Buchvorstellung: Modernes Fische Finden – Der Hecht

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie Buch Vorstellungen
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Veröffentlicht am September 21, 2018 , derzeit Keine Kommentare

Buch für Hechtangler – loht sich der Kauf?

Bei neuen Büchern zum Hechtangeln bin ich wenig neugierig, wenn es um Methoden und Ködern geht. Man wird es schnell über, glauben zu können, dass der Verfasser ein Non-Plus Ultra neuester Hechtfangmethoden generiert hat und auch neue Wunderköder mitbringt, die für den Räuber unwiderstehlich sind. Die Autoren sind nicht selten Profis der Angelbranche, die nur Geld verdienen, wenn sie schreiben und vielleicht noch Werbung für den ein oder anderen Hersteller verbreiten. Natürlich ist das allzu verständlich, aber letztlich kochen auch solche Autoren mit Wasser. Was noch wichtiger ist, Methoden und Köder beim Angeln müssen zum jeweiligen Angler passen. Wer solche Systeme nicht verinnerlichen kann, weil ihm die Zeit fehlt oder er sich z.B. das für den Schreiber selbstverständliche Über-Equipment nicht leisten kann, ist mit solchen Vorschlägen restlos überfordert.

Buch über das Hechtangeln

Andersherum wird jeder, auch mit bescheidenen Mitteln, seine anglerischen Bemühungen dauerhaft verbessern können, wenn er sich gesichertes Wissen  über das Verhalten und die Lebensraumbedingungen seines Zielfisches Hecht aneignen kann. Wer weiß, wie der Hecht tickt und wo er sich aufhält, wird erfolgreich sein, unabhängig von den Methoden und den Ködern, die er einsetzt.

Über unseren Süßwasserräuber gibt es z.B. eine große Anzahl wissenschaftlicher Unterlagen, die für uns Angler wichtige Erkenntnisse liefern können. Leider sind solche Recherchen immens zeitintensiv und erfordern außerdem umfassende Sachkenntnisse bei der Interpretation der anglerisch relevanten Bezüge.

Erfreulicherweise haben sich die Verfasser des hier vorgestellten Hechtbuches diese Recherchenarbeit gemacht. Aus einer Vielzahl von wissenschaftlichen Studien, vorwiegend aus dem skandinavischen Raum, ist es den Autoren gelungen, ein Komplettpaket rund um den Zielfisch Hecht zu schnüren, das schon im Ansatz, weg vom Köder- und methodenlastigen Vorgehens- und Denkweise, ein Alleinstellungsmerkmal aufweist. Sprachlich ist das Buch leicht verständlich gefasst. Es liest sich flüssig und eignet sich in den Grundlagen sehr gut für Anfänger, aber in der Fülle bisher wenig berücksichtigter Fakten auch für den versierten Raubfischspezialisten.

Inhalt des Hechtbuches

Inhaltlich ist das Buch umfassend gepackt. Neben Informationen zur Biologie des Räubers legt z.B. das Kapitel über Räuber und Beute das Beziehungsgeflecht zwischen den Fähigkeiten des Hechtes und den Eigenschaften seiner Beute offen. Mit wichtigen impirischen Fakten zu den Verhaltenskoeffizienten der Beute und der bevorzugten Größen können wir unsere Angelstrategien u.U. neu bewerten. Viele Tipps, wie der Räuber zu finden ist und welche Strategien zum Erfolg führen, liefert das Kapitel 5 „Lebensräume“. Welche Bedingungen man durch die verschiedenen Jahreszeiten vorfindet und auf welche Art  der Hecht sich anpasst, beschreibt das „Jahr des Hechtes“ intensiv auf rund 100 Seiten. Warum gerade große Exemplare im Frühjahr im Flachwasserbereich zu finden sind und wie man sie dort überlistet, erfährt man ebenso wie die trickreichen Vorgehensweisen im trüben Sommerwasser bei schwindender Sauerstoffsättigung. Die Autoren versäumen es nicht, das Gesagte durch Studienergebnisse zu belegen und Schlussfolgerungen für das Vorgehen am Wasser aufzuzeigen. Besonderheiten in stehenden Gewässern sind selbstverständlich ein Thema, für die Hechtangelei im Fließwasser gibt es ein eigenes Kapitel. Natürlich berücksichtigen die Autoren die Umweltfaktoren wie Wassertemperatur, Sauerstoffsättigung, Wetter und Sichttiefe des Wassers. Auch die Eutrophierung eines Gewässers in Wechselwirkung mit dem Fischertrag werden aufgezeigt.

Fazit zum Hechtbuch

Insgesamt bietet das Buch eine Fülle an gesicherten Informationen, unsere Hechtangelei neu zu interpretieren. Wie, wann und was der Hecht frisst, wie er sein Revier sucht, welche Bedingungen er bevorzugt und welche äußeren Einflüsse sein Verhalten beeinflussen können, sind spannende Fakten, die unsere Vorgehensweisen des Jagdverhaltens nachhaltig beeinflussen werden.

Dieses Buch ist für jeden engagierten Hechtangler, der seine Vorgehensweisen und Strategien erfolgreich verbessern möchte, eine Pflichtlektüre, die sich auszahlt. Die Autoren haben gute Arbeit geleistet. Wenn man ihnen etwas nachsehen muss, dann ist es ihre Detailverliebheit, die ab und an zu leichten Wiederholungen neigt. In Anbetracht der Gesamtleistung kann man das aber vernachlässigen.

Gerd

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