BarschBlogsMark Bilbrey

Wie Barsche Farben wahrnehmen

Bassfishing — können Barsche „rot“ sehen?

Rot und Grau
Rot und Grau

Es gibt bio­lo­gi­sche Grün­de dafür, dass rote Haken Bar­sche zusätz­lich zum Biss rei­zen und es gibt ein Phä­no­men, dass sich „Gill Flash“ (Kie­men­blitz) nennt. Wenn Fische fres­sen, fül­len sich die Kie­men mit Blut das Auf­blit­zen der Kie­men ver­setzt dann die Art­ge­nos­sen in einen regel­rech­ten Fress­rausch.  Aus die­sem Grund pro­du­zie­ren vie­le Haken­her­stel­ler rote Haken. Rote Angel­schnur hin­ge­gen soll unter Was­ser unsicht­bar wer­den. Die Far­be Rot ist dafür bekannt, dass sie unter Was­ser unsicht­bar wird, da Rot die ers­te Far­be im Farb­spek­trum ist, wel­che unter Was­ser am meis­ten Licht­ener­gie ver­liert je tie­fer sie unter Was­ser kommt. Die Seh­ne wird natür­lich nicht wirk­lich unsicht­bar, sie schwin­det eher zur Far­be Schwarz. Aber dadurch, dass sich die Seh­ne frei im Was­ser bewegt, trägt das Rest­licht dazu bei, dass die Seh­ne nahe­zu unsicht­bar wird. Zusam­men­ge­fasst kann man sagen, dass rote Haken und Köder die Fän­gig­keit ver­bes­sern kön­nen, sofern man im kla­ren Was­ser ober­flä­chen­nah fischt. Je tie­fer man fischt, des­to mehr schwin­det Rot in Schwarz. Aber lasst uns im nach­fol­gen­den die­ses Phä­no­men im Detail erör­tern. Nicht alle Ang­ler haben Zugang zu Wis­sen­schaft­lern oder Bio­lo­gen, wel­che sie kon­tak­tie­ren kön­nen, wenn sie Fra­gen bezüg­lich der Natur und Bio­lo­gie von Bar­schen haben. Sie sind im Nach­teil im Ver­gleich zu Top­anglern, wenn Fra­gen wie zum Bei­spiel, „ war­um atta­ckie­ren die Fische heu­te kei­ne Crank­baits“ auf­kom­men. Aber auch nicht alle Pro­fiang­ler kön­nen die­se Vor­tei­le genie­ßen, jedoch haben die meis­ten pro­fes­sio­nel­len Ang­ler gehei­me Köder(-farben), wel­che sie für sich behal­ten. Hier­zu gibt es eine umfang­rei­che Erklä­rung, eine Theo­rie basie­rend auf der Wis­sen­schaft des Lich­tes und der Bio­lo­gie der Fische, wel­che vie­le Infor­ma­tio­nen bezüg­lich der Far­ben und Art der Köder­aus­wahl bie­tet. Die Tipps in die­sem Arti­kel erklä­ren, war­um bestimm­te Far­ben für bestimm­ten Tie­fen so wich­tig sind und hel­fen hof­fent­lich dabei mehr Bar­sche zu fan­gen.


Donna mit einem Schwarzbarsch
Don­na mit einem Schwarz­barsch

Vergleich vom Sehverhalten von Menschen und Barschen

Bar­sch­au­gen sind gemacht um unter Was­ser zu sehen und die mensch­li­chen Augen zum Sehen über Was­ser. Es ist also ein frap­pie­ren­der Unter­schied wie mensch­li­che- und Bar­sch­au­gen Far­ben wahr­neh­men. Die Kegel (klei­ne Orga­ne in der Reti­na des Auges) in den mensch­li­chen Augen erken­nen die Far­ben und die Zäpf­chen sind ver­ant­wort­lich für das Erken­nen von Grau­ab­stu­fun­gen. Bio­lo­gen und Wis­sen­schaft­ler haben her­aus­ge­fun­den, dass Bar­sche Far­ben inten­si­ver als Men­schen sehen kön­nen. Grund zu die­ser Annah­me ist, dass die Kegel im Bar­sch­au­ge, die des mensch­li­chen Auges sehr ähneln. Ein Unter­schied ist, dass das Bar­sch­au­ge kei­ne Pupil­le hat, wel­che dafür ver­ant­wort­lich ist, sich bei zu viel Licht zu ver­klei­nern. Dies könn­te auch die Erklä­rung dafür sein, dass Bar­sche licht­scheu sind. Ihre Vor­lie­be gilt struk­tu­rier­tem Unter­grund, nicht nur um im Hin­ter­halt Unter­schlupf zu fin­den, son­dern weil sie den Schat­ten bevor­zu­gen. Bar­sche sind im schwa­chen Licht (am Mor­gen und Abend) am aktivs­ten und haben im trü­ben und schlam­mi­gen Was­ser eine bes­se­re Sicht als der Mensch haben wür­de. Bar­sch­au­gen haben, wie bereits erwähnt kei­ne Pupil­len, wel­che für die Hel­lig­keits­ein­stel­lung im Auge ver­ant­wort­lich ist, wenn das Auge sich über die Zäpf­chen neu­po­si­tio­niert. Im hel­lem Licht ver­wen­det das Bar­sch­au­ge zum sehen haupt­säch­lich die Kegel, wobei das Bar­sch­au­ge im schwa­chen Licht vor­nehm­lich mit den Zäpf­chen sieht. Zur Erin­ne­rung, Zäpf­chen sehen Grau­ab­stu­fun­gen und Kegel Far­ben. Dem­nach sehen Bar­sche bei schwa­chem Licht schwarz/weiß. Zudem hat das Bar­sch­au­ge wesent­lich mehr Zäpf­chen, als das mensch­li­che Auge, was Schluss­fol­gern lasst, dass das Bar­sch­au­ge im schwa­chen Licht bes­ser funk­tio­niert als das mensch­li­che Auge. Die Tem­pe­ra­tur und Dich­te des Was­sers sowie der Sauer­stoff­ge­halt der Sprung­schicht des Was­sers, bestim­men die Was­ser­tie­fe in der sich der Barsch auf­hal­ten wird und genau die­se Tie­fe beein­flusst die Far­be des Crank­baits, wel­cher zum Fischen benö­tigt wird.

Crankbaits
Crank­baits

Dem­nach müs­sen Ang­ler für jede Jah­res­zeit eine Köder­far­be aus­wäh­len, wel­che von den Bar­schen in der jewei­li­gen Tie­fe am bes­ten erkannt wer­den kann. Köder wie ein Crank­bait müs­sen dem­nach ent­spre­chend der Tauch­tie­fe aus­ge­wählt wer­den. Je grö­ßer die Tauch­schau­fel an der Vor­der­sei­te des Crank­baits ist, des­to tie­fer taucht die­ser auch. Bei eini­gen Ködern steht die Tauch­tie­fe auch direkt drauf, bei ande­ren steht die Tauch­tie­fe auf der Ver­pa­ckung. Des Wei­te­ren ist es von Vor­teil, sei­ne Köder in der Box nach Tauch­tie­fe und Far­ben zu sor­tie­ren und die Boxen dem­entspre­chend zu mar­kie­ren. Die­se Orga­ni­sa­ti­on wird einem bei der Ent­schei­dung bei der Köder­wahl hel­fen. Das Aus­lo­ten der rich­ti­gen Tie­fe ist der Anfang, wobei ein wei­te­rer wich­ti­ger Aspekt, die Farb­wahl des Köders vom Ang­ler getrof­fen wer­den muss. Ein guter Start/Indikator ist die Far­be des Was­ser und Him­mels, aber wie sieht es in drei bis vier Metern Was­ser­tie­fe aus? Oder sogar in fünf bis sechs Metern? Wie Ihr viel­leicht schon mal bemerkt habt, kommt es einem so vor, als wür­de sich das Aus­se­hen des Köders im fla­chen Was­ser ver­än­dern, ins­be­son­de­re zu unter­schied­li­chen Tages­zei­ten, wenn sich die Son­ne bewegt. Die­se Illu­si­on ent­steht, indem sich das Licht tages­zei­ten­ab­hän­gig unter­schied­lich im Was­ser bricht. Dem­nach müs­sen Ang­ler ver­ste­hen, wie der Barsch zur jewei­li­gen Tages­zeit sieht und dem­entspre­chend den Köder aus­wäh­len. Manch­mal ist die Farb­aus­wahl von größ­ter Bedeu­tung für den Erfolg des Ang­lers. Zusam­men­ge­fasst sind die aus­schlag­ge­ben­den Fak­to­ren die Tages­zeit, die Inten­si­tät des Tages­lich­tes und die Tie­fe in der gefischt wird.


Lichtbrechung durch ein Glasprisma

Glasprisma
Glas­pris­ma

Das Beob­ach­ten eines ein­fa­chen Glas­pris­mas erleich­tert dem Ang­ler zu erken­nen, wie sich wei­ßes Licht in die unter­schied­li­chen Far­ben wan­delt. Begin­nend mit Rot bewegt sich das Spek­trum durch alle Far­ben und endet mit Vio­lett. Es ist genau das glei­che, wenn wir einen Regen­bo­gen am Him­mel sehen, bei dem Licht absor­biert oder durch Was­ser gebro­chen wird. Wenn Licht auf eine Was­ser­mas­se trifft, hat dies jedoch auch ein Effekt, den wir sehen kön­nen. Das Was­ser absor­biert das Licht und wan­delt es in Wär­me um. In ande­ren Wor­ten wird Licht­ener­gie in Wär­me­en­er­gie umge­wan­delt. Bei die­sem Pro­zess wer­den eini­ge Far­ben mehr als ande­re absor­biert. Wenn wir uns einen Köder bei natür­li­chem Son­nen­licht betrach­ten, sehen wir alle Farb­wel­len. Dies ist nicht mehr der Fall, wenn die Far­be (spe­zi­fi­sche Wel­len­län­ge) ins Was­ser trifft. Das Was­ser absor­biert das Licht. Als ers­tes wer­den die roten Farb­wel­len absor­biert und zum Schluss blaue und vio­let­te Farb­wel­len.

Die Farbwahrnehmung von Barschen

so sehen Barsche
so sehen Bar­sche

Wenn man sich Sen­dun­gen auf WFN (word fishing net­work) mit Unter­was­ser­ma­te­ri­al anschaut, erscheint das Was­ser durch das absor­bier­te Licht Hell­blau. In die­sem Was­ser, wel­ches so rein und in einem per­fek­ten Blau erscheint, wer­den alle roten Farb­wel­len in Wär­me­en­er­gie umge­wan­delt, bevor das Licht eine Tie­fe von ca. sechs Meter erreicht. Nach­dem die roten Farb­wel­len absor­biert sind, wer­den alle Varia­tio­nen oder Schat­tie­run­gen der Far­be Oran­ge absor­biert. Oran­ge ver­blasst lang­sam in Matt­gelb, wenn der Köder tie­fer gefischt wird. Als nächs­tes wer­den die Grün­schat­tie­run­gen absor­biert bis letzt­lich nur noch Blau übrig bleibt. Bei blau­en Ködern hin­ge­gen ver­än­dert sich die Wahr­neh­mung hin­ge­gen zu Vio­lett und ganz zum Schluss zu Schwarz. Ein wei­ßer Köder hin­ge­gen ist auch noch unter Was­ser weiß, jedoch je tie­fer des­to mehr wan­delt sich die wahr­ge­nom­me­ne Far­be zu Grün und anschlie­ßend zu Blau. Ein Köder der leuch­tend Rot an der Ober­flä­che erscheint, wird mit zuneh­men­der Tie­fe als Schwarz wahr­ge­nom­men. Grund hier­für ist das abklin­gen der roten Far­be in tie­fe­rem Was­ser. Das Ver­ständ­nis die­ser Theo­rie hat offen­bar dazu bei­getra­gen, dass KVD“ und „Strike King“ Mil­lio­nen von Dol­lar mit der Ver­mark­tung der sehr erfolg­rei­chen bun­ten Crank­baits ver­dient haben. Aus die­sem Grund ver­wen­de ich Köder mit einer Viel­zahl an Far­ben und mit hel­len und dunk­len Schat­tie­run­gen. Dies bie­tet mir eine Sicher­heit bei unter­schied­li­chen Tie­fen, wenn sich das Son­nen­licht bewegt. Wenn ich tie­fer als sechs Meter angel, ver­wen­de ich zunächst bun­te, grel­le Köder. Der Grund hier­für ist, dass ich nach einem Köder suche, der selbst im tie­fe­ren Was­ser noch ein wenig Licht reflek­tiert. Beim Angeln im fla­chen Was­ser soll­te die Farb­wahl mög­lichst natür­lich sein, den­noch ist es zu emp­feh­len die Far­be bei aus­blei­ben­dem Erfolg zu wech­seln. Vie­le Her­stel­ler habe eine gute natur­ge­treue Farb­aus­wahl an Ködern. Die Erkennt­nis, dass die Bar­sche vor­nehm­lich auf die „ver­irr­ten“, ver­mut­lich kränk­li­chen Köder­fi­sche jagen, ist vom Vor­teil. Die „Gill Flash“ (Kie­men­blitz) Theo­rie tritt ledig­lich im fla­chen, kla­rem Was­ser ein und hilft bei der natür­li­chen Selek­ti­on. Natür­lich ist eine gute Prä­sen­ta­ti­on der Köder jauch sehr wich­tig. Sofern sich nicht der gewünsch­te Erfolg ein­stellt, ver­än­dert man die Geschwin­dig­keit, baut kur­ze Spinn­stopps ein oder redu­ziert die Geschwin­dig­keit auf „Schne­cken­tem­po“.  Wie Bill Dance oft gesagt hat, „sag dem Fisch, was immer er auch will“. Ich hof­fe, dass die­se Infor­ma­tio­nen und Tipps ihnen hel­fen wer­den mit der rich­ti­gen Farb­aus­wahl erfolg­rei­cher zu fischen, sowohl beim Angeln im tie­fem Was­ser, als auch im fla­chen Was­ser.

Tight lines, Mark Bil­brey

Hier fin­det Ihr wei­te­re span­nen­de Arti­kel von Mark

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