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Familienurlaub und Angeln auf den Malediven

Wie man Familie und Angeln im Traumurlaub kombiniert

Bes­ser spät als nie: Beim Star­ten die­ser Zei­len ist der Jah­res­tag mei­nes wohl inten­sivs­ten Urlaubs ever. Obwohl ich vie­le Momen­te und Erleb­nis­se noch sehr leben­dig vor mir sehe und sich man­che Erleb­nis­se für immer ins Gehirn gebrannt haben, bin ich noch nie dazu gekom­men von die­sem unver­gess­li­chen Angel­ur­laub zu berich­ten. Zwi­schen­durch war es coro­nabe­dingt natür­lich auch nicht mög­lich auf die Male­di­ven zu rei­sen und die­ser Arti­kel hät­te weni­ger Sinn gemacht. Mitt­ler­wei­le kann wie­der recht beden­ken­los sei­ne Frei­heit genie­ßen und auf den Male­di­ven sei­nen Traum­ur­laub ver­brin­gen.

Es folgt der ers­te Teil mei­nes Berich­tes zum Angel­ur­lau­bes auf den Male­di­ven. Da ich 2,5 Wochen mit Frau und Kind auf den Male­di­ven, genau­er auf Keyod­hoo, war, ist “Angel­ur­laub” nur bedingt der rich­ti­ge Begriff. Daher wer­de ich auch zwei Berich­te ver­fas­sen. Die­sen ers­ten Teil ver­su­che ich eher aus der Per­spek­ti­ve des Fami­len­va­ters zu schrei­ben, der auf den Male­di­ven Urlaub macht und neben­bei ein biss­chen Fischen will. Im zwei­ten Part liegt der Fokus dann auf dem Angeln. Fami­lie und (inten­si­ves) Fischen unter einen Hut zu brin­gen ist häu­fig nicht so leicht, auf den Male­di­ven aber sehr gut mög­lich, so dass kei­ner der Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen zu kurz kommt. War­um das so ist, erfahrt ihr im fol­gen­den Bericht.

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Meerforellen Event

Vorbereitungen für den Malediven Familenurlaub

Wenn man sein ers­tes Kind bekommt, dann hat man plötz­lich Ängs­te, die man vor­her nicht kann­te. In vie­len Berei­chen des Lebens ist man in den ers­ten Mona­ten des Kin­des sicher­lich vor­sich­ti­ger, als man es ohne Kind wäre. Dies galt auch für uns. Obwohl unser Sohn in sei­nen ers­ten sechs Lebens­mo­na­ten schon drei euro­päi­sche Län­der bereist hat­te, über­leg­ten mei­ne Frau und ich schon etwas län­ger, ob wir mit einem elf Mona­te alten Baby auf die Male­di­ven flie­gen soll­ten. Vor­nehm­lich wegen Krank­hei­ten und der mut­maß­lich schwie­ri­gen medi­zi­ni­schen Ver­sor­gung im worst case. Nach einem Gespräch über Imp­fun­gen mit einem Ham­bur­ger Tro­pen­arzt waren wir schon deut­lich ent­spann­ter und wir beschlos­sen den Trip kurz­fris­tig zu machen. Wäh­rend ich anfing mir ang­le­ri­sches Input rein­zu­pfei­fen küm­mer­te sich mei­ne Frau um den Rest. Nie zuvor habe ich mich so auf einen Angel­trip vor­be­rei­tet, da ich ein­fach ein kom­plet­ter New­bie war, was das Angeln im war­men Salz­was­ser auf GTs & Co. angeht. Dazu aber im zwei­ten Teil mehr.

Vor­ab dis­ku­tier­ten wir län­ger über die Rei­se­dau­er, wäh­rend ich 3 Wochen fah­ren woll­te, sprach mei­ne Frau auf­grund gewis­ser Unsi­cher­hei­ten von zehn Tagen. Wir einig­ten uns auf 2,5 Wochen, was letzt­end­lich viel zu kurz sein soll­te. Unge­impft, dafür aber mit einem Mos­ki­to Netz, einer mit­tel­gro­ßen Haus­apo­the­ke und einem Kof­fer rand­voll mit Baby­nah­rung star­te­ten wir im März unse­re Male­di­ven Rei­se vol­ler Vor­freu­de. Bis auf die Baby­nah­rung soll­ten wir zum Glück nichts davon brauchen.

Familie und Angeln Malediven
Anrei­se auf die Male­di­ven mit dem Handgepäck

Zu dritt teil­ten wir uns an Board des Luft­han­sa Flu­ges von Ham­burg über Frank­furt nach Malé zwei Plät­ze. Im Vor­feld zahl­te ich einen Auf­preis für Plät­ze mit mehr Bein­frei­heit, wie ich dach­te. Fehl­an­zei­ge, wir saßen auf ganz nor­ma­len Plät­zen, was über die Stun­den rich­tig eng wur­de (in Sum­me brach­ten wir drei es auf über 4,5m Kör­per­grö­ße). Irgend­wann frag­te mich eine net­te Ste­war­dess war­um wir denn auf die­sen Plät­zen säßen. Ich erzähl­te ihr vom Auf­preis, sie schmun­zel­te und zeig­te mir die bis dahin unbe­kann­ten “Baby Plät­ze” mit deut­lich mehr Bein­frei­heit und einer Hän­ge­mat­te für das Kind. Da die Plät­ze natür­lich bereits ver­ge­ben waren, merk­te ich mir die Info für den Rück­flug. Zurück auf mei­nem Platz dau­er­te es nicht lan­ge, bis ich mir beim han­tie­ren von zwei Tabletts einen Becher hei­ßen Kaf­fee in den Schoß kip­pen soll­te. Als der Schmerz ver­gan­gen war, muss­ten wir auf­grund der Gesamt­si­tua­ti­on herz­haft lachen.

Malé Hafen
Ankunft auf Malé — hier star­ten die Speedboote

Ankunft in Malé und Transport aufs Vaavu Atoll

End­lich in Malé ange­kom­men nut­zen wir die kur­ze War­te­zeit bis zum Trans­port zur Insel, um uns zu stre­cken und einen Kaf­fee gegen die Müdig­keit zu trin­ken. Wir stan­den am Hafen und beob­ach­te­ten das mun­te­re Trei­ben der Boo­te und Tou­ris­ten. Wir waren erleich­tert da zu sein und freu­ten uns sehr auf die kom­men­den 2,5 Wochen auf Keyodhoo.

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Keyod­hoo ist eine bewohn­te Insel im Vaa­vu Atoll und liegt etwa 80 km süd­lich von Malé. Die Insel ist 550m lang und 260m breit. Keyod­hoo ist ein typisch male­di­vi­sches Fischer­dorf mit etwa 500 Ein­woh­ner. Der Trans­port nach Keyod­hoo erfolg­te per Speed­boat, was noch mal gute 2 Stun­den dau­ern soll­te. Mit dem 4 x 250 PS Boot hol­ten wir zunächst noch ein paar ande­re Rei­sen­de ab und mach­ten dann Stre­cke. Wäh­rend mein Sohn durch das Geschau­kel auf dem Boot sofort ein­schlief, gab es gera­de bei den Locals ein paar blas­se Gesich­ter. Ich fand die Fahrt über das Meer, an male­ri­schen klei­nen Inseln vor­bei, fan­tas­tisch, wur­de dann aber auch von der Müdig­keit über­mannt. Mei­ne Frau weck­te mich irgend­wann, da neben dem Boot Flie­gen­de Fische und Del­fi­ne spran­gen. So hat­ten wir uns das vorgestellt.

maledivenurlaub mit der familie
Erkun­den der Insel am Ankunftstag

Der Traumurlaub auf den Malediven kann beginnen

Im klei­nen Hafen Keyod­hoo begrüß­te uns das extrem freund­li­che Per­so­nal mit einer Erfri­schung und nahm uns unser Gepäck ab. Sie boten uns auch an unse­ren Sohn Younis vom Boot in Emp­fang zu neh­men, was wir zu die­sem Zeit­punkt und auch in den nächs­ten Tagen dan­kend ablehn­ten. Wenn etwas pas­siert, dann woll­ten wir schon sel­ber Schuld sein. Die Gast­freund­schaft, beson­ders Kin­dern gegen­über, ist wie auch in vie­len ande­ren (ärme­ren) Län­dern kein Ver­gleich mit Deutsch­land. Babys, klei­ne Kin­der wer­den auf Anhieb wie Super­stars behan­delt. Dies war etwas unge­wohnt und wir brauch­ten ein biss­chen, um uns dar­auf einzulassen.

Auch spä­ter auf dem Rück­weg nach Deutsch­land wur­den wir bevor­teilt: Als ein kräf­ti­ger, grim­mig drein­bli­cken­der Secu­ri­ty Younis erblick­te, als wir auf eine War­te­schlan­ge zusteu­er­ten, hell­te sich sein Blick auf, grins­te und öff­ne­te uns Türen, um an der War­te­schlan­ge vor­bei zu kom­men. Ähn­li­ches am Schal­ter: Ich frag­te die Ange­stell­te nach dem oben ange­spro­che­nen Baby­plät­ze, sie mus­ter­te uns kurz, lächel­te mei­nen klei­nen Sohn an, tele­fo­nier­te zwei­mal und gab es dann die gewünsch­ten Plät­ze und ohne Auf­preis. Der Rück­flug war ein Traum und hät­te ruhig dop­pelt so lan­ge sein können.

Einheimischen Insel vs. Resort Insel

Erst seit eini­gen Jah­ren erlaubt die Regie­rung der Male­di­ven Urlaub außer­halb der Resort Inseln, die meis­tens inter­na­tio­na­len Hotel­ket­ten gehö­ren. Wer hier Urlaub macht, zahlt viel Geld für einen tol­len Urlaub in einem Was­ser­bun­ga­low mit all inclu­si­ve Ver­pfle­gung. Von die­sem Geld pro­fi­tie­ren die Locals kaum, da es den Eigen­tü­mern der Hotels zu fließt. Wenn in den Medi­en von der Aus­beu­tung der Male­di­ven gespro­chen wird, dann geht es um die­se Art von Tou­ris­mus — ver­ein­facht dargestellt.

Wer die Male­di­ven und die ein­hei­mi­sche Bevöl­ke­rung wirk­lich erle­ben will und auf Luxus wie Ten­nis­plät­ze, Swim­ming­pools und Fit­ness­stu­di­os ver­zich­ten kann, der soll­te Urlaub auf einer loka­len Insel machen. Ab cir­ka 75,- € die Nacht fin­det man gute, sau­be­re Gäs­te­häu­ser ganz nah am Traum­strand. Ein Male­di­ven Urlaub ist also nicht nur den Rei­chen vorbehalten.

Respect the locals: Die Male­di­ver sind Mus­li­me, deren Reli­gi­on es zu respek­tie­ren gilt. Auf den Guest­house Inseln gibt es Strän­de in denen man natür­lich im Biki­ni baden kann. Nur mit Tan­ga beklei­det an einer Moschee vor­bei­zu­lau­fen soll­te man aller­dings unter­las­sen. Letz­te­res gilt auch für Alko­hol. Ich bin ja kein Ver­äch­ter von flüs­si­gen Köst­lich­kei­ten, auf den Male­di­ven hat mir abends aber auch mal ein alko­hol­frei­es Hols­ten, was im Kühl­schrank stand, gereicht. Mei­nem Shape haben 2,5 Wochen ohne Alko­hol, viel Bewe­gung in Kom­bi­na­ti­on mit leich­tem Essen (fri­scher Fisch, Gemü­se, Obst) sehr gut getan.

Malediven mit Kind
Das ers­te mal im Indi­schen Ozean

Tagesablauf auf den Malediven

Am Ankunfts­tag waren wir am Nach­mit­tag auf “unse­rer Insel”, nach­dem wir kurz das geräu­mi­ge, sau­be­re Zim­mer bezo­gen hat­ten ging es natür­lich sofort an den Haus­strand, um das kris­tall­kla­re Meer zu begut­ach­ten. Mit dem Nach­wuchs spiel­ten wir im Sand und spran­gen abwech­selnd ins Was­ser. Direkt im Spül­saumen zogen sehr klei­ne Riff­haie ihre Bah­nen, die sowohl vor den Bade­gäs­ten als auch spä­ter vor mei­nen Flie­gen Angst hat­ten. Außer­dem konn­te man klei­ne Rochen und ver­schie­de­ne Riff­fi­sche beob­ach­ten, was ich äußerst viel­ver­spre­chend fand.

Vor dem ers­ten Abend­essen hat­ten wir noch etwas Zeit und schlen­der­ten über die Insel, wan­der­ten den Strand ent­lang, beob­ach­te­ten beacht­lich gro­ße Flug­hun­de, genos­sen die Atmo­sphä­re und unse­re Dreisamkeit.

Keyodhoo - Vaavu Atoll
Keyod­hoo Inselrundgang

Das Abend­essen gab es in einem luf­ti­gen Restau­rant. Mit den Füßen im Sand konn­te man sich am reich­hal­ti­gen Buf­fet bedie­nen, das vor­nehm­lich aus frisch gean­gel­tem Fisch (Thun­fisch, Wahoo etc.), Gemü­se, Rei­se und Obst bestand. Die Ser­vice­mit­ar­bei­ter waren extrem zuvor­kom­mend und wir muss­ten schon inten­siv dar­um bit­ten, uns die Geträn­ke sel­ber einzuschenken.

Am Abend kam immer einer der super freund­li­chen Mit­ar­bei­ter zu uns, wir spra­chen über das erleb­te und unse­re Wün­sche für den nächs­ten Tag. Es gab ver­schie­de­ne Aus­flugs­zie­le und mög­li­che Akti­vi­tä­ten. Kurz­fris­tig wur­de also ein Plan für den nächs­ten Tag gemacht. Für uns hieß dies, dass wir in den meis­ten Fäl­len mor­gens nach dem Früh­stück unse­re Sachen schnapp­ten, 100m zum klei­nen Hafen gin­gen, wo schon ein Boot auf uns war­te­te und wir einen Aus­flug zu einer unbe­wohn­ten Insel oder Sand­bank machten.

Chillen auf den Malediven
Mit­tags­schlaf im Schatten

Den Kin­der­wa­gen nah­men wir immer mit auf das Dho­ni. Meis­tens dau­er­te es nur Minu­ten bis Younis im Bug­gy oder auf unse­rem Arm zum ers­ten Mit­tags­schlaf ansetz­te, für leich­tes Geschau­kel sind nun mal alle Babys sehr empfänglich.

Ein Aus­flugs­ziel war schö­ner als das ande­re! Ein­sa­me wei­ße Strän­de auf klei­nen Inseln, Sand­bän­ke im Nir­gend­wo — alle Spots, die wir besucht haben hat­ten Postkarten-Charakter!

Unse­re Lieb­lings­in­sel, die wir drei Mal besuch­ten, war mit vie­len Pal­men bewach­sen. Hier gab es viel Schat­ten, so dass wir dort meis­tens Mit­tags­schlaf Num­mer 2 mit dem Klei­nen in der Hän­ge­mat­te mach­ten, wäh­rend wir einen fan­tas­ti­schen Aus­blick genossen.

Apro­pos Mit­tag, um unser leib­li­ches wohl wur­de sich bes­tens geküm­mert. Es gab jeder­zeit eis­ge­kühl­te Geträn­ke und Snacks. Meis­tens waren wir noch gar nicht lan­ge auf den Inseln, da berei­te­ten die Mit­ar­bei­ter schon das Lunch Buf­fet vor und bau­ten das “Restau­rant” auf: Ein Tisch, zwei Stüh­le, ein Son­nen­schirm und natür­lich ein Baby-Hoch­stuhl für den Chef. Das Gan­ze im fla­chen Was­ser, also qua­si mit­ten im indi­schen Oze­an, wäh­rend bun­te Fische um uns her­um hoff­ten einen Bis­sen abzu­be­kom­men. Mehr geht nicht!

Essen auf den Malediven
Mit­tag­essen beim Ausflug

Angeln vom Strand auf den Malediven

Auf den Resort Inseln ist das Angeln in den aller­meis­ten Fäl­len ver­bo­ten. Wenn man Glück hat, bekommt man eine Geneh­mi­gung vom Resort, dies ist aber eine Aus­nah­me. Auf den ein­hei­mi­schen Guest­house Inseln sieht es da schon deut­lich bes­ser aus. So hat­te ich bei jedem Gang an den Haus­strand min­des­tens eine Rute dabei. Das das Angeln auf Keyod­hoo erlaubt ist, wuss­te ich bereits im Vor­feld der Rei­se. Wenn man mit der Fami­lie unter­wegs ist und fischen möch­te, dann soll­te das ein wich­ti­ges Kri­te­ri­um sein, da man über den Tag immer mal Zeit hat, um ein paar Wür­fe zu machen. Bei den ver­schie­de­nen Aus­flugs­zie­len frag­te ich jeweils, ob das Angeln erlaubt ist. Vor­sichts­hal­ber hat­te ich aber min­des­tens immer eine Rute dabei.  Mehr dazu im zwei­ten Teil. Angel­aus­fahr­ten mit dem Boot kann man sich natür­lich immer orga­ni­sie­ren. Aber auch die­se sind von den Guest­house Inseln ten­den­zi­ell günstiger.

Fliegenfischen Malediven auf Ausflugsinsel
Flie­gen­fi­schen auf einer Ausflugsinsel

Schorcheln auf den Malediven

Die für mich span­nends­te Akti­vi­tät neben dem Angeln war für mich das Schor­cheln. Vor allem an neu­en Inseln guck­te ich mir erst­mal die Unter­was­ser­welt an. Neben den Koral­len, die in den letz­ten Jah­ren wohl gelit­ten haben, und bun­ten Riff­fi­schen, woll­te ich natür­lich gro­ße Raub­fi­sche sehen. Daher schnor­chel­te ich viel an sehr steil abfal­len­den Kann­ten. Der cools­te Moment war sicher­lich als ich einen Trupp Bluef­in Tra­vel­lys bei der Jagt beob­ach­ten konn­te. Lei­der nur sehr kurz, der sie ein­fach unheim­lich flott unter­wegs waren und sie rasend schnell an mir vor­bei auf einen Bait­fi­sh Schwarm zuschos­sen. Auch vom Land aus konn­te ich einen jagen­den Blu­fin beob­ach­ten. An die­sem Abend schnapp­te ich mir vor dem Essen auf unse­rer Haus­in­sel die Spinn­ru­te und warf gera­de einen recht gro­ßen Stick­bait in Rich­tung Hori­zont, als direkt vor mei­nen Füßen ein ca. 70cm gro­ßer Tra­vel­ly an mir vor­bei­schoss. Gefan­gen habe ich ihn lei­der nicht, aber der Anblick war schon genial.

Schorcheln an unserer Lieblingsinsel:

Zusätz­lich zu dem all­täg­li­chen Schor­cheln von den Inseln mach­ten wir auch Schnor­chel Trips vom Dho­ni aus. Da man vom Boot ein­fach fle­xi­bler ist und ver­schie­de­ne Stel­len ansteu­ern kann. Hier­bei besuch­ten wir unter ande­rem ein Wrack auf das man klet­tern konn­te und sahen Spots mit rie­si­gen Fisch­schwär­men in allen mög­li­chen Far­ben. Da ich Drü­cker­fi­sche (Trig­ger­fi­sh) rich­tig cool fin­de, beach­te­te ich die­se immer aus­führ­lich, wenn ich wel­che sah und freu­te mich sehr dar­auf sie zu beangeln.

Triggerfish beim Schorcheln:

Ruhe und Entspannung

Seit der Geburt unse­res Soh­nes waren wir nicht so aus­ge­ruht und ent­spannt wie in die­sen 2,5 Wochen, da wir alle drei rich­tig gut schlie­fen. Ein wei­te­rer Grund war sicher­lich auch die Ruhe und Gelas­sen­heit, die auf der Insel herrsch­te. Kei­ne Autos, Motor­rol­ler oder gestress­te Leu­te. Ein­fach nur pure Entspannung.

Etwas “Stress” kam bei mir jedoch auf als wir nach dem Tages­aus­flug über die Insel schlen­der­ten und im Hafen ein gera­de anle­gen­des Angel­bot sahen. Ein Trup­pe von däni­schen Ang­lern stieg völ­lig abge­kämpft und über­glück­lich von Board. Beim Blick ins Boot war schnell klar war­um, sie hat­ten rich­tig vie­le Gelb­flos­sen-Thun­fi­sche gefan­gen. Die Nach­richt sprach sich offen­sicht­lich schnell auf der gesam­ten Insel rum, denn vie­le Ein­woh­ner kamen mit lee­ren Taschen und teil­wei­se auch Schub­kar­ren in Rich­tung Boot.

Thunfische Malediven
Die Hälf­te des Fang wur­de bereits abgeholt

Der Deal mit den Insel­ein­woh­ner, die sich vor dem Tou­ris­mus natür­lich haupt­säch­lich vom Fisch­fang ernährt haben, sieht so aus, dass “Game Fish”, wie GTs (Giant Tra­vel­ly — Dick­kopf-Sta­chel­ma­kre­le), Blue Fin Tra­vel­lys etc. nicht befischt wer­den. Sie dafür aber einen Teil der Fän­ge (pri­mär Wahoos und Yel­low Fins) der zah­len­den Angel­tou­ris­ten bekom­men. Auch für uns war der Deal her­vor­ra­gend, da wir abends fang­fri­schen Thun­fisch aßen.

Bei die­sem Anblick und nach dem Gespräch mit den Dänen (einer hat­te wohl beim Thun­fisch­an­geln einen Mar­lin gehakt, der ihn in kür­zes­ter Zeit die kom­plet­te Schnur von der Rol­le zog) war ich natür­lich heiß auf mei­ne rei­nen Angel­ta­ge, die noch fol­gen soll­ten. Ich hat­te näm­lich ein paar Fische auf der Bucket List: Yel­low Fins, Trig­ger Fish und vor­nehm­lich einen GT. Was davon geklappt hat und ob ich den Fisch des Lebens fan­gen konn­te erfahrt ihr im zwei­ten Teil.

wrack auf den malediven
Wrack, um das sich unzäh­li­ge Fische tummelten

Die Abende

Da es recht früh dun­kel wur­de, waren die Aben­de eher kurz. Meis­tens dreh­ten wir nach dem Abend­essen mit einem Eis in der Hand noch eine klei­ne Run­de über die Insel. In einem klei­nen Bereich des Hafens wur­den regel­mä­ßig ein paar Essens­res­te ent­sorgt, die diver­se Fisch­ar­ten anzo­gen. Beson­ders beein­dru­ckend waren gro­ße Rochen, die sich die Was­ser­me­lo­nen­scha­len schme­cken ließen.

Als mei­ne Frau und mein Sohn dann irgend­wann ins Bett gin­gen, setz­te ich mich mit einem alko­hol­frei­en Drink in den klei­nen Gar­ten und berei­te­te mich aufs Angeln vor. Ich fühl­te mich noch nicht so rich­tig gut vor­be­rei­tet auf das, was noch kom­men soll­te und guck­te mir jeden Abend diver­se Vide­os vom GT Fischen an und mach­te jeden Kno­ten min­des­tens fünf Mal.

Angeln mit der Familie

Jeden Frei­tag gab es die Mög­lich­keit mit der gesam­ten Fami­lie mit einem gro­ßen Dho­ni aufs Meer zum “Nacht­an­geln” zu fah­ren. Mit dabei waren auch eini­ge ande­re Gäs­te, die sonst nicht angeln. Man star­te­te am Nach­mit­tag und angel­te in die früh ein­set­zen­de Dun­kel­heit hin­ein. Wäh­rend ich mich um unse­ren Sohn küm­mer­te konn­te Nadia die simp­le Hand­lei­ne mit Blei und Fisch­stück­chen zum Grund las­sen und eini­ge Fische fan­gen. Ziem­lich auf­re­gend für alle, die sonst nicht angeln, wie man am fol­gen­den Gesichts­aus­druck gut erken­nen kann.

mit der Frau auf den Malediven angeln

Wirk­lich krass war der Fang einer jun­gen Asia­tin, die plötz­lich laut rief und von den Ange­stell­ten etwas Hil­fe bekam. Sie zog mit der Hand­lei­ne einen locker 3 Meter lan­gen Ammen­hai an die Bord­wand! Der harm­lo­se Hai wur­de im Was­ser schnell vom Haken befreit und zog wie­der in die Tie­fe. Ein gran­dio­sen Anblick. Lei­der ging das alles so schnell, dass ich kein Foto machen konn­te. Für ganz beson­de­re Erin­ne­run­gen braucht man aber kei­ne Fotos, um sie im Gedächt­nis zu behal­ten. Davon gab es in den 2,5 Male­di­ven Wochen jede Menge!

Am letz­ten Abend gab es einen äußerst gelun­ge­nen Abschluss des Male­di­ven­ur­lau­bes. Ich kam gera­de von einer ent­span­nen­den Mas­sa­ge als zwei Ange­stell­te zu unse­rer Unter­kunft kamen, um uns abzu­ho­len. Wohin es ging woll­ten sie nicht ver­ra­ten. Wir lie­ßen uns natür­lich drauf ein und schlen­der­ten mit ihnen über die Insel. Das Ziel war ein bunt beleuch­te­tes “Zelt” am Strand, das wir schon von einem Grill­abend kann­ten. Die­ses Mal war es aller­dings nur für unse­re klei­ne Fami­lie. Wir genos­sen den letz­ten Abend und ärger­ten uns ein wenig, dass wir nicht für einen län­ge­ren Zeit­raum gebucht hat­ten. Aber auch der schöns­te Urlaub endet irgendwann.

Abendessen am Strand der Malediven

Auch wenn ich die gefan­ge­nen Fische aus­blen­de, war es mit Abstand der geils­te Urlaub, den ich mit mei­ner Frau, bzw. wir als klei­ne Fami­lie bis jetzt unter­nom­men haben, daher gibt es von mei­ner Sei­te eine drin­gen­de Emp­feh­lung. Auch jetzt erin­nern wir uns immer noch ger­ne an die­se 2,5 Wochen auf den Male­di­ven und gucken uns hin und wie­der Fotos an. Hier ein Bei­spiel: Wir stan­den mit unse­rem Sohn auf dem Arm am Strand unse­rer Insel und lie­ßen den Son­nen­un­ter­gang auf uns wir­ken, als eine gro­ße Schu­le Del­fi­ne aus dem nichts auf­tauch­te. Eine gan­ze Wei­le konn­ten wir also sprin­gen­de Del­fi­ne im Abend­rot beob­ach­ten bis sie lang­sam wei­ter­zo­gen. Das Gan­ze war schon fast zu kit­schig, aber eben auch nur fast.

Den Anbie­ter, den ich Euch ohne Ein­schrän­kun­gen emp­feh­len kann, ist die Jupi­ter Sun­ri­se Lodge. Vom Trans­fer, über die Gast­freund­schaft vor Ort, dem Essen, der Unter­kunft und dem Angeln lief alles per­fekt. Vie­len Dank auch noch mal an die­ser Stel­le für die Orga und für die groß­ar­ti­ge Zeit vor auf Keyod­hoo. Hier die Kontaktdaten:

Web­site: https://www.jupiter-sunrise-lodge.com/de
Email: info@jupiter-sunrise-lodge.com

Hier noch ein paar weitere Impressionen des Urlaubs:

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Sören

Ich habe 2009 den DaF Blog bzw. 2014 den Shop gestartet und seit dem habe ich viel Zeit und Liebe in "mein Baby" gesteckt. Die Zeiten mit einer dreistelligen Anzahl an Angeltagen im Jahr sind vorbei, aber natürlich bin ich noch so häufig wie möglich am Wasser, um Süß- und Salzwasserräuber zu ärgern.

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4 Kommentare

  1. Auch wir durf­ten einen wun­der­schö­nen Male­di­ven­ur­laub mit inten­si­vem Angeln erle­ben. Die Crew von Jupi­ter Sun­ri­se hat sich erfolg­reich sehr bemüht, all unse­re Wün­sche und Zie­le zu errei­chen. Male­di­ven, Cos­ta Rica und Mau­ri­ti­us haben mei­ne Erwar­tun­gen bezüg­lich Angeln bei wei­tem über­trof­fen. Lie­be Grüs­se San­dro und Daniela

  2. Hal­lo Sören!

    Ich bin erst vor kur­zen über Euren Pod­cast gestol­pert und nun auf Eure Sei­te und Shop. Cool, echt. Jetzt habe ich gera­de in der Mit­tags­pau­se den Teil 1 von Eurem Male­di­ven Urlaub gele­sen. Echt gei­lo, wirk­lich. Tol­ler Bericht, macht Sehn­sucht nach so einen Urlaub, weil Male­di­ven ste­hen bei mir schon lan­ge auf der Lis­te oder zumin­dest ein Salz­was­ser Fly­fi­shing Urlaub wo es warm ist.
    Freut mich auch das es mit Euren klei­nen Sohn so gut geklappt hat. Ich war wie mei­ne zwei­te Toch­ter so knapp 2 war, auch mit dem Flie­ger mal Urlaub auf den Kana­ren. Hat auch super geklappt und weit weni­ger Stress mit Ihr gehabt als zu Hause.

    Freu mich schon auf die ande­ren Bericht, vor allem hab ich was gese­hen mit Meer­fo­rel­le. Das ist auch ein Traum von mir die­se ein­mal zu bean­geln. Eure Pod­cast hör ich immer auf dem Weg zur Arbeit und wie­der nach Hau­se. Coo­le The­men, vor allem der Angeln und Fami­li­en. Top! Hab mich bei Dei­nen Aus­füh­run­gen im Sie­gel gese­hen. Z.B. ich fah­re mit dem Auto auf Urlaub und fah­re bei einem Was­ser vor­bei, ich muss rein­schau­en, es ist wie ein Zwang der aber glück­lich macht. *gg* Mei­ne Damen schüt­teln dann immer nur den Kopf.

    Auf jeden Fall bit­te macht so wei­ter. Dan­ke für die tol­len Beiträge.

    Wün­sche Euch einen schö­nen Tag, dickes Petri und lie­be Grü­ße aus dem süd­öst­li­chen Österreich.
    Klaus

    1. Moin Klaus,
      dan­ke für dein tol­les Feed­back. Schön das du dir die ver­schie­de­nen Facet­ten unse­res “Out­put” anschaust/hörst.
      War­mes Salz­was­ser ist nicht zu top­pen, wür­de auch ger­ne mal wie­der! Schwel­ge hin und wie­der in Erinnerungen 🙂
      Meer­fo­rel­le ist für dich natür­lich nicht ums Eck, evtl. mal eine Woche Urlaub in DK buchen.
      Gruß nach Österreich,
      Sören

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