Trolling und Schleppen auf Dorsch

Veröffentlicht von Olli. In der Kategorie Olli
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Veröffentlicht am November 26, 2013 , derzeit 1 Kommentar

Tolle Dorschfänge auf der Ostsee

Liebe DAF Leser,

längere Zeit habe ich schon nichts mehr verlauten lassen, das vergangene Wochenende 15.-17.November 2013 war jedoch sehr ereignisreich, sodass ich das zum Anlass nehmen möchte, euch einen Einblick in mein jüngstes Anglerleben zu gewähren.

Am Samstag den 16.11 war in Neustadt/Holstein das Trollingtreffen vom Bootsanglerclub angesagt. Die Fangmeldungen der letzten Wochen waren allerdings mehr als bescheiden, sodass ich mich entschloss nicht teilzunehmen. Dafür entschied ich mit einem Freund zusammen am Freitag aufgrund perfekter Vorhersagen von Kiel nach Langeland zum Pilken zu fahren. Dort angekommen, ruppelte es auch gleich beim ersten Wurf rabiat in der Rute: Ein schöner mittfünfziger Dorsch hatte sich meinen schwarzen 80gr Pilker geschnappt und hing gut daran fest.

Einen weiteren Dorsch konnte ich beim Driftschleppen noch erwischen: Wir hatten eine starke Drift von 1,3-1,6Kn und eine starke entgegengesetzte Unterströmung, so dass sich das auf ungefähre Schleppgeschwindigkeit aufsummieren musste. Also Rute raus, der Spaß beginnt. Einfach runterhängen lassen und „zack“ kam der nächste stramme Leo in guter Größe an Bord und durfte bleiben. Leider kam noch genau ein einziger maßiger Dorsch dazu, der Rest war Kindergarten. Auf dem Rückweg kam dann noch ein deutlich frischer Wind entgegen, so dass aus der 1.5 stündigen Hinfahrt eine 2.5 stündige Rückfahrt mit reichlich Seegang wurde. Nicht sonderlich angenehm also, von den Kosten der Fahrt mal ganz abgesehen.


Olli mit Langelanddorsch

Olli mit Langelanddorsch

Samstag erhielt ich dann regelmäßig Whatsapp Nachrichten mit angehängten Bildern, voller Fischkisten aus der Neustädter Bucht vom Trollingtreffen aufs Handy. Ihr könnt euch sicher vorstellen, das mich das nicht gerade ruhiger gemacht hat, zumal das Wetter am Samstag richtig herrlich war.

Trollingkollege Marc

Trollingkollege Marc

 Nach kurzer Absprache mit Frau und Kind habe ich dann mein Schlauchboot abgedeckt, die Rutenhalter montiert und Marc informiert, dass es am nächsten Tag los geht und ich kein „nein“ akzeptieren würde. In der Nähe von Grömitz sind wir ins Wasser und gerade raus auf 10m Wassertiefe gefahren. Dort brachten wir 4 Sideplaner- 2 Wobbler- und 1 Downriggerrute raus.

Direkt vor der Seebrücke Grömitz drehte sich das Boot plötzlich ruckartig um 180° und blieb schließlich stehen! Wir waren mit dem Downrigger, einer Wobblerrute sowie einer Sideplanermontage in ein nicht erkennbar gekennzeichnetes Fischernetz gefahren. Die Sideplanermontage konnte ich retten, das Downriggerblei sowie den Wobbler habe ich leider verloren und damit über 50Euro in der Falle versenkt. Der Einhängeclip des Bleies hatte sich aufgebogen.

aufgebogener Karabiner

aufgebogener Karabiner

Meine Laune war unter Null angekommen. Was mich wirklich fuchsig gemacht hat, ist die Tatsache das laut Schleswig-Holsteiner Küstenfischereiverordnung die Fischer verpflichtet sind mindestens alle 600m einen sogenannten Stöder (2rote Kennzeichnungsflaggen am Holzstiel) zu setzen. Den hätte ich erkennen können! Wir haben dann mit Gas erstmal Strecke gemacht, um von der Ecke weg zu kommen, weiter nördlich waren keine Netze mehr sichtbar. Später stellte sich dann noch heraus, das bei der Vollgasfahrt unbemerkt noch meine geliebte Quicksilvermütze über Bord gegangen ist. Was für ein Pechtag!

Mein Mitfahrer Marc war noch motiviert und brachte dann die Ruten erneut aus. Auf einer Wobblerrute bekamen wir dann auch bald den ersten Biss und mein Trollingkumpel Rolf, der in Sichtweite bereits erfolgreich war, erzählte am Telefon, dass sein Eimer ebenfalls bereits gut gefüllt ist, was dazu führte das wir die Sideplaner reinholten und auf 4 Wobblerruten umbauten.

angedauter Minidorsch

angedauter Minidorsch

Danach begann eine Zeit der Hektik und double- und sogar triplehooks im Boot. Mit der Rute in der Hand immer wieder Kurs korrigieren, Drillen und Keschern. Einer der an Bord gehobenen Dorsche hat uns beim Betäuben noch einen halb angedauten Minidorsch ins Boot gekotzt, den wir wegen seiner Form erst für eine Grundel hielten und ganz erstaunt waren das diese nun auch schon in der Ostsee vorkommen. Einige Bisse sind auch im Drill wieder ausgeschlitzt, aber das ist auch gut so, denn wir haben den Tag mit 13 Dorschen abgeschlossen und waren super zufrieden.

voller Dorscheimer

voller Dorscheimer

Kurz nach 15 Uhr haben wir dann nach einer längeren Zeit ohne weitere Bisse abgebrochen und den Heimweg zur Slippe angetreten, um in Ruhe auf dem Wasser zu filetieren und das Boot aus dem Wasser zu trailern.

dorsch-rapalla-wobbler

Am Samstag den 23.11. war dann wieder herrliches Wetter angesagt und so ging es wieder auf dieselbe Strecke. Diesmal mit meinem Sohn und unserem Freund Burkhard mit dessen 6m Quicksilver Pilothouse. Gefischt haben wir mit 5 Ruten mit Wobblern, Downrigger und Scherbrettchen.

Trollingruten

Trollingruten

Wieder waren wir sehr erfolgreich auf Deeptail Dancer, diesmal allerdings die kleineren in 9cm. Wieder gab es schöne Dorsche für uns.

Captain Olli

Captain Olli

Unmittelbar bevor ich die letzte Rute einholen wollte, stieg am späten Nachmittag noch eine stramme mittvierziger Meeforelle auf den MS Spoon ein, so dass der Tag einen krönenden Abschluß fand.

Mefo kurz vorm Einpacken

Mefo kurz vorm Einpacken

Der November war trollingmäßig ein Hammermonat mit unglaublichem Wetter und tollen Fischen.

Fazit dieses Angeltages:
Zum erfolgreichen Dorschangeln muss man keineswegs immer weit raus und der Deeptail Dancer in Firetiger ist einfach geil!

1 Kommentar

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  1. Klasse Bericht Olli, freut mich ehrlich. Wir waren am 23..11 vor Travemünde unterwegs und haben uns mit 30er + Wittis besagt :))

    Gruß aus Eutin
    Micha

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