länge des Vorfachs abnimmt, da der Köderkontakt hin und wieder verloren geht. Das Carolina-Rig wird mit kleinen Zupfern, ähnlich wie beim Drop-Shot Angeln, über den Gewässergrund geführt. Speziell bei Gewässern mit hängerträchtiger Grundstruktur ist diese Montage sehr empfehlenswert, da Hänger sehr selten vorkommen (Hakenspitze ist beispielsweise im Köder). Als Köder sind spezielle Softbaits im Angebot, Wurmimitate und der Fin-S Fish von Lunkercity sind meine persönlichen Favoriten. Der Haken wird so aufgezogen, dass die Spitze im Köder steckt, dies minimiert die Hängergefahr. Ist die Gefahr von Hängern zu vernachlässigen, kann die Hakenspitze auch leicht aus dem Köder herausschauen.

T-Rig und C-Rig

Ähnliche – aber anders: Das Carolina- und das Texas-Rig

Texas Rig – Erklärung, Aufbau und benötigte Ausrüstung

Steffen mit T-Rig Barsch

Steffen mit T-Rig Barsch

Das Texas Rig ist neben dem Carolina Rig wohl das bekannteste der Finesse Rigs. Viele Barschangler schwören auf diese Montage, wenn es auf Barsch in hängerträchtigen Gewässern geht. Seit Jahren fischen die Amerikaner dieses Rig erfolgreich auf Schwarzbarsch. Auch in Deutschland erfreut es sich immer größerer Beliebtheit – mit guten Grund, denn auch unsere heimischen Barsche und andere Raubfische können dieser Montage kaum widerstehen. Das Texas Rig ist eine Montage, die aus einem Bulletweight und einer Glasperle, welche auf die Vorfachschnur gezogen werden, besteht. Um das Vorfach anzubinden, verwendet man einen recht kleinen und leichten Tönnchenwirbel. An den Wirbel wird das Fluocarbonvorfach montiert an welches dann Perle und Blei freilaufend sowie der Offsethaken (ein spezieller Haken für das “Texas Rig”)  geknotet werden. Speziell bei Gewässern mit hängerträchtiger Grundstruktur ist diese Montage sehr empfehlenswert, da Hänger sehr selten vorkommen (Hakenspitze ist beispielsweise im Köder). Der einzige Unterscheid zum C-Rig ist also, dass die Glasperle nicht auf die Hauptschnur, sondern auf das Vorfach aus Fluorocarbon gezogen wird. Auch die Köderführung ist dieselbe, ebenso wie die Bisserkennung. Die Bisserkennung ähnelt der, die beim Dropshot-Angeln bekannt ist.

Wacky-Rig – einfach und effektiv

Barsch

halbstarker Hamburger Barsch auf Jig

Das Wacky Rig ist eine Präsentationsart speziell für Gummiwürmer und Stickbaits wie den Senko von Gary Yamamoto, einer der populärsten und besten Softbaits in der Schwarzbarschszene. Der Name stammt aus dem Englischen: „wacky“ bedeutet verrückt. Und genau so spielt ein Gummiwurm an diesem „Rig“. Dabei wird der Wurm einfach mittig auf einen Einzelhaken oder Jigkopf aufgestochen und durch schütteln und anjiggen animiert. Das Ganze funktioniert nicht nur bei Würmern, sondern natürlich auch bei schlanken No Action Shads schlanken Creature Baits. Der Köder wird mittig auf den Haken gefischt. Durch Veränderung der Hakenposition verändert sich das Köderspiel.

Florida-Rig – wie Texas nur fix…

Neuer Name für nur eine kleine aber bedeutende Änderung an der Montage. Das Florida-Rig ähnelt im Aufbau dem Texas-Rig. Das Florida-Rig wurde für extrem verkrautete Gewässer und Gewässer mit starkem Wasserpflanzenbewuchs entwickelt. Wert wurde darauf gelegt, dass Kraut und Co. keine Chance haben, sich in der Montage zu verfangen. Der Offsethaken wird am Softbait befestigt. Nun wird das Fluorocarbon-Vorfach an den Haken geknotet und ein Bulletweight mit Spirale (alternativ Zahnstocher oder Ähnliches) genau vor dem Köder fixiert. Durch diese Anköderung hat der Köder noch eine sehr gute Aktion, dennoch haben Kraut und andere Wasserpflanzen kaum noch eine Chance, sich im Rig zu verfangen. Die Speziellen Bleie mit Spirale sind in Deutschland teilweise immre noch schwer zu kriegen.  Alternativ kann ein Bulletweight mit Zahnstocher oder Schnurstopper fixiert werden.

Splitshot Rig

Das Splitshot-Rig ist eine unfassbar simple Montage: Auf das Vorfach (Fluorocarbon) wird ein Offset-Haken geknotet. Kurz vor dem Köder wird ein kleines Bleischrot als Beschwerung geklemmt. Dieses Rig sinkt extrem langsam ab. Das Rig wird nun mit kleinen Zupfern über dem Gewässergrund geführt, die Fische beißen häufig (wie bei vielen Angelmethoden) in der Absinkphase, hier ist also erhöhte Aufmerksamkeit gefordert. Gerade in stehenden Gewässern mit hängerträchtiger Grundstruktur ist diese Montage sehr empfehlenswert, da Hänger sehr selten vorkommen (die Hakenspitze ist im Köder). Auch beim Forellenangeln kann diese Methode sehr erfolgreich sein. Wie auch bei den anderen hier vorgestellten Montagen  sind fast alle Drop-Shot- und Vertikalköder zu empfehlen. Der Haken wird so aufgezogen, dass die Spitze des Hakens im Köder steckt, dies minimiert die Hängergefahr. Ist die Gefahr von Hängern zu vernachlässigen, kann die Hakenspitze auch leicht aus dem Köder herausschauen.

Double-Zulu-Rig – auch Double-Jerk-Rig genannt

Beim Namen des Rigs könnte man meinen, dass dieses Rig bzw. diese Montage aus Afrika stammt. Ist aber nicht so: Wer hätte es gedacht, das Double Jerk Rig oder auch Double Zulu Rig verdanken wir wieder der Innovationsschmiede in Sachen Angeln, den USA. Das Rig hat sich beim Barschangeln in Deutschland jedoch auch schon mehrfach bewährt, so dass wir es Euch gern vorstellen möchten. Das Double-Zulu-Rig ist ist einfach zu montieren: An das Ende der Hauptschnur wird ein Tönnchenwirbel lose auf die Hauptschnur gefädelt, dann wird an das Schnurende ein gleich großer Tönnchenwirbel geknotet. Der Knoten kann gern mit einer Gummiperle geschützt werden. An den festen Wirbel wird ein ca. 60cm langes Fluorocarbonvorfach angeknotet, an welchem dann Haken und Köder montiert werden. An dem losen auf der Hauptschnur laufenden Wirbel wird ein ca. 10-20cm kürzeres Vorfach befestigt, an dem dann wiederum Köder und Haken montiert werden. Das Rig imitiert so zwei kleine Fische, die scheinbar einander jagen oder Jagd auf andere Tierchen machen. Das Rig wird dann im Mittelwasser oder oberflächennah mit kleineren bis stärkeren Schlägen geführt, gerade bei Barschen kann so recht häufig eine Doublette ergattert werden.

Was tun, wenn alle Rigs nicht helfen?

Sollten alle hier genannten Montagen nicht helfen, Hängerfrei zum Fisch zu kommen, hilft nur noch das einfachste „Rig“ überhaupt: Ein unbeschwerter Softbait am Offsethaken. Am besten eignen sich wurmartige Köder wie die Keitech Sexy Impacts oder Yamamoto Senkos, die mit versenkter Hakenspitze ohne Bullett, Jig, Bellyweight oder Sonstiges ins Hindernis gefeuert werden. Diese setzen sich, korrekte Montage vorrausgesetzt, nicht fest und lassen sich bei leichtem Widerstand mit behutsamen Bewegungen der Rute freizuppeln. Trotz allem sollte bei der Fischerei im Geäst beachtet werden, dass man nie genau weiß, wer anbeißt und die Rute, Schnur und Rolle auch stark genug sein sollten, um auch dicke Räuber sicher aus seinem Unterstand zu ziehen, selbst wenn dieser sich stark wehrt.

Für alle Rigs gilt: Schnelle Ruten und kleine Stationär- oder Baitcaster-Rollen sind Pflicht! Eine geflochtene Hauptschnur und ein Fluorocarbonvorfach und bei Hecht „Gefahr“ ein Titan-Vorfach!

Keine Kommentare

Noch gibt es keine Kommentare bei Finesse Rigs – Carolina, Texas und Co.!. Möchtest Du ein Kommentar hinzufügen Wir freuen uns!

Hinterlasse ein Kommentar