Hechtangeln im Frühherbst

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie Henner
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Veröffentlicht am Oktober 16, 2016 , derzeit 1 Kommentar

Fette Hechte im Frühherbst

Die letzten Wochen habe ich mich intensiv meinem Lieblingsfisch, dem Hecht, gewidmet. Denn grade der Frühherbst ist oft eine unterschätzte Jahreszeit, wenn es auf Großhecht gehen soll. Oft haben die ersten Herbststürme das Wasser schon ein wenig durchgemischt und für ordentlich frischen Sauerstoff gesorgt. Dies regt natürlich auch den Stoffwechsel der Hechte an, die ihre Sommerlethargie ablegen und oft den ganzen Tag fressen und nicht wie häufig im Sommer nur primär morgens und abends.

Perfekter Herbsthecht!

Perfekter Herbsthecht!

Darüber hinaus bietet der Früherbst einen schönen Sonne, Wolken, Regen-Mix, der die Hechte oft zusätzlich in Beisslaune versetzt. Meistens stehen die Hechte unter solchen Bedingungen auch deutlich flacher als im Sommer wodurch man sie mit den verschiedensten Methoden erfolgreich befischen kann. So hatte ich mich mit Gabriel vor zwei Wochen zum Hechtfischen verabredet. Ich hatte mit flachlaufenden Swimbaits und Gummifischen geangelt während Gabriel Flyonly unterwegs war. Wir quatschen grade entspannt über den neusten Klatsch und Tratsch aus der deutschen Angelszene, als sich direkt vorm Boot ein stattlicher Pike Gabriels selbstgebundenen Streamer schnappte und die Fliegenrute bis ins Handteil bog.

Fetter Pike Pike auf Streamer

Fetter Pike auf Streamer

Eine weitere Eigenheit des Frühherbstes sind die noch teilweise an der Oberfläche raubenden Barsche. Normalerweise sind das natürlich die Sternstunden eines jeden Barschanglers und auch wir montieren in solchen Fällen sofort die Topwater Köder und freuen uns über eine Frequenzfischerei sondergleichen. Bei den letzten drei Touren hatten wir uns aber extra noch vor der Tour gegenseitig zugesichert, dass auch ja niemand eine Barschrute einpackt, damit wir uns nicht verzetteln. Und so flogen statt kleiner Popper und Pencilbaits, große Gummis und XXL Streamer in die raubenden Barsche.

Da passt selbst das Outfit zum Zielfisch

Da passt selbst das Outfit zum Zielfisch

Besonders schwer fiel das Ganze natürlich unserem Barschjunkie Henrik, der dann aber genau zwischen den raubenden Barschen, auf einen Svartzonker mc Rubber auf volle Wurfdistanz, einen brachialen Biss bekam. Als kurz darauf seine St Croix Sling Blade richtig krumm war (was bei dieser Rute eher selten vorkommt), wussten wir, dass da was Großes am Haken hängt. Im Boot ergab das Maßband 1,03m und Henrik war völlig aus dem Häuschen, hatte er doch von unserem letzten Rügentrip noch eine Rechnung mit den Pikemuttis offen.

Hendrik mit schöönen 1,03m Pike

Dickes Petri Henrik

Es hat sich dabei gezeigt, dass sich die Hechte meist noch in der Nähe von Kanten oder Barschbergen aufhalten, da das Kraut noch voll da ist und demzufolge auch die Futterfische dort noch viel Deckung finden. Hat man die Hechte dann erst einmal gefunden, lassen sich auch gerne mal mehrere Fische an einem Spot fangen. Besonders deutlich zeigte sich das am letzten Wochenende. Gabriel war grade dabei für Henrik einen Hecht zu keschern, als mir plötzlich auch ein guter Hecht einstieg und wir mit Mühe und Not meinen Hecht mit dem anderen Hecht zusammen keschern mussten. Klingt kompliziert? War es auch.

Zwei Hechte, ein Kescher

Zwei Hechte, ein Kescher

Nichtsdestotrotz bin ich beim Hechtangeln ein großer Fan von großen gummierten Keschern. Viele schwören ja auch auf ihre Handlandungsfähigkeiten, jedoch weiß man gerade beim Hechtfischen oft nicht wo der Haken sitzt. Wer dann bei der Handlandung in den Haken greift oder der Hecht schüttelt sich im falschen Moment, und es entsteht eine ungemütliche Verbindung aus Haken, Hecht und Hand, ist der Angeltag meist gelaufen.

Hecht in seinem Element - tolle Aufnahme

Hecht in seinem Element – tolle Aufnahme

Darüber hinaus habe ich die Erfahrung gemacht, dass Hechte sich meist wesentlich ruhiger verhalten wenn man sie im Kescher abhakt, anstatt im Boot. Empfehlen kann ich das Savage Gear Landing Rubber Net XL. Der Kescher lässt sich trotz der Größe noch zusammenklappen, verfügt über ein schonendes, gummiertes Netz bei großer Maschenweite und es passen zur Not auch mal zwei Hechte rein.

Bei solchen Fischen sollte man die Handlandung überdenken

Bei solchen Fischen sollte man die Handlandung überdenken

Ein weiteres Detail was beim Hechtfischen niemals fehlen darf, ist eine ausreichend dimensionierte Lösezange. Das mussten wir vor zwei Wochen leider wieder schmerzlich feststellen. Nach der Devise „nimm du ihn ich hab ihn sicher!“ hatten wir zwar einen riesigen Haufen Tackle ans Wasser geschleppt, aber niemand hatte seine Hecht-Lösezange eingepackt. Die Quittung bekam dann leider Gabriel, der tapfer versuchte mit einer viel zu kleinen Zange den Haken aus dem Hechtrachen eines 94cm Hechtes zu lösen. Nachdem dieser sich einmal schüttelte war es mit Gabriels Hand erst mal vorbei. Er hielt zwar noch einige Zeit durch, verbrachte aber dann den Abend in der Notaufnahme. Nichtsdestotrotz sehnen wir schon wieder den nächsten Hechttrip herbei, auch wenn das kalte Wetter der letzte Tagen die Karten wohl wieder neu mischen wird und wir uns eine neue Strategie zurechtlegen müssen.

Da sollte man schon vorsicjtig zu Werke gehen

Da sollte man schon vorsichtig zu Werke gehen

Ich wünsche allen viel Spaß beim Hechtfischen und passt auf Eure Finger auf!

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1 Kommentar

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  1. Hi ihr habt echt ein paar schöne Hechte landen können. „Petri Heil“
    Das mit der Lösezange kann ich nur empfehlen. Macht weiter so. Ich freu mich schon auf den nächsten Bericht von euch
    MfG Peter

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