Angeln vom Hausboot in MV

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie 2019

Veröffentlicht am August 09, 2019 , derzeit Keine Kommentare

Hausboot Angeltrip auf der Kleinseenplatte in Mecklenburg-Vorpormmern

Für Angler und Naturfreunde hat der Osten der Republik Einiges zu bieten. Die Mecklenburgische Seenplatte ist den Meisten daher ein Begriff. Allerdings denkt man dabei gern zuerst an die großen Seen wie Müritz und Co. Bekannt für ihr enormes Großfischpotenzial gerade im Bereich der Hechtangelei zieht die Region deshalb jedes Jahr Angler aus allen Teilen des Landes an. Aber auch abseits der großen Seen finden sich echte Goldgruben, so zum Beispiel die benachbarte Kleinseenplatte. Ein Verbund aus Seen mit Inseln und vielfältiger Struktur, allesamt befahrbar und verbunden über diverse Schleusen und Kanäle lässt schon optisch Schwedenfeeling aufkommen! Diese schönen Gewässer sind natürlich nicht nur was fürs Auge, sondern beherbergen sehr gesunde, diverse Fischbestände aller erdenklichen Arten. Leider ist die Ecke nur ein ganzes Stück von unserer Heimat Hamburg entfernt und ein Tagestrip lohnt nicht wirklich.

Wäre es nicht schöner, wenn man einfach bequem am, oder noch besser auf dem Wasser wohnen könnte? Keine Angelzeit verschwenden? Keine lästige Fahrerei am Morgen von der Unterkunft zum Spot?

Der letzte Wurf zieht sich vom Hausboot besonder lange hin

Der letzte Wurf zieht sich vom Hausboot besonder lange hin

Die Lösung dafür bot sich uns, als wir ein Angebot bekamen, eine Angeltour mit einem nagelneuen Hausboot des Anbieters Tom Sawyer Tours auf der Kleinseenplatte zu unternehmen. Wir, das waren in diesem Fall Timo, Pascal, Robin und Eric, mussten nicht lange überlegen, die Sachen wurden gepackt, Pläne geschmiedet und gefühlt nur wenige Tage nachdem der Termin festgelegt wurde, standen wir im kleinen Örtchen Priepert vor unserem schwimmenden Zuhause für die nächsten 5 Tage und wurden vom Betreiber des lokalen Verleihs, Roland, in Empfang genommen. Bevor es überhaupt ans Beladen und die Einweisung ging, präsentierte Roland uns natürlich erstmal stolz seinen Trabi, ein ungewohnter Anblick für uns „Wessis“!

Der Start der Tour im Yachthafen Priepert

Der Start der Tour im Yachthafen Priepert

Angeln am Priegertsee, Ellenbogensee, Pälitzsee und Labussee

Der Hausbootverleih selbst liegt am Südufer des Großen Priepertsees, direkt am Eingang des Kanals rüber in den Ellenbogensee, den wir uns als erste Station unserer Fahrt ausgewählt hatten. Pascal und Robin kannten die Region von früheren Ausflügen schon gut und auch Timo hatte durchaus Erfahrungen mit dem Gewässer. Vom Ellenbogensee sollte es deshalb über den kleinen Pälitzsee bis hin zum Labussee gehen, der in der Vergangenheit tolle Hechte, Zander und Barsche hervorbrachte.

Pascal mit einem Zander vom Beiboot

Pascal mit einem Zander vom Beiboot

Letztendlich änderten wir unsere Pläne im Laufe der Woche immer wieder und wechselten unsere Angelgebiete, aber auch die Anlegeplätze für die Übernachtungen, je nach Wind und Wetter. Generell ähneln sich die meisten Seen der Kleinseenplatte strukturell einigermaßen: Fast überall fällt kurz nach dem Ufer eine Kante sehr steil direkt auf 5–10m Tiefe ab, zum Teil geht es noch deutlich weiter herunter. Flachwasserbereiche fanden wir meistens nur in den Übergangsbereichen vor Kanälen, zwischen Seen und Seenteilen und ganz vereinzelt auch als Barschberge mitten im See, so zum Beispiel im Labussee. Es gibt also für alle Zielfische, Wetterlagen und Situationen Regionen, die sich befischen lassen!

Bereits beim ersten Kaffee wird geangelt

Bereits beim ersten Kaffee wird geangelt

Das Hausboot verfügte zwar über ein Echolot direkt am Steuerstand, zusätzlich hatten wir aber auch ein weiteres, hochwertigeres Gerät mit Sidescanfunktion dabei, das auf dem von Pascal mitgebrachten Beiboot montiert war und die genauere Analyse der Gewässerstrukturen und Fischpositionen erlaubte. Wir nutzten das Beiboot, ein Schlauchboot mit Verbrenner am Heck und E‑Motor am Bug für das effektive Befischen von einzelnen kleinen Spots, wobei immer zwei von uns auf dem „Mutterschiff“ verblieben und damit ebenfalls grob nach aktiven Fischen suchten, oder den Schlafplatz für die Nacht anlegten, Essen für die ganze Crew vorbereiteten oder einfach eine Pause an Deck machten. Mit einem Kaffee, einem kühlen Bier und einem frisch gefangenen Barschfilet auf dem Teller auf der Bugterasse des Bootes in der Sonne zu sitzen, war schließlich auch alles andere als unangenehm, so ließ es sich aushalten!

Kapitän Timo am Steuerstand

Kapitän Timo am Steuerstand

Ausstattung der Hausboote

Generell kann man über den Komfort an Bord nur Gutes sagen: Insgesamt 4 reguläre Schlafplätze pro Hausboot boten für jeden von uns genug Rückzugsraum und ein bequemes Nachtlager, zusätzlich konnten wir sogar die Couch im „Wohnzimmer“ ausklappen und so Sören und Gabriel für eine Nacht einen Schlafplatz bieten, als diese uns nach einer für Sören sehr erfolgreichen Tagestour auf der großen Müritz einen Besuch abstatteten. Das ist natürlich nicht selbstverständlich auf einem Boot von „nur“ 10m Länge. Neben dem Wohnzimmer hatten wir eine Küchenzeile mit Gasherd und einem kleinen Kühlschrank, eine Pumptoilette und die erwähnte Bugterasse zur Verfügung, um unserem täglichen Leben nachzugehen. Als einziges Manko ist die fehlende Dusche zu nennen, die aber aus Platzgründen und aufgrund des Wasserverbrauchs auch schwer zu integrieren wäre. An und zwischen den Seen der Kleinseenplatte stehen aber diverse Campingplätze und Yachthäfen mit gepflegten sanitären Anlagen bereit, die man beim gelegentlichen Anlegen nutzen kann. Unsere zahlreichen vormontierten Ruten lagerten wir meistens auf dem Dach, das bei gutem Wetter auch betreten werden und als Sonnendeck genutzt werden konnte.

Von dieser Größe, hatten wir eine Menge Barsche

Von dieser Größe, hatten wir eine Menge Barsche

Um auf dem Hausboot (Angel)Spaß & Entspannung zu finden, sollte im Voraus eine Reihe von Dingen beachtet werden:

  • Effektiv packen & planen, also keinen unnötigen Ballast an Bord nehmen.
  • Vor Abfahrt alles verstauen und Ordnen, auf kleiner Fläche kommt schnell Chaos auf.
  • Vorab Campingplätze mit Dusche & Co. ausfindig machen, das Gleiche gilt für Stationen zum Abpumpen von Abwasser und Auffüllen des Frischwassertanks.
  • Für wirklich effektives Spinnfischen ist ein Beiboot Pflicht. Ein Schlauchboot oder Kanu bietet kann unkompliziert hinterher gezogen oder sogar an Bord genommen werden und erlaubt das Anfahren vieler Spots.
  • Möglichst wenig Lebensmittel mitnehmen, die gekühlt werden müssen.

Barsch, Hecht und Zander auf der Kleinseenplatte

Während unseres Aufenthalts auf der Kleinseenplatte wechselte das Wetter fast täglich von Starkregen und Gewitter hin zu strahlendem Sonnenschein und brütender Hitze. Eigentlich schlechte Bedingungen, speziell für Barsch und Zander! Erfreulicherweise zeigten sich die Räuber vor Ort herzlich unbeeindruckt von diesem Durcheinander.

Doppeldrills waren keine Seltenheit

Doppeldrills waren keine Seltenheit

Beide Arten waren zu bestimmten (Beiß-)Zeiten regelrecht im Fressrausch und wir konnten sowohl tolle Stückzahlen, als auch tolle Fischgrößen für uns verbuchen. Die Zander genossen zur Zeit unseres Aufenthalts noch ihre wohlverdiente Schonzeit, sodass die gelegentlichen Beifänge sofort schonend zurückgesetzt wurden, für eine leckere Barschpfanne war aber immer genug Fisch zur Hand. Der Barschbestand in der gesamten Seenplatte fiel besonders dadurch auf, dass man fast überall eine sehr gesunde Durchmischung von Jung- und Altfischen aller Größen in Topkondition fangen kann, was eine maßvolle Entnahme bedenkenlos vertretbar macht.

Die angeworfene Sichel aus dem Freiwasser auf ein 25er Gummi

Die angeworfene Sichel aus dem Freiwasser auf ein 25er Gummi

Auch die Zander scheinen in sehr großer Zahl in den Seen vertreten zu sein, denn neben den vielen Männchen die wir im Flachwasser auf den Nestern beobachten konnten, war die Menge an Beifängen beim Barschangeln an den tiefen Kanten und im Freiwasser ebenfalls beachtlich. Sören konnte sogar einen absoluten Traumfisch auf einen großen Hechtgummi im Freiwasser verhaften! Es lohnt also sicher auch das gezielte Fischen auf Zander im Spätsommer und Winter.

Auch dieser Hecht war im Freiwasser unterwegs

Auch dieser Hecht war im Freiwasser unterwegs

Neben den Barschen konnten wir auch eine Reihe von Hechten und sogar ein paar Rotfedern auf Kunstköder fangen. Mit etwas mehr Zeit und besserem Wetter hätte sicherlich auch das Fischen auf Schleien und Karpfen viel Spaß bereitet, denn auch davon begegneten uns immer wieder schöne Exemplare.

Angeltechniken & Ausrüstung für die Seen der Kleinseenplatte

Mitgebracht hatte jeder von uns eine vielseitige Auswahl an verschiedenen Spinnruten für Barsch, Zander und Hecht. Darunter Swimbait- und Jerkbaitruten, aber vor allem vielseitiges Jig- und Finesse-Equipment in Form diverser UL‑M Spinnruten.

Rigged and ready — Ruten auf der “Terasse”

Rigged and ready — Ruten auf der “Terasse”

Montiert mit allen erdenklichen Rigs von Topwaterbaits bis zum Dropshot lag dieses Arsenal für uns zum schnellen Zugriff bereit. Die meiste Zeit fischten wir klassisch mit 3–4 Zoll Gummifischen am Bleikopf, die wir entlang der Kanten und an Strukturen wie versunkenen Bäumen anboten. Daneben waren auch Fransenjigs mit Shads oder Krebstrailern oder Twitchbaits sehr erfolgreich, gerade wenn man den Köder tief ins Unterholz befördern musste, um Bisse zu generieren. Ein absolutes Highlight stellten aber die aggressiven Bisse auf Topwaterbaits, speziell in den Abendstunden dar!

Robin mit einem Dickbarsch

Robin mit einem Dickbarsch

Die besten Barschköder des Tripps:

Für Zander empfehlen sich ähnliche Köder, die dann nur gern etwas größer ausfallen dürfen, nur hatten die Zander zur Zeit unseres Aufenthaltes wie zuvor erwähnt noch Schonzeit, weshalb wir auf das gezielte Fischen verzichteten. Hechte bis gut 80cm konnten wir auf alle gängigen Methoden fangen, auch wenn die wirklichen Großfische in unserer Zeit am Bord ausblieben. Jerkbaits, große Gummifische, Swimbaits und Wobbler verschiedener Art führten zum Erfolg, aber auch auf Barschköder konnten wir einige Hechte landen und verloren noch weitere im Drill, wenn gerade einmal kein Titan vorgeschaltet war. Für abwechslungsreiche Fänge und spannende Drills war eigentlich rund um die Uhr gesorgt! Wir hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß bei dem Trip!

Gefühlt wurde 24/7 geangelt

Gefühlt wurde 24/7 geangelt

Wer beim Lesen Lust bekommen hat, selbst einmal mit dem Hausboot den Seenplatte zu erkunden, kann das entweder auf eigene Faust tun, oder uns einfach auf die kommenden Tour begleiten, die ab jetzt im DaF-Shop verfügbar ist:

Wird geil: DaF Hausboot Event

Hier noch das Video von unserem ersten Hausboot Trip:

Buchung auf eigene Faust: https://www.tomsawyer-tours.de/

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