Kurioser Beifang beim Barschangeln

Veröffentlicht von Dicht am Fisch. In der Kategorie Dennis
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Veröffentlicht am März 12, 2015 , derzeit 2 Kommentare

Stör beim Barschangeln

Wir alle haben beim Angeln bereits Fische gefangen, mit denen wir nicht unbedingt gerechnet haben. Wer kennt diese Situation nicht, wenn an einem 20cm Wobbler plötzlich ein 20cm Hecht hängt, oder beim Stippen mit Made uns eine Bugwelle mitten im See signalisiert, dass wohl ein etwas größerer Karpfen an unserem 18er Vorfach hängt. Ja selbst wenn sich mal eine Schleie auf unseren Spinner stürzt, oder sich ein Karpfen den Gummifisch einsaugt, selbst dann ist man zwar freudig überrascht, aber auch nicht sonderlich verwundert. Ganz anders sollte es mir an jenen verregneten Morgen ergehen, den ich wohl nicht so schnell vergessen werde.

Es war ein grauer und sehr nasser Morgen, an dem ich mir fest vorgenommen hatte um jeden Preis das erste Mal in diesem Jahr einen Versuch auf große Barsche an unserem Baggersee zu wagen. Zwar zweifelte ich einen Moment daran ob es sich bei diesem Wetter überhaupt lohnen würde. So holte ich den Kleinen ab und nach einem kurzen Stop beim Bäcker machten wir uns auch auf den Weg zum Baggersee. Dort angekommen fischten wir knapp zwei Stunden mit nassen Klamotten und ohne nennenswerte Ereignisse. Als dann auch noch das leckere Schokobrötchen in der Tasche seine Bahnen schwamm, verließ mich die Lust und Motivation endgültig. Für mich war an dieser Stelle der Tag erledigt, aber der Lüdde ermutigte mich noch ein Paar Würfe zu machen, um für sich noch etwas Zeit zu schinden.


Ich ging ein paar Meter weiter zu einem Loch, warf aus, ließ den Köder auf den Grund absinken und beim zweiten Ankurbeln war plötzlich ein deutlicher Widerstand zu spüren. Ohne jeglichen Biss zu bemerken hing etwas sehr schweres an meiner Angel und bewegte sich sehr langsam über den Grund des Baggersees. An dieser Stelle ist es etwa sieben Meter tief und bisher war diese Stelle nicht unbedingt dafür bekannt dort gute Fische zu fangen. Jetzt setzte sich der Fisch in Bewegung und war an meiner 5-20g Barschrute nicht mehr zu halten. Mittlerweile war auch der Kleine zu mir geeilt und wir überlegten hitzig was da wohl am Ende der Schnur für ein Fisch hing, der mir inzwischen gute 40 Meter Schnur von der Rolle gezogen hatte. Während er sich noch Gedanken über einen 1,20 Meter Hecht machte, dachte ich an vergangene Erlebnisse und war mehr davon überzeugt einen dicken Karpfen irgendwo gehakt zu haben.

So verging einige Zeit und es gab ein spannendes Hin und Her bei einem Kampf um jeden Meter Schnur. Der Kleine hatte seine Meinung von einem 1,20 Meter Hecht auf einen dicken Wels geändert und ich war noch immer von einem Karpfen mit 20 Pfund+ überzeugt. Langsam ging dem Fisch merklich die Kraft aus und ich bekam ihn langsam aber sicher in die Nähe des Ufers gepumpt. In der Zwischenzeit hatte sich noch ein älterer Herr mit seinem Hund zu unserem Schauspiel gesellt und warf zusätzlich noch die Idee von einem Krokodil in den Raum. Nun stand der Fisch keine fünf Meter vom Ufer entfernt am Grund und hatte aber noch immer keine Lust sich in Richtung der Oberfläche zu bewegen. Er schwamm an der Kante entlang und bewegte sich direkt auf ein großes Gebüsch am Rand des Gewässers zu, wobei der Abstand zwischen Gebüsch und Fisch immer kleiner wurde. Ich bat den Kleinen darum vor dem Gebüsch auf und ab zu springen, um den Fisch vom Rand ins offene Wasser zu scheuchen. Doch leider zeigte das Springen nicht so richtig Wirkung und so reihte sich der Alte mit in den Takt ein und gemeinsam waren sie nicht nur lustig anzusehen, sondern schafften es dann auch den Fisch vom Gebüsch fern zu halten.

Ein wirklich kurioser Beifang beim Barschangeln

Ein wirklich kurioser Beifang beim Barschangeln

Jetzt kam neue Bewegung in die Sache und der Fisch löste sich vom Grund und kam keine fünf Meter von den beiden noch immer springenden Akrobaten an die Oberfläche. Ein wildes gestikulieren der Beiden zeigte mir, dass der Fisch ca. einen Meter groß sein muss, aber einen Namen konnten sie mir in der Aufregung nicht sagen. So stellte ich also wiederholt und voller Aufregung die Frage, welchen Fisch die beiden da sehen und bekam als Antwort „Kein Wels und auch kein Karpfen“.Nun war ich mir für einen kurzen Augenblick sicher, dass der Kleine mich vorsätzlich veralbern wollte, bis er hinzufügte „Ein Hecht ist es auch nicht, ich weiß nicht wie der Fisch heißt“. Ich war nun völlig vor den Kopf gestoßen und zählte ihm alle für mich in dieser Situation nur erdenklichen Fischarten auf, bis aus seinem Mund der Ruf: „Ich weiß es, es ist ein Stör“ zu hören war. Kurz darauf drehte sich der Fisch dann an der Oberfläche mit dem Bauch nach oben und ich sah aus der Entfernung dass er recht hatte. Es war ein wunderschöner Stör, den ich nun fast mühelos die letzten Meter zu mir ans Ufer pumpen und landen konnte. Er war direkt im Maul gehakt und muss meinen Gummifisch in der kurzen Pause beim absinken direkt eingesaugt haben. Nachdem der Haken schadlos aus dem Maul entfernt werden konnte, wurde der Fisch natürlich auch noch gemessen und hatte mit 91cm nicht ganz den Meter erreicht.

Solche Fische gehören nciht in die Pfanne!

Solche Fische gehören nicht in die Pfanne!

Wie dieser Stör in den Baggersee gekommen ist bleibt uns ein Rätsel, da hier noch nie Fische besetzt worden sind und warum er so auf Gummifische steht, wohl auch. Im Nachhinein stellt sich mir aber noch eine andere Frage – mich würde interessieren, um welche Art von Stör es sich bei dem Fisch handelt? Kann mir das jemand beantworten?

Gruß in die Runde
Dennis

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2 Kommentare

Noch gibt es 2 Kommentare bei Kurioser Beifang beim Barschangeln. Möchtest Du ein Kommentar hinzufügen Wir freuen uns!?

  1. Erstmal eine dickes Petri Heil!

    Meiner Meinung nach handelt es sich da um einen Weißen Stör.

    Tight lines

    Frederico
    ——————————————————————–
    catch and release is not a crime

  2. vielleicht können die dir helfen: http://sturgeon.de

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