Ein Jahr Einzelhaken bei Wobblern

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie Nico
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Veröffentlicht am Dezember 16, 2013 , derzeit 5 Kommentare

Wobbler mit Einzelhaken – Vorteile, Nachteile und andere Erkenntnisse

Heutzutage gibt der Ködermarkt unzählige Ködertypen her. Einen großen Teil davon nehmen die Wobbler ein, die es allen Farben als kleine Kunstwerke zu kaufen gibt. Allerdings werden so ziemlich alle Wobbler die es auf dem Markt gibt mit Drillingen ausgestattet und selbst wenn einmal Einzelhaken in der Verpackung beigelegt sind, sind diese von der Qualität so schlecht, dass man sie nicht fischen sollte.

auf Einzelhaken umgerüstete Wobbler

auf Einzelhaken umgerüstete Wobbler

Nachteile von Drillingen – Verletzungsgefahr für Fisch und Mensch

Schon lange stören mich Drillinge an Ködern. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Da ich am liebsten auf Forellen in kleinen Bächen fische, diese Angelei und die Fische von klein auf lieben gelernt habe, weiß ich, wie agil diese Fische sind. An den kleinen Bächen drillt man einen Fisch nicht müde, sondern landet ihn schnell per Handlandung oder Kescher, daher sind die Fische meist noch voller Kraft und halten kaum still. Dann ist es schnell passiert, dass ein Drilling im Finger baumelt und am anderen noch der Fisch hängt. Sicherlich keine angenehme Sache für beide Seiten.

Ein weiterer Grund ist einfach die Schonung der Fische. Fische wie der Barsch picken meist in mehreren Stückzahlen nur aus Futterneid auf den Köder ein, obwohl er viel zu groß ist. Irgendwann passiert es dann, dass ein Fisch hängen bleibt. Oftmals seitlich oder es hakt während des Drills der zweite Drilling irgendwo an der Fischhaut ein. Noch schlimmer ist es, wenn die kleinen Fische sich die Mäuler mit allen drei Hakenflanken des Drillings zu tackern und man Mühe hat, den kleinen Barsch zu lösen, ohne ihm die dünne Hautpartie am Maul einzureißen.

Hybrida-Wobbler mit Einzel

Hybrida-Wobbler mit Einzel

So ziemlich das Selbe ist es bei Forellen. Forellen attackieren oft den Köder aggressiv von der Seite. Da passiert es schnell mal, dass sie dann seitlich an der Flanke oder im schlimmsten Fall am Auge hängen bleiben. Jeder Forellenangler weiß wie empfindlich diese Fischart ist. Ich habe schon öfters erlebt, dass wenn auch der Hakenbogen nur in dem Kiemenbogen liegt, die Forelle komplett ausblutet und innerhalb von ein bis zwei Minuten daran stirbt. Darum ist es absolut sinn- und verantwortungslos Forellen, die bluten zurück zu setzten!

Forellen_Angeln_Einzelhaken

Bachforelle am Einzelhaken – knapp gehakt und sicher gelandet

Wobbler auf Einzelhaken umrüsten – Welche Haken und Größe

Aus obigen Gründen habe ich für das Jahr 2013 fast alle Wobbler unter 8cm auf Einzelhaken umgerüstet. Die Gamakatsu LS 3423 Einzelhaken kann ich guten Gewissens weiterempfehlen. Für Köder über 6cm kommt die Größe 4 zum Einsatz. Mit jeder Zentimeter Ködergröße weniger, nimmt man einfach 2 Hakennummern kleiner.

Vergleich Einzelhaken statt Drilling

Nun aber zu den Fakten. Ein Jahr habe ich jetzt Forellen- und Barschwobbler mit Einzelhaken statt Drillinge gefischt und habe dabei viele Erfahrungen sammeln können.
Anfangs war ich der Sache noch etwas skeptisch gegenüber und es fällt einem echt schwer, wenn ein großer Fisch aussteigt die Schuld nicht auf den Einzelhaken zu schieben, aber wenn ich jetzt auf das gesamt Jahr zurückblicke, bin ich positiv überrascht. Ganz klar, Einzelhaken bringen mehr Fehlbisse. Allerdings sind das genau die Fische, die man auch nicht fangen sollte, nämlich die Untermaßigen. Wie schon oben erwähnt attackieren Forellen den Köder oft von der Seite und so fängt man deutlich weniger kleine Fische, da die einfach nur auf den Köder picken. Große nehmen ihn meistens so, dass diese dann auch wirklich sicher hängen. Bei der Zahl der Drillaussteiger konnte ich zwischen Drilling und Einzelhaken über dieses Jahr kaum einen Unterschied feststellen.

Ü50 Bachforelle sicher gehakt

Ü50 Bachforelle sicher gehakt

Hechtköder mit Einzelhaken – Gummifische ohne Angstdrilling

Für das nächste Jahr werde ich versuchen noch mehr den Fischen und mir einen Gefallen zu tun und auch anfangen Hechtwobbler umzurüsten und Gummifische unter 14cm ohne Angsthaken zu fischen.
Einzig bei Topwaterködern habe ich teilweise wieder auf Drillinge gewechselt, da dort die Fehlbissquote bis jetzt extrem hoch war. Aber da bleibe ich auch weiterhin am Ball.

Ich hoffe, dass ich mit diesem kleinen Bericht Euch ein wenig Mut gemacht habe umzurüsten. Man muss einfach darüber stehen können, an manchen Tagen einige Fehlbisse mehr zu bekommen. Die kleinen Fische werden es Euch danken und der große kommt dann auch bestimmt schnell! Gerade durch diese Erfahrung habe ich wieder gelernt, dass Angeln viel mehr als maximale Bissausbeute und nur Fische ist, man schaut wieder mehr auf das was drum herum am Wasser geschieht. Und ich finde gerade bei diesem Thema könnten einige wieder ein wenig mehr die Augen öffnen, um das Image der Angler in der Öffentlichkeit zu verbessern. Ein Satz von einem Gespräch mit Johannes Dietel hat mich besonders gestärkt: (Zitat) „Die Fische können auch nichts dafür, dass Angeln so Spaß macht“.  Dran bleiben und noch mehr in dieser Richtung tun!

Ich freue mich über Eure Meinung in den Kommentaren. Fischt Ihr auch verstärkt mit Einzelhaken, habt Ihr es vor oder bleibt Ihr doch bei Drillingen?

5 Kommentare

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  1. Hallo liebe Mitangler, mit dem Wobler hab ich keine Erfahrung, dagegen mit Spinnern und Blinker schon eher.

    Die Blinker und Spinner von haben alle ohne Auusnahme, Einzelhaken.

    Der Fisch soll auch die Chance haben sich los zu schlagen beim Drill.

    Dem Fisch eine Chance zu geben ist das Ziel.

    Zu 95% bin ich außerdem Fliegenfischer und fürs Raubfichangeln sind meine Streamer fast ausnahmslos Einzelhaken oder Lachsdoppelhaken.

    Da ich auch noch selber binde, hab ich es in der Hand zu bestimmen was für einen Haken ich benutze, das ist Vorteil eines Fliegenbinders.

    Das zu erlernen ist dank youtube nicht mehr geheimnisvoll und teuer.

    Ich fische fast auschlieslich an der Ostsee an der Howachterbucht auf Meeräschen, Meerforellen und Dorsche und Hornhechte.

    Dazu benutze ich Einhandruten und Zweihandruten und zwar die alten Muster mit fast parabolischer Acktion, da ich mit den neuen superschnellen Rutenactionen mich nicht anfreunden kann.

    Sind mir einfach zu steif.

    Und was noch hinzukommt, die ehemaligen hochpreisigen Rutenmodelle frühere Zeiten sind oft für ein paar Euro zu haben.

  2. Ich bin Anfänger und hatte so oder so kaum Erfolge. Da kann ich mich gleich an Einzelhaken gewöhnen und werde sicher nichts vermissen. Danke für den Bericht! Im Übrigen meine ich, dass Angeln zwar erfolgreich sein sollte, aber wer unbedingt schnell und garantiert Fisch braucht, ist sicher im Fischhandel besonders erfolgreich. Dort dann auch ohne Drillinge… 😉

  3. Ich hab’s auch getan…. Es gibt bei mir keine Drillinge mehr im Angelkoffer !

  4. Zum Forellenangeln würde ich nicht auf die Gamakatsu setzen…zu dick, zu weiter Hakenbogen. Die Haken dringen nur recht schlecht in das harte Maul einer Forelle und haben dann zu viel Spiel. Vanfook ME-41 MB sind WESENTLICH besser dafür geeignet….damit steigert man die Bissverwertung von vielleicht 90% auf 100% Drillingsniveau. Ansonsten kann ich die Meinung über Drillinge nur teilen, gerade beim Bafo-Angeln mit Twitchbaits eine echte Katastrophe…das sollte regelrecht verboten werden.

  5. Super Sache und schön geschrieben!
    Versuch mal bei den Topwaterbaits die Einzelhaken „weich“ (Assisthook) zu montieren hat das Problem bei mir gelöst!

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