Fliegenfischen auf Äschen, Forellen und Saiblinge in schwedisch Lappland

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie Daniela Bevilacqua (CH)
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Veröffentlicht am März 05, 2012 , derzeit 3 Kommentare

Schwedisch Lappland

Träumt nicht jeder Fliegenfischer oder Fliegenfischerin davon, einmal ab von jeglicher Zivilisation die noch absolut natürlichen Gewässer zu befischen und die wilden Fische zu fangen? Wir schon! Diesen Sommer haben wir unsere Träume zur Realität gemacht und uns für 10 Tage in Schwedisch Lappland aussetzen lassen.

Planung und Anreise

Bevor wir endlich losfliegen konnten war viel Planung angesagt! Wir haben alles Wichtige in der Schweiz gekauft, auch ein Teil Essen, da es schwierig ist, in schwedisch alles zu finden was man braucht. Dann Essensplan erstellen, alles neu imprägnieren, testen, wiegen, packen, kontrollieren und einchecken. Die Gewichtsbeschränkung zum Fliegen ist ideal, da dies auch etwa das Gewicht ist, was der Helikopterflug zulässt. Und endlich: ab nach Kiruna! Hier ein Tipp: genug Zeit zum Umsteigen in Stockholm ist definitiv nötig, auch weil das Gepäck den Weg ins nächste Flugzeug nicht unbedingt selber findet. Also besser noch beim Gepäckband bleiben und die Taschen selber zum nächsten Check-In bringen.

Am Flughafen in Kiruna wurden wir freundlich von Lukas, einem Mitarbeiter von Artic Heli, empfangen und zum Supermarkt gebracht um noch die letzten Notwendigkeiten zu kaufen. Später im ihrem Camp bekamen wir unser letztes zivilisiertes Essen (in Form von Pizza), besprachen wohin wir fliegen, wie alles abläuft und warteten dann auf den Helikopter. Alle außer mir freuten sich riesig auf den Flug, schon kurz nach dem Start verschwanden die Häuser, nach fünf Minuten auch die Bäume und wir sahen nur noch Seen, Bäche, Flüsse und Rentiere. Ich war am glücklichsten als wir nach etwa 25 Minuten endlich landeten – mitten im Nichts, keine Häuser, kein Handyempfang, keine Dusche oder Toilette. Nur wir vier, steigende Fische , ein paar Lemminge und die Hoffnung den Heli in zehn Tagen wieder zu sehen.
P.S.: Ein Notfall GPS Gerät oder Satellitentelefon ist auf jedenfalls zu empfehlen und kann sogar gemietet werden.

Schönes Duo: Bachforelle und Äsche

Essen und Fische

Unser Camp war trotz Wind schnell aufgebaut. Da wir unseren Schwerpunkt auf Ausrüstung setzten, haben wir beim Essen an Gewicht gespart und zehn Tage lang Reis und Teigwaren mit Fertigsaucen aus dem Beutel gegessen… Ihr könnt Euch vorstellen, dass das nicht gerade Gourmet Ferien waren! Trinken konnten wir direkt aus dem Fluss, da das Wasser absolut sauber ist (trotzdem kein Ersatz für Bier oder Cola). Natürlich konnten wir täglich Fisch essen, hier oben gibt es Äschen, Forellen und Saiblinge. Die Kraft der Fische war beeindruckend und nicht mit unseren zu vergleichen. In den schnellen Teilen des Flusses konnte man die Fliege kaum aufs Wasser legen, schon schnappte sich eine kleine Äsche oder Forelle die Fliege und lieferte einen abenteuerlichen Drill. Doch die großen Fische  im stillen, glasklaren Wasser zu fangen war gar nicht so einfach wie wir uns vorgestellt hatten. Man musste sehr vorsichtig sein um die Fische nicht sofort zu spooken, geklappt hat es trotzdem! Am erfolgreichsten waren klar die Trockenfliegen, jedoch in allen Größen und Mustern.

Wetter und Moskitos

Wir sind Mitte Juli gereist, was etwas früh für die sowieso nur kurze Saison ist, welche bereits Ende August endet. Wir konnten noch Schnee sehen und die Mitternachtssonne genießen, so hatten wir 24 Stunden am Tag, um den Fischen oder Lemmingen nachzustellen. Das Wetter hat uns viel Abwechslung gebracht, von – 2 bis 20 Grad, Wind, Nebel, Regen und einem starken Gewitter war alles dabei. Warme Kleider sind also ein Muss!  Da sind leider noch die Moskitos, welche sich durch nichts abschrecken lassen. Das überall erhältliche „Dschungelöl“ hilft kurze Zeit um die lästigen Tiere etwas abzuhalten, aber wirklich entspannen konnten wir erst bei starkem Wind.

…im Anflug

Trotzdem waren die zehn Tage viel zu schnell vorbei und da war er also der Moment wo wir unser Camp abgebrochen hatten und auf den Helikopter warteten… und warteten… und warteten. Immer mehr von unseren Plänen wurden gestrichen, zuerst das lang ersehnte Essen, das Duschen und unser Rückflug stand auch schon fast auf dieser Liste. Endlich kam der Helikopter! Der Pilot sah etwas müde aus und erklärte, dass wegen dem schlechten Wetter die letzten zwei Tag keine Flüge möglich waren. Sofort nach der Landung wurden wir ins Auto umgeladen und an den Flughafen gebracht – in letzter Minute! Wir durften dank den freundlichen Angestellten doch noch in den Flieger rein und keine zehn Minuten später waren wir in der Luft. Wir bestellten Bier, Cola und Schokolade und waren glücklich endlich ohne Moskitos zu sein und trotzdem traurig die schöne Gegend zu verlassen. Unser Gepäck kam zwei Tage später auch bei uns an und verlieh unserer Wohnung noch ein letztes Mal den Duft der Wildnis. Ich werde mit Sicherheit wieder zurück in die schwedische Tundra kommen und wer sich dafür interessiert kann bei www.arcticheli.se einen super Service buchen.
Eure Daniela

Unter dem folgenden Link, findet Ihr einen weiteren Artikel zu einer DaF Lapplandreise.

3 Kommentare

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  1. Sehr cooler Artikel!

  2. Schöne Seite mit tollen Häusern, evtl. ergibt sich ja mal etwas.

  3. wow….toller Bericht!!! Seit einigen Jahren haben wir auch in Lappland einen Hof. Direkt am Lachsfluss Vindelälven und nur wenige hundert Meter vom Laisälven. Die Traumgewässer schlechthin in Nordschweden. Übrigens haben wir auch Unterkünfte für Angler. Schaut doch einfach mal auf unserer Homepage nach…Viel Spaß und „Petri Heil!“

    Jörg

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