Wie Barsche Farben wahrnehmen

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie Barsch, Blogs, Mark Bilbrey
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Veröffentlicht am April 03, 2013 , derzeit Keine Kommentare

Bassfishing – können Barsche „rot“ sehen?

Rot und Grau

Rot und Grau

Es gibt biologische Gründe dafür, dass rote Haken Barsche zusätzlich zum Biss reizen und es gibt ein Phänomen, dass sich „Gill Flash“ (Kiemenblitz) nennt. Wenn Fische fressen, füllen sich die Kiemen mit Blut das Aufblitzen der Kiemen versetzt dann die Artgenossen in einen regelrechten Fressrausch.  Aus diesem Grund produzieren viele Hakenhersteller rote Haken. Rote Angelschnur hingegen soll unter Wasser unsichtbar werden. Die Farbe Rot ist dafür bekannt, dass sie unter Wasser unsichtbar wird, da Rot die erste Farbe im Farbspektrum ist, welche unter Wasser am meisten Lichtenergie verliert je tiefer sie unter Wasser kommt. Die Sehne wird natürlich nicht wirklich unsichtbar, sie schwindet eher zur Farbe Schwarz. Aber dadurch, dass sich die Sehne frei im Wasser bewegt, trägt das Restlicht dazu bei, dass die Sehne nahezu unsichtbar wird. Zusammengefasst kann man sagen, dass rote Haken und Köder die Fängigkeit verbessern können, sofern man im klaren Wasser oberflächennah fischt. Je tiefer man fischt, desto mehr schwindet Rot in Schwarz. Aber lasst uns im nachfolgenden dieses Phänomen im Detail erörtern. Nicht alle Angler haben Zugang zu Wissenschaftlern oder Biologen, welche sie kontaktieren können, wenn sie Fragen bezüglich der Natur und Biologie von Barschen haben. Sie sind im Nachteil im Vergleich zu Topanglern, wenn Fragen wie zum Beispiel, „ warum attackieren die Fische heute keine Crankbaits“ aufkommen. Aber auch nicht alle Profiangler können diese Vorteile genießen, jedoch haben die meisten professionellen Angler geheime Köder(-farben), welche sie für sich behalten. Hierzu gibt es eine umfangreiche Erklärung, eine Theorie basierend auf der Wissenschaft des Lichtes und der Biologie der Fische, welche viele Informationen bezüglich der Farben und Art der Köderauswahl bietet. Die Tipps in diesem Artikel erklären, warum bestimmte Farben für bestimmten Tiefen so wichtig sind und helfen hoffentlich dabei mehr Barsche zu fangen.


Donna mit einem Schwarzbarsch

Donna mit einem Schwarzbarsch

Vergleich vom Sehverhalten von Menschen und Barschen

Barschaugen sind gemacht um unter Wasser zu sehen und die menschlichen Augen zum Sehen über Wasser. Es ist also ein frappierender Unterschied wie menschliche- und Barschaugen Farben wahrnehmen. Die Kegel (kleine Organe in der Retina des Auges) in den menschlichen Augen erkennen die Farben und die Zäpfchen sind verantwortlich für das Erkennen von Grauabstufungen. Biologen und Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Barsche Farben intensiver als Menschen sehen können. Grund zu dieser Annahme ist, dass die Kegel im Barschauge, die des menschlichen Auges sehr ähneln. Ein Unterschied ist, dass das Barschauge keine Pupille hat, welche dafür verantwortlich ist, sich bei zu viel Licht zu verkleinern. Dies könnte auch die Erklärung dafür sein, dass Barsche lichtscheu sind. Ihre Vorliebe gilt strukturiertem Untergrund, nicht nur um im Hinterhalt Unterschlupf zu finden, sondern weil sie den Schatten bevorzugen. Barsche sind im schwachen Licht (am Morgen und Abend) am aktivsten und haben im trüben und schlammigen Wasser eine bessere Sicht als der Mensch haben würde. Barschaugen haben, wie bereits erwähnt keine Pupillen, welche für die Helligkeitseinstellung im Auge verantwortlich ist, wenn das Auge sich über die Zäpfchen neupositioniert. Im hellem Licht verwendet das Barschauge zum sehen hauptsächlich die Kegel, wobei das Barschauge im schwachen Licht vornehmlich mit den Zäpfchen sieht. Zur Erinnerung, Zäpfchen sehen Grauabstufungen und Kegel Farben. Demnach sehen Barsche bei schwachem Licht schwarz/weiß. Zudem hat das Barschauge wesentlich mehr Zäpfchen, als das menschliche Auge, was Schlussfolgern lasst, dass das Barschauge im schwachen Licht besser funktioniert als das menschliche Auge. Die Temperatur und Dichte des Wassers sowie der Sauerstoffgehalt der Sprungschicht des Wassers, bestimmen die Wassertiefe in der sich der Barsch aufhalten wird und genau diese Tiefe beeinflusst die Farbe des Crankbaits, welcher zum Fischen benötigt wird.

Crankbaits

Crankbaits

Demnach müssen Angler für jede Jahreszeit eine Köderfarbe auswählen, welche von den Barschen in der jeweiligen Tiefe am besten erkannt werden kann. Köder wie ein Crankbait müssen demnach entsprechend der Tauchtiefe ausgewählt werden. Je größer die Tauchschaufel an der Vorderseite des Crankbaits ist, desto tiefer taucht dieser auch. Bei einigen Ködern steht die Tauchtiefe auch direkt drauf, bei anderen steht die Tauchtiefe auf der Verpackung. Des Weiteren ist es von Vorteil, seine Köder in der Box nach Tauchtiefe und Farben zu sortieren und die Boxen dementsprechend zu markieren. Diese Organisation wird einem bei der Entscheidung bei der Köderwahl helfen. Das Ausloten der richtigen Tiefe ist der Anfang, wobei ein weiterer wichtiger Aspekt, die Farbwahl des Köders vom Angler getroffen werden muss. Ein guter Start/Indikator ist die Farbe des Wasser und Himmels, aber wie sieht es in drei bis vier Metern Wassertiefe aus? Oder sogar in fünf bis sechs Metern? Wie Ihr vielleicht schon mal bemerkt habt, kommt es einem so vor, als würde sich das Aussehen des Köders im flachen Wasser verändern, insbesondere zu unterschiedlichen Tageszeiten, wenn sich die Sonne bewegt. Diese Illusion entsteht, indem sich das Licht tageszeitenabhängig unterschiedlich im Wasser bricht. Demnach müssen Angler verstehen, wie der Barsch zur jeweiligen Tageszeit sieht und dementsprechend den Köder auswählen. Manchmal ist die Farbauswahl von größter Bedeutung für den Erfolg des Anglers. Zusammengefasst sind die ausschlaggebenden Faktoren die Tageszeit, die Intensität des Tageslichtes und die Tiefe in der gefischt wird.


Lichtbrechung durch ein Glasprisma

Glasprisma

Glasprisma

Das Beobachten eines einfachen Glasprismas erleichtert dem Angler zu erkennen, wie sich weißes Licht in die unterschiedlichen Farben wandelt. Beginnend mit Rot bewegt sich das Spektrum durch alle Farben und endet mit Violett. Es ist genau das gleiche, wenn wir einen Regenbogen am Himmel sehen, bei dem Licht absorbiert oder durch Wasser gebrochen wird. Wenn Licht auf eine Wassermasse trifft, hat dies jedoch auch ein Effekt, den wir sehen können. Das Wasser absorbiert das Licht und wandelt es in Wärme um. In anderen Worten wird Lichtenergie in Wärmeenergie umgewandelt. Bei diesem Prozess werden einige Farben mehr als andere absorbiert. Wenn wir uns einen Köder bei natürlichem Sonnenlicht betrachten, sehen wir alle Farbwellen. Dies ist nicht mehr der Fall, wenn die Farbe (spezifische Wellenlänge) ins Wasser trifft. Das Wasser absorbiert das Licht. Als erstes werden die roten Farbwellen absorbiert und zum Schluss blaue und violette Farbwellen.

Die Farbwahrnehmung von Barschen

so sehen Barsche

so sehen Barsche

Wenn man sich Sendungen auf WFN (word fishing network) mit Unterwassermaterial anschaut, erscheint das Wasser durch das absorbierte Licht Hellblau. In diesem Wasser, welches so rein und in einem perfekten Blau erscheint, werden alle roten Farbwellen in Wärmeenergie umgewandelt, bevor das Licht eine Tiefe von ca. sechs Meter erreicht. Nachdem die roten Farbwellen absorbiert sind, werden alle Variationen oder Schattierungen der Farbe Orange absorbiert. Orange verblasst langsam in Mattgelb, wenn der Köder tiefer gefischt wird. Als nächstes werden die Grünschattierungen absorbiert bis letztlich nur noch Blau übrig bleibt. Bei blauen Ködern hingegen verändert sich die Wahrnehmung hingegen zu Violett und ganz zum Schluss zu Schwarz. Ein weißer Köder hingegen ist auch noch unter Wasser weiß, jedoch je tiefer desto mehr wandelt sich die wahrgenommene Farbe zu Grün und anschließend zu Blau. Ein Köder der leuchtend Rot an der Oberfläche erscheint, wird mit zunehmender Tiefe als Schwarz wahrgenommen. Grund hierfür ist das abklingen der roten Farbe in tieferem Wasser. Das Verständnis dieser Theorie hat offenbar dazu beigetragen, dass „KVD“ und „Strike King“ Millionen von Dollar mit der Vermarktung der sehr erfolgreichen bunten Crankbaits verdient haben. Aus diesem Grund verwende ich Köder mit einer Vielzahl an Farben und mit hellen und dunklen Schattierungen. Dies bietet mir eine Sicherheit bei unterschiedlichen Tiefen, wenn sich das Sonnenlicht bewegt. Wenn ich tiefer als sechs Meter angel, verwende ich zunächst bunte, grelle Köder. Der Grund hierfür ist, dass ich nach einem Köder suche, der selbst im tieferen Wasser noch ein wenig Licht reflektiert. Beim Angeln im flachen Wasser sollte die Farbwahl möglichst natürlich sein, dennoch ist es zu empfehlen die Farbe bei ausbleibendem Erfolg zu wechseln. Viele Hersteller habe eine gute naturgetreue Farbauswahl an Ködern. Die Erkenntnis, dass die Barsche vornehmlich auf die „verirrten“, vermutlich kränklichen Köderfische jagen, ist vom Vorteil. Die „Gill Flash“ (Kiemenblitz) Theorie tritt lediglich im flachen, klarem Wasser ein und hilft bei der natürlichen Selektion. Natürlich ist eine gute Präsentation der Köder jauch sehr wichtig. Sofern sich nicht der gewünschte Erfolg einstellt, verändert man die Geschwindigkeit, baut kurze Spinnstopps ein oder reduziert die Geschwindigkeit auf „Schneckentempo“.  Wie Bill Dance oft gesagt hat, „sag dem Fisch, was immer er auch will“. Ich hoffe, dass diese Informationen und Tipps ihnen helfen werden mit der richtigen Farbauswahl erfolgreicher zu fischen, sowohl beim Angeln im tiefem Wasser, als auch im flachen Wasser.

Tight lines, Mark Bilbrey

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