Sbirolinoangeln auf Meerforellen

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie Ausrüstung / Tackle, Meerforelle, Technik / Methoden

Veröffentlicht am Januar 27, 2013 , derzeit Keine Kommentare

Sbirolinoangeln: Halb Spinn- und halb Fliegenfischen

Neben dem Spinn- und Fliegenfischen gibt es eine dritte äußerst erfolgsversprechende Methode um auf Meerforellen in der Ostsee zu angeln und zwar das Sbirolinoangeln. Das Sbirolinoangeln auf Meerforellen verbindet quasi das Spinn- und Fliegenfischen und nutzt dabei perfekt die Vorteile beider Angelmethoden. Ein großer Vorteil des Fliegenfischens ist ganz klar die große Palette verschiedenster Fliegen, die nahezu perfekt die verschiedensten Beutetiere der Meerforellen imitieren. Klar imitieren Blinker und Wobbler auch einige Beutetiere der Silberbarren, aber bestimmt nicht so breitgefächert und detailreich wie die Fliegen. Der große Vorteil des Spinnfischens ist es, dass man den Köder viel weiter werfen kann als beim Fliegenfischen. Das kann gerade in der kalten Jahreszeit, sprich im Winter und im zeitigen Frühjahr, wenn die Trutten das flache Uferwasser meiden und sich vermehrt im tiefen Wasser aufhalten, von enormen Vorteil sein. Das Sbirolinoangeln kombiniert diese beiden Stärken nahezu perfekt.

Meerforelle auf Blinker

Meerforelle vor Rügen 

Ausrüstung und Montage zum Angeln mit dem Sbirolino auf Meerforellen

Sbirolinos werden meistens in drei verschiedenen Modellen angeboten, schwimmend, halbsinkend und sinkend und zudem natürlich in vielen verschiedenen Gewichten und Farben. Wir verwenden für das Angeln auf Meerforellen schwimmende und teils halbsinkende, durchsichtige um die 10 bis 20g schwere Sbirolinos. Ein Sbirolino sieht zwar ein wenig wie eine Pose aus, er dient aber beim Meerforellenangeln nicht als Bissanzeiger, sondern dazu die Fliege auf Weite zu bringen.

Als Ruten können normale Spinnruten, die auch zum Spinnfischen mit Blinkern und Küstenwobblern genutzt werden, für das Sbirolinoangeln verwendet werden. Wichtig ist jedoch, dass die Ruten nicht kürzer als 3 Meter sind, da man in der Regel lange Vorfächer um die 2 bis 4 Meter fischt. Das Wurfgewicht sollte so bis 30 – 40g gehen. Es werden auch spezielle Sbirolinoruten, die bis zu 4 Meter lang sind, angeboten. Diese Ruten sind unseres Erachtens aber nicht notwendig, da man perfekt mit Ruten von 3 bis 3,5 Meter zurecht kommt, wenn Vorfächer um die 2,5 Meter gefischt werden. Bei kürzeren Ruten würde man Probleme mit den langen Vorfächern bekommen.


Verschiedene Sbirolinos

Verschiedene Sbirolinos

Als Rollen kommen Stationärrollen in den Größen 2500-4000 mit einer Frontbremse zum Einsatz. Eine ganz wichtige Rolle spielt die Salzwasserbeständigkeit der Rollen. Dazu können wir aber nur sagen, dass es nur ganz wenige Modelle gibt, die wirklich salzwasserbeständig sind. Wenn man seine Rolle gut pflegt, d.h. nach dem Fischen im Salzwasser immer gut mit Süßwasser abspült und gelegentlich mal ölt und fettet kann man zum Beispiel mit einer Shimano Stradic oder einer Daiwa Exceler Z auch lange fischen.

Als Hauptschnur verwenden wir in der Regel eine geflochtene Schnur wie zum Beispiel die Stroft Typ R2 mit 5,5kg Tragkraft oder R3 mit 7kg Tragkraft in grau. Eine geflochtene Schnur lässt sich einfach viel weiter werfen und stellt  einen viel besseren Kontakt zum Köder her. Im Winter kann es aber auch immer wieder bei Minusgraden dazu kommen, dass die geflochtene Schnur in den Ringen und auf der Rolle gefriert, so dass nicht mehr kontrolliert gefischt werden kann. Jetzt kommt monofile Schnur zum Einsatz wie die Stroft GTM in 0,25mm mit einer Tragkraft von 6,4kg.

Jan mit einer Ü60 auf Fünen

Jan mit einem Traumfisch auf Fünen

Als Vorfach sollte man ein in der Regel 2 bis ca. 4 Meter langes Flourocarbonvorfach nutzen. Wir verwenden da in der Regel das Stroft FC 1 oder FC 2 um die 0,25 bis 0,30mm in einer Länge von 2,5 Meter. Das Flourocarbon ist unter Wasser quasi unsichtbar, was sehr hilfreich ist, wenn man auch sehr misstrauische Fische zum Beißen bringen will. Zudem bietet es auch einen optimalen Abriebschutz bei Steinen und Muscheln.

Als Fliegen finden die verschiedensten Fliegenmuster mit den verschiedensten Formen, Farben und Bindetechniken Verwendung. In der Regel imitieren die Fliegen die vielen verschiedenen Beutetierchen der Meerforellen wie zum Beispiel Tangläufer, Garnelen, Würmer und Fischchen. Einige Fliegenmuster sind auch sehr bekannt und dürfen in keiner Fliegenbox fehlen wie zum Beispiel die Polarmagnus, die Pattegrisen und der Honey Shrimp.


Fliegen zum Angeln auf Meerforellen

Bei der Montage wird der Sbirolino freilaufend auf die Hauptschnur gefädelt, so dass das der dicke Körper Richtung Wirbel und Vorfach zeigt. Jetzt fädelt man noch zusätzlich eine Gummiperle mit auf die Hauptschnur um den Sbirolino und den Knoten zu schützen. Als nächste wird dann ein Dreierwirbel an die Hauptschnur geknotet, in dem das Vorfach eingehängt wird. Ein Dreiwirbel verhindert das Verdrallen und Vertüddeln des langen Vorfaches. Am Ende des Vorfaches wird entweder eine Schlaufe oder ein Tönnchen geknotet, womit das Vorfach in dem Dreierwirbel eingehängt wird. Am vorderen Ende knotet man mit einem Rapalaknoten eine Fliege an. Der Rapalaknoten bringt den großen Vorteil mit sich, dass die Fliege sich in der Schlaufe optimal bewegen kann und somit besser läuft.

Anika mit einer Ü50 Meerforelle

Anika mit einer Ü50 Meerforelle

Die Technik für das Angeln auf Meerforellen mit dem Sbirolino

Das Fischen mit dem Sbirolino ist schon etwas schwieriger bzw. anspruchsvoller als das Spinnfischen mit Blinkern und Küstenwobblern und erfordert daher ein wenig Fingerspitzengefühl und Übung. Zwei Sachen sind zu beachten, zum einem das Auswerfen und das Stoppen der Montage kurz bevor sie auf das Wasser auftritt um dadurch ein Strecken des Vorfachs zu ermöglichen, welches einem Vertüddeln vorbeugt. Zum anderen die Köderführung, denn die verschiedenen Fliegenmuster werden auch verschieden geführt. Fliegen die Garnelen imitieren werden zum Beispiel mit Rucken geführt um möglichst natürlich zu wirken. Fliegen die kleine Fische imitieren können auch mal mit variieren der Einhaltgeschwindigkeit mit gelegentlichen Spinnstops eingekurbelt werden. In den Geheimnissen der Meerforellen Teil 1 und 3 wird sehr gut auf die verschiedensten Köderführungsarten eingegangen, was sehr lehrreich ist. Hier findet Ihr die Reviews zu den Filmen.

Wie stellt Ihr am liebsten den Meerforellen in der Ostsee nach? Beim Spinn-, Fliegen oder Sbirolinofischen? Wenn Ihr noch weitere Tipps habt, schreibt sie doch bitte in die Kommentare.

Keine Kommentare

Noch gibt es keine Kommentare bei Sbirolinoangeln auf Meerforellen. Möchtest Du ein Kommentar hinzufügen Wir freuen uns!

Hinterlasse ein Kommentar