Raubfischangeln im Herbst

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie Technik / Methoden
Tags / Schlagworte: : , , , ,

Veröffentlicht am November 22, 2015 , derzeit Keine Kommentare

Angeln auf Barsch, Hecht und Zander im Herbst

Der Herbst wird von vielen Raubfischanglern als beste Jahreszeit zum Raubfischangeln im gesamten Jahr angepriesen. Wenn sich das Laub an den Bäumen verfärbt und die Temperaturen sinken, beginnt unter Wasser das große Fressen, so die Theorie. Die Räuber müssen sich nun ihren Winterspeck anfressen, um über die kalte Jahreszeit zu kommen und genug Reserven für die Laichzeit im Frühjahr zurück zu legen. Im Folgenden stellen wir Euch nun vor, wie wir im Herbst auf Barsch, Hecht und Zander angeln.

Hechtangeln im Herbst

Hechte beißen nur im Hellen... Denkste!

Hechte beißen nur im Hellen… Denkste!

Das Angeln auf Hechte kann im Herbst sehr erfolgreich sein. Die vielen Seerosenfelder und Wasserpflanzenbereiche der Gewässer, welche man im Sommer quasi nicht befischen konnte, sind soweit abgestorben, dass genau diese Bereiche jetzt perfekt mit Wobblern, Swimbaits, Gummifischen und Co. abgefischt werden können. Auch wenn über Wasser keine Pflanzen mehr zu sehen sind, sind unter Wasser immer noch genügend Pflanzenreste übrig, in denen die Pikes Deckung suchen und auf ihre Beute lauern.

Ein weiterer wichtiger Punkt für das erfolgreiche Hechtangeln im Herbst, ist das im Vergleich zum Sommer klarer werdende Wasser. Hechte sind Augenräuber und da das Wasser mit den sinkenden Temperaturen immer klarer wird, sehen die Hechte ihre Beute bzw. unsere Köder einfach besser. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die Elbe. Im Herbst/Winter steigen die Zahlen der gefangenen Hechte als Beifang beim Zanderangeln in der Elbe bei uns enorm an. Teilweise kann man an machen Elbabschnitten schon fast von einem ausgeglichenen Verhältnis von gefangenen Zandern und Hechten sprechen. Und auch die Größe der gefangenen Elbhechte kann sich mit bis über einen Meter echt sehen lassen und wie gesagt, alles als „Beifang“ beim Zanderangeln mit 5 und 6“ großen Gummifischen. Selbst im Dunkeln konnten wir im Herbst schon Hechte mit aktions- und kontrastreichen Gummifischen fangen. Im Sommer hingegen, wenn das Elbwasser noch deutlich trüber ist, sind die Hechtfänge bei weitem nicht so hoch.


Wenn dann mal gezielt Meister Esox auf dem Plan steht, kommen für uns in der Regel zwei Arten des Hechtangelns in Frage. Erstens das Ufer- bzw. Watangeln an ruhigen Flussabschnitten und kleineren Seen mit Swimbaits, großen Gummifischen und Jerkbaits. Oder zweitens das Befischen von größeren Seen vom Boot aus. Hier werden zum einen Teil die Fische beim Schleppen mit großen Hardbaits gesucht und befischt oder markante Stellen, wie Kanten oder abgestorbene Pflanzenfelder mit großen Gummis abgeworfen.

Auch dieser fette Herbsthecht wurde im Dunkeln gefangen

Auch dieser fette Herbsthecht wurde im Dunkeln gefangen

Gelegentlich geht es auch mal zum Hechtangeln auf die Boddengewässer im Osten der Insel Rügen zu Wolf Dieter Kaiser von Rügenfishing by Kaiser. Dort befischen wir ziemlich flache Boddenbereiche, die im Schnitt nur 0,5 bis 1,5 Meter tief sind. Zum Einsatz kommen hier Gummifische an leichten Jigs, flachlaufende Hardbaits und zum Teil auch Topwaterbaits. Unglaublich was man dort für eine Frequenz an Hechten fangen kann, auch wenn die ganz dicken Muttis nicht so häufig dabei sind, sind die Zahlen der gefangen Hechte von 70 bis über 90cm schon enorm.


Zanderangeln im Herbst

Zander lassen sich sehr gut im Dunkeln befischen

Zander lassen sich sehr gut im Dunkeln befischen

Das Angeln auf Zander ist für uns eigentlich das am meisten praktizierte Raubfischangeln im Herbst. Mit den fallenden Temperaturen ziehen die Zander langsam vom Elbhauptstrom in Richtung der Hafeneinfahrten und ruhigeren Bereichen, welche sie als Winterstandplätze nutzen. Neben den genannten Bereichen sind aber auch tiefe Buhnen immer noch sehr interessante Zanderspots. Im Herbst fischen wir in der Regel eher etwas größere Gummifische, als Actionshads zum Beispiel den Seashad, den 5,8er FSI oder den Shaker in 6“ und als Noactionshads auch mal gerne einen Fin-S-Fish in 7“, ein gutes „Zwischending“ ist zudem auch der 6“ Nories Spoontail.

Der Herbst steht bei uns seit einigen Jahren auch immer mehr im Zeichen des Spinnfischens im Dunkeln. Gerade unter der Woche kommt man jobbedingt nicht mehr im Hellen ans Wasser. Deswegen aber gänzlich aufs Angeln zu vernichten kommt natürlich nicht im Geringsten in Frage! Nicht nur am Wochenende, sondern auch unter der Woche benötigt man im stressigen Arbeitsalltag zwischendurch Entschleunigungsphasen, in denen man neue Kraft tanken kann. Da kommt einem so eine abendliche Zandertour natürlich sehr gelegen. Als Spots kommen eigentlich soweit alle Spots, welche auch im Hellen befischt werden, in Frage. Beleuchtete Spots wie zum Beispiel Häfen, Schleusen und Anleger erleichtern einem im Dunkeln das Sehen und Angeln natürlich enorm. Ist kein Licht in der Nähe, muss man halt eine gute Kopflampe im Gepäck haben.

Perfekter Herbstzander gefangen in der Dunkelheit

Perfekter Herbstzander gefangen in der Dunkelheit

Im Dunkeln fischen wir entweder mit großen Aktionshads oder mit Wobblern. Beides sind mit Abstand die besten Methoden um in der Dunkelheit Zander zu fangen. Große, kontrastreiche und Gummifische am leichten Jig wie der Seashad in Chicken on a Chain oder der Shaker in Alewife erzeugen in ihren langen Absinkphasen starke Druckwellen, welche die Zander in der Dunkelheit sehr gut wahrnehmen können. Wird mit Hardbaits auf die Stachelritter gefischt, kommen zum Beispiel der Illex Arnaud 100 und 110 F, der Lucky Craft Pointer oder der Hybrida Zanderkönig zum Einsatz. Wichtig ist, dass die Hardbaits am besten über Steinpackungen gefischt werden, denn genau hier jagen die Zander im Schutz der Dunkelheit ihre Futterfische im flachen Wasser. Die Führung der Hardbaits ist eher langweilig, langsames bzw. zum Teil sehr langsames Einleiern mit gelegentlichen Stopps ist genau die richtige Führungsmethode für die Zander. Schnelles Einkurbeln und wildes Twitchen wird nur bedingt zum Erfolg führen.

Barschangeln im Herbst

Gerade im Herbst kommt es immer mal wieder vor, dass wir in der Elbe beim Zanderangeln Barsche als Beifang auf 5 bis 6“ große Gummifische fangen. Das gezielte Barschangeln ist eigentlich eher nicht so unser Ding. Sollte es aber doch mal gezielt auf die Punker losgehen, kommen Gummis um die 4“ am Jig oder Drop Shot Rig oder Hardbaits um die 10cm zum Einsatz.

Schicker Herbstbarsch gefangen auf einenn 5" Easy Shiner

Schicker Herbstbarsch gefangen auf einenn 5″ Easy Shiner

So viel zum Raubfischangeln im Herbst. Habt Ihr noch wichtige Tipps zu dem Thema, dann nutzt doch bitte die Kommentarfunktion und lasst uns dran teilhaben.

Beste Grüße und TL
Sascha

Keine Kommentare

Noch gibt es keine Kommentare bei Raubfischangeln im Herbst. Möchtest Du ein Kommentar hinzufügen Wir freuen uns!

Hinterlasse ein Kommentar