Europäischer Wels/Waller (Silurus glanis)

Der Wels / Der Waller

Der Euro­päi­sche Wels oder Wal­ler ist der größ­te rei­ne Süß­was­ser­fisch Euro­pas. Der Wels ist ein Raub­fisch, der vor­wie­gend nacht- und däm­me­rungs­ak­tiv ist,  sich von leben­den und toten Fischen, aber auch von Wir­bel­lo­sen und gele­gent­lich von klei­nen Was­ser­vö­geln und Säu­ge­tie­ren ernährt. Ihre Akti­vi­tät ist im Jah­res­ver­lauf stark von der Tem­pe­ra­tur und der Ver­füg­bar­keit von Beu­te­tie­ren abhän­gig und erreicht im Som­mer ihren Höhe­punkt. Das Ver­brei­tungs­ge­biet des belieb­ten Sport­an­gel­fi­sches erstreckt sich von Mit­tel- und Ost­eu­ro­pa bis Zen­tral­asi­en. Er bevor­zugt gro­ße Flüs­se und Seen mit schlam­mi­gem Grund, es kön­nen aber auch Wel­se in Bin­nen­mee­ren mit gerin­gem Salz­ge­halt, wie dem Kas­pi­schen Meer, sowie in Brack­was­ser­be­rei­chen der Ost­see und des Schwar­zen Mee­res vor­kom­men.

Wels — Form und Aussehen

Großer Fisch - der Wels
Wels, Wal­ler aus der Elbe

Der Wal­ler ist ein stäm­mi­ger Fisch mit lang­ge­streck­tem Kör­per, gro­ßem, brei­tem Kopf und glat­ter, schlei­mi­ger und voll­stän­dig schup­pen­lo­ser Haut.Der Rumpf ist im vor­de­ren Bereich kräf­tig gebaut und im Quer­schnitt rund, hin­ter dem After seit­lich abge­flacht und schlan­ker. Der Kopf eines Wal­lers macht mehr als 20 Pro­zent der Gesamt­län­ge aus und ist breit und abge­flacht mit sehr klei­nen Augen, die seit­lich hin­ter einem Paar lan­ger, knor­pel­ver­stärk­ter und hoch beweg­li­cher Bar­teln am Ober­kie­fer sit­zen. Zwei Paa­re kür­ze­rer, unbe­weg­li­cher Bar­teln sit­zen am Kinn. Sein Maul ist groß, breit und ober­stän­dig mit, vor allem bei älte­ren Tie­ren, vor­ra­gen­dem Unter­kie­fer und flei­schi­gen Lip­pen. Als Zäh­ne besitzt er klei­ne, fla­che und nach hin­ten gerich­te­te Bürs­ten­zäh­ne. Er hat eine sehr klei­ne Rücken­flos­se, die am Ende des ers­ten Kör­per­drit­tels sitzt. Sei­ne Brust­flos­sen sind groß, kräf­tig und rei­chen bis zum Ansatz der Bauch­flos­sen. Sei­ne Bauch­flos­sen sind deut­lich klei­ner. Sei­ne lang­ge­streck­te After­flos­se ver­läuft am Schwanz­stiel bis zur Schwanz­flos­se, die bei­den Flos­sen sind aber nicht ver­bun­den. Der Wal­ler hat eine varia­ble Fär­bung meist in braun und grau Tönen, die mar­mo­riert ist.Der Kopf ist meis­tens am dun­kels­ten gefärbt, wobei der Bauch am hells­ten gefärbt ist. Es wer­den aber auch immer wie­der Albi­no­wel­se gefan­gen, die eine wei­ße bis gel­be Fär­bung vor­wei­sen.




Größe der Waller und Welse

Der nor­ma­le Durch­schnitt liegt bei 100 – 150cm, bei einen unge­fäh­ren Gewicht bis zu 50 kg. Bei opti­ma­len Lebens­be­din­gun­gen kön­nen Wel­se auch bis zu 300cm groß wer­den und dabei ein Gewicht von ca. 200 kg erlan­gen. Es gibt jedoch Erzäh­lun­gen aus der Ver­gan­gen­heit von noch wesent­lich grö­ße­ren Exem­pla­ren!

Der Wels: Lebenszyklus

Die Laich­zeit ist abhän­gig von der Was­ser­tem­pe­ra­tur, die­se muss 17 bis 18 Grad Cel­si­us warm sein. Das kann je nach Besied­lungs­ge­biet schon im April oder erst im Juni sein. Das Männ­chen berei­tet einen Laich­platz vor, indem es eine ufer­na­he Gru­be, meist in 40 bis 60 Zen­ti­me­tern Was­ser­tie­fe, mit Schwanz­schlä­gen aus­spült und wei­ches Pflan­zen­ma­te­ri­al mit dem Maul an den Unter­grund presst. Hier war­tet es auf ein geeig­ne­tes Weib­chen. Die Paa­rung fin­det meist in den Abend­stun­den bei Was­ser­tem­pe­ra­tu­ren von 22 bis 23 Grad Cel­si­us statt.
Nach dem Paa­rungs­akt sinkt das Weib­chen zum Grund und lässt die Eier ab,  nun folgt das Männ­chen und besamt die Eier. Der gesam­te Pro­zess wie­der­holt sich im Lau­fe von ein­ein­halb bis zwei Stun­den mehr­mals. Men­ge und Grö­ße der Eier schwan­ken mit dem Ernäh­rungs­zu­stand und der Grö­ße des Weib­chens, pro Kilo­gramm Kör­per­ge­wicht wer­den etwa 20000 bis 25000 Eier pro­du­ziert, die einen Durch­mes­ser von 1,4 bis 2 Mil­li­me­ter haben. Bis zum Schlupf­zeit­punkt errei­chen  die Eier einen Durch­mes­ser von 4,5 Mil­li­me­ter. Sie sind sehr kleb­rig und bil­den gro­ße Klum­pen, in die Was­ser nur schlecht ein­dringt, was zu einer schlech­ten Sauer­stoff­ver­sor­gung und zu Ver­pil­zung füh­ren kann. Des­we­gen bleibt das Männ­chen bis zum Schlüp­fen der Brut beim Gele­ge, bewacht es und fächelt ihm alle drei bis fünf Minu­ten mit der Schwanz­flos­se fri­sches Was­ser zu. Nach­dem die Lar­ven geschlüpft sind, ernäh­ren sie sich erst mal von ihrem Dot­ter­sack, nach gut 10 Tagen dann von Zoo­plank­ton, was sich spä­ter in klei­ne Kreb­se, Schne­cken usw. erwei­tert. Wel­se wach­sen schnell her­an, nach einem Jahr kön­nen sie schon 40cm groß sein und machen dann schon rich­tig Jagd auf ande­re Fische. Die Geschlechts­rei­fe wird bei einem Gewicht von ein bis zwei Kilo­gramm mit etwa drei bis vier Jah­ren erreicht. Der Wels ist gera­de im ost­eu­ro­päi­schen Raum ein geschätz­ter Spei­se­fisch.

Tipps zum Angeln auf Wels

Der Wels ist als größ­ter rei­ner Süß­was­ser­fisch natür­lich in der Ang­ler­sze­ne äußerst beliebt! Egal ob mit Natur- oder Kunst­kö­dern, das Wels­an­geln nimmt auch hier bei uns in Deutsch­land rasant zu. In den bekann­ten Wels­camps in Spa­ni­en am Ebro, oder in Ita­li­en am Po, befischt man den Wels meis­tens mit spe­zi­el­len Bojen­mon­ta­gen und Natur­kö­dern. Als Köder kom­men da auch ger­ne mal 8 Pfund schwe­re Köder­fi­sche in Fra­ge. Aber man kann Wel­se auch mit Wob­blern, Gum­mi­fi­schen, Blin­kern und Spin­ner fan­gen. Gera­de hier bei uns in Deutsch­land wer­den Wel­se immer wie­der als Bei­fang beim Zan­der­an­geln mit Gum­mi­fisch gefan­gen. Auch beim Natur­kö­der­an­geln auf Aal mit Wurm oder Köder­fisch wer­den immer wie­der Wel­se gefan­gen. Als bes­te Natur­kö­der haben sich Köder­fi­sche, Wür­mer und Kal­ma­re bewährt. Also scheut Euch nicht, ver­sucht ruhig mal den Wels gezielt zu befi­schen, egal ob mit Kunst­kö­dern, oder an Grund- bzw. Posen­mon­ta­ge.

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