Barschköder – Klein aber fein auf Räuberjagd!

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie Angeln auf..., Barsch, Köder / Baits, Technik, Tackle & Köder
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Veröffentlicht am November 22, 2011 , derzeit Keine Kommentare

Ködervielfalt beim Angeln auf Barsch

Viele Angler halten das Barschangeln für uninteressant. Ich denke dies liegt in den meisten Fällen an der geringen Größe des Barsches im Gegensatz zu Hecht- oder Zanderangeln. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass der Barsch von Natur aus schon wesentlich kleiner ist und auch langsamer wächst als z.B. Hecht oder Zander. Ich habe mal in einer Angelzeitschrift gelesen, dass ein 50 cm Barsch mit einem Meterhecht gleichzustellen ist, bedenkt man Wachstum und die Größe im ausgewachsenen Alter.

...ein schönder Barsch!

…ein schönder Barsch!

Viele im Gegensatz dazu schreiben, dass der Barsch ein perfekter Anfängerfisch sei, durch die große Anzahl der Fänge, die möglich ist. Dem kann ich aber auch leider nur bedingt Rechtgeben. Natürlich ist es einfach im Sommer ufernah mit Kleinstködern große Mengen an Barschen zu fangen. Die Frage die sich mir da stellt: Wo ist die Herausforderung? Ein stattlicher Barsch beginnt in meinem Sinne bei ca. 25 cm. Da macht es schon ordentlich Spaß mit den gestreiften Räubern. Beim Barschangeln reizt mich die gewisse Finesse. Habe ich so schon etliche Hechte und Zander durch das plumpe einholen eines 3er Spinners gefangen, lassen sich die größeren Gestreiften nicht so einfach überlisten. Beim Barschangeln spielt vieles eine Rolle. So ist z.B. finde ich, bei fast keiner anderen Angelart das perfekte Zusammenspiel von Köder und Gerät so wichtig, wie im feinen Barschangeln. Unter anderem ist dies auch wichtig, um die kleinen Köder auch auf die gewünschte Wurfweite zu bringen.

Wobei man auch ehrlich sagen muss, dass ein Drill eines kleineren Barsches an einer 40g Rute nicht wirklich Spaß bringt. Und das ist es doch, worum es uns allen geht, die Freude am Angeln. Das aufregende Gefühl, wenn man das Zucken in der Rute Spürt, bis zum Zittern, bis zur sicheren Landung des Fisches. Zu Geräten aber in einem anderen Bericht mehr.

Wie stellen wir das nun an im unüberschaubaren Dschungel aus Ködern und Angelgeräten? Beginnen wir in diesem Bericht mit den Ködern und den verschiedenen Varianten.

Ein Traum wurde war!

Ein Traum wurde war!

Nun so schwer ist das gar nicht. Scheint man am Anfang noch etwas überfordert, findet man recht schnell den Durchblick, wenn man erst mal weiß, was man möchte und braucht. An Ködern empfehle ich eine kleine Grundausstattung aus ein paar kleinen Relax Kopyto in 3 und 5 cm. Farbwahlen beschränke ich meist auf 3 gedeckte und 3 helleren Farben, evtl. noch ein oder zwei Schockfarben wie Firetiger oder Charteuse. Nicht in der Kiste fehlen sollte ein brauner und grüner Ton, je nach Wasserfärbung. Wichtig sind zu den Gummis die passenden Jigköpfe, deren Spitze ca. in der Hälfte der Gummiköder austreten sollte.


Achtung! Verschiedene Farben bitte nicht zusammen Lagern, da die Köder sich evtl. untereinander verfärben könnten. Nun ist der erste Schritt gemacht und wir haben schon mal eine kleine Auswahl an Gummiködern mit der sich allerhand Barsche überlisten lassen. Zum Ausgleich sollten auch ein paar Twister in Weiß, Braun und Grün auch nicht fehlen. Für die Größe gilt wie für die Gummifische 3- 5 cm. Zum Winter hin kann es auch schon mal bis zu 10 cm sein, benutze ich aber eher selten.

Gummifische

Gummiköder

Unter den Gummiködern sollte man auch das Drop-Shot Köder nicht außer acht lassen. Hier beschränke ich mich jedoch auch auf ein paar Köder. Zum einen habe ich Köder die Würmer imitieren und Kleintierimitate wie Krebse und kleine Frösche. Man kann jedoch kleinere No-Actionshads auch mal antesten, diese sind immer einen Versuch wert, auch am Jigkopf geführt. Bei der Präsentation der Gummiköder ist Abwechslung der Schlüssel zum Erfolg. Zum einen kann der Köder wie gewohnt gejiggt werden aber auch das zügige einkurbeln mit evtl. kurzen Spinnstopps haben mir schon Erfolg gebracht, als mit Jiggen nichts mehr zu reißen war. Man erreicht durch diese Methode der Köderführung auch Fische, die im Mittelwasser jagen, und fischt an diesen nicht wortwörtlich vorbei. Also, wenn beim Jiggen nichts mehr geht…einfach mal experimentieren! Was in einer Box nie fehlen sollte aber oft vergessen wird ist der gute alte Spinner (zum Beispiel Mepps). Ich habe diese ausschließlich in den Farben Rot und Silber in den Größen 0 bis 3. Mit anderen Farben habe ich nicht die gleiche Anzahl an Fängen festgestellt. Dies kann jedoch auch gewässerabhängig sein und soll keine Regel darstellen, da ich nur aus persönlicher Erfahrung berichten kann.

Ein großes und meist heiß diskutiertes Thema ist das Angeln mit Wobbler. Um kurz anzumerken ist dies auch meine Leidenschaft, was unter anderem an den vielen Führungsmöglichkeiten sowie auch an der fast schon unendlichen Auswahl liegt. Kann man etwa bei Gummifischen oder Spinnern schon mal zu den Preisgünstigeren Varianten greifen, büßt man das bei Wobblern meist mit der Qualität und dem Laufverhalten ein.

Crankbaits

Crankbaits

Ein guter Wobbler lässt gleich mehrere Führungsmethoden zu, ohne seinen sauberen Lauf zu verlieren. Viele gute Wobbler lassen sich sowohl konstant einkurbeln aber auch leicht Jerken oder Twitchen. Am besten geeignet sind hierzu Wobbler mit einem Suspending (schwebendem) Verhalten. Diese bleiben bei Spinn- oder Twitchstopps in der Wassertiefe stehen und schweben im Wasser. Dies ist oft der letzte Anreiz zum Anbiss. Zum Barschangeln bevorzuge ich sowohl schlanke als auch bauchige Wobbler, wobei die bauchigen einen meist sehr aggressiven Laufstil haben und sich weniger zum Twitchen eignen. Hier ist meist ein kleiner Spinnstopp, der den Erfolg bringt.


Schlanken Modellen gebe ich meist den letzten Reiz durch leichte Twitches (lockere Schläge aus dem Handgelenk) in die lockere Schnur. Es gibt kaum Räuber die einem schwebenden getwitchten Wobbler widerstehen können. Aber Vorsicht, nicht jeder Wobbler ist für das Twitchen geeignet, inzwischen sind jedoch auch einige Modelle als Twitchbait gekennzeichnet. Die Bisse sind hier meist knallhart! Für das Angeln auf Barsche bewege ich mich bei der Ködergröße zwischen 3 und 7 cm. Hier ist man sehr Variabel und auch Zander und Hecht sagen meist nicht nein. Farbvarianten wähle ich ähnlich wie bei den Gummifischen, jedoch sind auch Barschimitate meist der letzte Kick. Kaufe ich mir einen neuen Wobbler, so teste ich sein Laufverhalten meist im Uferbereich, um mir ein genaues Bild über die Perfekte Führung zu machen. Ich probiere verschiedene Geschwindigkeiten und verschieden starke Twitches aus, um später keine wertvolle Angelzeit zu verlieren. Bei sehr leichten Wobblern sollten sehr kleine und leichte Einhänger oder optimalerweise der Rapala-Knoten für die Verbindung zwischen Vorfach und Köder benutzt werden! Bei schwereren Montagen wird ansonsten das Laufverhalten der sehr leichten Baits beeinflusst.

Wobbler in der Herstellung

…der Köder kriegt seine Farbe

Bei der Art und Größe der Tauchschaufel sollte man sich an seinem meist gefischten Gewässer orientieren. Hier würde ich absehen eine Pauschale zu nennen, da jedes Gewässer eine andere Strömung und Tiefe hat. Da ich jedoch selbst an verschiedenen Gewässerzonen angele, lege ich mich jedoch nicht fest und setze auch hier auf eine große Vielfalt. Dies hat aber auch einen anderen Grund. Habe ich also ein Gewässer mit 3 m Wassertiefe, ist es nicht effektiv sich nur Köder mit einer Tauchtiefe von 3 m zu kaufen. Wer sagt uns denn, dass die Fische sich auch in dieser Tiefe aufhalten?

Also muss man auch hier flexibel sein. Viele Fänge mache ich u.a. im Mittelwasser oder sogar knapp unter der Wasseroberfläche und zum Angeln am Grund bevorzuge ich eher Gummifische. Ihr werdet also selbst merken, dass gerade beim Spinnfischen das Sprichwort „Probieren geht über Studieren!“ besonders zutrifft. Der ganze Aufwand wird aber schnell belohnt, wenn man einen schönen Angeltag mit einem stattlichen Barsch krönen kann. Ein weiteres kleines Abenteuer ist das Barschangeln mit Oberflächenködern. Dies ist jedoch ein Thema das ich ganz ausführlich in einem anderen Bericht erklären und darstellen möchte. Einen weiteren interessanten Artikel findet Ihr hier: Barschangeln – Techniken und Methoden

So nun genug der Worte. Ich könnte noch Seitenweise über Barschköder Berichten… Der Grundstein ist jedoch gelegt und nun heißt es ab ans Wasser, ein paar schöne Barsche fangen! Ich hoffe ich konnte euch helfen einen kleinen Überblick zum Thema Köder zu bekommen. Einzelne Köderarten, sowie Gerät und optimales Zusammenspiel von Köder und Ausrüstung folgen in weiteren Berichten. Viel Spaß und Erfolg beim Testen, Probieren und Fangen!


Hier noch ein Video mit Tipps zu verschiedenen Barschködern:

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