Hamburg: Endlich wieder am Wasser!

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie Eric
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Veröffentlicht am Dezember 07, 2012 , derzeit 5 Kommentare

 Angeln auf Raubfisch in der Hamburger Hafencity

Nachdem ich gefühlt schon eine Ewigkeit keine Zeit mehr zum Angeln gefunden hatte, bot sich mir am Samstag endlich mal wieder ein Zeitfenster, welches sogar ganztägiges Fischen zuließ! Zusätzlich zu dieser erfreulichen Feststellung bekam ich kurz zuvor auch noch Post via Facebook, Torben Grösch aus Richtung Braunschweig hatte sich angekündigt. Schnell hatten wir uns auf Treffpunkt, Startzeit usw. geeinigt und dem gelungenen Angeltag stand im Prinzip nichts mehr im Wege! Torben reiste mit seinem Auto an, was zuließ, möglichst viel Tackle mitzunehmen, um perfekt auf alle Eventualitäten am Wasser vorbereitet zu sein. Bei einem meiner üblichen Tagestrips in die City, bei denen ich ausschließlich mit Bus und Bahn unterwegs bin, kommt immer nur eine Combo und möglichst wenig Tackle mit. Heute konnte mal mit, was mit sollte und ich kam mir schon fast blöd vor, als ich den Wagen mit drei Ruten und vergleichsweise viel Ködern, Jigs und Kleinteilen belud.

Tackle, Tackle, Tackle

Schon beim Frühstück war ich nicht begeistert beim Ausblick aus dem Fenster, der Himmel sah immerhin schon sehr grau aus. Dieser Eindruck wurde während der Fahrt nach Hamburg nicht unbedingt besser, es war grau, windig und kurz gesagt typisch nordisches „Schmuddelwetter“. Aber davon lässt man sich als Hamburger Angler ja nicht wirklich schocken!

Zunächst befischten wir einen etwas ruhigeren, flachen Kanal, indem ich in letzter Zeit immer recht gut gefangen hatte. Mir lag etwas daran, dass sich Torben schnell mit den Hamburger Barschen anfreunden konnte, was auch schnell gelang. Zwar war ich es, der sich zuerst entschneidern konnte, aber Torben zog recht schnell nach und präsentierte einige kleine Stachler, die wir auf kleine Softbaits am Texas- und Dropshotrig fingen. Nur die von uns erhoffte 30+ Klasse ließ sich zunächst nicht blicken und war aufgrund der absolut ruhig und entspannt an der Oberfläche verweilenden Brutfische nicht anwesend, bzw. nicht in Fresslaune. Als dann der dritte im Bunde, David Peters aus Stade (Passione Pesca) endlich ankam und sich auch schnell mit ein paar kleinen Barschen entschneiderte, entschieden wir uns dazu, das Gewässer zu wechseln.

Das Gewässer der Wahl war ein Hafenbecken, in der Nähe der Speicherstadt. Dummerweise muss irgendetwas, vielleicht ein herein drückender Wind oder eine Strömung dazu geführt haben, dass das Wasser hier voller Schwebteilchen und total eingetrübt war. Eigentlich hatten wir es auf Rapfen und Alande abgesehen, denen hatte die Trübung nur leider stark den Appetit verdorben. Weder waren sie an der Oberfläche zu sehen, noch gab es Anfasser oder Bisse. Also wurde wieder umdisponiert und das Gewässer erneut gewechselt. Dort herrschten ähnliche Bedingungen im Hafen: Mehrere Meter tiefes Wasser, keine Strömung und wenig natürliche Strukturen. Der Vorteil hier: Das Wasser war nicht eingetrübt, sondern hatte sich im Vergleich zu seinem Zustand in den letzten Wochen, aufgeklart.


Ich entschied mich für ein Dropshotrig mit einem kleinen Pintail der Firma Keitech, der Shad Impact sollte jedem bekannt sein. Fast vertikal präsentiert ruckte es schon sehr schnell an der leichten Spinnrute (Tailwalk Del Sol -7g) und ein kleiner Zander von etwa 40cm Größe lieferte einen netten, aber sehr kurzen Drill und wanderte sehr schnell zurück in den Brückenschatten. Zwar war dieser Fisch zu diesem Zeitpunkt der Größte des Tages, aber ein untermaßiger Zander ist nicht wirklich das, was ich mir als besten Fisch des Tages vorstelle. Glücklicherweise ruckte es schon beim nächsten Wurf in der ersten Absinkphase wieder in der Rute. Nach dem Anhieb gab es nun jedoch deutlich stärkere Gegenwehr. Zwei schnelle, kräftige Fluchten und wütendes Schütteln kündigten zweifelsfrei einen Barsch an und als er an die Oberfläche kam, stand Torben mit dem Spundwandkescher bereit und landete ihn blitzschnell und fachgerecht. Vielen Dank dafür! Er war es auch, der den Barsch vermaß und mir mitteilen musste, dass der Fisch die magische 40er Marke um gerade einmal 5 Millimeter verfehlte. Egal, die Freude über den Fang war riesig!

Eric mit ner schönen Kirsche

Nach diesem Erfolgserlebnis verlor ich noch einen guten Zander und fing zwei Mittelklassebarsche, aber bei David und Torben lief es nicht so gut, wie ich es erhofft hatte. Leider blieb es dabei und David machte sich gegen Abend auf den Weg nach Hause. Da er aber ja öfter bei uns in Hamburg zu Gast ist, hat er ja noch viele Gelegenheiten, dicke Barsche zu verhaften! Und immerhin war David an diesem Tag, trotz harter Konkurrenz in Form von Torben, der Frequenzkönig.

Da es inzwischen dunkel war, hieß es für Torben und mich: Zurück in die Hafencity, Zander fangen! Noch kurz ab in eine nahgelegene Schanzenbäckerei, aufgewärmt und gestärkt und dann gings den Zandern an den Kragen. Dies sah zumindest unser Plan vor. Wir entschieden uns dafür, ihnen mit Hardbaits nachzustellen und begannen, die Spundwände, aber auch offene Wasserflächen systematisch abzusuchen. Meine Waffe der Wahl war zunächst ein Illex Squirrel 67DD, bei Torben sollte es ein 100er Pointer von Lucky Craft richten. Beides sind keine Geheimtipps, aber bewährte Köder. Wir führten die Köder in einem Mix aus Twitching und geradlinigem Einholens. Torben war sichtlich beeindruckt von der Masse an Brassenkontakten beim Einleiern. Trotz ihrer schier unendlichen Masse und der allgegenwärtigen Anstupsern und Remplern gegen den Köder blieb glücklicherweise kein Schleimer kleben.

Als Torben einen Köderwechsel beschloss, übernahm ich den Pointer und begann, ihn durchzuleiern. Schon beim ersten Wurf gab es nach einigen Brassenkontakten plötzlich ein stärkeres Tock. „Das könnte tatsächlich ein Zander gewesen sein!“ Und tatsächlich, zwei Kurbelumdrehungen später, wurde der Köder deutlich schwerer und begann sich zu schütteln, da hatte sich still und heimlich doch tatsächlich ein Zander angehängt! Gegen die Steez-Combo hatte der Bursche nicht wirklich eine Chance und nach kurzer Zeit lag ein 50er Zander im Spundwandkescher!


Zander aus der Hafencity

Dies war der letzte Fisch des Tages und bildete den Tagesabschluss. Torben setzte mich zuhause ab und trat den Heimweg an, aber ich bin mir fast sicher, der kommt wieder!

Abschließend war dieser Tag ein sehr schöner Angeltag und da ich lange nicht mehr ans Wasser gekommen war, freute mich jeder Fisch doppelt und dreifach. Das ich an diesem Tag ausgerechnet einen wirklich schönen Dickbarsch verhaften konnte, wertete ihn noch ungemein auf. Das Schmuddelwetter war mir dabei vollkommen egal. Was zählt ist die Zeit am Wasser und die war endlich mal wieder vorhanden. Aktuell bin ich sehr froh über jeden dieser Momente! Bevor ichs vergesse: Danke David, dass du mir den Barsch geknipst hast!

Ich hoffe alle Leser hatten Spaß an meinem Bericht und ich freue mich auf ein Feedback! Tight lines!

5 Kommentare

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  1. Saubere Arbeit Eric!! Schöner Bericht, schöne Bilder und ein verdammt guter Barsch!! Petri!!

  2. Hey,toller Bericht und Petri zum Fang.schau doch mal auf unsere Seite und vielleicht kann man ja mal zusammen in die hafencity

    Daniel

  3. Nein werter Herr, das war es durchaus nicht, es soll wohl Fische geben, die auch heute um diese doch sehr weihnachtliche Jahreszeit noch in „Brutgröße“ vorhanden sind…

  4. Sehr schön geschriebener Bericht Eric! Nochmal petri zum Modell-Barsch!

  5. War das im Sommer? Weil du von Brutfischchen schriebst…..

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